Von Görlitz nach Bad Muskau

Zunächst auf straßenbegleitenden Radwegen oder einsamen Straßen; ab Zentendorf auf dem asphaltieren Neißedeich direkt am Ufer bis Rothenburg, weiter auf ruhigen Straßen durch kleine Dörfer bis Bad Muskau. Keine nennenswerten Höhenunterschiede. (Autor: Michael Hennemann)
67 km
480 m
5.00 h
Stadtrundgang Görlitz: Die Bauten im heutigen Stadt- und Geschäftszentrum von Görlitz rund um Post- und Marienplatz stammen überwiegend aus dem späten 19. Jh., die eigentliche Altstadt liegt nordöstlich davon in unmittelbarer Nähe zum Oder-Neiße-Radweg. Die Radwegmarkierungen der Hauptroute führen Sie unmittelbar zur Altstadtbrücke. In der Altstadt von Görlitz (Bhf.) (1) finden sich neben barocken Bürgerhäusern ein Jugendstilkaufhaus und schöne Gründerzeithäuser mit originaler Ausstattung. Das bunte Nebeneinander der verschiedenen Baustile aus unterschiedlichen Epochen begeistert jeden Touristen auf Anhieb. Erstmals erwähnt wurde das sorbische Dorf Gorelic 1071. 1220 gründeten deutsche Kolonisten hier eine Siedlung am Kreuzungspunkt wichtiger mittelalterlicher Handelsstraßen. Das Dorf am Neißeübergang entwickelte sich rasch, erhielt 1303 das Stadtrecht und trat 1346 dem Oberlausitzer Sechsstädtebund bei (siehe Tour 3, Zittau). Ihre Bedeutung verdankte die Stadt vor allem dem Tuchhandel. Im Mittelalter erhielt Görlitz das Stapelrecht für Waid und damit ein wichtiges Handelsmonopol, denn der Farbstoff Waid, der aus den gelben Blüten der gleichnamigen Pflanze gewonnen wurde, war zu jener Zeit ein unerlässlicher Rohstoff für die Tuchproduktion. Seine Blütezeit erlebte Görlitz in der Zeit, als die Lausitz zu Böhmen gehörte und viele der prächtigen Bauwerke der Gotik und Renaissance entstanden. Mit dem Neuaufbau der Altstadt, die 1525 in weiten Teile einem verheerenden Brand zum Opfer fiel, schuf der Baumeister Wendel Roskopf den »Görlitzer Stil«. Dieser ganz eigene Renaissance-Baustil griff Elemente des gotischen Hallenbaus auf; die markanten, mit Simsen geschmückten Fassaden spiegeln den Reichtum der damaligen Kaufleute bis heute eindrucksvoll wider. Wie viele andere Städte auch wurde Görlitz vom Dreißigjährigen Krieg schwer gezeichnet. Anschließend fiel es 1635 an Kursachsen und schaffte es in der Folgezeit nie mehr, die einstige Bedeutung wieder vollständig zu erlangen. Mit dem Wiener Kongress im Jahr 1815 wurde das sächsische Görlitz preußisch und damit zu einem Teil der Provinz Niederschlesien. 1816 läutete die erste Tuchfabrik das Zeitalter der Industrialisierung ein, und mit dem Anschluss an das sächsische und preußische Eisenbahnnetz 1847 war der Grundstein für einen erneuten Aufschwung gelegt. Die historisch gewachsene Altstadt überlebte den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet, als Folge des Krieges wurde die Stadt aber 1945 geteilt. Seither gehört der östliche Stadtteil zu Polen und heißt Zgorzelec. Am 6. Juli 1950 erkannte die Regierung der DDR im Görlitzer Abkommen die Oder-Neiße-Linie als Staatsgrenze zur Volksrepublik Polen an; der Vertrag wurde in der polnischen Nachbarstadt Zgorzelec unterzeichnet. Während