Von Aschach nach Linz

Zunächst sehr gemütliche Fahrt auf dem asphaltierten Donaudamm, ab Ottensheim dann auf dem Radweg entlang einer stark befahrenen Bundesstraße bis Linz. (Autor: Bernhard Irlinger Michael Reimer WolfgangTaschner)
30 km
295 m
2.00 h
Der Marktplatz von Aschach hat Seltenheitswert. Auf der Westseite stehen, wie in allen Orten der Region üblich, zahlreiche Bürgerhäuser nebeneinander, an der Ostseite hingegen fließt die Donau. Der halb offene Platz ist daher vom Uferweg aus komplett einsehbar. Insbesondere vom gegenüberliegenden Ufer bietet sich damit ein interessantes Fotomotiv. Gleich hinter dem Ort radeln wir zum ersten Mal auf dem Hochwasserdamm der Donau, der uns im weiteren Verlauf der Tour noch häufig begleiten wird. Oben auf der Dammkrone verläuft ein zumeist asphaltierter Weg, auf dem wir uns unbehelligt vom Autoverkehr bewegen können. Zudem genießen wir sowohl die Sicht auf den Fluss als auch auf die umgebende Landschaft.
Die Langsamkeit der Donau Hinter dem kleinen Ort Brandstatt wird es zusehends einsamer, auf den nächsten zehn Kilometern gibt es keine menschliche Siedlung mehr, dafür aber herrliche Natur: Die Donau fließt gemächlich dahin, auf der rechten Wegseite geht der Blick weit über die Auenlandschaft. Früher hat sich die Donau bei Hochwasser kilometerweit ins Landesinnere ausgebreitet, heute hält der Damm die Wassermassen zurück. Bedingt durch den Rückstau des Kraftwerks Ottensheim wird der Fluss zunehmend breiter. Unzählige Wasservögel halten sich auf der weiten Wasserfläche auf, an den Wochenenden sind auch viele Boote unterwegs. Wir wechseln auf dem Stauwehr des Kraftwerks auf die linke Uferseite und radeln zunächst auf einer Landzunge ein Stück weit zurück, ehe wir den Weg bis Ottensheim fortsetzen.
Abwechslung in Linz Die landschaftliche Idylle endet kurz hinter Ottensheim. Die letzten zehn Kilometer bis Linz müssen wir leider auf dem Radweg entlang einer stark befahrenen Bundesstraße zurücklegen. Über die Nibelungenbrücke erreichen wir unmittelbar die Innenstadt von Linz, der Hauptstadt des Bundeslandes Oberösterreich. Auf dem Hauptplatz steht die 20 Meter hohe Dreifaltigkeitssäule aus Salzburger Marmor, die 1723 als Dank für abgewendete Pest-, Feuer- und Kriegsgefahr errichtet wurde. Die Säule ist ein beliebter Aufenthaltsort für Jung und Alt.
An der Ostseite des Hauptplatzes steht das Alte Rathaus. Zusammen mit den angrenzenden Häusern können wir hier Stilelemente von der Gotik über Renaissance und Barock bis hin zur Moderne erkennen. In unmittelbarer Nähe finden wir die Stadtpfarrkirche mit dem gotischen Kreuzrippengewölbe in der Eingangshalle. Angrenzend steht der Alte Dom, dessen Orgel nach ihrem genialsten Spieler »Bruckner-Orgel« genannt wird – der Musiker und Komponist Anton Bruckner war in Linz von 1856 bis 1868 als Organist tätig.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Hauptplatzes gelangen wir über die Hofgasse in das Viertel, in dem die schönsten alten Häuser der Stadt stehen, darunter das Waaghaus und das Kremsmünsterhaus. Über den Alten Markt gelangen wir hoch zum Linzer Schloss. Das imposante Gebäude aus dem 15. Jahrhundert war Residenz des Kaisers Friedrich III. Im Schlossmuseum sind historische Musikinstrumente, Waffen sowie römische und volkskundliche Sammlungen untergebracht. Auf dem Rückweg kommen wir etwas südlich vom Schloss am Mozarthaus vorbei. Hier in dem Renaissancegebäude komponierte Wolfgang Amadeus Mozart 1783 seine Linzer Symphonie. Gleich daneben steht die Minoritenkirche mit prächtigen Stuckarbeiten aus dem Rokoko und imposanten Altargemälden.
Neben den vielen historischen Sehenswürdigkeiten kommt in Linz aber auch das moderne Leben nicht zu kurz: Im Ars Electronica Center bei der Nibelungenbrücke zeigt das »Museum der Zukunft« neueste Technologien, virtuelle Welten, elektronische Musik und Computerkunst. Besucher können alles selbst ausprobieren.

