Von Koblenz nach Remagen

Wie auf der vorherigen Etappe begleitet den Radler auch heute die Bundesstraße B9 ein Stück. Die Radwege sind größtenteils asphaltiert und entsprechend gut zu befahren. (Autor: Karsten-Thilo Raab und Ulrike Katrin Peters)
46 km
280 m
5.00 h
Nach Mainz und Ludwigshafen ist Koblenz (Bhf.) die drittgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz. Darüber hinaus gehört die Stadt an der Mainmündung in den Rhein zu den ältesten Städten Deutschlands, die im Jahre 1992 ihr 2000-jähriges Bestehen feierte. Auf Zeugen der langen Geschichte trifft man hier an jeder Ecke: Kirchen, Schlösser, ehemalige Adelshöfe und herrschaftliche Bürgerhäuser. Schmale Gässchen und romantische Plätze laden zum Flanieren ein. Aus der besonderen geografischen Lage erklärt sich auch der lateinische Name »Confluentes« – »die Zusammenfließenden«. Seit dem Jahr 2002 gehören Teile der Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Die wohl bekannteste Attraktion bildet das »Deutsche Eck« , die Landzunge an der Mündung der Mosel in den Rhein. Im Jahre 1897 wurde hier das imposante Reiterstandbild von Kaiser WilhelmI. errichtet und in den Jahren 1953 bis 1990 diente der Sockel als Mahnmal der Deutschen Einheit. Ein weiteres beliebtes Fotomotiv bildet neben dem Denkmal auch der Schängelbrunnen im Rathaushof . Inmitten schöner Renaissance- und Barockbauten gelegen, ist er ein Denkmal für die Koblenzer Lausbuben, Schlängel genannt. Der Brunnen wurde von Carl Burger entworfen und 1940 errichtet; er speit etwa alle zwei Minuten eine Wasserfontäne einige Meter über das Brunnenbecken hinaus – also aufgepasst, dass Sie nichts abbekommen von diesem Lausbubenstreich! »Kowelenz Olau!« – so lautet der närrische Schlachtruf in dieser Stadt, und dem Fastnachtstreiben ist auch das Rheinische Fastnachtsmuseum (Mitte April–Mitte Okt. 12–18Uhr, www.fastnachtsmuseum-koblenz.de) gewidmet. Besucher erfahren hier vieles über Orden, Uniformen, Kostüme und Bräuche. Etwas seriöser geht es im Ludwig Museum im Deutschherrenhaus zu, hier wird aktuelle französische Kunst präsentiert.Am Deutschen Eck das Denkmal zur Linken liegen lassen und einen Bogen fahren, auf die Altstadt von Koblenz (Bhf.) zu, bis man auf das Peter-Altmeier-Ufer stößt. Diese Straße läuft parallel zur Rheinpromenade und ist besser befahrbar als die Promenade, die von vielen Touristen zum Flanieren genutzt wird und aus Kopfsteinpflaster besteht. Dann geht es links in die Kornpfortstraße, die ausgeschildert ist mit dem Rhein-Radweg und einem Schild zur »Shopping Area«. An der ersten Möglichkeit rechts abbiegen in die Straße »Auf der Danne«. Nachdem man über die Kopfsteinstraße bergan gefahren ist, liegt der Florinmarkt zur Rechten. Hier hängt auch ein Stadtplan zur schnellen Orientierung. Weiter geradeaus fahren, bis man sich entscheiden muss, ob man links oder rechts fahren möchte. Hier rechts auf die Balduinbrücke fahren, mit deren Hilfe die Mosel überquert wird. Die Brücke ganz hinunter fahren, bis man zu einer Ampelkreuzung gelangt, hier geht es rechts in die Gartenstraße. An der abknickenden Vorfahrtstraße links abbiegen in die Neuendorfer Straße. Nach Andernach sind es nun noch 22km. Schließlich geht es rechts in den Schafswiesenweg ab. Dieser geht in die Straße »Am Ufer« über und zur Rechten liegt ein Campingplatz mit Blick aufs »Deutsche Eck«. Es geht über einen angenehm beschatteten, asphaltierten Weg zwischen Grünanlagen und Schrebergärten hindurch. An der Kirche angelangt, wieder hinunterfahren auf den direkten Uferweg. Nach Koblenz werden die Berge zur Linken und Rechten des Rheins zunehmend flacher und sanfter. Es geht vorüber an liebevoll bepflanzten Gärten mit Blumen in allen erdenklichen Farben und Formen. Schließlich ist Wallersheim erreicht. Nachdem zur Linken ein Deich den Wegbegleiter bildet, endet der Weg. Nun links hinauffahren