VON BAIERSBRONN IM MURGTAL NACH GERNSBACH

Streckentour im engen Tal der Murg mit überwiegend steil ansteigenden bewaldeten Hängen; trotz des großen Höhenunterschieds keine gefährlichen Abfahrten; mehrere kurze, leichte Anstiege; asphaltierte Rad- und Wirtschaftswege, einzelne Abschnitte auf befestigten Wirtschaftswegen und auf Straßen. (Autor: Ute und Peter Freier)
39 km
180 m
2.00 h
Von Baiersbronn nach Forbach - Vom Bahnhof des Kurorts Baiersbronn – mit mehreren Teilorten die größte Feriengemeinde des Schwarzwalds – fahren wir talabwärts in Richtung Klosterreichenbach bis auf Höhe einer Sportanlage, biegen links ab in Richtung Kohlwald und wenden uns unmittelbar nach einer Brücke über den Tonbach nach rechts auf einen Wirtschaftsweg. Entlang der Murg passieren wir Klosterreichenbach – rechts im Ort eine romanische Klosterkirche – und erreichen entlang der Bahnlinie die kleine Ortschaft Röt. Wenig später sehen wir rechts am Talhang den Ort Schönegründ und steigen kurz darauf 500 Meter weit an zu einer Wegkreuzung, an der wir nach rechts dem kurvenreichen Weg wieder hinunter auf die Talsohle folgen. Bei Huzenbach wechseln wir auf die andere Talseite hinüber, passieren Schwarzenberg und folgen einem Fahrweg entlang der Bahnlinie, vorbei an Schönmünzach. Auf Höhe des Weilers Kirschbaumwasen durchfahren wir ein Felsentor und befinden uns nun auf der autofreien einstigen Murgtalstraße, der sogenannten Schifferstraße.Nach einer Abzweigung nach Raumünzach folgt ein Streckenabschnitt, der zu Picknick- und Badepausen einlädt: Zwischen abgeschliffenen Felsplatten und riesigen Felsbrocken befinden sich Wasserlöcher, in denen man sich erfrischen kann.Kurz nach der Einmündung des Tals des Sasbachs in das Murgtal bietet ein Aussichtspunkt einen schönen Blick auf das enge und steilwandige Murgtal, und wenig später erreichen wir Forbach und blicken auf eine gedeckte Murg-Holzbrücke, die 1954 nach dem Original aus dem Jahr 1776 wieder aufgebaut wurde. Enge Schlucht und breites Tal: Wir passieren den Bahnhof Forbach-Gausbach, steigen in Gausbach kurzzeitig recht steil an und erreichen auf einer sanften Gefällstrecke das Dorf Langenbrand mit einer Straßenbrücke über die Langenbrander Schlucht. In der Schlucht lagerten sich im Bachbett Felsblöcke ab, die zu Zeiten der Flößerei immer wieder beiseite geräumt werden mussten, bis ein gewaltiges Hochwasser das Bachbett beinahe zuschüttete und die Flößerei im Jahr 1824 auf diesem Flussabschnitt eingestellt wurde. Heute liegt das Flussbett oft trocken, da das Wasser oberhalb von Forbach gestaut wird.Bei Langenbrand wechseln wir wieder auf die andere Talseite und gelangen in leichtem Auf und Ab in das Dörfchen Au im Murgtal. Am Ortsende passieren wir eine Mariengrotte, erreichen auf der nun breiten Talsohle Weisenbach und kurz danach Hilpertsau, wo wir links abbiegen nach Obertsrot mit dem erhöht sitzenden Schloss Eberstein.Die alte Talstraße entlang der Murg führt nach Gernsbach und zum Rand der Altstadt mit Resten der Stadtmauer. Hier überqueren wir sowohl die Murg als auch die B462, halten uns geradeaus in eine schmale Gasse und wenden uns nach links zum Bahnhof.Variante: Verlängerung der Tour bis Rastatt Von Gernsbach bequem weiter entlang der Murg nach Hörden und entlang der B462 nach Gaggenau. Durch Gaggenau, wieder entlang der B462 und von Oberndorf über Kuppenheim und Niederbühl nach Rastatt; Gesamtlänge der Tour 61 km/Dauer 4–4,5 Std.

BADEMÖGLICHKEITEN Freibäder in Klosterreichenbach, Obertsrot und Gernsbach; Planschmöglichkeiten in der Murg zwischen Raumünzach und Forbach.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour39 km
Höhenunterschied180 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBaiersbronn.
EndpunktGernsbach.
TourencharakterDas Murgtal gilt als reizvollstes Tal des Nordschwarzwalds, hat sich doch die Murg im mittleren Talabschnitt durch die Schichten des rötlichen Buntsandsteins bis in das wasserundurchlässige Grundgebirge aus Granit sowie Gneis eingegraben und eine enge Schlucht ausgefräst. Hier ist auf dem Talboden kaum Raum für Straße und Eisenbahn, geschweige denn für Siedlungen. Die »Tour de Murg« ist bei Radfahrern so beliebt, dass die Bahn den Murgtäler Radel-Express einrichtete, der an Sonn- und Feiertagen zwischen Ende Mai und Anfang Oktober auf der Strecke Karlsruhe–Baiersbronn verkehrt und Platz bietet für etwa 270 Reisende samt Fahrrädern.
Hinweise
BADEMÖGLICHKEITEN - Freibäder in Klosterreichenbach, Obertsrot und Gernsbach; Planschmöglichkeiten in der Murg zwischen Raumünzach und Forbach.
KartentippRadwanderkarte des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg, Blatt 50 (Schwarzwald Nord), 1 - 100000.
MarkierungenTour de Murg.
VerkehrsanbindungPkw - A5 Karlsruhe–Basel, Ausfahrt 49 (Rastatt); B462 über Gaggenau nach Gernsbach; gebührenpflichtiger Parkplatz am Bahnhof. Per Bahn talaufwärts nach Baiersbronn (Fahrzeit: ca.1 Std.); an Sonn- und Feiertagen verkehrt zwischen Karlsruhe und Freudenstadt der Murg-Radlerexpress. Bahn: Linie Karlsruhe–Basel, in Rastatt umsteigen in die Murgtalbahn nach Baiersbronn.
GastronomieIn Baiersbronn, Klosterreichenbach, Huzenbach, Schönmünzach, Forbach, Gausbach, Langenbrand, Au, Weisenbach, Obertsrot, Gernsbach.
Tipps
HAUFFS MÄRCHENMUSEUM - Im Mittelpunkt des Märchenmuseums in Baiersbronn steht Wilhelm Hauffs (1802–1827) Märchen »Das kalte Herz«, dessen Hauptpersonen ein Köhler, ein Flößer und ein Glasmännlein sind. Infolgedessen erfährt man im Museum Näheres über das Flößen, das Brennen von Holzkohle und die Herstellung von Glas, aber auch über den Schriftsteller Wilhelm Hauff. Hauffs Märchenmuseum, Alte Reichenbacher Straße 1, 72270 Baiersbronn; geöffnet Mi., Sa., So. 14–17 Uhr.DIE FLÖSSEREI AUF DER MURG: Baumstämme aus dem Schwarzwald waren einst heiß begehrt, vor allem in Holland. Beispielsweise ruht Amsterdam auf Hunderttausenden Stämmen aus dem Schwarzwald, und als Holland im 17. Jahrhundert zur führenden europäischen Seemacht aufstieg, wurde Schwarzwälder Langholz für den Bau holländischer Segelschiffe benötigt, insbesondere für die riesigen Schiffsmasten.Wie auf den meisten Schwarzwaldflüssen wurden auch auf der Murg mehrere Baumstämme zu Flößen zusammengebunden und zum Rhein geflößt, wo sehr viele dieser kleinen Flöße zu mehrere Hundert Meter langen Großflößen verbunden wurden, auf denen auch zahlende Passagiere nach Holland mitreisen konnten; den Rückweg legten die Flößer zu Fuß zurück.Alle der im Murgtal am Holzhandel Beteiligten – Holzhauer, Flößer und Kaufleute – waren in der Murgschifferschaft mit Sitz in Gernsbach vereinigt. Eine Erinnerung an jene Zeit ist die sogenannte Schifferstraße zwischen Kirschbaumwasen und Forbach, auf der streckenweise die Radtour verläuft, sowie ein alle zwei Jahre stattfindendes Flößerfest in Gernsbach.
Tourismusbüro
Kurverwaltung, Rosenplatz , 72270 Baiersbronn, Tel. 07442/84140, www.baiersbronn.de, www.fahrrad-tour.de/murgtal

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Peter Freier

Das perfekte Rad-Wochenende in Baden-Württemberg

Ab in die Natur! Dieser neue Radführer stellt 30 einfache und spannende Touren für die ganze Familie vor.

Jetzt bestellen
Tags: 
Mehr zum Thema