der DDR-Zeit verschlechterte sich der Zustand der rund 4000 historischen Gebäude, da fast keinerlei Restaurierung stattfand, glücklicherweise blieb aber das gewachsene Stadtbild unangetastet. Seit 1991 empfängt Görlitz als eine von fünf Modellstädten zusätzliche Gelder für die Restaurierung und der überwiegende Teil der Altstadt begrüßt den Besucher heute mit prächtigen, in neuem Glanz erstrahlenden Fassaden. Ein guter Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang ist die Altstadtbrücke (A). Der erste der zahlreichen Vorgänger der aktuellen Brücke wurde 1298 erwähnt. Die mittelalterlichen Brücken aus Holz wurden mehrfach durch Feuersbrünste, Hochwasser und Kriegseinwirkungen zerstört und neu aufgebaut. Zu Beginn des 20. Jh. entstand eine moderne Steinbrücke mit Stahlbögen, die von der zurückweichenden deutschen Wehrmacht am 7. Mai 1945 gesprengt wurde. 1950 wurden die Trümmer beseitigt und die Einwohner von Görlitz und Zgorzelec gewöhnten sich an das brückenlose Stadtpanorama. Seit dem 20. Oktober 2004 verbindet nun eine neue Brücke die Zwillingsstädte. Auf der deutschen Seite erhebt sich über die Brücke die Kirche St. Peter und Paul (B) (Bei der Peterskirche 9). Die repräsentative fünfschiffige Hallenkirche entstand im 15. Jh. als Nachfolgebau einer dreischiffigen Pfeilerbasilika. Zu ihrer sehenswerten Innenausstattung gehört auch die 1703 von Eugenio Casparini fertiggestellte Sonnenorgel, die nach langjähriger Restaurierung seit Oktober 1997 wieder erklingt. Rechts neben der Kirche steht über dem Steilufer der Neiße das Waidhaus, in dem im Mittelalter der für den wirtschaftlichen Status der Stadt wichtige blaue Farbstoff gelagert wurde. Von der Altstadtbrücke geht es auf der Neißstraße leicht bergan Richtung Altstadt. Auf der linken Seite lädt das prächtige Barockportal des Wohn- und Handelshauses in der Neißstraße 30 zu einem Blick in Hof und Eingangshalle ein. Heute ist das Barockhaus (C) Sitz des Kulturhistorischen Museums ((z. T. ist das Barockhaus wegen Sanierungsarbeiten für Besucher geschlossen)) und zeigt Ausstellungen zu Kunst und Kunsthandwerk sowie wissenschaftsgeschichtliche Sammlungen. Nur ein paar Schritte weiter betritt man den Untermarkt (D) an seiner südöstlichen Ecke. Der Platz wird gesäumt von den bedeutendsten Patrizierhäusern der Stadt. Zur Linken erstrecken sich die Langen Läuben. Diese einstigen Tuchhallen wurden ursprünglich im gotischen Stil errichtet, die Fassaden wurden aber später im Barock- bzw. Renaissancestil umgestaltet. Die weiträumigen, hohen Lichthallen im Innern sowie die für die Tuchbeschau typischen Galerien zeugen von der wirtschaftlichen Bedeutung des Tuchhandels im Mittelalter. Zur Rechten sieht man unmittelbar hinter dem Brunnen die »Zeile« genannte Häuserzeile in der Mitte des Untermarkts mit der »Waage«, dem Ort, an dem im Mittelalter alle Waren gewogen und verzollt wurden. Das zunächst im gotischen Stil errichtete Gebäude wurde später im Renaissancstil aufgestockt. Auf der Rückseite wird die Zeile von der Alten Börse aus dem Jahre 1706 dominiert. Gegenüber in der Nordostecke des Platzes ist die Ratsapotheke einen Blick wert und nebenan das spätgotische Portal des Hauses Untermarkt 22. Es erhielt den Namen Flüsterbogen, weil die auf der einen Seite in die Hohlkehle geflüsterten Worte für den Hörer auf der anderen Seite gut zu verstehen sind. An der Westseite des Untermarktes finden sich das Rathaus, das deutlich seine verschiedenen Bauetappen zu erkennen gibt. Die letzte Ergänzung ist das Neue Rathaus (1902/1903). Der älteste Teil des Bauwerks stammt von 1378 und wurde durch die Rathaustreppe von 1537 mit dem Haus Nr. 14 in der Brüderstraße verbunden. Der Rathausturm (1511–1516) wird von zwei kunstvollen Uhren (1584) geschmückt. Mit der unteren Uhr führte der Bürgermeister und Mathematiker Bartholomäus Scultetus den gregorianischen Kalender in der Oberlausitz ein. Der Kriegerkopf in der Mitte rollt mit den Augen und klappt jede Minute seinen Mund auf und zu. Darüber zeigt ein 24-stelliges Ziffernblatt Uhrzeit und Datum an. Der sich darüber befindende Löwe verkündete einst per Pfiff den Neumond, die zweite Turmuhr zeigt die Mondphasen an. Gegenüber vom Rathaus, schon in der Brüderstraße, ist der Schönhof das älteste deutsche Renaissance-Bürgerhaus und seit Mai 2006 Sitz der ständigen Ausstellung des Schlesischen Museums (Brüderstr. 8, Tel. 03581/879 10, www.schlesisches-museum.de; Di–So 10–17 Uhr). Gezeigt werden Kunsthandwerk aus fünf Jahrhunderten, Gemälde und Grafiken, Dokumente sowie Gegenstände aus dem Alltagsleben der schlesischen Kulturgeschichte. Ein Stück weiter in der Brüderstraße erhebt sich die gotische Dreifaltigkeitskirche (E). Die ehemalige Klosterkirche der Franziskaner wurde im 14. und 15. Jh. zur jetzigen Kirche erweitert und umgebaut. Im Innenraum beeindruckt sie mit Gewölbeausmalungen, einer wertvollen spätgotischen Ausstattung und einem barocken Prunkaltar. Der schlanke Turm wird zur Erinnerung an die Erbauer des Franziskanerordens »Mönch« genannt. Wir haben nun den Obermarkt (F) erreicht, der jahrhundertelang Umschlagplatz für Salz- und Getreide war und auf seiner Nordseite von zahlreichen Barockbauten nach Dresdner und Leipziger Vorbild gesäumt wird. In der nordwestlichen Ecke erhebt sich der Reichenbacher Turm (G) mit Ausstellungen der Städtischen Kunstsammlung (Platz des 17. Juni; täglich 10–17 Uhr ), der wie alle Wehrtürme der Stadt bis zum Beginn des 20. Jh. bewohnt war. Die insgesamt zwölf am Turm angebrachten Wappen zeigen die Territorien, zu denen Görlitz im Laufe seiner Geschichte gehört hat. Die Wappen in der unteren Reihe kennzeichnen die Städte des Sechsstädtebundes (Kamenz, Löbau, Bautzen, Görlitz, Lauban (heute Luban/Polen) und Zittau). Direkt nebenan liegt der massige Kaisertrutz (H) mit einer weitere Gemäldegalerie der Städtischen Kunstsammlung (Der Kaisertrutz ist wegen Sanierungsarbeiten seit dem 3. November 2008 für Besucher geschlossen und soll mit der 3. Sächsischen Landesausstellung zum Thema “via regia” am 20. Mai 2011 wiedereröffnet werden.). Er gehörte als Teil des westlichen Stadttores zur Stadtmauer. Der Name geht zurück auf den Dreißigjährigen Krieg, als die Schweden