Von Drensteinfurt nach Westerwinkel und Nordkirchen

Leichte, nur wegen der Länge von über 50 km als mittelschwer eingestufte Feldmarkfahrt, fast durchgehend auf asphaltierten schmalen Nebenstraßen. (Autor: Bernhard Pollmann)
54 km
100 m
5.00 h
Aus dem Bahnhof Drensteinfurt tretend (zum Schloss und dem hübschen Altstadtkern siehe Tour 8), folgen wir dem Radroutenpfeil rechts über den Parkplatz/Fahrradparkplatz, lenken am Ende links durch den schmalen Durchlass und sofort rechts durch die Bahnunterführung. Dahinter geht es kurz geradeaus und gleich rechts zur Raiffeisenstraße, der wir links zur Radroutenverzweigung an der Konrad-Adenauer-Straße folgen. Auf dem Radweg neben der Konrad-Adenauer-Straße führt die Schlösserroute stadtauswärts Richtung »Mersch« und zweigt am Ende des Radwegs links auf eine schmale Teerstraße zwischen Bäumen in der Feldflur ab. Vor der Bahnlinie kurvt das Sträßlein (Mersch) rechts und führt durch das aus wenigen Häusern bestehende Dorf Mersch , am Ende wendet sich die Schlösserroute links (Mersch), überquert die Bahnlinie und zweigt auf die erste Straße (Mersch) rechts ab. Nach erneutem Queren der Bahnlinie erhält die (Nordicker) Straße einen unangenehmen Rollsplittbelag, der erst weiter oben wieder flottem Asphalt weicht. Im nächsten Dörflein, Ondrup, zweigt die Schlösserroute unvermittelt rechts auf einen Feldweg und gleich darauf links auf das Ondrup-Schwatte-Pättken ab, das aussichtsreich hinab nach Herbern führt. Das bereits im Jahr 890 erstmals urkundlich erwähnte Ascheberg-Herbern hat den Charakter eines typischen münsterländischen Dorfs mit Fachwerkhäusern und kleinen Gassen bewahrt. Die ortsbildprägende Kirche Sankt Benedikt ist eine nachgotische Hallenkirche (1666–69), der im Kern ältere Turm erhielt 1708 seinen geschweiften Helm. Das Museum Heimathaus Herbern dokumentiert das Wohnen und Arbeiten in einem münsterländischen Handwerkerhaus.
In unmittelbarer Nähe der Kirche zweigt die Schlösserroute von der Münsterstraße bergwärts in die Altenhammstraße ein (ausgeschildert »Parkplatzzufahrt Schloss Westerwinkel«), überquert die Autobahn und taucht in den prachtvollen Park von Schloss Westerwinkel ein.
Unter den zahlreichen alten Bäumen befindet sich im Park von Schloss Westerwinkel eine von den drei mächtigsten Linden Westfalens. Laut Heimatkalender hatte die Sommerlinde bereits im Jahr 1962 einen Umfang von 8,9 m und ein Alter von ca. 800 Jahren. Vom Volk wurde die Linde, die direkt am Weg der 100-Schlösser-Route steht, »Drachenbaum« genannt.
An einem Rastplatz mit schönem Blick auf das Schloss verzweigt sich die Schlösserroute. Während es links nach Werne weitergeht, fahren wir geradeaus Richtung Capelle. Nach angenehmer Waldfahrt treffen wir auf ein Straßendreieck und folgen dem Radweg neben der Straße nach Capelle. Dort wechselt die Schlösserroute links in die Werner Straße und am Ende der Bebauung rechts (Gorfeldstraße), zunächst in flotter Abfahrt, dann ansteigend und oben geradeaus (Horst), am Ende rechts. Nach der schönen Feldflurfahrt durch die Osterbauerschaft trifft die Schlösserroute auf die Münsterstraße, folgt ihr auf dem Radweg rechts und zweigt dann links in die Parkanlagen von Schloss Nordkirchen ab. Das von einer ausgedehnten Parkanlage umgebene Wasserschloss Nordkirchen gilt als das »westfälische Versailles«. Leitlinie bei der Errichtung war das Repräsentationsbedürfnis des Bischofs Friedrich Christian (1688–1706). Der prunksüchtige Monarch ließ ein bereits bestehendes Wasserschloss, das damals zu den größten Westfalens zählte, im Jahr 1703 abbrechen, weil es ihm als Statussymbol nicht genügte, und an seiner Stelle von Gottfried Laurenz Pictorius ein Schloss errichten, das wegen seiner großartigen Anlage das »münsterische Versailles« genannt wurde. Nach dem Tod des Bauherrn wurden die Arbeiten 1727 nach Plänen Conrad Schlauns fortgesetzt, die gesamte Anlage einschließlich der Nebengebäude und der riesigen Parks wurde 1734 vollendet. Heute studieren und logieren im Inneren des Schlosses künftige Finanzbeamte des Landes Nordrhein-Westfalen. In den weitläufigen Parkanlagen rund um das Schloss herrscht eine gepflegte, ruhige Stimmung. Die figürliche Ausstattung des Gartenparterres ähnelt dem »Hirschpark« des zeitgleich lebenden französischen Königs Louis XV: Rund um den (Platz-)»Hirsch« räkeln sich in neckisch-frivolen Gesten steinerne Pin-Ups des frühen 18. Jh.
Vor dem Springbrunnenteich vor dem Figurenparterre findet sich der nächste Radroutenwegweiser: Wir folgen der Wabe 176 in den Ort Nordkirchen, wenden uns vor der Kirche rechts und am Ortsende rechts und wechseln dann links auf den Radweg neben der Münsterstraße. An der Radroutenverzweigung Richtung Lüdinghausen endet der Radweg, die Schlösserroute folgt dennoch der Münsterstraße geradeaus in gefährlicher Fahrt neben rasenden Automobilen. Erst einige Minuten hinter der nächsten Kuppe verlässt die Schlösserroute die Münsterstraße rechts (Biefänger, übergehend in Zur Lanwert, übergehend in Hanvert) und in schöner Fahrt zwischen Feldern und durch Gehölze geht es (am Ende links: Im Mersch) nach Ascheberg , der hoch aufragende Turm der Lambertuskirche weist die Route. Die Schlösserroute führt von Ascheberg nicht zurück nach Drensteinfurt (sondern weiter nach Münster, siehe Tour 8), doch Drensteinfurt ist mit der Wabe 177 ausgeschildert: Auf der Steinfurter Straße verlassen wir Ascheberg, überqueren die Autobahn und zweigen kurz vor der Bundesstraße rechts auf das Teersträßlein Ostereckern in die Feldflur ab, übergehend in Im Hagen. An der Bundesstraße fahren wir kurz rechts, biegen links ab und fahren durch die Felder zurück nach Drensteinfurt: Auf dem Heimstättenweg erreichen wir die bekannte Radroutenverzweigung an der Konrad-Adenauer-Straße. Wie beim Herweg fahren wir geradeaus durch die Raiffeisenstraße und sind zurück am Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour54 km
Höhenunterschied100 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof Drensteinfurt.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterMit Westerwinkel und Nordkirchen berührt diese leichte Feldmarkfahrt zwei der berühmtesten Schloss- und Parkanlagen des Münsterlands.
Beste Jahreszeit
KartentippRadwanderkarte 1:50000 Radelpark Münsterland, Blatt Kreis Warendorf und Blatt Kreis Coesfeld.
MarkierungenSchloss, Richtungspfeile und namentliche Ausschilderung.
VerkehrsanbindungA 1 Hansalinie Ruhrgebiet – Münster – Bremen Ausfahrt Ascheberg und auf der B 58 Richtung Drensteinfurt. Bahnlinie Münster – Drensteinfurt – Hamm.
GastronomieDrensteinfurt, Mersch, Herbern, Westerwinkel, Nordkirchen, Ascheberg.
Tipps
Variante: Der an der Linie Münster – Hamm gelegene Bahnhof von Drensteinfurt ist ein Verzweigungsknotenpunkt der 100-Schlösser-Route: Werseabwärts führt die Schlösserroute via Albersloh zur Pleistermühle (Tour 8), werseaufwärts nach Hamm und Beckum (Tour 9), während unsere Route nach Westerwinkel, Nordkirchen und Ascheberg führt. In Westerwinkel und bei Nordkirchen finden sich erneut Verzweigungen: Im Park von Schloss Westerwinkel zweigt ein Strang der 100-Schlösser-Route nach Werne und zu Schloss Cappenberg ab (Tour 6), nördlich von Nordkirchen zweigt ein Strang nach Lüdinghausen ab.
Tourismusbüro
Schul-, Sport- und Kulturamt Drensteinfurt, Postfach 1260, 48317 Drensteinfurt, Tel. 02508/995164, Fax 02508/995166, Internet www.drensteinfurt.de. Verkehrsverein Nordkirchen, Bohlenstraße 2, 59394 Nordkirchen, Tel. 02596/917137, Fax 02596/917139, Internet www.nordkirchen.de. Verkehrsverein Ascheberg, Katharinenplatz 1, 59387 Ascheberg, Tel. 02593/6324, Fax 02593/7525, Internet www.verkehrsverein-ascheberg.de.
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