Von Kratzeburg nach Waren (Müritz)

Das heutige Teilstück verläuft bis auf ein kurzes Stück nahe der Havelquellseen auf guten Teerwegen. Die überwiegend ruhige Fahrt führt auf guten Nebenstraßen durch den Müritz-Nationalpark. Die Anstiege summieren sich auf rund 100 Hm.
37 km
100 m
4.00 h
Von Kratzeburg nach Groß Dratow.
Am östlichen Ortsausgang von Kratzeburg links abbiegen und ansteigend nach Pieverstorf. Jetzt an der Havelquelle vorbei und rechts bis Ankershagen. Als Nächstes links das Dorf durchqueren, nach Friedrichsfelde und weiter bis Wendorf fahren. Dort links und der Ausschilderung folgend auf dem ruhigen Nebensträßchen bis Bocksee. Von hier aus rechts nach Klein Dratow und geradewegs nach Groß Dratow hinein.
Wir brechen an der Dorfstraße von Kratzeburg (Bhf.) auf und schwenken am Ortsrand links in den Wirtschaftsweg, der uns in einem ständigen Auf und Ab durch eine Wiesenlandschaft geleitet. Anschließend verlassen wir den Müritz-Nationalpark, passieren den Dambecker See, rollen links abknickend durch Pieverstorf und holpern auf einem Pflasterweg durch eine alte Ulmenallee. Der Belag geht in einen Betonplattenweg über, sodass wir unseren Blick wieder über die sanft geschwungenen Grünstreifen und Äcker schweifen lassen. In einer Abfahrt erreichen wir die Oll Möllerschün (Alte Müllerscheune), von der nur noch ein paar Mauerreste übrig sind. Linker Hand befindet sich in 600 Meter Entfernung die Havelquelle mit - samt schön am Mühlensee gelegenem Picknickplatz. Zurück an der Hauptroute folgen wir der alten Salzstraße auf einem Teerweg und erreichen nach 2Kilometern die Ortseinfahrt von Ankershagen.
Vorbei am etwas versteckt liegenden Schloss Ankershagen kommen wir zu einer T-Kreuzung, wo wir links schwenken und via Lindenallee zum Heinrich-Schliemann-Museum fahren, das von einem hölzernen Pferd angekündigt wird. Geboren wurde Heinrich Schliemann 1822 im mecklenburgischen Neubukow, einen Teil seiner Kindheit verbrachte er als Pastorensohn im ehemaligen Pfarrhaus von Ankershagen, das heute das Museum beherbergt. Schliemann war Krämer, Kaufmann, ein Sprachengenie, Millionär, romantischer Visionär, Getriebener mit Hang zum Größenwahn und bei der Fachwelt von jeher umstritten. Unbestritten ist jedoch, dass er zu den wichtigsten Archäologen der Welt zählt. Von größter Bedeutung war Schliemanns Entdeckung der Altertumsstadt Troja, bei der er auch auf den Schatz des Priamos stieß. Später fand er die sogenannte Goldmaske des Agamemnon aus Mykene. In seiner Biografie gibt er als Schlüsselerlebnis ein Buch an, das er mit acht Jahren geschenkt bekommen hat: die Weltgeschichte für Kinder. Darin stand Homers Geschichte vom Trojanischen Krieg, daneben das Bild mit den brennenden Mauern der Stadt. Er soll damals gesagt haben: Wenn solche Mauern mal da gewesen sind, so können sie nicht ganz vernichtet sein. Öffnungszeiten: April–Okt. Di–So 10– 17 Uhr, Juni–Aug. auch Mo, Tel. 039921/32 52, www.schliemannmuseum.de.
