Von Bergedorf zum Hauptbahnhof

S-Bergedorf – Boberg – Kirchsteinbek – Horner Marsch – Hamm-Süd – Hammerbrook – Hauptbahnhof (Autor: Günter Weigt)
19 km
45 m
2.00 h
Von Bergedorf nach Kirchsteinbek.
S-Bergedorf Bergedorfer Straße Billewanderweg NSG Boberger Niederung Franzosenbrücke/Kirchsteinbek.
Wir folgen der Mittleren Bille – aber dazu muss man sie erst einmal finden. Die Bille fließt unterhalb des Bergedorfer Schlosses nämlich nur noch als kümmerliche Kampbille, eher ein Entwässerungsgraben als ein Fluss, und parallel dazu als verrohrter Regenwasser- Sammler unter dem Asphalt. Warum? Weil die Bergedorfer im 15. Jahrhundert für ihren Hafen »Serrahn« einen Stichkanal von der Oberen Bille zur Dove Elbe gruben und den Großteil des Billewassers dort hineinleiteten. Wir radeln vom Bergedorfer Bahnhof zunächst nach Süden zur Bergedorfer Straße/B5. Wir folgen ihr 400 Meter weit nach rechts in Richtung Innenstadt bis zur Kreuzung Bergedorfer Straße/Sander Damm. Links gegenüber beginnt der Billewanderweg, etwas versteckt zwischen der HAUNI-Fabrikhalle und der Rückseite des Autohauses. In einem schmalen Graben fließt dort Regenwasser von den Straßen ab, manchmal wird auch frisches Billewasser hinzugepumpt, um die erschreckende Schadstoffkonzentration zu verringern.
Wir folgen der Mittleren Bille am Kleingartengelände entlang, überqueren den Heckkatenweg und passieren ein Regenrückhaltebecken. Dahinter geht es auf die andere Bachseite und hinter der (Ampel-) Querung des Ladenbeker Furtwegs kurz nach rechts und dann am DLRG-Haus nach links in einen Fußweg. Wir fahren zwischen den Tennisplätzen hindurch und folgen dem Wanderweg durch das NSG Boberger Niederung. Rechts zwischen den Bäumen das gestufte Tonabbaugelände längst verschwundener Ziegeleien, hier entwickelte sich ein dichtes Waldgebiet mit artenreicher Flora und Fauna. Dann öffnet sich die Landschaft, links blinkt eine Billeschleife zwischen den Büschen hindurch, und der Weg führt durch lockere Birkenwäldchen, Heideflächen und kleine Reste eiszeitlicher Wanderdünen.
Abstecher zum Naturschutz-Infohaus.
Bei der Querung der Straße Boberger Furt ist ein Abstecher in das wenige Meter links gelegene Naturschutz-Infohaus sehr zu empfehlen; große Dioramen, zahlreiche Schautafeln, Fotos und Exponate erzählen die Geschichte der Boberger Niederung und zeigen, was hier an Tieren und Pflanzen im ehemaligen Ton- und Sandabbaugebiet inzwischen wieder vorkommt. Apropos Sandabbau: Die Boberger Düne ist die letzte der einst bis zu 30 Meter hohen Sanddünen in der Niederung; der Großteil des Sandes wurde zwischen 1840 und den 1930er-Jahren für den Bau von Bahndämmen und die Aufschüttung von Marschgebieten u. a. in Billwerder und Hammerbrook abgebaut.
Hinter der Boberger Furt geht es auf dem breiten asphaltierten Walter-Hammer-Weg weiter, rechts der Segelflugplatz, links die Boberger Düne (siehe Abstecher). 1,5 Kilometer weiter lädt der Baggersee zum Baden ein, er entstand erst 1959/1960 für den Bau der A1. Am Ende des Segelflugplatzes schwenkt unser Wanderweg nach Norden; 300 Meter weiter, unmittelbar vor der mit Rasen abgedeckten Sondermülldeponie im ehemaligen Havighorster Moor, biegen wir links ab.
Wir radeln am Deponierand entlang, unterqueren die Autobahn und biegen dann rechts ab. Nach 300 Metern treffen wir auf die Glinder Au und eine kleine Eisenbahnbrücke. Und auf eine Straßenbrücke aus Steinquadern, 1802 unter dänischer Herrschaft erbaut, im Volksmund aber seit der napoleonischen Besatzungszeit (1806–1814) Franzosenbrücke genannt. Die nehmen wir und fahren auf dem Radweg zwischen B 5 und Bahngleis an Kirchsteinbek vorbei.
Von Kirchsteinbek nach Hamm-Süd.
Zwischen Bille und B5 zur Horner Rampe Durch Horner Park und Kleingartengelände nach Hamm-Süd.
Nur wenige Hundert Meter führt der Radwanderweg direkt an der Schnellstraße entlang, dann wird er durch dichtes Gebüsch ein wenig abgeschirmt. Hinter dem ehemaligen Güterbahnhof queren wir den Schleemer Bach (der Fußgängertunnel rechts führt nach Billstedt und zur Tour 19). Und wir treffen wieder auf die Bille, hier bereits schiffbar. Auf dem folgenden Kilometer zwischen B 5 und Bille sehen wir immer wieder alte Fabrikschornsteine und niedrige Backstein-Fabrikhallen – Zeugen der frühen industriellen Entwicklung Hamburgs bzw. was Zweiter Weltkrieg und Wiederaufbaujahre davon übrig gelassen haben.
