Von Anklam nach Heringsdorf

Wenig befahrene Straßen und autofreie Radwege. Z. T. kräftige Steigungen. Schöne Ausblicke über das Haff. (Autor: Michael Hennemann)
58 km
400 m
5.00 h
Von Anklam nach Usedom: Vom Anklamer Rathausplatz nach rechts vorbei an Nikolaikirche auf dem Radweg entlang der Peenstraße über die Fußgänger- und Radfahrerbrücke und in einiger Entfernung zur Straße auf gut aphaltiertem Radweg nach Pinnow. Weiter auf Radweg direkt neben der Straße bis zur Zecheriner Brücke.Kurz vor der Brücke über den Peenestrom wechselt der Radweg die Straßenseite. Auf der linken Seite der Fahrbahn geht es auf der Zecheriner Brücke (um 5.35, 8.35, 12.35, 16.35 und 20.35 Uhr wird die Brücke für jeweils ca. 15 Min für den Schiffsverkehr geöffnet und kann nicht befahren werden) nach Usedom. Dort angekommen, wechselt der Radweg erneut die Straßenseite. An der Kreuzung hinter dem Gasthof Peeneniederung rechts ab in Richtung Karnin. Auf einer Allee über Zecherin und Kölpin nach Karnin. Abstecher: Zum Fähranleger und zur historischen Eisenbahnhubbrücke (hin und zurück ca. 1,5 km): In Karnin rechts abbiegen zum Fähranleger und zur historischen Eisenbahnhubbrücke. Auf dem gleichen Weg zurück zur Hauptroute. Zurück auf der Hauptroute, auf der Kopfsteinplasterstraße durch den Ort Karnin. Diese geht am Ortsende in eine Teerstraße über, die in nordöstliche Richtung zur Stadt Usedom führt. Von der Karniner Straße zunächst rechts in die Peenestraße und bis zum Marktplatz. Anklam (Bhf.) (1) mit seinem rasterförmigen Straßennetz ist ein typisches Beispiel für die planmäßig angelegten Städte während der deutschen Ostbesiedlung vom 9. Jh. bis zur Mitte des 14. Jh., als deutsche Siedler in den überwiegend slawisch und teilweise baltisch bewohnten Gebieten östlich der Elbe und Saale, in der Steiermark und in Kärnten angesiedelt wurden. Gegen Ende des 13. Jh. trat Anklam der Hanse bei und entwickelte sich bald zu einer mächtigen Hafen- und Hansestadt. Doch der wirtschaftliche Aufschwung weckte auch Begierden und für die nächsten Jahrhunderten zankten sich Schweden und Brandenburger um die Hansestadt, bis diese 1815 endgültig zu Preußen kam. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt stark zerstört. Vom historischen Stadtkern blieben nur ein paar Mauerreste sowie drei Türme der Stadtbefestigung erhalten. Das gotische Giebelhaus (A) an der Ecke Frauenstraße/Mägdestraße ist das älteste erhaltene Bürgerhaus der Stadt. Die reichhaltigen Verzierungen des Backsteingiebels, der an eine Kirche erinnert, machen den früheren Reichtum der Stadt und seiner Bürger deutlich. Das einzige erhaltene von einst vier Stadttoren der mittelalterlichen Befestigungsanlage ist das 32 Meter hohe Steintor. Unterschiedliche Steinfärbungen und Stilelemente aus verschieden Epochen machen deutlich, dass das Tor im Laufe der Geschichte mehrmals umgebaut wurde. Seit 1989 ist im Steintor das Heimatmuseum (B) (Schulstr. 1, Tel. 03971/24 55 03; Mai–Sept. Di–Fr 10–17 Uhr, Sa/So 13–17 Uhr, Okt.–April Mi–Fr 11–15.30 Uhr, So 13–15.30 Uhr) untergebracht. Auf fünf Etagen zeigen verschiedene Ausstellungen Zeitzeugnisse zur Geschichte der Hansestadt und dem Leben an der Peene. Von der obersten Etage bietet sich ein guter Ausblick über die Stadt und das Peenetal. Die Nikolaikirche (C) ist eine der beiden großen Kirchen in Anklam. Sie brannte im Zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern nieder und ist seitdem eine Ruine, deren Wiederaufbau noch lange Zeit in Anspruch nehmen wird. Die zweite ist die imposante Marienkirche (D), eine dreischiffige Hallenkirche, deren älteste Teile aus dem 13. Jh. stammen. Der Westturm wurde 1450 errichtet, anstelle des Nordturms wurde 1488 die Marienkapelle gebaut. Sehenswert im Innenraum sind das frühgotische Taufbecken sowie die Wandmalereien. Berühmtestes Kind der Stadt war Otto Lilienthal, der 1848 in Anklam geboren wurde. Dem Pionier der Luftfahrt ist das Otto-Lilienthal-Museum in Bahnhofsnähe (Ellbogenstr. 