Von Halblech nach Bad Kohlgrub

Halblech – Altenau – Bad Kohlgrub (Autor: Thorsten Brönner)
Von Halblech nach Unternogg: Zuerst auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg nach Trauchgau fahren. Jetzt auf Schotter durch das Birnbaumer Filz und den Schildern nach Schober folgen. Dann lange Fahrt auf einem ruppigen Kiesweg durch den dunklen Wald bis zum Forsthaus Unternogg. Nach der Halblechbrücke wenden wir uns nach links in die Straße »In der Siedlung« und biegen am»Landgasthof Restaurant am Wildbach« rechts ab (Am Hochofen), um schließlich der Radwegbeschilderung der Romantischen Straße nach links zu folgen. Am Ortsausgang fahren wir rechts in ein kleines Gewerbegebiet und radeln auf dem Fahrweg »An der Breite« nach Trauchgau. An der Einmündung geht es rechts in die Poststraße, die nach 300 Metern auf die stärker befahrene B 17 trifft. Dort weisen die nächsten Schilder in Richtung Wieskirche. So fahren wir auf der Reichenstraße bis zur Pfarrkirche St. Andreas vor, wo uns rechter Hand ein Sträßlein zum Ortsrand bringt.Hier führt die Route nach Nordosten, passiert ein Kieswerk und schwenkt nach diesem links (grünes Schild Almstube) in einen leicht ansteigenden Weg, der durch welliges Wiesenland führt. Nachdem wir einen Wassergraben über quert haben, halten wir uns an der folgenden Kreuzung geradeaus und fahren nun auf einem Schotterweg in den Wald hinein, dabei behalten wir die Beschilderung Oberreithen im Auge. Nach einem kurzen Anstieg stehen wir am ersten Viehgatter. Wir passieren es und achten nun auf die frei laufenden Rinder und Pferde – dass wir die Gatter wieder schließen, versteht sich von alleine. Am letzten Weidetor überschreiten wir den Bach Trauchgauer Ache und radeln den nächsten Hügel hinauf, wo wir wieder guten Asphalt unter den Reifen haben. Dort angelangt, lassen wir Oberreithen links liegen, biegen rechts ab und sehen, dass sich uns ein nächster Anstieg in den Weg stellt. Nun müssen wir auf dem eingeschlagenen Weg bleiben, der im Streckenverlauf die Kleinsiedlung Schober passiert. Am nächsten Schilderbaum müssen wir uns entscheiden, ob wir die Alternativroute mit Besuch der Wieskirche wählen (4 km länger als die Hauptstrecke) oder auf der Hauptstrecke bleiben. Beide Varianten haben ihren Reiz. Wer den Bodensee-Königssee-Radweg nicht verlassen möchte, fährt an dem Schilderbaum geradeaus und folgt dem grob geschotterten Forstweg mit Kurs Oberammergau. Im Streckenverlauf führt die sogenannte Königsstraße ansteigend zunächst durch das Langenmoos und später in den dichten Bergwald hinein. Die stille Fahrt durch den dunklen Wald ist den Radlern vorbehalten und hat – auch wenn man keine Berge oder Sehenswürdigkeiten zu Gesicht bekommt – durchaus ihren Reiz. Unterwegs erwartet uns eine Furt, wo wir unsere Fahrräder vorsichtig durch das klare Wasser eines Gebirgsbaches schieben. Später passieren wir erneut einen kleinen, diesmal befestigten Wasserlauf. Auf der Weiterfahrt kratzen wir nochmals an der 950-Meter-Marke, bis sich endlich die Strecke neigt. Zur Orientierung halten wir uns an die blau-gelbe Mountainbike-Beschilderung nach Altenau. Am Ende der langen Abfahrt treffen wir auf die Halbammer. Hier münden wir in eine sehr gute Fahrstraße. Schließlich lädt rechter Hand das Forsthaus Unternogg zu einer Einkehr, die wir uns redlich verdient haben. Von Unternogg nach Bad Kohlgrub: Von Unternogg weiter auf einer ruhigen, asphaltierten Straße nach Altenau. Hier nach Norden und dem die Bahnstrecke begleitenden Radweg nach Saulgrub folgen. Schwenk in Richtung Osten und auf der St 2062 ins Ortszentrum von Bad Kohlgrub fahren. Ausgeruht für