Mit dem Rad durch das Mecklenburgische Seenland

Von Fürstenberg nach Wesenberg

Fürstenberger Seenland und Mecklenburgische Seenplatte lauten die Schlagworte, die heute Radler-Herzen höher schlagen lassen. Zwischen den Bilderbuch-Gewässern lauern einige knackige Hügel, die kurzzeitig für höhere Pulswerte sorgen.
28 km
180 m
3.00 h

Von Fürstenberg nach Strasen

Zur B 96 und dort die Schleuse überqueren, sogleich nach rechts fahren, Fürstenberg durch ein Wohngebiet verlassen und auf Steinförde zuhalten. Bis Großmenow radeln und nachfolgend rechts abknickend nach Strasen.

In der Wasserstadt Fürstenberg (Bhf.) lohnt es sich, zu einer kleinen Besichtigungstour aufzubrechen. Beginnen sollte man die Runde am zentralen Marktplatz, welcher von der im neubyzantinischen Stil erbauten Stadtkirche (1845–1848) dominiert wird. Weiter geht es durch die neu sanierte Altstadt. Dies sieht man an den herausgeputzten Häusern, Straßen und Plätzen.

Das barocke, dreiflügelige Schloss wurde Mitte des 18. Jahrhunderts für die mecklenburgische Herzogin erbaut. In den nächsten Jahrzehnten wurde es vielseitig genutzt – als Sanatorium, Lazarett, Schule, Krankenhaus sowie als Altenheim – und ging 2006 in den Besitz einer Immobilienfirma über. Derzeit kann das Schloss nicht besichtigt werden. Nun lohnt es sich noch, einen Blick in das Brandenburgische Forstmuseum zu werfen (Rathenaustr. 16). Zu sehen gibt es die Dauerausstellung »Waldwege – Von der Arbeit Wald zu bauen« sowie wechselnde Ausstellungen zu unterschiedlichen kunst- und kulturgeschichtlichen Themen (Öffnungszeiten: Mai–Okt. Di–So 10–17 Uhr, feiertags geschlossen, Tel. 033093/398 93, www.brandenburgisches-forstmuseum.de).

Wir setzen unsere Reise an der Bahnhofsstraße fort und schwenken rechts in die Havelstraße. Bevor diese die Bundesstraße erreicht, zweigt rechts ein Weg ab, der uns über eine Holzbrücke führt, von der man einen schönen Blick über die Wasserkanäle genießt. Danach fahren wir rechts auf den Radweg der B 96 Brandenburgerstraße ein, rollen über die neue Havel-Schleuse und biegen rechts in die Steinförder Straße. Jetzt folgen wir dem Straßenverlauf und unterfahren dabei eine Eisenbahnlinie. So erreichen wir ein Wohnviertel, rollen dort rechts den Weg Am Röblinsee zur Uferpromenade hinunter und folgen ihr nach Westen.

Langsam rollen wir am bezaubernden Röblinsee entlang. Am Cardinal Boating Holidays Haus zweigt rechts der Uferweg ab, der uns weiterhin mit verführerischen Ausblicken verwöhnt. Mittlerweile befinden wir uns im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Bereits 1938 wurde das große Kerngebiet um den Großen Stechlinsee unter Schutz gestellt und 2001 auf eine Fläche von 680 Quadratkilometern erweitert. Ende des 19. Jahrhunderts hat der märkische Dichter Theodor Fontane die Region in seinen Erzählungen und Romanen gewürdigt. Der dünn besiedelte Landstrich hat auch heute nichts von seinem Zauber verloren und so erfreut sich der Besucher an über 100 Seen, die meist malerisch in alte Buchenwälder eingebettet sind.