1, Tel. 03971/24 55 00, www.lilienthal-museum.de; Juni–Sept. täglich 10–17 Uhr, Nov.–April Mi–Fr 11–15.30 Uhr, So 13–15.30 Uhr, in der übrigen Zeit und während der Schulferien Di–Fr 10–17 Uhr, Sa/So 13–17 Uhr) gewidmet, das in einer spannenden Ausstellung und mehreren Versuchsaufbauten die Physik des Fliegens erklärt und nachgebaute Fluginstrumente präsentiert. Von Anklam begleiten wir die B 110 auf einem Radweg, überqueren auf der Zecheriner Brücke den Peenestrom und erreichen die Insel Usedom. Vorgänger der heutigen Brücke war die Bäderbrücke bei Zecherin, die 1930 nach einem wirtschaftlichen Aufschwung gebaut und gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von der zurückweichenden deutschen Wehrmacht zerstört wurde. In Karnin (2) lohnt es sich, der Pflasterstraße hinab zum Wasser folgen, wo das Denkmalensemble Karnin mit historischem Bahnhof und Hubbrücke auf einen Besuch wartet. Die Eisenbahnhubbrücke bei Karnin zählte bei ihrem Bau 1933 zu den modernsten Eisenbahnbrücken Europas. Nachdem die alte Drehbrücke dem stark angestiegenen Zugaufkommen auf der Bahnstrecke Ducherow–Swinemünde nicht mehr gewachsen war, entschied sich die Reichsbahn zu einem Brückenneubau mit einer fahrstuhlartigen Konstruktion. Erhalten ist davon nur noch das Mittelstück, da die Wehrmacht die Anlage vor ihrem Rückzug sprengte, um der Roten Armee das Übersetzen auf die Insel Usedom zu erschweren. Danach geht es auf der ruhigen Straße entlang der Südküste weiter zur Stadt Usedom (3), die der gesamten Insel ihren Namen gab. Von Usedom nach Ahlbeck: In Usedom Stadt geradeaus über den Marktplatz und am Ende links weiter auf der Swinemünder Straße, die in einen ruhigen Asphaltweg übergeht. Der Weg führt am Waldrand durch hügelige Landschaft mit Feldern und Wiesen und mündet in die Straße bei Stolpe. Nach rechts ist ein Abstecher zum Ortskern möglich, die Hauptroute verläuft geradeaus und schräg links dem Straßenverlauf, der später in einen Spurplattenweg übergeht. Vorbei am Wisentgehege bis Dargen. Am Ortsende schräg rechts Richtung Kleines Haff. In Neverow macht die Route einen großen Linksbogen und führt auf der Neverower Straße bis Zirchow. Kurz vor dem Ort an der Straße beim Flughafen nach links. Achtung: Recht rasante Abfahrt! Unten gleich wieder scharf rechts auf den Radweg (später Spurplattenweg) bis Garz. Im Ort nach links und schräg links auf die Ernst-Thälmann-Straße. Diese führt auf einen schönen Radweg, der die B 110 kreuzt und mit einigen kräftigen Steigungen und Abfahrten durch den Wald und unten einen Golfplatz in Korswandt führt. Kurz hinter dem Rastplatz am Waldende mündet der Weg in eine T-Kreuzung im Ort. Hier rechts auf die Hauptstraße und gleich wieder rechts in Richtung Wolgastsee. Für ein kurzes Stück am Ufer entlang und dann die B 110 kreuzen. Auf dem Waldweg mit mehreren kräftigen Steigungen und Abfahrten bis Ahlbeck. Im Gewerbegebiet auf dem Radweg an der B 111 entlang Richtung Swinoujscie/Grenze. Kurz vor der Grenze nach links und auf einem Spurplattenweg bis zur Strandpromenade. Auf dieser weiter in die drei Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin. Die Stadt Usedom (3), gelegen auf einer Landenge im Südwesten, ist der älteste Ort der Insel und wurde im 13. Jh. gegründet. Der Name geht zurück auf das slawische Wort »uznam«, was soviel wie »Mündung« bedeutet. Die Region wurde seit der Jungsteinzeit besiedelt und mit der Völkerwanderung kamen zu Beginn des 9. Jh. die Slawen. Gegen Ende des 13. Jh. erhielt die Siedlung Usedom Lübisches Stadtrecht, von 1648–1720 fiel die Stadt unter schwedische Herrschaft, danach wurde sie preußisch. Einst das wirtschaftliche und politische Zentrum der Insel, hat sich inzwischen der Fokus durch den Fremdenverkehr an die Küstenorte und Seebäder entlang der Ostseeküste