das Finale, fahren wir erneut bergan. Der Wald tritt zurück und wir genießen vor uns den schönen Blick auf die baumbestandene Laber-Hörnle-Gruppe, die mit einer Höhe von 1686 Meter den östlichen Eckpfeiler der Ammergauer Alpen bildet. Hinter der Mayersäge queren wir mit der Ammer den nächsten Quellfluss. Einen Kilometer nördlich vereint sich der Gebirgsfluss mit der Halbammer. Das Gewässer strömt dem Ammersee zu, fließt dann in die Isar, welche wiederum in die Donaumündet, die schlussendlich das Wasser dem Schwarzen Meer zuträgt. Unser Weg ist nicht so weit und so gelangen wir nach Altenau. Dort biegen wir links in die Saulgruber Straße, der wir bergan aus dem Ort heraus folgen. Kurz nach dem Überqueren der Bahnschienen treten wir aus dem Wald heraus und kommen bald darauf nach Saulgrub. Hier müssen wir einfach der Altenauer Straße folgen und gelangen, wenn wir der stark frequentierten Ammergauer Straße (B 23) links folgen, ins Ortszentrum. Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Etappenziel. Am Ortsende biegen wir an der Ampel rechts ab und wählen den Radweg entlang der St 2062 bis nach Bad Kohlgrub (Bhf.). Deutschlands höchstgelegenes Moorbad erhielt seinen Namen aufgrund der einst ortsansässigen Köhlereien (Kohlgrub = »Grube der Köhler«). Die waldreiche Gegend um den auf einer Höhe von rund 850 Metern gelegenen Ort zog schon früh Menschen an, die sich dem Brennen von Holzkohle widmeten. Zur Herstellung wurde ein sogenannter Kohlemeiler mit 15–18 Ster Holz befüllt. Unter Luftabschluss wurden einen Meter lange Holzstücke für etwa acht bis 14 Tage glimmend auf einer Temperatur von 500 °C gehalten. Wenn alles glatt ging und sich der Meiler beim Öffnen nicht entzündete, konnte man pro Ster Buchenholz 80–100Kilogramm Holzkohle gewinnen, die für die Eisenbearbeitung unerlässlich war.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour24 km
Höhenunterschied300 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortHalblech
AusgangspunktHalblech
EndpunktBad Kohlgrub
TourencharakterÜber die einsame, geschotterte »Königsstraße« führt der Radweg durch einen urwüchsigen Bergwald nach Altenau. Unterwegs passieren wir die zwei Quellflüsse der Ammer sowie mehrere Moorgebiete.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1:50 000, Lindau- Oberstaufen, www.geodaten.bayern.de; Radwanderkarte Bodensee-Königssee- Radweg 1:50 000, www.publicpress.de
MarkierungenBlauer Schriftzug »Bodensee-Königssee-Radweg« auf weißem Grund; durchgehend gleiche Markierung bis zum Königssee.
VerkehrsanbindungAnreise: Kein Bahnanschluss.
Anreise per Pkw über die A 7, diese über die Anschlussstelle Füssen verlassen und über die B 17 bis Trauchgau.
GastronomieForsthaus Unternogg am Ende der Waldpassage. Bad Kohlgrub: Gaststätte Ratskeller; Grafenaschau: Café Habersetzer.
Verleih
Bayerniederhofen-Halblech: Hofmann Bike-Sport, Raiffeisenstr. 3, Tel. 08368/92 07, www.hofmann-bikes.de. Halblech-Buching: Familie Krainhöfner, Bergstr. 2, Tel. 08368/222. Bad Kohlgrub: Kur- und Tourist-Information, Haus des Gastes, Hauptstr. 27, Tel. 08845/ 742 20, www.bad-kohlgrub.de; Kurhotel Friedl, Spengelstr. 2, Tel. 08845/744 30
Unterkunft
Bad Kohlgrub: Gästehaus Hibler, Ludwigstr. 5, Tel. 08845/740 50; Vital-Kurhotel Föhrenhof, Ludwigstr. 22, Tel. 08845/74040; Hotel Schillingshof, Fallerstr. 11, Tel. 08845/70 10. Grafenaschau: Frühstückspension Jais, Birkenallee 23, Tel. 08841/87 23.
Tourismusbüro
Kur- und Tourist-Information Bad Kohlgrub, Haus des Gastes, Hauptstr. 27, Tel. 08845/742 20, E-Mail: info@bad-kohlgrub.de, www.bad-kohlgrub.de
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