In-Viertel-Tour

Radeln in und um München herum - Gärtnerplatzviertel – Glockenbachviertel – Au – Haidhausen – Bogenhausen – Schwabing. Meist Radwege verfügbar, teils geht es aber auch durch den Stadtverkehr; teilweise muss wegen Einbahnstraßen oder Fußgängerzone wenige Meter geschoben werden; teilweise erhebliche Steigung an den Isarauen (Autor: Antje Martin, Cornelia Landensperger, C. Dechant)
14 km
138 m
1.00 h
Vielfalt um den Gärtnerplatz Wir beginnen unsere Tour im Gärtnerplatzviertel, direkt am Gärtnerplatz, am Schnittpunkt zwischen Reichenbach- und Klenzestraße gelegen, vor der Büste des Namensgebers Friedrich von Gärtner. Der Platz wurde 1860 als zentraler Punkt der neu erbauten Isarvorstadt zu Ehren Friedrich von Gärtners erbaut. Er war ab 1828 neben Leo von Klenze der Hofarchitekt König Ludwigs I. (1825–48) und wir verdanken ihm zahlreiche Bauwerke in der Ludwigstraße (s. Maxvorstadt-Tour, S. 22). Auch Leo von Klenze wurde an dieser Stelle ein Denkmal gesetzt, er steht gegenüber, mit dem Rücken zu Gärtner, was als Symbol ihrer Konkurrenz verstanden werden kann; die beiden konnten sich nie leiden. Das Staatstheater am Gärtnerplatz, von uns aus gleich hinter Gärtner zu sehen, wurde 1865 auf private Initiative als Aktien-Volkstheater gegründet und sollte ein Pendant zu den Hoftheatern sein. Da es jedoch bald in finanzielle Not geriet, machte es König Ludwig II. (1864–86) 1872 zum »Königlichen Volkstheater«. Von Anfang an stand die damals in Mode gekommene Operette auf dem Spielplan. Heute werden hier neben den klassischen Operetten auch Opern, Ballette und moderne Musicals aufgeführt. Das Gärtnerplatzviertel wird heute von einer schillernden Szene von Designern und Künstlern geprägt. Von hier aus fahren wir auf die Straße um den Gärtnerplatz und verlassen ihn über die Corneliusstraße. An der Müllerstraße angekommen, biegen wir links ab und radeln bis zur Papa-Schmid-Straße und in diese rechts hinein, um einen besseren Blick auf das Städtische Hochhaus an der Blumenstraße vor uns werfen zu können, das 1927–29 als so genanntes Technisches Rathaus von dem Architekten Hermann Leitenstorfer gebaut wurde. Heute ist hier das Planungsreferat der Stadt untergebracht. Auf der Straßeninsel rechts vor uns sehen wir hinter dem dichten Blattwerk ein weißes Gebäude mit kleiner Säulenvorhalle, das Marionettentheater. Das Puppentheater wurde 1900 von Theodor Fischer für die 1858 von Josef Leonhard Schmid (auch Papa Schmid genannt) gegründete Puppenbühne mit Kasperl Larifari von Graf von Pocci in der Hauptrolle gebaut. Damals wie heute erfreut es Jung und Alt mit einem vielfältigen Spielplan von Märchen und Geschichten bis hin zu richtigen Opern. Wir fahren wieder zurück rechts in die Müllerstraße und folgen ihr, bis wir links in die Hans-Sachs-Straße einbiegen. Beim Abbiegen achten wir mit großer Vorsicht auf die Tram! Gründerzeit am Glockenbach Hier verlassen wir das Gärtnerplatzviertel und kommen in das Glockenbachviertel, einen Stadtteil, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht. Im 15. Jh. lag das städtische Gießhaus außerhalb der Stadtmauer, südlich des Sendlinger Tors an einem der zahlreichen Bäche. Da hier hauptsächlich Glocken gegossen wurden, erhielt der Bach den Namen »Glockenbach«, den er dann an das Viertel weitergab. Die zahlreichen Bäche wurden für den Antrieb der Mühlen der unterschiedlichsten Manufakturen und für den Warentransport genutzt. Obgleich die Architektur der Gründerzeit an eine bürgerliche Vergangenheit erinnern möchte, täuscht dieser Eindruck. Denn in diesem Viertel wohnten hauptsächlich die Arbeiter der zahlreichen Maschinenfabriken, die sich um die Jahrhundertwende hier ansiedelten und deren Inhaber die Wohnhäuser für ihre Mitarbeiter im Geiste der Gründerzeit bauen ließen. Von den Bächen wurden die meisten ab 1966 kanalisiert oder sogar zubetoniert. Bei der nächsten Kreuzung fahren wir rechts in die Westermühl-, dann wieder rechts in die Holz- und gleich links in die Pestalozzistraße. Dieser folgen wir, bis sie ein Stück bergauf führt und wir links das Wasser des Glockenbachs plätschern hören. Auf dem