Fahrzeiten: Aschach – Ottensheim 1 Std. 30 Min. – Puchenau 30 Min. – Linz 30 Min.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour30 km
Höhenunterschied295 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAschach.
EndpunktLinz.
TourencharakterAuf der Geradeausfahrt auf dem Hochwasserdamm lernen wir zum ersten Mal die Weite der Donaulandschaft kennen. Während hier Ruhe und Beschaulichkeit herrschen, erleben wir zum Abschluss das abwechslungsreiche und bunte Treiben in der Stadt Linz.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Radtourenkarte 1:25000, Blatt 151.
VerkehrsanbindungAnfahrt: Regelmäßige Bahnverbindung von Passau über Wels nach Aschach. Mit dem Auto nimmt man von Passau die B 130 bis Aschach. Rückfahrt: Von Linz gibt es eine gute Bahnverbindung zurück nach Eferding sowie über Wels nach Passau. Außerdem besteht ab Linz eine Schiffsverbindung zurück mit Halt beispielsweise in Aschach, Schlögen, Niederranna, Engelhartszell oder Passau (www.donauschiffahrt.de).
GastronomieIn Aschach, Ottensheim sowie insbesondere in Linz finden sich zahlreiche Cafés, Biergärten und Gasthöfe.
Tipps
Museum Lentos - Schon von Weitem fällt am rechten Donauufer der moderne Bau des Museums Lentos auf. Das von Glas und Sichtbeton dominierte Gebäude mit seiner klaren, rechteckigen Form ist 2003 fertiggestellt worden. Auffallend ist der große Durchbruch im unteren Bereich des Hauses, der dem Museum andeutungsweise die Form einer Brücke verleiht. Die abends in grellen Farben beleuchtete Glasfront gibt dem Gebäude einen zusätzlichen optischen Effekt. Die ständige Ausstellung des Kunstmuseums umfasst Werke aus den Bereichen Malerei, Skulptur und Objektkunst – beginnend ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts über die Arbeiten des deutschen und österreichischen Expressionismus bis hin zur zeitgenössischen Kunst. Hinzu kommen parallel mehrere Wechselausstellungen. Das Lentos Kunstmuseum ist tgl. 10–18 Uhr, donnerstags 10–21 Uhr geöffnet. Ausflug auf den Pöstlingberg - Nordwestlich von Linz thront auf der Spitze des Pöstlingbergs die Wallfahrtsbasilika »Sieben Schmerzen Mariä«, mit ihren Doppeltürmen das Wahrzeichen der Stadt. Gleich bei der Ankunft in Linz liegt links unmittelbar bei den ersten Häusern die Talstation der Pöstlingbergbahn. Wir können bei dem Fachwerkgebäude mit dem Türmchen unsere Räder abstellen und in 16 Minuten mit der steilsten Adhäsionsbahn Europas auf den 537 m hohen Pöstlingberg hinauffahren. Oben angekommen bietet sich eine schöne Aussicht auf die Stadt und die Donau. Neben der Wallfahrtsbasilika gibt es auf dem Pöstlingberg in einem ehemaligen Befestigungsturm einen Märchenkeller mit einer Nachbildung des Linzer Hauptplatzes um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und nachgestellten Szenen aus Kindermärchen. Eine weitere Attraktion für Familien ist der Linzer Tiergarten mit über 600 Tieren; er liegt etwa auf halber Strecke bei der Haltestelle Tiergarten.
Unterkunft
Verzeichnis aller Unterkünfte in Linz bei der Touristinformation oder online buchen unter www.linz.at
Tourismusbüro
Touristinformation Linz, Hauptplatz 1, A-4020 Linz, Tel. 0732/70701777, Fax 772873, E-Mail: tourist.info@linz.at, www.linz.at

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