das Rondell besetzten und sich hier gegen den Ansturm der kaiserlichen Truppen verschanzten. Vorbei am Stadttheater kommt man zum Naturkundemuseum (I) (Am Museum 1, Tel. 03581/476 01 00, www.naturkundemuseum-goerlitz.de; Di–So 10–17 Uhr) mit Ausstellungen zu Tieren, Pflanzen und Geologie der Oberlausitz. Am Marienplatz findet sich ein Kleinod der deutschen Kaufhausarchitektur: das Warenhaus (1912/1913 erbaut) wurde nach dem Vorbild des Berliner Kaufhaus Wertheim errichtet und gilt als einziges original erhaltenes Großkaufhaus aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Gleich daneben ist die Frauenkirche (J) (1459–1486 erbaut), eines der schönsten Bauwerke der Spätgotik in Görlitz. Sehenswert sind das figurenreiche Westportal und das Maßwerkfenster am Westturm. Von Görlitz nach Rothenburg: Von der Altstadtbrücke aus zunächst weiter am Neißeufer entlang. Mit der Peterskirche im Rücken geht es am Hotel Zum Hothertor links auf die Große Wallstraße und auf Kopfsteinplaster ordentlich bergan. Vor der Nikolaikirche rechts in die Finstertorstraße und halblinks in den Ziegeleiweg. Die Straße ist nun geteert, aber weiterhin steil. Oben geht es vorbei an den Friedhofsmauern und auch an der nächsten Kreuzung weiter geradeaus bis Klingelwalde. Hier zunächst links und gleich darauf hinter der Schlosserei rechtsauf den zunächst unbefestigten Feldweg in einem Bogen zur Autobahnbrücke und darunter hindurch. An der folgenden Kreuzung links und wieder auf der Straße weiter, und zwar zunächst nach Ludwigsdorf. Am Ortsende rechts auf die Rothenburger Landstraße Über Ober-Neundorf und Zodel wird Descka erreicht. Am Ortsende nach links und dann nach einigen Hundert Metern nach rechts ab. Die Route verläuft nun auf einer breiten asphaltierten, aber absolut einsamen Straße vorbei an Feldern, Wiesen und durch Kiefernforst. Zum Ende hin geht es auf einer kunstvoll verzierten Brücke über die Bahnschienen bis zu einem ebenso liebevoll gestalteten Rastplatz. Hier im rechten Winkel nach rechts abbiegen und zurück zur Straße. Auf diese nach links einbiegen und vorbei an der Kulturinsel Einsiedel mit skurrilen Holzskulpturen. Vor den eigentlichen Häusern der Ortschaft Kahlemeile rechts ab auf den Radweg. Anschließend führen die Radwegmarkierungen erst in einem nicht ganz nachollziehbaren Schlenker durch den Ort (man kreuzt die Hauptstraße zweimal) und dann auf einen Radweg am Neißeufer vorbei an einem weiteren schönen überdachten Rasthäuschen vorbei – über Nieder-Neundorf vorbei am Diakoniewerk Martinshof zum Marktplatz von Rothenburg/Oberlausitz. Nach dem Stadtbummel durch die historische Altstadt von Görlitz (1) geht die Radtour an der Altstadtbrücke weiter. Vor der Abfahrt bieten sich Restaurants auf deutscher und polnischer Seite zu einer Einkehr an. Nach einer kurzen Kletterpartie durch Görlitz führt die Etappe dann auf einsamen Straßen zu einer der skurrilsten Sehenswürdigkeiten entlang der deutsch-polnischen Grenze: Die Kulturinsel Einsiedel (2) (Tel. 035891/49 10, www.kulturinsel.de; März–Okt. täglich 10–18 Uhr) ist eine beeindruckende Holz-Spiellandschaft. Der