und dann, oben angekommen, geradeaus weiter auf der Fritz-Ludwig-Straße durch ein kleines Industriegebiet. An der nächsten großen Kreuzung links in die Heinz-Böcker-Straße und an der folgenden Kreuzung rechts in die Karl-Spaeter-Straße abbiegen. Nun kommt ein großer Kran in den Blick, der für den Hafenbetrieb benötigt wird. Wieder am Wasser angelangt, links in die Kurfürst-Schönborn-Straße fahren. An dem Schild, das die Durchfahrt nur für Fahrzeuge bis 5t erlaubt, rechts in den kleinen, schattigen Weg einbiegen, an dem auch ein Fahrradschild nach Andernach weist. Automatisch gerät man so links auf den Leinpfad am Rhein. Nun ist Kesselheim erreicht. Schöne Fachwerkhäuser begleiten den Weg. Die nächste Rheinbrücke ist gut zu sehen. Ab der Brücke sind es noch 14km bis nach Andernach. In der Ortsgemeinde St. Sebastian geht es direkt an einer malerischen Kirche vorbei. Nach St. Sebastian fährt man durch ein idyllisches Waldstück, auf dem Vogelgezwitscher und Grillen-Gezirpe den Radler begleiten. Nachdem es an einem Ponyhof zur Linken vorbeiging, erreicht man Kaltenengers und radelt dort auf der Straße In der Obermarkt. Durch Felder und Obstwiesen geht es auf die nächste Brücke, eine Eisenbahnbrücke, zu. Wenn sich nun der Weg teilt, rechts wieder hinunter auf den Uferweg radeln, direkt unter der Brücke hindurch, denn dieser führt nach Andernach. Nun fährt man in die Ausläufer der Ortsgemeinde Urmitz (Bhf.) ein und immer weiter auf dem linksrheinischen Leinpfad. Unmittelbar am Rhein gelegen, ist der Gemeinde Urmitz (Bhf.) die Rheininsel Urmitzer Werth, ein Vogelschutzgebiet, vorgelagert. Knapp 1000 Häuser und 50 Straßen beherbergen etwas über 3500 Urmitzer. Sehenswertestes Gebäude ist die 1772 erbaute und St. Georg geweihte Barockkirche. (15,9 km) Mitten im idyllischen Panorama tut sich jetzt ein riesiger Kühlturm auf. Nachdem Sie an diesem vorbeigefahren sind, erscheint vor Ihnen der weiße Turm von Weißenthurm (Bhf.). Hier geht es auch wieder auf dem Uferweg weiter. Gegenüber von Neuwied liegt Weißenthurm im Neuwieder Becken, die Rheininsel »Weißenthurmer Werth« ist der Stadt vorgelagert. Beliebt sind von hier aus Ausflüge nach Maria Laach, an die Mosel, zur Burg Eltz oder zum Schloss Bürresheim. Wahrzeichen und Namensgeber der Stadt ist der »Weiße Thurm«, der das Ortsbild überragt und ehemals ein Grenzturm zwischen den Kurfürstentürmern Köln und Trier war. Beachtung findet auch das Hoche-Denkmal, das an den Rheinübertritt im Jahre 1797 durch die französische Armee unter dem General Lazare Hoche gemahnt.Am Willkommensschild in Andernach geht es steil bergan und nach wenigen Hundert Metern links in ein Industriegebiet. Wer das historische Andernach (Bhf.) erkunden will, dem sei ein Stadtrundgang empfohlen. Auf einer Strecke von knapp vier Kilometern flanieren Sie entlang des Rheins, vorbei an der Christuskirche, der Burgruine und am schon von Weitem zu erblickenden Runden Turm, der mit seiner Höhe von 56 Metern und mit seinen vier Metern dicken Mauern zu den imposantesten Wehrtürmen Deutschlands gehört. Außerdem geht es vorbei am Mariendom, der katholischen Pfarrkirche, die um 1200 errichtet wurde, sowie am historischen Rathaus. Dieses wurde in den Jahren 1561 bis 1574 erbaut; unter dem heutigen Sitzungssaal befindet sich noch das mittelalterliche »Mikwe«, das Judenbad. Berühmtester Sohn der Stadt ist übrigens der amerikanische (Skandal-)Autor Charles Bukowski, der hier am 16.8.1920 als Heinrich Karl Bukowski und Sohn eines amerikanischen Soldaten und einer Deutschen geboren wurde. Sein Geburtshaus ist in der Aktienstraße 12 zu finden. Das ansehnlichste Haus der Stadt, das Haus von der Leyen, beherbergt das Andernacher Stadtmuseum und bildet ein hübsches Beispiel für die Architektur der Spätrenaissance (Hochstr. 