Nachdem wir die archäologischen Großtaten Schliemanns gewürdigt haben, setzen wir unsere Fahrt in dieselbe Richtung fort und treffen auf den angrenzenden Ort Friedrichsfelde, den wir auf der Mür 10 Wendorfer Straße der Länge nach durchfahren. Der idyllische Streckenverlauf durchs ländliche Mecklenburg-Vorpommern geleitet uns in die Siedlung Wendorf, der wir links mit der Freidorfer Straße den Rücken kehren. Die nächsten Stationen sind Freidorf und Bocksee, in welches wir mühevoll hinaufstrampeln müssen, um dort der Rethwischer Straße nach rechts zu folgen und links abbiegend über Klein Dratow nach Groß Dratow zu radeln.
Von Groß Dratow nach Waren (Müritz).
Groß Dratow auf einer stillen Landstraße verlassen und über Schwastorf und Kargow direkt nach Federow. Nach Durchqueren des Nationalparkdorfs Federow rechts und kurz nach dem Waldrand wieder rechts. Jetzt 2 km die Richtung beibehalten, erneut rechts einschwenken und auf der Fahrradstraße nach Waren hineinsteuern.
In der Gemeinde Groß Dratow bleiben wir konsequent auf der Vorfahrtsstraße, bis nach dem Feuerwehrgebäude rechts der Müllerweg in Richtung Schwastorf abgeht. Nach der schönen Abfahrt kommen wir an eine Weggabelung, an der sich die Reise nach links in einer steilen Rampe fortsetzt. Schwastorf wird mit einem Linksrechts- Schwenk durchfahren. Danach müssen wir einen unbeschrankten Bahnübergang passieren und erreichen mit dem Schwastorfer Weg den Dorfkern von Kargow, welchen wir auf der Federowstraße wieder verlassen. Im Anschluss queren wir einen Schienenstrang, den wir anschließend entlangfahren, um nach dem Weiler Kargow Unterdorf abermals die Gleise zu überwinden.
Auf der Kargower Straße erreichen wir die 200-Seelen-Gemeinde Federow, die mit einer besonderen Sehenswürdigkeit aufwarten kann: der Hörspielkirche. Die im 13. Jahrhundert gegründete Feldsteinkirche war lange Zeit ungenutzt und drohte zu verfallen. 2005 wurde die Idee geboren, das Gotteshaus in eine Hörspielkirche umzuwandeln. Dieser Einfall wurde ausgezeichnet und unterstützt. Nun erfreuen sich jährlich mehr als 10 000 Gäste an einem abwechslungsreichen Programm, das in Kooperation von Rundfunkanstalten mit zahlreichen Buch-, Musik-, Audio- und Theaterverlagen durchgeführt wird. Ab Anfang Mai bis Ende September kann man täglich ab 11 Uhr einen Blick in die Kirche werfen. Dieser lohnt allemal, da die neu gestalteten Fenster, mit ihren großzügigen Farbflächen und Natursymbolen den Kirchenraum in ein warmes Licht tauchen.
Direkt nebenan befindet sich ein sehenswertes, zweigeschossiges Gutshaus aus dem 19. Jahrhundert, in dem sich heute ein Hotel befindet. Für Tierfreunde dürften die ortsnahen Gewässer die erste Anlaufstelle sein, denn hier kann man mit etwas Glück Fisch- und Seeadler beobachten. Lohnend ist auch der Besuch der Nationalpark- Information, in der es eine Liveübertragung aus einem benachbarten Fischadlerhorst gibt. Die Reise geht auf der Schwarzenhofer Straße weiter, die uns zum südlichen Ortsrand bringt. Dort schwenken wir rechts ab und folgen dem Fahrradweg in die Waldfläche Federower Dickungen. Nun rollen wir auf dem Asphaltsträßchen erneut in den Müritz-Nationalpark. An der Weggabelung schicken uns die Wegschilder nach rechts und wir erreichen nach einer Abfahrt den Feisnecksee. Hier wurde für Parkbesucher ein Aussichtspunkt mit Holzstegen angelegt. Längs des Gewässers folgen wir der Specker Straße auf einem Radweg durch eine Häuserreihe und betrachten anschließend auf der linken Seite die Binnenmüritz. Vor uns erblicken wir einen großzügigen Jachthafen und darüber die roten Dächer von Waren (Bhf.). Um in die Altstadt zu kommen, nutzen wir den Radweg der Straße Am Seeufer und biegen nach der Müritzstraße in Richtung Neuer Markt nach rechts ab.