alternative Freizeitpark kommt ohne Autoscooter, Riesenrad und Zuckerwatte aus und begeistert stattdessen mit fantasievollen, aus Holz geschnitzten und gezimmerten Spielgeräten wie Piratenschiff oder Zauberschloss, die durch abenteuerliche Brücken und Geheimgänge miteinander verbunden sind. Zusätzlich gibt es ein Galeriecafé und mehrere Bühnen und Veranstaltungsräume sowie ein Baumhaushotel mit Übernachtungsmöglichkeit in acht bis zehn Metern Höhe. Von Rothenburg nach Bad Muskau: Entgegen dem Uhrzeigersinn um den Marktplatz in Rothenburg. Nach rechts weiter auf dem Radweg an der Vorfahrtsstraße in nördliche Richtung, vorbei an Flughafen bis Lodenau. Kurz hinter dem Ortsausgang von Lodenau rechts ab und zurück ans Neißeufer und auf einsamem Weg durch Felder und Kiefernforst. Über Steinbach führt die Etappe nach Klein Priebus. Am Biergarten Neiße-Treff rechts ab Nach ein paar Metern nach links auf die Straße Am Damm. Nun einsamer Radweg durch die Muskauer Heide. Am Ende rechts auf die Priebuser Straße nach Podrosche. Im Ort erst rechts, dann hinter dem gelben Haus nach links auf den Holunderweg. Den Grenzübergang rechts liegen lassen und zunächst weiter geradeaus. Nach dem Ortsausgang rechts ab auf den asphaltiertem Radweg bis Werdeck. Hier rechts halten und weiter auf dem Radweg, vorbei am Wasserwerk nach Pechern. Auf der Dorfstraße durch den Ort. Hinter dem Rastplatz am Neißehafen weiter auf dem Radweg durch Felder und Wald, schließlich kurz und kräftig bergauf nach Skerbersdorf. Weiter auf asphaltiertem Weg mit ständigem Auf und Ab durch Kiefernforst nach Sagar . Vordem Heimatmuseum in Sagar rechts ab und auf dem Radweg nach Krauschwitz. Vor dem Brückenneubau der Ortsumgehung von Bad Muskau nach links ab und hinter der Bauschlossereinach nach rechts auf die Uferstraße. Direkt hinter der Überführung über die Zufahrtsstraße für die neue Grenzbrücke nach rechts zurück auf den Radweg Am Ende nach rechts auf den straßenbegleitenden Radweg an der B 115 nach Bad Muskau. Hier endet der Radweg an der Grenzbrücke. Nach links geht es auf der Clara-Zetkin-Straße ins Zentrum von Bad Muskau, der eigentliche Oder-Neiße-Radweg führt (unmarkiert) durch den Fürst-Pückler-Park. Rothenburg (Bhf.) (3) zählt zu den ältesten Städten der Oberlausitz und wurde erstmals 1268 erwähnt. Rund um die zentral gelegene, klassizistische Kirche aus dem 19. Jh. gruppieren sich gut erhaltene Gebäude und die Zunftzeichen auf den Häusern im Stadtzentrum erzählen von der Bedeutung des Handwerks in der mittelalterlichen Stadt. Über die Geschichte der laut Eigenwerbung »östlichsten Kleinstadt« Deutschlands informiert das Stadtmuseum (Brunnengasse 2, Tel. 035891/353 18; Mo–Mi 9–15 Uhr, Do 10–17 Uhr, So 14–17 Uhr). An das Stadtzentrum grenzt der Stadtpark im Stile eines englischen Landschaftsgartens mit einer Vielzahl von Rhododendren und Azaleen. Der Radweg verläuft nun parallel zur Vorfahrtstraße nach Norden und bringt Sie vorbei am Flughafen mit dem Flugtechnischen Museum von Rothenburg (Friedensstr. 