verlagert und die Stadt Usedom ist heute ein beschauliches Städtchen mit etwas über 2000 Einwohnern. Aus der Blütezeit der Stadt stammt das Anklamer Tor (um 1450 erbaut). Das Wahrzeichen der Stadt Usedom ist als einziges von ursprünglich drei Stadttoren erhalten geblieben. Der Backsteinbau ist Sitz des Heimatstube (geöffnet nach Bedarf und Anmeldung in der Stadtinformation, Tel. 038372/708 90). Weitere Sehenswürdigkeiten rund um den kleinen historischen Marktplatz sind die spätgotische Marienkirche aus dem15. Jh. (1891–1893 grundlegend erneuert) und das Rathaus. Nächstes Etappenziel ist das Dorf Stolpe (4) mit seiner Dorfkirche von 1871 und einem Schloss aus dem 17. Jh. In Dargen (5) lädt das Technik- und Zweiradmuseum (Bahnhofstraße 7, Tel. 038376/202 90, www.museumdargen.de; April–Okt. täglich 10–18 Uhr, Nov.–März. täglich 11–15.30 Uhr) zu einem Besuch ein. Es präsentiert eine Ausstellung zur Zweirad- und Motorentechnik der DDR. Gezeigt werden über 3000 Exponate von Simpson- und MZ-Motorrädern, Traktoren und Krankenwagen. Das Wisentgehege der Insel Usedom (Tel. 038376/205 54, www.wisentgehege-usedom.de; Mai–Okt. täglich 10–17 Uhr) liegt etwa anderthalb Kilometer nördlich von Dargen an der Kreisstraße nach Prätenow am Südostrand der Mellenthiner Heide. Auf dem etwa sechs Hektar großen Gelände werden die noch im Mittelalter auf der Insel Usedom und in der Ueckermünder Heide lebenden Tiere gezüchtet. Die letzten frei lebenden Exemplare fielen um 1360 der Jagd zum Opfer. Den südöstlichsten Punkt dieser Tour markiert Garz mit einer spätgotischen Back- und Feldsteinkirche aus dem 15. Jh. Das Dorf wurde erstmals 1242 erwähnt. Es wurde nach dem Westfälischen Frieden im Jahr 1648, wie ganz Pommern, schwedisch und 1720 preußisch. Im April 2007 eröffnete der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossene Grenzübergang Garz–Swinemünde wieder (vorerst nur für Fußgänger, Radfahrer und Reisebusse). Vorbei am Flughafen und an Heringsdorf geht es nun in den letzten Streckenabschnitt, der noch einmal einige kräftige Steigungen und Talfahrten bereithält. Am beschwerlichsten ist der Anstieg nach Korswandt. Nach einer anstrengenden Kletterpartie durch den Wald und einer anschließend entsprechend schnellen Talfahrt wird das Industriegebiet des Seebades Ahlbeck erreicht. In einem weiten Schlenker Richtung polnische Grenze geht es zur Promenade des ersten der drei Kaiserbäder. Wie die Perlen einer Kette reihen sich die Seebäder Ahlbeck (6), Heringsdorf (7) und Bansin (8) auf einer Länge von etwa acht Kilometern aneinander: rechts der endlose weiße Sandstrand und die imposanten Seebrücken, links die liebevoll restaurierten Hotels, Villen und Wohnhäuser im Stile der Bäderarchitektur aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. Für welches der drei Seebäder man sich auch entscheidet, ob für das 1852 als Badeort gegründete Ahlbeck (Bhf.), eines der ältesten Bäder der Insel, für das von Kaiser Wilhelm II. bevorzugte Heringsdorf (Bhf.) oder für Bansin (Bhf.), das 1897 gleich als Seebad gegründet wurde und damit das jüngste und kleinste Mitglied in diesem Trio ist – die drei Kaiserbäder sind ein würdiger Abschluss des Oder-Neiße-Radwegs und der richtige Ort, um bei einem Sonnenbad am Strand, einem Bummel über die mondäne Promenade oder im behaglichen Ambiente eines Wellness-Hotels über 650 Fahrradkilometer entspannt ausklingen zu lassen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour58 km
Höhenunterschied400 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAnklam
EndpunktHeringsdorf
TourencharakterAuf der letzten Etappe geht es nach Usedom und dort auf einsamen Straßen durch hügelige Landschaft entlang der Südküste. Eine letzte kräftige Steigung führt schließlich zu den drei Kaiserbädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin mit kilometerlangen Sandstränden und mondänen Promenaden.