Etappe auf einen Blick.
km 0 Kratzeburg, prächtige Ulmenallee und Besuch der Havelquelle, km 7 Ankershagen, einen Blick ins Heinrich-Schliemann-Museum werfen, dann auf einer Landstraße über Wendorf und Freidorf nach Bocksee, km 15 Bocksee, auf einer Landstraße über Klein Dratow nach Groß Dratow, km 20 Groß Dratow, Tour durch eine weite, sanft geschwungene Ackerlandschaft über Schwastorf, Kargow und Kargow-Unterdorf nach Federow, km 28 Federow, hier lohnt eine Besichtigung der Hörspielkirche, km 37 Waren (Müritz), langes Waldstück im Nationalpark, dann erreichen der Müritz.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour37 km
Höhenunterschied100 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortKratzeburg
AusgangspunktKratzeburg
EndpunktWaren (Müritz)
TourencharakterDie heutige Etappe ist mit mehreren kurzen Anstiegen gespickt. Zu Beginn treffen wir auf die Havelquelle. Ein Stück weiter lohnt das interessante Heinrich-Schliemann-Museum mit einem Ausflug in die Geschichte, bevor es zu guter Letzt zur Müritz, dem zweitgrößten See Deutschlands, geht.
Hinweise
Bademöglichkeiten entlang der Strecke.
KartentippTopografische Karte 1:50 000, L2542 Waren (Müritz), ISBN 978-3-8326-1021-0, www.laiv-mv.de
VerkehrsanbindungKratzeburg ist mit der Deutschen Bahn über Neustrelitz zu erreichen. Mit dem Auto fährt man auf der A 19, die man in Richtung Waren (Müritz) verlässt.
GastronomieAnkershagen: Pension und Restaurant Silberschälchen, Lindenallee 8, Tel. 039921/32 10. Waren: Hotel Kleines Meer, Alter Markt 7, Tel. 03991/64 80; Klabautermann, Marktstr. 1, Tel. 03991/ 66 23 06.
Tipps
Der Fluss Havel. Das Quellgebiet der Havel ist großflächig und der richtige Ausgangspunkt nur schwer zu finden, da mehrere Quellseen den Flusslauf speisen. Der geologische Ursprung der Havel ist der Bornsee; dieser hat eine Wasserverbindung zum Trinnensee und dieser wiederum zum Mühlensee. 2007 wurde hier am Mühlensee eine künstlich sprudelnde Havelquelle errichtet. Diese kleine Verbindung zu dem See symbolisiert die Verbindung der Havel zu ihren Quellseen. Sie durchfließt auf dem Weg zur Mündung zahlreiche Seen und wird von mehreren Nebenflüssen gespeist. Der bedeutendste davon ist die rund 400 km lange Spree, die an ihrer Mündung westlich von Berlin mehr als doppelt so viel Wasser führt als die Havel. Für die Binnenschifffahrt ist die Havel ein wichtiger Verkehrsweg, da diese nach knapp 340 km in Havelberg in die Elbe mündet.
Verleih
Waren – Zweirad Karberg, Lange Str. 46, Tel. 03991/66 60 80; Müritzer Fahrrad- Stationen, Am Seeufer 75, Tel. 03991/ 66 94 07.
Unterkunft
Federow: Hotel Altes Gutshaus, Am Park 1, Tel. 03991/67 49 80, www.gutshaus-federow. de. Waren: Hotel am Müritz-Nationalpark, Specker Str. 71, Tel. 03991/ 621 90, www.hotel-nationalpark.de: Radlon Fahrrad-Komfort-Hotel, Kietzstr. 13 a, Tel. 03991/17 97 79, www.radlon.de
Tourismusbüro
Waren (Müritz) Kur- und Tourismus GmbH, Neuer Markt 21, Tel. 03991/66 61 83, www.waren-tourismus.de

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