Von Linz nach Grein am Südufer

Sehr abwechslungsreiche Fahrt auf wenig befahrenen Nebenstraßen durch das Hinterland mit einigen kleinen Anstiegen und Abfahrten. (Autor: Bernhard Irlinger Michael Reimer WolfgangTaschner)
74 km
395 m
7.00 h
Wir verlassen Linz (Bhf) wie bei Tour 20 auf der linken Uferseite und radeln zunächst ebenfalls durch die Pleschinger Au und weiter auf dem Hochwasserdamm flussabwärts. Beim Kraftwerk Abwinden trennen sich dann die Wege, wir queren auf der Staumauer die Donau und verlassen bereits einen Kilometer später den Donauradweg für einen Abstecher in das etwa fünf Kilometer entfernte St. Florian (siehe Kasten).
Das Leben der Bauern Von St. Florian geht es auf dem R 14 weiter in Richtung Enns. Etwa nach zwei Kilometern passieren wir den Summerauerhof. Der für die Gegend typische Vierkanthof beherbergt heute
ein interessantes Freilichtmuseum, in dem gezeigt wird, wie die Bauernfamilien früher gearbeitet und gewohnt haben. Auf der weiteren Fahrt werden wir noch etliche dieser stattlichen Vierkanthöfe sehen. Richtung Süden können wir bei guter Fernsicht die Gipfel des Sengsengebirges und der Ennstaler Alpen gut erkennen.
Die älteste Stadt Österreichs Um nach Enns zu gelangen, müssen wir einen kleinen Anstieg in Kauf nehmen, denn die älteste Stadt Österreichs liegt auf einer Anhöhe.
Mitten im Zentrum steht der über 50 Meter hohe Stadtturm. Von oben bietet sich ein herrlicher Rundblick zur Donau und in Richtung Alpenvorland. Sehenswert in Enns sind auch die Basilika St. Laurenz sowie das Stadtmuseum Lauriacom, während die Burg Enns und das Schloss Ennsegg nur von außen zu betrachten sind. Der schönste Blick auf Enns bietet sich von der Brücke über die Enns, die wir auf der Weiterfahrt über Ennsdorf nach Pyburg überqueren. Etwa fünf Kilometer vor Wallsee radeln wir wieder ein Stück an der Donau entlang. Oben im Ort können wir uns auf dem malerischen Marktplatz bei der Mariensäule im Schatten der Bäume zur Rast niederlassen.
Weiterfahrt nach Grein Nächstes Ziel auf der Überlandfahrt ist die Gemeinde Ardagger Markt. Die sehenswerte Stiftskirche mit dem angeschlossenen Oldtimer-Museum sowie der Mostgalerie liegt etwa drei Kilometer südlich des Orts und ist am besten zu erreichen, wenn man bereits 1,5 Kilometer vor Ardagger Markt rechts nach Hundertleiten abbiegt und über Stephanshart radelt. Rund fünf Kilometer hinter Ardagger Markt müssen wir uns an der Donaubrücke entscheiden, ob wir Grein einen Besuch abstatten wollen. Falls nicht, bleiben wir auf der rechten Uferseite und machen uns auf den Weg in Richtung Ybbs.