Beste Jahreszeit
MarkierungenRadwegweiser mit Oder-Neiße-Logo.
VerkehrsanbindungBahnverbindung Anklam liegt an der Bahnstrecke Stralsund–Berlin. Anreise mit dem Auto A 20 Lübeck–Prenzlau; von Norden: Ausfahrt 27 (Jarmen), B 110 bis Anklam; von Süden: Ausfahrt 28 (Anklam), B 199 bis Anklam; großer Parkplatz neben der Nikolaikirche. Rückfahrt Ab Ahlbeck mit der Usedomer Bäderbahn (www.ubb-online.com); in Züssow Anschluss nach Anklam; Fahrtdauer ca. 2 Std.
GastronomieBreites Angebot in Anklam und Heringsdorf. Einkehrmöglichkeiten in Pinnow, Karnin (Fischimbiss), Usedom, Stolpe, Dargen, Zirchow, Garz und Korswandt.
Tipps
Fährverbindungen: Neben der Personenfähre zwischen Karnin auf Usedom und Kamp auf dem Festland (siehe Kasten Alternativroute Tour 11) sowie zwischen Kamminke auf Usedom und Ueckermünde (siehe Tippkasten Tour 10), gibt es noch die Möglichkeit, mit der Fähre vom Seebad Heringsdorf zu den Seebrücken Bansin und Zinnowitz auf Usedom sowie nach Swinemünde in Polen überzusetzen ((Adler-Schiffe GmbH & Co. KG, Tel. 038378/477 90, www.adler-schiffe.de).
Verleih
Anklam: Zweiradhandel Hans-Dieter Stoll, Friedländer Str. 9, Tel. 03971/21 06 15; Prepernau Fahrradfachmarkt, Pasewalker Allee 25, Tel. 03971/21 05 50. Anklam: Zweiradhandel Stoll (siehe Werkstätten). Ahlbeck: Fahrradhandlung Willert, Lindenstr. 88, Tel. 038378/300 92. Heringsdorf: Fahrrad-Service Pilgrim, Brunnenstr. 10, Tel. 038378/223 24; Fahrradverleih Oberländer, Neuhofer Str. 38, Tel. 038378/316 84.