Wir unterqueren eine Straßenbrücke, passieren eine Bootslagerei und gelangen dann auf die Kolumbusstraße. An ihrem Ende kreuzen wir den Horner Brückenweg, nehmen den Fußweg am B 5- Damm und überqueren an der Ampel die Horner Rampe. Wir fahren nach rechts, unter der B 5 hindurch, und biegen gleich nach links in den Horner Park. In einem Linksbogen absolvieren wir die Kleine Bergprüfung und erklimmen dicht an der B 5 die Spitze des hübsch begrünten Hügels aus Horner Trümmerschutt. Nach der Abfahrt (Vorsicht!) gelangen wir zum Bauerbergweg, unterqueren die B5 ein zweites Mal und radeln nach rechts zwischen B 5 und Kleingärten zur Brücke der Güterumgehungsbahn.
Unmittelbar vor dem ersten Bürogebäude biegen wir links in den Kleingartenverein Rückersweg und frickeln uns mit einer gekonnten Links-rechts-rechts-links-Kombination auf engen Wegen zwischen den Parzellen hindurch. Auf der Rückseite des Freibads am Aschberg kommen wir dann heraus und gelangen auf dem Ammerweg zum Rückersweg.
Links sehen Sie jetzt den Freibad-Eingang; ein paar Meter weiter geht es über den Zebrastreifen auf die schmale Fußgängerbrücke über den Rückerskanal und dann auf die Süderstraße Richtung Innenstadt.
Von Hamm-Süd zum Hauptbahnhof.
Süderstraße Hammerbrookstraße Mittelkanal-Promenade Banksstraße Deichtorhallen Hauptbahnhof.
Wir fahren auf der Süderstraße durch Hamm-Süd und Hammerbrook – wochentags mit mäßigem, aber zu Speditions-Stoßzeiten morgens früh und spätnachmittags starkem Lkw-Aufkommen, am Wochenende verwaist. Am Ende der Süderstraße biegen wir rechts in die Hammerbrookstraße und radeln unter der aufgeständerten S-Bahn bis zur futuristischen roten Haltestelle Hammerbrook. Dahinter geht es nach links auf die Promenade am Mittelkanal und weiter zur Amsinckstraße. Die queren wir (an der Ampel wenige Meter weiter rechts) und fahren nach links versetzt in die Lippeltstraße. Dann radeln wir rechts auf dem Fußweg der Banksstraße am ehemaligen Berliner Bahnhof entlang bis zur Eisenbahnbrücke mit der Gedenktafel an die große Überschwemmung von 1771. Unmittelbar dahinter stehen wir vor den Deichtorhallen, ehemalige Großmarkthallen, heute für Kunstausstellungen genutzt. Nur noch 500 Meter nach rechts, und wir sind am Hauptbahnhof; 200 Meter nach links beginnen Speicherstadt und Hafencity; und geradeaus führt ein Radweg an Zollkanal und Elbe entlang Richtung Landungsbrücken (siehe Tour 14).

Tour auf einen Blick.
km 0 S-Bergedorf, durch Kleingärten in die Boberger Niederung km 5 Boberger Furtweg, auf Wanderwegen durch das Dünengelände km 6 Boberger Dünen, Segelflugplatz, unter A1 hindurch nach Kirchsteinbek km 9 Kirchsteinbek/Franzosenbrücke, an der B5 entlang Richtung Billstedt km 10 Billstedt/Schleemer Bach, zwischen Bille und B5 in die Horner Marsch km 13 Horn, an der B5 entlang nach Hamm-Süd km 15 Hamm-Süd, durch das Gewerbegebiet Hammerbrook zu den Deichtorhallen km 19 Deichtorhallen, am Wallring hoch zum Hauptbahnhof km 20 U/S-Hauptbahnhof, Endpunkt der Tour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied45 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortBergedorf
AusgangspunktS-Bergedorf
EndpunktU/S-Hauptbahnhof
TourencharakterEin Schleichweg von Bergedorf in die Innenstadt, grün und weitgehend autofrei. Die Route führt an der Mittleren Bille entlang und durch das NSG Boberger Niederung. Ein Leckerbissen! Zum Schluss geht es durchs Industriegebiet Hammerbrook; zwischen nüchternen 60er-Jahre-Zweckbauten und modernen Büroburgen sorgen einzelne alte Backstein-Gebäude an den Kanälen für einen gewissen Charme.
Hinweise
Unbewachter Baggersee in den Boberger Dünen; Freibad Aschberg in Hamm-Süd.
KartentippStadtplan Hamburg.
MarkierungenFahrradrouten-Beschilderung »Centrum« zwischen Boberger Dünen und Hamm-Süd.
VerkehrsanbindungS-Bahn S 21
GastronomieZahlreiche Restaurants und Cafés in Bergedorf und in Hauptbahnhofnähe; Gaststätte an der Boberger Furt; Kiosk am Segelflugplatz in Boberg.
Informationen
Kombinationen mit anderen Touren möglich. Anfahrt mit Tour Von Mümmelmannsberg nach Bergedorf, Von Bergedorf nach Aumühle oder Von Bergedorf nach Zollenspieker; Querverbindungen zu Tour von Mümmelmannsberg nach Aumühle, Von Mümmelmannsberg nach Bergedorf und Vom Hauptbahnhof nach Glinde hinter dem Segelflugplatz, zu Tour Vom Hauptbahnhof nach Glinde am Schleemer Bach, zu Tour Von Wandsbek nach Tatenberg hinter dem Horner Park, zu Tour Vom Hauptbahnhof nach Glinde am Aschbergbad; Weiterfahrt mit Tour Alster: Vom Rathausmarkt nach Ohlsdorf, Von Altona zu den Elbbrücken, Vom Hauptbahnhof nach Glinde.
Unterkunft
www.bergedorf.de/Tourismus/Hotels.
Tourismusbüro
Naturschutz-Infohaus Boberger Niederung: www.loki schmidt stiftung.de/ boberg; www.bergedorf.de/Tourismus, Freizeit&Sport, Kultur.
Tags: