Von Eichstätt in das Urdonau- und Altmühltal

Barockes Juwel im Naturpark Anstieg durch angenehm schattigen Wald bis Biesenhart, dem höchsten Punkt. Rasante Abfahrt über Aicha nach Wellheim und auf Teer- und Kieswegen in den Tälern der Schutter und Altmühl zurück nach Eichstätt. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
45 km
150 m
3.00 h
Fahrt durch das Urdonautal: In Wellheim nimmt uns der beschilderte Radweg der Urdonau auf. Am Fußballplatz vorbei – auf dem übrigens der streng katholischen Tradition von Eichstätt und Umgebung zum Trotz durchaus auch Damen kicken – steuert man direkt auf den Dohlenfelsen bei Konstein zu. Der 50 Meter hohe Felsen ist eines der beliebtesten Kletterziele der Region, die Schwierigkeiten reichen vom fünften bis zum zehnten Grad. Sportkletterer können sich hier ebenso austoben wie die Kinder am 500 Meter ostlich gelegenen Kletterfelsen mit dem passenden Namen »Asterix und Obelix«.Kletterfelsen sieht der Radfahrer auch bei der Weiterfahrt durch das Urdonautal, die durch die Urgewalten des Wassers aus längst vergangenen Zeiten geformt wurden. Vor rund 200000 Jahren wand sich hier noch die berühmte Donau durch das Tal, bevor sie sich ihren Weg über Neuburg und Ingolstadt gen Osten suchte. Die heute durch das Tal fließende Schutter hingegen kann der Donau im wahrsten Sinne des Wortes nicht das Wasser reichen, ganz im Gegenteil spricht man gar vom Wellheimer Trockental.Im romantischen Altmühltal Die Schutter ist ein Abfluss der Altmühl, die wir in Dollnstein erreichen. Der Ort ist noch vollständig von der mittelalterlichen Wehrmauer umgeben. Wir überqueren die Altmühl jenseits des Zentrums und steuern zielgerichtet in das Altmühltal. Der Abschnitt bis Eichstätt ist für Genussradler wie geschaffen: Nachdem die Altmühl auf 18 Kilometern nur wenige Meter an Höhe verliert, rollt man von wenigen Ausnahmen abgesehen vollkommen flach vor sich hin. Am ersten fundamentalen Talknick ragt der fotogene Burgsteinfelsen mit Gipfelkreuz in die Höhe. Bei der Attenbrunner Mühle wechselt man das Flussufer und radelt über Obereichstätt nach Wasserzell. Der Rückweg zum Bahnhof ist beschildert.Abstecher nach Eichstätt:Fast obligatorisch ist jedoch von der Abzweigung in Richtung Wasserzell der rund sechs Kilometer weite Abstecher nach Eichstätt. Nachdem wir das Rebdorfkloster passiert haben, gelangen wir hinter der Flusskrümmung auf der Westenstraße direkt in die Altstadt – das beeindruckende Barockjuwel des Altmühltaler Naturparks. Insbesondere der prachtvolle Residenzplatz mit der bischöflichen Residenz, den im Halbrund angeordneten barocken Bürgerhäusern, der gold glänzenden Mariensäule und sehenswerten Brunnen zieht den Betrachter in seinen Bann. Hier haben die Barockbaumeister Gabriel de Gabrieli und Maurizio Pedetti hervorragende architektonische Arbeit geleistet.

Dauer 3 Bahnhof Eichstätt (Wasserzell) – Bissenhard 0,75 Std. – Wellheim 0,25 Std. – Dollnstein 0,75 Std. – Wasserzell 0,75 Std. – Abstecher Eichstätt Zentrum 0,5 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour45 km
Höhenunterschied150 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktEichstätt Bahnhof.
EndpunktWie Ausgangspunkt
Tourencharakter166 Kilometer ist der Altmühlradweg insgesamt lang, wer fit ist, bewältigt ihn in zwei bis drei Tagen. Auf unserer Route legen wir 18 Kilometer des ausgebauten Weges zurück und können dabei die reizvolle Landschaft des Altdonautals mit seinem schönen Hinterland genießen. Die Route ist auf Grund des flachen Streckenprofils und der malerischen Landschaft recht erholsam. Der Kulturinteressierte krönt den Tag mit einem Abstecher in die schmucke Bischofs- und Universitätsstadt Eichstätt, deren Residenzplatz als schönstes Barockensemble von Süddeutschland gilt. Vom Bahnhof rollt man knapp einen Kilometer die Bahnhofstraße gen Norden. Auf Höhe der Bahnunterführung leitet uns eine kurze Steilrampe in das Zentrum von Wasserzell, wo der erste Etappenort Ochsenfeld beschildert ist. Rasch mündet die kleine Teerstraße in schönen Wald und steigt gemächlich an. Am Tempelhof kann erst einmal durchgeschnauft werden, denn vor dem Schlussanstieg nach Ochsenfeld durchfährt man eine kleine Senke. An der Dorfkirche stößt man auf die Straße nach Biesenhard, mit 503 Metern der höchste Punkt der Tour. Nach Fahrt durch den Ortskern rechts in Richtung Wellheim, bevor nach einem Kilometer die kleine Teerstraße nach Aicha abzweigt. Eine tolle Abfahrt steht bevor, der Fahrtwind bläst uns die würzige Waldluft in die Nase. Noch vor Aicha biegt man links in das Sträßchen nach Wellheim und überquert im Ort auf einer Brücke die Schutter.
Hinweise
Dauer: 3 Bahnhof Eichstätt (Wasserzell) – Bissenhard 0,75 Std. – Wellheim 0,25 Std. – Dollnstein 0,75 Std. – Wasserzell 0,75 Std. – Abstecher Eichstätt Zentrum 0,5 Std.
KartentippADFC-Regionalkarte Altmühltal/Ingolstadt, 1:75000.
MarkierungenBis Wellheim keine Radmarkierung, dann dem Urdonautalradweg bis Dollnstein und dem Altmühltal-Radweg bis Eichstätt folgend.
VerkehrsanbindungVon Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt Regionalzüge nach Eichstätt. Der Bahnhof liegt ca. 7 km vom Zentrum bei Wasserzell, mit dem so genannten Radlzug kann man aber vom Stadtbahnhof direkt nach Eichstätt fahren. Mit Pkw auf der A9 bis Ausfahrt Altmühltal oder Lenting und in 20 Min. nach Eichstätt.
GastronomieWasserzell: Gasthof Zum Hirschen, Brückenstr. 9, Tel. 08421/9680; Müllerwirt, Hauptstr. 10, Tel. 08421/7989; Naturfreundehaus Konstein, Aicha 12, Wellheim, Tel. 08427/330; Zum Kirchenschmied, Papst-Viktor-Str. 21, Dollnstein, Tel. 08422/1512; großes Angebot in Eichstätt.
Tipps
Archaeopteryx im Eichstätter Juramuseum: Vor 140 Millionen Jahren – während der Jurazeit – herrschte rund um Eichstätt subtropisches Klima und anstelle der Altmühl füllte Meerwasser das Tal. Fossile Abdrücke an mächtigen Kalkplatten geben ein Abbild der Fauna von einst: Ammoniten, Krebse und Schuppenfische. Im Sommer 1861 fand man in einem Steinbruch bei Solnhofen gar eine Versteinerung mit Vogelfedern und ein vollständig erhaltenes Skelett des Archaeopteryx, einer Kreuzung aus Reptil und Vogel. Der Archaeopteryx war der erste Dinosaurier, der Federn besaß und fliegen konnte. Er ist der heutige Star im Juramuseum von Eichstätt, in dem es auch einen Aquarienraum und die Multivisionsschau »Entwicklung des Lebens« gibt. Willibaldsburg, Tel. 08421/2956, täglich außer Mo. 9–18 Uhr.
Tourismusbüro
Tourist-Information Eichstätt, Domplatz 8, Tel. 08421/6001400, Fax 6001408, tourismus@eichstaett.info, www.eichstaett.de; Informationszentrum Naturpark Altmühltal, Notre Dame 1, 85072 Eichstätt, Tel.: 08421/98760, info@naturpark-altmuehltal.de, www.naturpark-altmuehltal.de
Tags: 
Mehr zum Thema