105 a, Tel. 035891/472 80, www.luftfahrtmuseum-rothenburg.de; März–Okt. täglich 9–17 Uhr, sonst nach Anmeldung). Im Freigelände können mehr als 15 historische Flugzeuge und Hubschrauber besichtigt werden und der Besucher kann selbst in einer MiG-21 oder in einem Hubschrauber Platz nehmen. Bei Steinbach trifft der Frosch-Radweg von links auf den Oder-Neiße-Radweg und im folgenden Abschnitt direkt am Neißeufer entlang laden zahlreiche Rastplätze zu einer Pause ein. Vorbei am Wehr in Klein-Priebus gelangt man nach Podrosche. Die ursprüngliche Dorfkirche wurde 1668 eingeweiht, als das Fürstentum Sagan rekatholisiert wurde und die evangelischen Bürger aus Priebus (dem heute polnischen Przewoz) in Podrosche Zuflucht suchten, da es zum evangelisch-geprägten Herrschaftsgebiet Muskaus gehörte. Die ursprüngliche Kirche brannte 1904 nach einem Blitzeinschlag ab und die heutige Kirche wurde wenige Jahre später mithilfe des Muskauer Grafen neu errichtet. Die nächste größere Ortschaft ist Pechern, wo die große Linde vor der hübschen Fachwerkkirche zu einer Pause einlädt.. Der Ortsname erinnert daran, dass hier, wie in vielen anderen Ortschaften der Region, bis ins 18. Jh. Holzkohle und vor allem Pech durch das Verkochen von Baumharz produziert wurden. Man passiert ein kleines Kraftwerk am gegenüberliegenden Ufer und fährt durch Felder und ein Waldgebiet nach Skerbersdorf, wo ein kleines Freibad Erfrischung bietet. Bevor der Endspurt dieser Etappe beginnt, kann man dem Museum Sagar (4) einen Besuch abstatten. Es zeigt die regionale Entwicklung und ist auf dem Gelände eines ehemaligen Sägewerks eingerichtet (Skerbersdorfer Str. 68, Tel. 035771/608 96, www.museum-sagar.de; Ostersonntag–3. Okt. Mo–Fr 9–15 Uhr, Sa/So 15–18 Uhr). Entlang der B 115 geht es bis zur Grenzbrücke vor Bad Muskau (5) (Beschreibung Tour 5) und vor dort entweder in die Ortsmitte oder durch den Fürst-Pückler-Landschaftspark.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour67 km
Höhenunterschied480 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGörlitz
EndpunktBad Muskau
TourencharakterVon Görlitz, das mit seinen etwa 4000 historischen Bauten eine der schönsten Altstädte Deutschlands besitzt, geht es weiter zur Kulturinsel Einsiedel, einer riesigen Spiellandschaft mit skurrilen Holzskulpturen und einem Baumhaushotel, und zum einmaligen Fürst-Pückler-Landschaftspark.
Beste Jahreszeit
MarkierungenRadwegweiser mit Oder-Neiße-Logo.
VerkehrsanbindungBahnverbindung Görlitz liegt an den Bahnstrecken Dresden – Bautzen – Görlitz – Wroclaw und Leipzig – Falkenberg – Hoyerswerda mit Anschluss Hoyerswerda – Görlitz. Anreise mit dem Auto A 4 Aachen–Görlitz, Ausfahrt 94 (Görlitz); Parkhaus am Bhf. Rückfahrt Per Bahn umständlich, da kein regulärer DB-Bhf. in Bad Muskau. An ausgewählten Tagen verkehrt ab Bad Muskau eine Schmalspurbahn nach Weißwasser (Fahrradmitnahme möglich, bei größeren Gruppen Anmeldung erforderlich; www.waldeisenbahn.de); von dort regelmäßige Zugverbindung nach Görlitz.
GastronomieBreites Angebot in Görlitz, Rothenburg und Bad Muskau. Ludwigsdorf: Biergarten an der Kunstmühle. Zentendorf: Café an der Kulturinsel Einsiedel. Sagar: Radlerklause.