Fahrzeiten: Linz – St. Florian 2 Std. 30 Min. – Enns 1 Std. – Pyburg 30 Min. – St. Panthaleon 30 Min. – Wallsee 1 Std. 15 Min. – Ardagger Markt 1 Std. – Grein 45 Min.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour74 km
Höhenunterschied395 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktNibelungenbrücke in Linz.
EndpunktGrein.
TourencharakterAuf dieser Alternativroute bekommen wir die Donau nur kurz zu sehen. Dafür radeln wir zur Abwechslung durch das landschaftlich schöne Mostviertel und lernen mehrere sehenswerte Orte kennen.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Radtourenkarte 1:25000, Blatt 151.
VerkehrsanbindungAnfahrt Linz ist mit der Bahn zu erreichen. Auto: der Autobahn von Salzburg oder Passau folgen; Parkplätze in Linz ausgeschildert. Rückfahrt Von Grein besteht eine regelmäßige Bahnverbindung nach Linz. Zudem kann man mit einem Donauschiff zurück nach Linz fahren (www.donauschiffahrt.de).
GastronomieIn allen durchfahrenen Orten gibt es Cafés, Biergärten oder Gasthäuser.
Tipps
Das Mostviertel - Die Gegend südöstlich von Linz war bereits in der Altsteinzeit (ca. 5000 v. Chr.) besiedelt. Später lebten im heutigen Mostviertel die Römer, die südlich der Donau den Limes errichteten. Sie brachten auch die Kunst der Obstveredelung und des Weinbaus mit. Das milde Klima und die fruchtbaren Böden verwandeln bis heute die Wiesen nahe der Donau in einen riesigen Obstgarten. Das Resultat sind die Birnenmoste, denen die Gegend auch ihren Namen verdankt. In allen Gaststuben steht das würzige Getränk auf der Speisekarte, manchmal wird es auch zum Abschmecken von Gerichten verwendet. Die Herstellung von Most ist ähnlich wie die des Weins. Das Obst wird gepresst und reift anschließend in Fässern heran. Im Frühjahr ist es dann so weit, der Mostheurige kommt auf den Tisch. Je nach Obstsorte und Gärung werden die Geschmacksrichtungen mild, halbmild, kräftig und resch angeboten. Im Mai findet in Haag im Rahmen eines großen Festes die Verkostung des neuen Mosts statt, bei der die besten Sorten prämiert werden. Aber auch das Obst, das besonders im Herbst überall angeboten wird, ist bei der Radtour eine willkommene Zwischenmahlzeit. Heiliger St. Florian - Das Augustiner-Chorherrenstift St. Florian im gleichnamigen Ort südöstlich von Linz lohnt in jedem Fall den kleinen Umweg. Es wurde im 18. Jahrhundert in seiner heutigen Form zu der eindrucksvollsten Barockanlage Österreichs ausgebaut. Es steht direkt über dem Grab des im Jahr 304 gestorbenen Märtyrers Florian, der unter anderem Patron der Feuerwehren, Töpfer, Schmiede, Kaminfeger, Seifensieder und Bierbrauer ist. Als erste Kirche nördlich der Alpen erhielt damals die gesamte Decke der Stiftsbasilika eine Freskenbemalung. Die »Bruckner-Orgel« im Innern der Kirche ist zur Erinnerung an den großen Symphoniker Anton Bruckner (1824–1896) benannt, der als Florianer Sängerknabe seine musikalische Laufbahn begann. Nach seinem Tod in Wien wurde Bruckner in der Prälatengruft des Stiftes St. Florian – direkt unter der großen Orgel der Stiftsbasilika – bestattet. Ein Gedenkstein im Eingang der Kirche erinnert an den großen Musiker. Von Mitte Mai bis Mitte Oktober wird tgl. außer Di und Sa um 14.30 Uhr die Orgel für 20 Minuten gespielt. Sehr sehenswert ist auch die Stiftsbibliothek St. Florian, die in einem prächtigen spätbarocken Saal untergebracht ist. Unter den rund 150000 Bänden sind sehr wertvolle Handschriften aus dem Mittelalter. In dem großen Stiftsmeierhof an der Westseite des Stiftes ist das historische Feuerwehrzeughaus untergebracht. Hier sind neben Handspritzen und ursprünglich pferdebespannten Fahrzeugen auch einige motorisierte Oldtimer aus den 1920er-Jahren ausgestellt. Daneben sind historische Uniformen und persönliche Ausrüstungsgegenstände der Feuerwehrleute zu sehen.
Unterkunft
Hotel Florianerhof, St. Florian, Tel. 07224/42540.
Tourismusbüro
Touristinformation Linz, Hauptplatz 1, A-4020 Linz, Tel. 0732/70701777, Fax 772873, E-Mail: tourist.info@linz.at, www.linz.at; Tourismusverband St. Florian, Marktplatz 2, 4490 St. Florian, Tel. 07224/5690, Fax 5788, E-Mail: info.stflorian@netway.at, www.tiscover.com/st.florian; Tourismusverband Enns, Hauptplatz 1, A-4470 Enns, Tel. 07223/82777, Fax 82778, E-Mail: info.enns@oberoesterreich.at, www.oberoesterreich.at/enns

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