Von Erding nach Wartenberg

Gemütliche Tour auf Radwegen und Nebenstraßen. Nur ca. 3 km der Strecke teilen wir uns mit Autos. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
35 km
150 m
3.00 h
Der Schrannenplatz in der Altstadt von Erding ist unser heutiger Startpunkt. Wir radeln durch die Lange Zeile, die Hauptstraße, nach Norden, biegen am Ende der Altstadt kurz nach links, überqueren den Fehlbach und fahren an seinem westlichen Ufer weiter. Am Kronthaler Weiher, einem großen Baggersee, könnten wir bereits einen ersten Badestopp einlegen. Etwa 400 m nach dem Kieswerk biegen wir rechts in die Straße nach Langengeisling ein. Dort lockt uns die Pfarrkirche St. Martin zu einem Besuch. Die barocken Deckenfresken erzählen vom Leben des Kirchenpatrons. Von Langengeisling fahren wir auf einer Nebenstraße immer an der Sempt entlang nach Altham/Eichenkofen, wo wir dann links in die Hauptstraße einbiegen. Am Ortsende beginnt ein Radweg nach Eitting, im Ortszentrum fahren wir rechts auf dem Radweg nach Berglern. Kurz vor dem Ort treffen wir wieder auf die Sempt, die hier mit einem sogenannten Düker unter dem Isarkanal durchgeleitet wird. In Berglern stoßen wir auf die Hauptstraße und fahren von ihr, etwas nach links versetzt, auf der Wartenberger Straße nach Manhartsdorf. Dort weiter zum Isarkanal und zum Thenner Weiher, der uns im Sommer Gelegenheit zu einem Bad bietet. Weiter geht es rechts um den Weiher herum, dann wieder über den Kanal, und schließlich biegen wir am Ortseingang von Thenn links nach Wartenberg ab.In Wartenberg Unser Weg ins Ortszentrum führt dicht an der Friedhofskirche vorbei. Sie ist tagsüber geöffnet, sodass wir uns den gotischen Flügelaltar ansehen können. Ein unbekannter Meister hat ihn 1490 geschaffen. Sein Mittelschrein enthält einen fein geschnitzten Gnadenstuhl, das ist eine besondere Darstellung der Dreifaltigkeit, bei der Gott Vater das Kreuz Christi den Gläubigen präsentiert, der Heilige Geist als Taube soll zwischen Gott und den Menschen vermitteln. Am Marktplatz von Wartenberg lassen wir am besten die Räder stehen und steigen zu Fuß auf den Burgberg, den Nikolaiberg über dem Markt. Die Aussicht vom Berg erstreckt sich weit über das flache Land nördlich Münchens, im Hintergrund kann man die Flugzeuge des Münchner Flughafens starten und landen sehen. Zur Rückfahrt nehmen wir die Straße nach Pesenlern, die hinter der Friedhofskirche beginnt. Sie führt eigentlich an Pesenlern vorbei, wir biegen jedoch links ein und fahren in südlicher Richtung durch den lang gezogenen Ort. Geradeaus weiter erreichen wir das Gut Felben und dann Reichenkirchen. Am Ortseingang radeln wir rechts in die Auenstraße, nach ca. 250 m nochmals rechts in die Straße Richtung Lohkirchen. Kurz vor Lohkirchen geht es links über die Felder nach Tittenkofen und von hier für 3 km auf der Hauptstraße (leider kein Radweg) nach Langengeisling. Von hier geht es auf dem von der Hinfahrt bekannten Weg nach Erding zurück.

Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour35 km
Höhenunterschied150 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktErding, Schrannenplatz
EndpunktErding
TourencharakterWartenberg ist eine Kleinstadt nördlich von Erding, die zwei besondere Highlights vorweisen kann: die Friedhofskirche St. Georg mit ihrem gotischen Flügelaltar und den alten Burgberg über der Stadt, der einst als herzogliches Liebesnest diente.
Hinweise
HERZOGLICHES REFUGIUM. Auf dem Nikolaiberg über Wartenburg stand einst eine bedeutende Burg, die vermutlich noch in den letzten Jahren des 10. Jh. erbaut worden war. Sie kam schon sehr früh in den Besitz der Wittelsbacher, die sich sogar zeitweilig nach ihr nannten. Die Burg wurde bereits zu Beginn des 13. Jh. abgebrochen, weil sie durch den Bau der Trausnitz in Landshut überflüssig geworden war. Später bauten die Wittelsbacher etwas unterhalb am Burgberg ein Jagdschloss, das inzwischen in die alte Volksschule integriert wurde. Ein Gedenkstein am Burgberg erinnert an die Romanze zwischen dem bayerischen Herzog Ferdinand und Maria Pettenbeck. Maria war, wenn auch Tochter des Landrichters von Haag, nicht adelig. Trotzdem siegte die Liebe, und sie wurde, 15-jährig, 1588 die rechtmäßige Ehefrau des Herzog. Das war damals immer noch ein gefährliches Unterfangen, 100 Jahre vorher hatte Agnes Bernauer eine ähnliche Verbindung mit dem Leben bezahlen müssen. Ferdinand und Maria scheinen es geschickter angestellt zu haben, denn ihre Nachkommen erhielten den Titel eines Grafen von Wartenberg und wären sogar beim Aussterben der wilhelminischen Linie der Wittelsbacher berechtigte Anwärter auf den bayerischen Thron gewesen.
KartentippRadwanderkarte Lkrs. Erding, Blanke Kartographie Verlag, 1:60 000
VerkehrsanbindungVon München auf der A 92, Ausfahrt Erding; große Parkplätze am Rand der Altstadt. Mit der S 2 bis Erding.
GastronomieVerschiedene Gasthäuser unterwegs; in Wartenberg haben uns das bodenständige Essen und vor allem das selbst gebraute Bier im Gasthof Reiterbräu besonders gut geschmeckt.
Tipps
BADEMÖGLICHKEITEN: Im Kronthaler und im Thenner Weiher

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Wilfried und Lisa Bahnmüller

Radeln am Wasser im Allgäu

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