99, Tel. 02632/922218, www.andernach.de).Der Weg entfernt sich nun wieder vom Rheinufer. An der Werksampel der Firma Rattelstein geht es links über die Eisenbahnschienen und rechts sofort wieder in den Augsbergweg. Bei Erreichen der Vorfahrtsstraße rechts abbiegen. In Andernach nicht den alleenartigen Weg direkt am Ufer entlangfahren, sondern etwas oberhalb den Radweg an der Straße nehmen. Bis Remagen sind es ab hier 21km. Wenn zur Linken die Fabrik von »Weissheimer Malz« erscheint, rechts hinab zum Rhein abbiegen. Nun erscheinen zur Rechten endlich wieder malerische Weinberge. Es geht durch ein kleines Waldgebiet mit schönen Strandabschnitten am Rheinufer. Nach Verlassen des erdigen Waldbodens geht es auf einer schwer befahrbaren Schotterpiste weiter – und es wird noch schlimmer, denn der Weg führt nach 300m auf eine unebene Kopfsteinpiste. Aber bereits nach weiteren 250m geht es über eine kleine Brücke und hinauf an eine Autostraße. Den Fahrradschildern Richtung Bonn folgen, es geht die zweite Straße rechts rein, eine Brücke hinauf und schon fährt man in den Ort Namedy (Bhf.) ein. Die ehemalige Wasserburg Burg Namedy verfügt über einen schönen angeschlossenen Park, einen Spiegel- sowie einen Rittersaal und einen leider nicht zugänglichen »Geheimgang«, der die Burg unterirdisch mit dem ehemaligen Kloster Namedy verband. Eine im wahrsten Sinne des Wortes übersprudelnde Sehenswürdigkeit bildet der Geysir Andernach. Dieser höchste Kaltwassergeysir der Welt wurde Anfang des letzten Jahrhunderts erbohrt und speit sein Wasser bis zu 50 Meter senkrecht nach oben.In Andernach, Stadtteil Namedy, der Durchgangsstraße folgen und dann rechts in die Hauptstraße Richtung Burg Namedy abbiegen. Ein herrlicher, breiter, asphaltierter Weg führt nun durch Obstbäume, darunter Kirsch-, Birnen- und Apfelbäume, und vorbei an Feldern. Schließlich hat die Idylle ein Ende, es geht rechts unter den Eisenbahnschienen hindurch und parallel zu einer vierspurigen Schnellstraße. Wo die Koblenzer Straße eine Linkskurve beschreibt, hochfahren und oben angekommen sofort wieder links und gleich wieder rechts in den ausgeschilderten Radweg. Der Weg setzt sich von hier fort, nach Brohl-Lützing sind es von hier 700m, nach Remagen 14km. Brohl (Bhf.) wurde 1252 erstmals urkundlich erwähnt. Die Ortsgemeinde Brohl-Lützing gehört zur Verbandsgemeinde Bad Breisig und bietet Besuchern neben der Besichtigung der Schweppenburg die Möglichkeit einer Fahrt mit dem Vulkan-Express, einer historischen Eisenbahn (die Betriebstage sind nachzuschlagen unter www.vulkan-express.de).Unter der Brücke durchfahren, und wenn die Brohltal-Eisenbahnbrücke in den Blick kommt, sofort wieder rechts fahren, um dann wieder links, parallel zur Bundesstraße, weiterzuradeln. Nachdem der Radweg fast die ganze Zeit auf einer getrennten Straße unterhalb der Bundesstraße verläuft, geht er nun ein Stück weit direkt neben der Straße weiter. Man kommt an der Brohler-Getränkefabrik vorbei, die auf der linken Seite liegt. Hinter der Brohler-Verwaltung geht es links den Berg leicht hinauf. Vor den Eisenbahnschienen biegen Sie dann links ab. Die Bahn unterqueren und direkt nach Unterquerung wieder rechts auf die Straße halten. Nach einem leichten Anstieg oberhalb der Eisenbahnschienen und der Bundesstraße B9 mit Blick auf den Rhein weiterfahren, aus Bad Brohl-Lützing hinaus und Richtung Bad Breisig. Wenn man am Ortseingang von Bad Breisig (Bhf.) auf eine Vorfahrtsstraße trifft, an der Wagram-Brücke rechts halten und das Rad den Weg hinunterschieben. Bis zum Zentrum von Bad Breising sind es von hier aus noch 1,7km, bis nach Remagen 12km. Wer seine müden Glieder mit warmem Thermalwasser verwöhnen möchte, der ist in der Römer-Therme gut aufgehoben (Di–Fr 14–23Uhr, Sa/So 12–19 Uhr; www.roemer-therme.de). Darüber hinaus sorgen in Bad Breisig (Bhf.) ein Märchenwald, ein Puppenmuseum (Di–So 10–12 und 15–17Uhr), das im Alten Rathaus untergebracht ist, und