Von Grein nach Melk

Der Radweg führt zwischen Grein und Melk weitgehend an der Donau entlang und gewährt vielfältige Flussimpressionen. Nur im Stadtbereich von Ybbs muss man kurzzeitig auf verkehrsreiche Straßen ausweichen. (Autor: Bernhard Irlinger Michael Reimer WolfgangTaschner)
48 km
565 m
4.00 h
Ab Grein empfiehlt es sich, auf das schönere Nordufer der Donau zu wechseln. Deshalb steuert man vom Stadtplatz zunächst ein Stück flussaufwärts zur Donaubrücke zurück. Jenseits der Brücke folgt mit Blick auf Grein ein malerischer Abschnitt durch das zunehmend enge, bewaldete Tal. Nach Passieren der Insel Wörth erkennt man am Ufer gegenüber die Burg Werfenstein bei Struden. Die Donau ist an dieser Stelle dank ihrer tückischen Strudel bei Schiffskapitänen gefürchtet. Weiter geht es unterhalb der Schwarzen Wand über Freyenstein in den Ferienort Willersbach. Hinter dem Picknickareal Donaudorf erreicht man an der Donaubrücke das Kraftwerk Ybbs-Persenbeug. Wahrzeichen von Persenbeug ist das Schloss, in dem im Jahr 1887 der letzte Kaiser Österreichs, Karl I., geboren wurde.
Ein Radmuseum in Ybbs Von der Brücke rollt man genussvoll zur Uferpromenade in Ybbs. Um in die Altstadt zu gelangen, schiebt man das Rad zwischen Salzamt und Weinmaut ein paar Stufen hinab und durch das alte Stadttor in die Herrengasse. Hier kommen im Fahrradmuseum, das die Radgeschichte der vergangenen zwei Jahrhunderte aufarbeitet, Nostalgiker auf ihre Kosten. Neben Hochrädern und Niederrädern beherbergt das Museum auch Renn- und Luxusräder aus Vorkriegszeiten und der nachfolgenden Jahre bis 1970. Die Exponate der österreichischen Waffenfabriks-Gesellschaft Steyr sind alt, schwarz, schwer und nicht kaputt zu kriegen. Auch Fahrräder aus Deutschland, Frankreich, Tschechien und Amerika sind sehenswert. Das Museum im Alten Pfarrhof hat von Mai bis einschließlich September täglich geöffnet (Tel. 07412/52612200, Mo–Mi 10–16 Uhr, Do–So 10–15 Uhr).
Von Ybbs über Pöchlarn nach Melk Vom Hauptplatz in Ybbs führt der Radweg über die Bahnhofstraße aus der Stadt heraus. Nach Überqueren des Flusses Ybbs geht es nach links zur Donau zurück. Man passiert kleine Siedlungen und gelangt über Säusenstein zum kleinen Krummnußbaumer Hafen. Nach dem Ort hat man die Wahl zwischen dem Dammweg und dem Uferweg; eindrucksvoll ist der Blick auf die Wallfahrtskirche Maria Taferl am anderen Ufer. Nach Überqueren der Erlauf bleibt man am Stadtweiher von Pöchlarn entweder auf dem Dammweg oder man macht nach links eine kleine Schleife durch den sehenswerten Ort. Auf diese Weise kommt man am Nibelungendenkmal vorbei, das jene 16 Städte in Form eines Mosaikwappens beehrt, die im berühmten Nibelungenlied eine Rolle spielen, darunter Worms, Verona und Esztergom.
Der Schlussabschnitt nach Melk verläuft absolut ruhig und meditativ am Donauufer. Das Melker Kraftwerk wird umfahren, dann geht es an der Gartenwirtschaft Donaublick rechts durch den Wald in die sehenswerte Stadt. Im Verlauf der Anfahrt zeigt sich das Melker Benediktinerstift am Nachmittag im schönsten Sonnenglanz. Man überquert den Fluss Melk und gelangt über die kleine Hubbrücke direkt in die Altstadt, die teilweise von einer gut erhaltenen Stadtmauer umgeben ist.
Die im Renaissancestil erbauten Bürgerhäuser wurden aufwendig restauriert und gelten heute in Österreich als Musterbeispiel fürsorglicher Gebäudepflege. Sehenswert sind zum Beispiel der 1650 erbaute Salzhof, das Schiffmeisterhaus sowie das Haus auf dem Stein. Im Zentrum der Altstadt trifft man sich zum Ausklang des Tages am Hauptplatz auf einer der Café- und Restaurantterrassen.