Am Ende der Uferstrecke biegen wir in einer Linkskurve in die Straße Zum See und schnaufen bergwärts zur Steinförder Straße zurück, wo wir rechts weiter durch die Röblinsee-Siedlung fahren. Ab hier sind zwei Routenvarianten des Radfernwegs Berlin–Kopenhagen ausgeschildert:

Streckenvariante 1: Die kürzere der beiden Routen verläuft zunächst weiter auf der Steinförder Straße. Am Siedlungsende geht es auf einer bestens ausgebauten Fahrradstraße leicht wellig in ein Waldgebiet, wo man an einer Schranke dem Rechts-links-Schwenk des Radwegs folgen muss. Am Ortseingang von Steinförde wählt man die Straße Steinerne Furth und durchquert so das Dorf in Richtung Großmenow. Auf der ruhigen Fahrt kommt man an einem netten Picknickplatz am Menowsee vorbei. Bei der Weiterfahrt spürt man, dass die Topografie des Landstrichs nun zusehends welliger wird. Mitten im Wald vereinen sich die beiden Alternativrouten wieder.

Streckenvariante 2: Die sehenswertere, aber auch 9,1 Kilometer längere Route entführt Sie ins Dorf Neuglobsow, das am Großen Stechlinsee liegt. Wir fahren der Routenbeschilderung nach links nach und heften uns an die Straße Zur Alten Kirschenallee, bis diese in die größere L 15 Rheinsberger Straße mündet. Hier geht es rechts weiter und so folgen wir der Landstraße für 6,5 Kilometer, bis rechts Neuglobsow angeschrieben ist. Berühmtheit erlangte das Dorf durch den Roman »Der Stechlin« von Theodor Fontane.

Hier gibt es einige Fachwerkhäuser sowie ein Glasmacherhaus zu sehen. In dem über 230 Jahre alten Gebäude veranschaulicht eine Ausstellung den einstigen Erwerbszweig der Glasmacher im 18. Jahrhundert, der damals in der Region sehr verbreitet war (Öffnungszeiten: Mai–Sept täglich 10–18 Uhr, Okt.–April Fr–So 10– 16 Uhr, Tel. 033082/408 63). Schließlich auf der Dagowseestraße durch Dagow, dann gemäß der Schilder Großmenow nach links und vorbei am Großen und Kleinen Glietzensee, bis sich beide Radrouten wieder vereinen.

In angenehmer Abwärtsfahrt geht es weiter durch den Wald nach Großmenow. Dort treffen wir auf die Großmenower Straße, in die wir nach links einschwenken. Außerorts passiert man den Naturcampingplatz am Ellbogensee und klettert auf einer Asphaltstraße über eine Hügelkuppe nach Strasen. In dem bereits zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gehörenden Dorf geht es links auf den Fürstenberger Weg und via Pelzkuhler Straße geradeaus über die Kanalschleuse.

Von Strasen nach Wesenberg

Welliger Routenverlauf bis Neu Canow, dort rechts abfahren und längs des Uferverlaufs des Gobenowsees bis Seewalde. Rechts in den unbefestigten Weg, darauf Neu Drosedow passieren und weiter geradeaus zum Tourziel Wesenberg.

Auf der Pelzkuhler Straße geht es aus Strasen hinaus zur MST 12 Prieperter Landstraße. In der Abfahrt nach dem Ort heißt es aufgepasst, denn die Routenbeschreibung schickt uns in einer Kurve nach links auf einen gekiesten Radweg. Nachdem wir den Großen Pälitzsee kurz durch die Bäume betrachtet haben, vollzieht unser Weg eine Linkskurve, entfernt sich von der Straße und hält steil ansteigend auf ein Wäldchen zu. Es folgt eine steile Abfahrt auf Asphalt, bei der wir eine Straße überqueren und auf einem feinkörnigen Weg am idyllischen Buchsee ausrollen. Ab da führt uns die Bilderbuchstrecke mit einem Links-rechts-Schwenk zum Trünnensee, an dem zwei Badestege zum Planschen einladen.

Am Ende des Gewässers geht es an einer T-Kreuzung mit Infotafel rechts, wo erneut eine Steigung auf dem Programm steht. Wie uns die Routenschilder verraten, treffen wir hier auf den Mecklenburgischen Seen-Radweg. Die rund 640 Kilometer lange Radroute verbindet das niedersächsische Lüneburg mit dem am Peenestrom gelegenen Wolgast aufs Angenehmste und punktet, wie die Strecke von Berlin nach Kopenhagen, mit stillen Passagen längs malerischer Seen und Flüsse.

