Von Greifswald nach Wolgast

Ebene Tour abseits der Küste durch den Ziesenbruch. (Autor: Michael Graf)
37 km
194 m
2.00 h
Da am Hafen von Greifswald noch gebaut wird, kann man nicht direkt entlang des Flüsschens Ryck nach Wiek fahren, sondern muss zuerst den Hasering entlang bis zum Platz der Freiheit radeln und dann auf dem linksseitigen Radweg in die Wolgaster Straße. Am Arboretum geht es links in die Straße An den Wurten und an deren Ende rechts. Der folgende Rad- und Fußweg führt wunderbar direkt am idyllischen Ryck-Ufer bis zur hölzernen, nach holländischem Vorbild 1887 erbauten Klappbrücke, die nach Wiek führt. Im beschaulichen Fischerort stehen noch zahlreiche rohrgedeckte Fischer- und Kapitänshäuser, im Hafen liegen noch Fischerboote. Von der rechten Seite der Klappbrücke führt ein Radweg zur Straße Greifswald-Wolgast, wenige Meter nach rechts liegt die Klosterruine Eldena. Von dem 1199 gegründeten Zisterzienserkloster ist nur wenig erhalten geblieben, so Teile des Chors, des Langhauses und die Westwand mit dem typischen Spitzbogenfenster. Berühmt wurde die Klosterruine durch Caspar David Friedrich, dem sie als Motiv für mehrere Bilder diente.
Von der Klosterruine geht es nun leider auf der viel befahrenen Straße 6km bis nach Kemnitz und Neuendorf, wo wir endlich links Richtung Loissin abbiegen. Am Ortsende halten wir uns links und gelangen nach Ludwigsburg, wo eine alte Schlossanlage steht, die noch auf ihre Sanierung wartet. Dieser kreuzförmig errichtete Renaissancebau von 1577-92 ließ Ernst Ludwig von Pommern für seine Frau errichten. Der ehemals ausgedehnte Park ist heute nur noch in Ansätzen zu erkennen, der Torbau und mehrere Fachwerk-Wirtschaftsgebäude lassen aber die einstige Schönheit erahnen. Vor dem Schloss halten wir uns rechts und erreichen Loissin, dort biegen wir an der Querstraße nach links. Über Gahlkow erreicht man Vierow und trifft wiederum auf die viel befahrene Straße, die man überquert und geradeaus weiter nach Kräpelin radelt. Hier halten wir uns rechts, treffen außerhalb des Orts auf die Autostraße und fahren auf dieser nach links. Zum Glück herrscht nicht so viel Verkehr. Hinter Wusterhusen - von dort ist ein Abstecher nach Lubmin möglich - verläuft auf der linken Seite ein kleiner Radweg, auf dem es sich gemütlich bis fast nach Groß Ernsthof fahren lässt. An der Kreuzung geht es rechts nach Wolgast, dessen Zentrum am Rathausplatz man über die nach links abbiegende Wilhelmstraße erreicht. Wolgast bietet einen der zwei Zugänge zur Insel Usedom, die erst 2000 fertig gestellte Peenebrücke für Eisenbahn- und Autoverkehr. Ihre mächtige, strahlend blau gestrichene Stahlkonstruktion mutet in dem kleinen Städtchen recht futuristisch an. Der zweite Übergang ist die Hubbrücke bei Zecherin im Osten. Rückfahrt: Von Wolgast bis Züssow mit der Usedomer Bäderbahn (UBB), von dort Anschluss an die DB.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour37 km
Höhenunterschied194 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGreifswald.
EndpunktWolgast.
TourencharakterDiese Tour verbindet die ehemalige Hansestadt Greifswald mit dem kleinen Städtchen Wolgast am Peenestrom - idealer Ausgangspunkt für Erkundungen der Insel Usedom.
Hinweise
Für die Insel Usedom gibt die DB in Zusammenarbeit mit dem ADFC eine kostenlose Broschüre »Rad&Bahn: Von Berlin nach, rundum und quer durch Usedom« heraus. Hier finden sich detaillierte Radtouren.
KartentippDeutsche Radtourenkarte Blatt 4, Rügen - Usedom - Vorpommern, 1:100000.
MarkierungenAutobeschilderung.