Tipps
Kanufahren auf Oder und Neiße: Die beiden Grenzflüsse Neiße und Oder bieten sich für eine Entdeckungstour mit dem Kanu an. Während die Neiße zum Teil mit flotter Strömung fließt, ist die Oder ein hindernisfreier Wanderfluss mit mäßiger Strömung und geringem Bootsverkehr. Beide Gewässer sind sehr naturbelassen und bieten ein einmaliges Naturerlebnis. Kanuverleiher und Anbieter geführter Kanutouren sind u. a. www.engemann-service.de für Schlauchbootfahrten von Hirschfelde nach Ostritz oder www.neisse-tours.de für Kanufahrten auf der Neiße von Deschka bis Bad Muskau sowie www.kanu-oderbruch.de für die Oder bei Groß Neuendorf . Übernachtungsmöglichkeiten: Rothenburg: Martinshof Rothenburg Diakoniewerk, Mühlgasse 10, Tel. 035891/381 45 (Gästezimmer im Obergeschoss des Brüderhauses). Sagar/Krauschwitz: Radlerklause, Skerbersdorfer Str. 102, Tel. 035771/512 63 (familiäre Pension mit schönem Hof & Garten, Übernachtung/Frühstück 18 €/Person). Bad Muskau: Hotel Am Schlossbrunnen, Köbelner Str. 68, Tel. 035771/52 30 (ruhiges Hotel direkt am Fürst-Pückler-Park, DZ ab 66 €); Pension Mühle, Jämlitzer Str. 86, 02953 Bad Muskau, Tel. 035771/602 93 (kleine Pension mit kleinem Zeltplatz westlich des Zentrums). Lausitzer Industriekultur: Als traditioneller Industriestandort ist die Lausitz in Sachsen und Brandenburg eine Landschaft im Wandel. Die unterschiedlichsten Industriezweige wie Bergbau, Energiegewinnung und Textil- sowie Glasindustrie prägen die Region seit Jahrhunderten und hinterließen mit vielen großen und kleinen Maschinen ihre eindrucksvollen Zeugnisse. In vielen dieser Industrieanlagen können Sie heute auf Entdeckungstour gehen und sowohl traditionelle als auch moderne Techniken und Arbeitsmethoden der verschiedenen Betriebe kennenlernen. Im Tagebau Welzow z. B. können Sie die gigantische Abraumförderbrücke und Großbagger, die zu den größten beweglichen Technikanlagen der Welt zählen, hautnah besichtigen. Bis heute werden hier jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Ein technisches Denkmal dagegen ist die älteste Brikettfabrik Europas, die liebevoll nur Louise genannt wird. Bei einem Besuch fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, wie hier bis 1991 zischende Dampfkessel die Schwungräder in Bewegung hielten, um aus Rohbraunkohle Briketts zu pressen. Eine Übersicht und nähere Beschreibungen der einzelnen Einrichtungen, Museen und Denkmäler bietet die Broschüre »Lausitzer Industriekultur«. Download unter www.lausitz.de. Blick über die Grenze: Von Podrosche lohnt der Abstecher ins polnische Przewóz (Wegstrecke hin und zurück ca. 2 km). Der Ort geht zurück auf eine schlesische Burg an der Grenze zur Oberlausitz, die durch die Lage an der Neiße zu einigem Wohlstand kam. Hier können heute eine Burg und der Hungerturm aus dem 13. Jh., Teile der Stadtmauer aus dem 14. Jh. und eine gotische Kirche besichtigt werden.
Verleih
Görlitz: Der Fahrradladen, Fischmarkt 4, Tel. 03581/41 07 27; Zweirad Steffen, Hospitalstr. 5, Tel. 03581/41 70 80; Fahrradgeschäft Joachim Kramer, Reichenbacher Str. 112, Tel. 03581/73 05 65. Rothenburg: Fahrradhaus Frank Mimus, Horkaer Str. 36, Tel. 035891/356 52. Bad Muskau: Fahrradgeschäft und -verleih Peter Nowak, Schmelzstr. 29, Tel. 035771/604 60. Görlitz: Little John Bikes – Fahrradfachmarkt, Heilige-Grab-Str. 26, Tel. 03581/31 31 66.
Tourismusbüro
Marketing-Gesellschaft Oberlausitz Niederschlesien mbH, Tzschirnerstr. 14 a, 02625 Bautzen, Tel. 03591/487 70, www.oberlausitz.com; Touristeninformation Europastadt Görlitz-Zgorzelec, Obermarkt 32, 02826 Görlitz, Tel. 03581/475 70; Bad Muskau-Touristik, Schloßstr. 6, 02953 Bad Muskau, Tel. 035771/504 92.

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