Fahrzeiten: Grein – Freyenstein 1 Std. – Ybbs 1 Std. – Krummnußbaum 45 Min. – Pöchlarn 15 Min. – Melk 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour48 km
Höhenunterschied565 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktStadtplatz in Grein.
EndpunktHauptplatz in Melk.
TourencharakterZwischen Grein und Melk verläuft der Radweg größtenteils am Donauufer: Während sich der Fluss bei Struden deutlich verengt und von Wasserwirbeln aufgewühlt wird, nimmt er auf Höhe des Etappenziels bereits stromartige Züge an. In Ybbs erwartet uns ein interessantes Fahrradmuseum, und das berühmte Melker Benediktinerstift steht sogar bei chinesischen Reisegruppen auf dem Programm.
Beste Jahreszeit
KartentippBikeline-Radkarte Waldviertel Wachau, 1:75000.
VerkehrsanbindungAnfahrt: Nach Grein mit dem Auto auf der B 3 oder mit der Bahn. Rückfahrt: Vom Bahnhof in Melk mit dem Regionalzug nach Ybbs, dort mit dem Fahrrad 4 km nach Persenbeug und am anderen Donauufer mit der Bahn nach Grein.
GastronomieIn Grein, Ybbs, Pöchlarn und Melk mehrere Gasthöfe und Cafés; Hößgang: Piratenkneipe; Freyenstein: Gasthaus zur Ruine; Willersbach: Gasthof Krenn; Sarling: Donauhafen; Säusenstein: Donaublick; Krummnußbaum: Gasthaus Schiffmeister.
Tipps
Glanz und Gloria im Melker Stift - Im weltberühmten Stift Melk leben die Mönche seit über 900 Jahren nach dem benediktinischen Motto »Ut In Omnibus Glorificetur Deus« – »damit in allem Gott verherrlicht werde«. Nach der Renovierung zur Jahrtausendwende erstrahlt der gewaltige Komplex in neuem Glanz. Melk ist eines der wichtigsten geistlichen und kulturellen Zentren Österreichs. Der Besucher wird durch elf Räume geführt, die alle unter einem bestimmten Motto – z.B. »Neige das Ohr Deines Herzens« oder »Jetzt schauen wir in einen Spiegel« – stehen. Mit Video-Installationen, Computer-Animationen und speziellen Lichteffekten soll der Gott verherrlichende Effekt, der jederzeit omnipräsent ist, verstärkt werden. Höhepunkt des Rundgangs sind der Marmorsaal, der einst als Speisesaal für das Kaiserhaus diente, die Bibliothek mit der künstlerisch wertvollen Ausstattung und die prachtvolle Stiftskirche. Stift Melk, Abt-Berthold-Dietmayr-Straße 1, Tel. 02752/555232 (Info und Führungen) oder 555225 (Veranstaltungen), geöffnet Mai–Sept. tgl. 8–17 Uhr, April–Okt. 8–16 Uhr, www.stiftmelk.at
Unterkunft
Melk: Hotel zur Post, Linzer Str. 1, Tel. 02752/52345, www.post-melk.at; Campingplatz Fährhaus, Kolomanniau 3, Tel. 02752/53291, www.faehrhaus-melk.at
Tourismusbüro
Stadtamt Grein, Rathausgasse 1, A-4360 Grein, Tel. 07268/2550, Fax 07268/255-20, www.grein.at; Tourismusbüro der Stadt Melk, Babenbergerstr.1, A-3390 Melk, Tel. 02752/52307410, Fax 52307490, E-Mail: touristinfo@stadt-melk.de, www.niederoesterreich.at/melk

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Michael Reimer, Wolfgang Taschner

Der Donau-Radweg

Der Donau-Radweg besticht mit reizvoller Landschaft, viel Kultur nicht nur in Wien oder Budapest und so viel Komfort, dass auch Kinder ihn gut bewältigen können.

Jetzt bestellen
Tags: 
Mehr zum Thema