Von Krems nach Tulln

Zwischen Krems und Kleinschönbichl verläuft der Radweg fast meditativ am Donauufer entlang, dann geht es weiterhin flach durch das sogenannte Tullner Feld zum Etappenziel. (Autor: Bernhard Irlinger Michael Reimer WolfgangTaschner)
51 km
270 m
3.00 h
Sehenswert ist zunächst die Altstadt von Krems, die wir zu Beginn unserer Tour vom Südtiroler Platz von der Oberen und Unteren Landstraße gut erkunden können. An der Kremser Straße hält man sich rechts und biegt hinter der Bahnunterführung nach links in die Rechte Kremszeile. An der Bundesstraße geht es über die Donaubrücke an das andere Ufer. Den Donauradweg erreicht man etwas umständlich in einer weit ausholenden Rechtskurve.
Bis Traismauer auf dem Treppelweg Über mangelnde Tuchfühlung zur blauen Donau, die mit bis zu 800 Metern Breite bereits stromartige Züge annimmt, muss man sich in der Folge nicht beklagen. Die Radroute verläuft stets auf dem Treppelweg und bietet beständigen Ausblick auf das Flusswasser. Für Abwechslung sorgen Segel- und Motorboote sowie die großen Frachtschiffe, an die man sich während der vorhergehenden Etappen bereits gewöhnt hat. Kurz vor Hollenburg rückt der Radweg an die Autobahn heran, dann fährt man bei Toni’s Radlertreff praktisch in den Biergarten hinein.
Fortan wird die Auenlandschaft der Donau noch breiter. Vom Damm schweift der Blick in das immergrüne Dickicht der Vegetation, das von einigen Altarmen durchzogen ist. Am kleinen Donauhafen zweigt noch vor dem Donaurestaurant der Schubert-Radweg nach Traismauer ab. Wer ein wenig Zeit mitbringt, sollte sich den Abstecher in die von den Römern geprägte Stadt nicht entgehen lassen (siehe Kasten).
Über Land nach Tulln Vom Traismauerer Hafen führt der Dammweg rund sieben Kilometer weiterhin stets an der Donau entlang, bevor es rechts vom Fluss weg durch den Wald in die Bachsenke der Traisen geht. Vor deren Überquerung auf einer Brücke kann man noch einen kurzen Abstecher zum Donaukraftwerk Altenwörth unternehmen. Kurz nach der Mündung der Traisen in die Donau wechselt der Belag auf einem Kilometer Strecke von Asphalt zu Kies. Dann erreicht man die Bärndorfer Hütte, die in einem ehemaligen Atomkraftwerk untergebracht ist.
Hinter Zwentendorf und Kleinschönbichl verabschiedet sich der Donauradweg für längere Zeit vom großen Strom. Vom Bootshafen geht es landein nach Pischelsdorf und Langenschönbichl. Die Route führt nun in zahlreichen Kurven über die Felder nach Kronau. An der B 19 geht es zur Großen Tulln und mit dem Bach wieder zur Donau zurück. Hinter dem Wasserskiclub am Hafen fahren wir nach rechts an der Minoritenkirche vorbei zum Hauptplatz.
Reges Stadtleben in Tulln Tulln ist vor allem dank seiner Donaubühne im Sommer ein beliebter Treff. Jedes Jahr finden hier von Ende Juni bis Anfang August unter einem bestimmten Motto (2007 war es die »Vielfalt unter Sternen«) kulturelle Veranstaltungen statt. Vor allem die abendlichen Konzerte sorgen für einen stimmungsvollen Rahmen. Die Klänge der Musik – von Rock bis Klassik ist so ziemlich alles geboten – sind dann bis zum Hauptplatz zu vernehmen, wo man sich an einem lauen Sommerabend in einem der Terrassenlokale gerne zu einem Diner begibt. Auch Freunde des Kabaretts und Kindertheaters kommen auf der Seebühne auf ihre Kosten.
Wer sich lieber der Tullner Museumskultur hingibt, wird im Klostergebäude der Minoritenkirche (Tel. 02272/65922, geöffnet Di–So 10–18 Uhr) fündig. Hier sind zu den Themen Heimat, Zucker, Feuerwehr, Tulln unter der Erde und Land am Strome sehenswerte Abteilungen eingerichtet. Der Spaziergang im nahen Auwald wird ab 2008 mit der Niederösterreichischen Landesgartenschau aufgewertet: Auch nach deren Ende bleibt das weitläufige Areal als Gartenkompetenzzentrum bestehen.

Fahrzeiten: Krems – Hollenburg 40 Min. – Traismauer (Hafen) 40 Min. – Donaukraftwerk Altenwörth 40 Min. – Zwentendorf 30 Min. – Tulln 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour51 km
Höhenunterschied270 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSüdtiroler Platz in Krems.
EndpunktHauptplatz in Tulln.
TourencharakterIm Gegensatz zur engen Wachau prägen der nun breite Strom und die weitläufigen Ausblicke die Etappe von Krems nach Tulln, dem Ort der
niederösterreichischen Landesgartenschau 2008. Nahezu ungestört vom Autoverkehr und anderen Lärmquellen radelt man genussvoll durch die Donau-Auen. Abwechslung bieten die Altstädte von Traismauer und Tulln.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Radtourenkarte Blatt 151, 1:125000.
VerkehrsanbindungAnfahrt: Nach Krems mit dem Auto auf der B 3 oder auf der A 1 von Wien bzw. Salzburg über St. Pölten. Bahnreisende kommen von Linz und Wien über St. Pölten oder mit der Donauuferbahn von Emmersdorf nach Krems. Rückfahrt: Von Tulln gibt es eine direkte Bahnverbindung nach Krems. Am Wochenende verkehrt ein Nostalgie-Schaufelraddampfer zwischen den Städten.
GastronomieGroße Auswahl an Cafés und Restaurants in Krems, Traismauer und Tulln. Hollenburg: Toni’s Radlertreff. Hafen Traismauer: Donaurestaurant. Zwentendorf: Bärndorfer Hütte. Einkehren in Pischelsdorf und Langenschönbichl.
Tipps
Gehobene Küche - Der Gasthof Zur Sonne/Sodoma in Tulln (Bahnhofstr. 48, Tel. 02272/64616, Küche 11.30–13.30 und 18–21 Uhr, So und Mo Ruhetag) serviert regionale Spezialitäten auf höchstem Niveau, das 2007 von »Gault Millau« mit 15 von 20 und von »À la Carte« mit 85 von 100 Punkten bewertet wurde.
Unterkunft
Tulln: Jugendherberge Tulln, Marc-Aurel-Park 1, Tel. 02272/65165; Pension Zum Springbrunnen, Hauptplatz 14a, Tel. 02272/63115.
Tourismusbüro
Krems Tourismus GmbH, Undstr. 6, A-3500 Krems, Tel. 02732/82676, Fax 70011, E-Mail: kremstourismus@pegasus.at, www.krems.info

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