Weg durch die idyllische Parkanlage steigen wir ab und schieben für ein paar Meter das Fahrrad bis zur Brücke, über die wir links den Bach überqueren. Von der Brücke aus genießen wir nochmals einen verträumten Blick über das Bächlein. Auf der anderen Straßenseite angekommen, fahren wir rechts wieder in die Holzstraße bis zum Platz Am Glockenbach. Aufgrund der einspurigen Fahrtrichtung schieben wir rechts am Kinderspielplatz vorbei, radeln rechts in die Arndt-, rechts in die Palmen- und dann wieder rechts in die Klenzestraße und kommen über die Auenstraße in die Wittelsbacherstraße, in die wir links auf den Radweg unter den Bäumen einbiegen. Im kühlen Schatten fahren wir bis zur Reichenbachbrücke, über die wir den hübschen Stadtteil Au erreichen. Der Bier-Olymp am Nockherberg Die Au wurde im Jahre 1340 zum ersten Mal als »Awe ze Gyesingen« urkundlich erwähnt. Awe bedeutet »Land am Wasser«, und noch heute steigt der Grundwasserpegel rasant an und füllt gerne Keller des Viertels, wenn die Isar anschwillt. 1808 zur Stadt erhoben, 1818 gemeinsam mit Giesing zu einer Gemeinde erkoren, wurde der Stadtteil schon Mitte des 19. Jh. nach München eingemeindet. Wir folgen der Ohlmüllerstraße ein gutes Stück und schonen unsere Kräfte jetzt, weil wir gleich den Nockherberg erklimmen müssen. Rechts passieren wir die Paulaner-Brauerei, zu der inzwischen auch die Hacker-Pschorr-Biere zählen (Isar-Tour siehe S. 68). Oben am Nockherberg angekommen, fahren wir links in die Hochstraße (Achtung beim Abbiegen!) und stehen vor dem Paulaner am Nockherberg. Hier befand sich früher der legendäre Salvatorkeller, der 1999 einem Großbrand zum Opfer fiel. Wenn der Fasching vorbei ist und die letzten Luftschlangen verstaut sind, soll die Fastenzeit eigentlich der inneren Einkehr dienen. Rund um den Josephitag Mitte März wird in Bayern dieser Vorsatz allerdings ganz und gar nicht beherzigt, nämlich in der seit dem Mittelalter gepflegten Starkbierzeit, auch als »fünfte Jahreszeit« bekannt. Die Münchner Starkbiersorten Salvator, Triumphator, Maximator, Animator oder der Doppelbock und das »Politiker-Derbleckn« unter Bruder Barnabas' Ägide gehören unbedingt dazu. Der Paulaner bietet sich für eine Rast geradezu an, weil der Blick über die Stadt einfach überwältigend und das frisch gezapfte Bier zu verlockend ist. Nach einer herzhaften Stärkung und einer kühlen Maß geht es gleich fröhlich weiter. Wir folgen der Hochstraße Richtung Norden, sehen rechts kleine dörfliche Häuser und links eine Parkanlage, an der wir vor der Brücke links abbiegen und das Rad einen steilen Weg den Abhang herunterschieben. Die Dulten am Mariahilfplatz Unten angekommen, stoßen wir auf die Gebsattelstraße, in die wir nach links einbiegen, um gleich darauf vor dem großen Mariahilfplatz mit der Mariahilfkirche zu stehen. Die Kirche wurde auf Initiative König Ludwigs I. (1825–48) von Joseph Daniel Ohlmüller, einem Schüler Carl von Fischers, erbaut und 1839 geweiht. Wir stehen hier im Ortskern der alten Gemeinde Au, wo dreimal im Jahr die großen Dulten – die Mai-Dult Ende April, die Jakobi-Dult im Juli und die Herbst-Dult im Oktober – stattfinden. Wir stehen noch an der Gebsattelstraße mit dem Rücken zur Mariahilfkirche und biegen schräg gegenüber, rechts der Kanalbrücke, in die Straße Am Herrgottseck und folgen dem Bach durch eine stille Parklandschaft, die uns die lärmende Stadt gleich vergessen lässt (siehe Isar-Tour S. 68). Wir überqueren das Wasser über die Brücke an der Quellenstraße, fahren für einige Meter durch ein Wohnviertel, biegen rechts in die Lilienstraße, die mit ihren kleinen Häuschen eher an ein Dorf als eine große Stadt erinnert. Und schon sind wir wieder im Verkehrsgetöse angekommen, an der Rosenheimerstraße, gegenüber dem Müllerschen Volksbad (s. Highlights-Tour, S. 13). Unterwegs im attraktiven Wohnviertel Haidhausen Hier fahren wir rechts den Berg hoch, vor dem Gasteig links vorbei und gleich bei der nächsten Gelegenheit rechts in die Preysingstraße, der wir bis zum Ende folgen. Der Preysingplatz sowie einige Einbahnstraßen sind für Radfahrer frei. Wir fahren die Straße bis zu dem