die Möglichkeit eines Stadtrundganges auf historischen Spuren für Kurzweil. Wer einen Tagesstopp hier einlegen will, der kann sich mit der Fähre auf die andere Rheinseite begeben, wo bei Had Hönningen der Limes beginnt. Unter der Eisenbrücke und der Bundesstraße hindurch geht es linker Hand über eine kleine Brücke, wodurch man wieder auf einen kleinen Uferweg am Rhein gelangt. Den Fähranleger passieren und weiter auf dem Uferweg nach Bad Breisig fahren, das 1,4km von hier entfernt liegt. An der Uferpromenade von Bad Breisig müssen Radfahrer absteigen und für ca. 150m über den sehr belebten Abschnitt mit seinen zahlreichen Restaurants entlangschieben. Der Weg wird hiernach am Rheinufer fortgesetzt. Vorbei an einem ungenutzten Fähranleger geht es leicht bergauf und in einem Waldstück wieder weiter am Ufer entlang. Vorbei an Wiesen und Feldern fährt man auf einer Allee mit asphaltiertem Untergrund Richtung Remagen. Unmittelbar bevor Kripp erreicht ist, geht es über eine überdachte Holzbrücke. Bei feuchtem Wetter kann es hier rutschig sein! Von Kripp sind es noch 3,9km bis nach Remagen und 15km bis nach Bonn-Mehlem. Direkt voraus fällt eine Rheinfähre in den Blick, die Kripp mit Linz verbindet. Für ca. 150m ist hier Vorsicht geboten, da die Zufahrt zur Rheinfähre gekreuzt werden muss und es keinen gesonderten Radweg gibt. Danach setzt sich der Radweg am Ufer fort. Nur wenige Kilometer hinter Kripp fallen auf der rechten Seite die ersten Reste der Brücke von Remagen ins Auge: dunkle Stumpen, die in den Himmel ragen und mit einer deutschen und einer amerikanischen Flagge geschmückt sind. In den linksrheinischen Resten der Brücke ist das Friedensmuseum »Brücke von Remagen« untergebracht. Auf dem Uferweg erreicht man schließlich Remagen (Bhf.), wo die heutige Etappe am Personenfähranleger Remagen-Erpel endet.

weinradeln

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour46 km
Höhenunterschied280 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKoblenz.
EndpunktRemagen.
TourencharakterNach Koblenz werden die Berge zur Linken und Rechten des Rheins zunehmend flacher und sanfter. Es geht heute vorbei an Grünanlagen, liebevoll bepflanzten Gärten, dem Vogelschutzgebiet Rheininsel Urmitzer Werth, zunächst bis ins historische Andernach. Malerische Weinberge, ein kleines Waldgebiet mit schönen Strandabschnitten am Rheinufer, aber auch ein Stück Bundesstraße prägen die heutige Etappe weiter, bevor die Reste der Brücke von Remagen als dunkle Stumpen, die in den Himmel ragen, in den Blick kommen.
Hinweise
km 0 Koblenz, weiter linksrheinisch über Wallersheim und Urmitz nach Weißenthurm, km 23,5 Weißenthurm, weiter linksrheinisch über Andernach, Namedy, Brohl und Bad Breisig bis Remagen, km 49 Remagen, Zielort erreicht
Markierungen»Rhein«/Rhein-Radweg (gelber Radler auf blauem Grund)/roter Radfahrer auf weißem Grund.
VerkehrsanbindungBahn: ICE, IC, Regionalzüge bis Koblenz. EC, Regionalzüge bis Remagen. Auto: Koblenz siehe Etappe 2. Nach Remagen auf der A562, Ausfahrt Bonn-Bad Godesberg und weiter auf der B9; P+R-Parkplatz am Güterbahnhof.
GastronomieBad Breisig: Alter Zollhof, Rheinufer 4, Tel. 02633/474951. Remagen: St. Urban, Alte Str. 15, Tel. 02642/1542 (uriges Weinhaus mit Kegelbahn und Weinprobe im eigenen Weinkeller). Remagen: Bellevuechen, Bonner Str. 68, Tel. 02228/7909 (direkt am Rheinufer gelegen, Blick auf Siebengebirge und Drachenfels).
Informationen
Werkstätten Weißenthurm: Esper, Werftstr.7, Tel. 02637/4888. Andernach: Esper, Landsegnung 38, Tel. 02632/43458.
Unterkunft
Remagen: Hotel Haus Oberwinter, Am Unkelstein 1a, Tel. 02228/600400, www.haus-oberwinter.de (etwas oberhalb des Rheins und außerhalb von Remagen gelegenes, einfaches, sauberes und günstiges Hotel); Campingplatz Goldene Meile, Simrockweg 9-13, Tel. 02642/22222
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