VerkehrsanbindungMit dem Auto oder der DB nach Greifswald.
GastronomieWenig Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke.
Tipps
In Wolgast startet und endet die nagelneue Usedomer Bäderbahn (UBB), die im Halbstundentakt zwischen Ahlbeck und Wolgast und im Stundentakt zwischen Zinnowitz und Peenemünde verkehrt. Sie ist das ideale Transportmittel für den Radfahrer auf Usedom. Malen Sie sich Ihr eigenes Greifswald-Bild mit der »Romantischen Kunstgeschichte zum Selbermachen«. An sieben Standorten in der Stadt kann man mittels Kupferplatten und Farbkreiden nach und nach eine farbige Stadtansicht rubbeln. Beginn: »neue greifengalerie« am Dom in der Langen Straße 57, dort gibt es auch die Malutensilien für DM 5.
Verleih
Greifswald: Radladen, Am Rosengarten, Rudolf-Petershagen Allee 22a, Tel. 03834/535444, mit Hol- und Bring-Service.
Informationen
Der geschützte Zugang Greifswalds zur Ostsee war ausschlaggebend für die Gründer der Stadt, die auf die Ansiedlung von Zisterziensermönchen im Kloster Eldena zurückgeht. Sie konnten aber ihre Rechte und ihren Grundbesitz nicht erhalten; der Herzog von Pommern verleibte sich das Gebiet ein und verlieh Greifswald 1250 das lübische Stadtrecht. Bald darauf wurden die Alt- und Neustadt von einer Mauer umgeben, die die Grenzen der Hansestadt für ca. 600Jahre festlegte. Die Mitgliedschaft in der Hanse ab 1278 verlieh der Stadt wirtschaftliche Macht; bereits 1456 wurde vom Bürgermeister Rubenow, dessen Denkmal nördlich des Universitätsgeländes steht, die Universität gegründet. Vom 30-jährigen Krieg bis zum Wiener Kongress 1815 durchlebte die Stadt wechselvolle Jahre. Erst dann kam es mit der industriellen Revolution zum Aufschwung. Zentraler Punkt der Stadt ist der Marktplatz mit vielen historischen Bürgerhäusern aus Gotik, Renaissance und Barock und dem beherrschenden Spätrenaissance-Rathaus. Sehenswert sind auch die mächtige Backsteinbasilika des Doms St.Nikolai aus dem 13.Jh. und die spätgotische chorlose Hallenkirche St.Maria. Das heutige Stadtbild von Wolgast stammt im Wesentlichen aus den Jahren nach 1713, als ein Brand die Stadt verwüstete. Die zentralen Ereignisse der Stadtgeschichte sind auf dem Brunnen von 1936 vor dem Rathaus dargestellt. Das Rathaus mit einer Barockfassade von 1724-28 besitzt einen mittelalterlichen Kern; auch die spätgotische Gertrudenkapelle von 1400-1420 am Friedhof stammt noch aus dieser Zeit. Ihr prächtiges Sterngewölbe aus 24 Gewölbegurten wird momentan restauriert und ist leider nicht zu besichtigen. In der Pfarrkirche St.Petri, einer dreischiffigen Backsteinbasilika vermutlich vom Ende des 14.Jhs., sollte man auf jeden Fall den 24-teiligen Totentanz von 1698-1700, eine freie Kopie nach Hans Holbein d.J., besichtigen. Am Wolgaster Hafen, in dem beim Museum »Maritime Erlebniswelt« das einzig erhaltene Eisenbahnschiff liegt, steht beim Bahnhof auch der größte erhaltene Speicher Mecklenburg-Vorpommerns, der Wasserspeicher, ein Fachwerkbau von 1836. Außerdem kann man das Geburtshaus des romantischen Malers Philipp Otto Runge (1777-1810) besichtigen. Das städtische Heimatmuseum zeigt eine große Auswahl seiner Kupferstiche.
Unterkunft
Einige Hotels und Pensionen in Wolgast, aber kein Campingplatz.
Tourismusbüro
Stadtinformation, Schuhagen 22, 17489 Greifswald, Tel. 03834/19433, Fax 03834/3788. www.greifswald.de. Wolgast-Information, Rathausplatz 6, 17438 Wolgast, Tel. 03836/600118, Fax 03836/203011.

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