Als Nächstes wird die L 251 gequert und Neu Canow auf der Dorfstraße durchschritten. Unterwegs leitet uns ein Schild mit der Aufschrift Seewalde nach rechts in einen Naturweg. Nachdem wir uns über einen Sandweg gemüht haben, ist auf der anschließenden, steilen Abfahrt hinunter zum Gobenowsee höchste Vorsicht ((!)) geboten.

Wir fahren an einer Badestelle vorüber, gegen den Uhrzeigersinn um die Bucht und treffen auf die Siedlung Seewalde. Wo sich die Straße verzweigt, müssen wir uns rechts an den ansteigenden Naturweg nach Neu Drosedow halten. Dort angekommen geht es kurz auf Asphalt in eine Rechtskurve und am überdachten Rastplatz in den unbefestigten Weg (links) mit Kurs Wesenberg. Dieser führt mit schönen Ausblicken auf den Peetschsee durch den Wald Drosedower Tannen.

Vor der L 251 Wustrower Chaussee schwenkt der Radweg nochmals nach links und mündet erst am Stadtrand von Wesenberg (Bhf.) in die Landstraße. Zu guter Letzt orientieren wir uns am Straßenverlauf und kommen zur B 198 Mirower Chaussee, von der es nur noch ein Katzensprung ins Stadtzentrum ist.

Etappe auf einen Blick
km 0 Fürstenberg, über die Havelschleuse und dem Südufer des Röblinsees folgen, km 5 Steinförde, steigungsreich durch den Wald und an zwei Seen vorbei, km 12 Strasen, wellig auf unbefestigtem Weg an schönen Badeseen vorüber, km 19 Neu Canow, Naturwege führen uns durch eine bezaubernde Seenlandschaft, km 28 Wesenberg, malerische Lage am Südufer des Woblitzsees.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour28 km
Höhenunterschied180 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortFürstenberg
AusgangspunktFürstenberg
EndpunktWesenberg
TourencharakterHinter Fürstenberg wird die Landschaft deutlich hügeliger, dafür aber mit den nahezu unberührten Gewässern der Mecklenburgischen Seenplatte umso schöner. Ab der Landesgrenze wechseln sich gute Teerstücke mit Schotterpassagen ab.
Hinweise
Bademöglichkeiten entlang der Strecke.
KartentippTopografische Freizeitkarte 1:50 000, Naturpark Stechlin-Ruppiner Land Nord, ISBN 978-3-7490-4164-4, www.geobasisbb.de
VerkehrsanbindungDen Bahnhof von Fürstenberg erreicht man über Berlin. Mit dem Auto von Süden auf der A 10 bis zum Kreuz Oranienburg, schließlich auf der B 96 zum Zielort. Von Hamburg über die A 24 bis zur Anschlussstelle Pritzwalk und dort die L 15 bis ans Ziel wählen.
GastronomieSteinförde: Gaststätte Haveleck, Steinerne Furth 10, Tel. 033093/321 93.
Strasen: Hotel & Restaurant Zum Löwen, Schleusengasse 11, Tel. 039828/202 85.
Wesenberg: Gaststätte Bodinka, Kreuzstr. 1, Tel. 039832/203 21.
Tipps
Weitere schöne Radtouren im Mecklenburgischen Seenland:
Verleih
In Wesenberg – Kurt Rehfeldt, Hohe Str. 9, Tel. 039832/20430; Kanu-Mühle (s.o.).
Unterkunft
Wesenberg: Radlhus, Am Kohschietgang, Tel. 039832/264 30, www.radlhus.de; Kanu-Mühle, Havelmühle 1, Tel. 039832/ 203 50, www.kanu-muehle.de; Borchard’s Rookhus, Am Labus 12, Tel. 039832/500.
Tourismusbüro
Informationsbüro Wesenberg, Burgweg, Tel. 039832/206 21, www.wesenberg-mecklenburg.de

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