Informationen
Otto Lilienthal (1848–1896): Karl Wilhelm Otto Lilienthal wurde am 23. Mai 1848 in Anklam geboren. Er gilt als Pionier der Flugzeugentwicklung und war wahrscheinlich der erste Mensch, der erfolgreich kurze Flüge mit einem Hängegleiter unternahm. Dabei war es die Natur vor seiner Haustür, die in ihm die Faszination für das Fliegen weckte. Als Kind beobachtete er eingehend die Flugbewegungen der Störche in der Peeneniederung vor den Stadttoren Anklams. Es folgten umfassende theoretische Studien und 1891 gelang Lilienthal der erste Flug. Insgesamt absolvierte er in der Folge rund 2000 Flüge mit seinen unterschiedlichen Geräten, der weiteste davon erfolgte über 350 Meter. 1889 veröffentlichte Lilienthal sein Buch »Der Vogelflug«. Das Revolutionäre an der Forschung und Arbeit Lilienthals war die Erkenntnis, dass gewölbte Tragflächen einen größeren Auftrieb liefern als ebene. Während die überwiegende Mehrheit der Fachleute zu seiner Zeit die Weiterentwicklung des Heißluftballons zum Luftschiff nach dem Prinzip »leichter als Luft« favorisierte, schuf Lilienthal die Grundlagen des modernen Flugzeugbaus. Die Urform seines Hängegleiter wurde von den Gebrüdern Wright weiterentwickelt. Am 9. August 1896 stürzte Lilienthal bei Stölln am Gollenberg aufgrund ungünstiger thermischer Verhältnisse aus fast 15 Metern Höhe ab. Noch während des Transports nach Berlin fiel er ins Koma und erlag am folgenden Tag seinen schweren Verletzungen.Die Insel UsedomUsedom ist nach Rügen die zweitgrößte deutsche Ostseeinsel und erstreckt sich auf einer Länge von 42 Kilometern vor der Odermündung. Die Insel trennt Peenestrom, Achterwasser und Oderhaff von der offenen Ostsee ab. Rund vier Fünftel der Fläche Usedoms gehört zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, der restliche Teil im Osten der Insel ist seit 1945 polnisch. Die Landschaft auf Usedom ist geprägt von der Eiszeit. Ihre einzigartige Natur mit kilometerlangen Sandstränden auf der Ostseeseite, einer stillen Boddenlandschaft auf der dem Festland zugewandten Seite sowie das Inselinnere, das im Nordwesten flach, im Südosten aber äußerst hügelreich ist, haben die Insel als »Badewanne Berlins« schon im 19. Jh. zu einem beliebten Sommerurlaubsziel gemacht. Den Anfang des Bäderbetriebes machte 1824 das heute polnische Swinemünde als erstes Seebad auf Usedom, innerhalb kurzer Zeit gefolgt von zahlreichen weiteren Fischerorten entlang der Ostseeküste. Der Name des größten und vornehmsten Seebades macht die Entwicklung deutlich und erinnert an den ursprünglichen Haupterwerbszweig der Insulaner: Aus einer 1818 im Südosten der Insel angelegten namenlosen Fischerkolonie wurde Heringsdorf, weil dem preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm bei seinem Besuch 1820 aufgrund der zahlreichen Heringsfässer spontan kein besser Ortsname einfiel. Der Besuch kaiserlicher und königlicher Familien auf Usedom zu Beginn des 19. Jh. machte das Baden salonfähig und heute ist der Fremdenverkehr als wichtigster Erwerbszweig von der Insel nicht mehr wegzudenken.Der Siegeszug des StrandkorbsDer Strandkorb ist – und das nicht erst seit dem XXL-Modell für das Pressefoto auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 – der Inbegriff des Strandurlaubs. Der Urahn der heutigen Strandkörbe wurde 1882 in Warnemünde aufgestellt, als der Korbmacher Wilhelm Bartelmann auf Wunsch einer rheumakranken Dame eine bequeme Sitzgelegenheit baute, da sie die heilende Seeluft geschützt vor Wind und Sonne genießen wollte. Auf diesen ersten Einsitzer folgte bereits im nächsten Jahr ein Strandkorb für zwei Personen, und die Frau des Erfinders eröffnete die erste Strandkorbvermietung. Seinen endgültigen Durchbruch erlebte der Strandkorb dann in den 1920er-Jahren. Seither ist seine Popularität allerdings ungebrochen.
Unterkunft
Korswandt: Zeltplatz Korswandt, Hauptstr. 1, Tel. 0383758/221 10 oder 221 44 (März–Okt.). Heringsdorf: Aurelia Hotel & Villen GmbH, Grenzstr. 1, Tel. 0800/477 60, www.aurelianet.de (DZ ab 55 €); Apartment-Haus Gaja, Im Seefeld 15, Tel. 038378/473 78 (DZ ab 31 €); Jugendherberge Heringsdorf, Puschkinstr. 7–9, Tel. 038378/223 25. Bansin: Campingplatz Angelparadies Krebssee, An den Krebsseen 8, Tel. 038378/315 87, www.krebssee.de
Tourismusbüro
Anklam-Information, Markt 3, 17389 Anklam, Tel. 03971/83 51 54; Usedom Tourismus GmbH, Waldstr. 1, 17429 Seebad Bansin, Tel. 038378/477110, www.usedom.de

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Michael Hennemann

Oder-Neiße-Radweg

Der östlichste deutsche Radweg entführt in einsame naturbelassene Landschaften wie das Odertal und in historische Städte wie Görlitz und Zittau. Wunderschön!

Jetzt bestellen
Tags: 
Mehr zum Thema