großen Tor des Kirchlichen Zentrums der Erzdiözese München-Freising weiter und biegen davor rechts in die Metzstraße und kommen gleich auf den Bordeauxplatz. Diesen umrunden wir bis auf die andere Seite des Platzes, von wo aus wir in die Breisacher- und nach einer Kurve rechts in die Elsässerstraße radeln. Wie wir an den Straßennamen erkennen können, befinden wir uns im Franzosenviertel, das 1872 nach dem Deutsch-Französischen Krieg entstand. Aus den Reparationszahlungen der Franzosen wurde das neue Viertel mit großen gründerzeitlichen Mietshäusern gebaut, und die Straßen erhielten die Namen der siegreichen Schlachten. Nachdem der gut erhaltene Baubestand an Häusern in den 1970er-Jahren saniert wurde, erlebte das Quartier eine deutliche Aufwertung. Seit dieser Zeit macht Haidhausen dem allseit beliebten Szeneviertel Schwabing ernsthafte Konkurrenz. Wir folgen der Elsässer-, die in die Flurstraße übergeht, überqueren die Einsteinstraße, kommen gegenüber in die Kuglerstraße, von wo aus wir auf der linken Seite das Universitätsklinikum der Technischen Universität Rechts der Isar erblicken können, das mit über 31 Kliniken und Abteilungen und mit rund 1100 Betten das gesamte Spektrum der modernen Medizin abdeckt. An der Schneckenburgerstraße angekommen, radeln wir rechts und gleich wieder links in die Lucile-Grahn-Straße bis vor zum Prinzregentenplatz. Das kleine Stück bis zur Platzmitte schieben wir und nun befinden wir uns neben dem Prinzregententheater, das um die Jahrhundertwende von dem Architekten Max Littmann als repräsentativer Kulturbau für die Richard-Wagner-Festspiele errichtet wurde. Die Fassade lässt Elemente des Jugendstils sowie des Klassizismus erkennen. Wir stehen vor dem Theater, wechseln an der Ampel die Straßenseite und radeln in der Possartstraße weiter. Die Villen von Bogenhausen Vorbei an stattlichen Villen rechts und links führt uns der Weg bis zu einem kleinen Park, dem Shakespeareplatz, der zu einer kurzen Rast auf einer Bank, umgeben von schönen Blumen, einlädt. Wir radeln weiter bis zum Galileiplatz, an dem wir rechts in die Sternwartstraße einbiegen. Die Straßennamen weisen darauf hin, dass sich hier das Institut für Astronomie, Astrophysik und die Sternwarte der Ludwig-Maximilians-Universität befinden (s. Maxvorstadt-Tour, S. 23). Wir fahren über die Ismaninger- in die Hompestraße und folgen der Vorfahrt- in die Möhlstraße, die wir nach der Rechtskurve wieder verlassen und links in die Neuberghauserstraße einbiegen. Schon nähern wir uns dem alten Bogenhausen, dessen Geschichte sogar bis auf das 8. Jh. zurückgeht. Auf dem kleinen Friedhof der katholischen Pfarrkirche St. Georg sind berühmte Persönlichkeiten wie Liesl Karstadt, Walter Sedlmayr, Oskar Maria Graf, Rainer Werner Fassbinder und viele andere begraben (s. Berühmtheiten-Tour, S. 31). Wir fahren an der Kirche vorbei in die Parkanlage der Isarauen. Achtung - Hier müssen wir das Rad den steilen Weg mit eingebauten Stufen herunterschieben. Unten geht es linker Hand auf der Neuberghauser- bis zur Montgelasstraße, auf der wir ein Stück rechts bis zur nächsten Ampel fahren, wo wir diese überqueren. Der Herzogpark von Herzog Max in Bayern Von hier aus machen wir einen kurzen Ausflug in den Herzogpark, der schon seit dem 19. Jh. zur ersten Adresse der feinen Münchner Gesellschaft gehört. Im Auftrag von Graf Montgelas – Minister unter König Max I. (1799–1825) und Begründer des modernen Bayerns – wurde das Gelände von dem Gartenarchitekt Friedrich Ludwig von Sckell angelegt und schließlich von Herzog Max, dem Vater der späteren österreichischen Kaiserin Elisabeth (s. Berühmtheiten-Tour, S. 28), erworben. Als sich die herzogliche Familie den Park nicht mehr leisten konnte, wurde das Terrain in Baugrund umgewandelt, und bis heute gilt die Gegend als eine der vornehmsten der Stadt. Unser Abstecher führt uns über die Mauerkircherstraße und über den Kufsteinplatz in die Pienzenauer-, dann links in die Poschingerstraße und schließlich wieder links in die Thomas-Mann-Allee – Thomas Mann lebte nicht nur in Schwabing, sondern auch hier in der Hausnummer 10 mit seiner Familie (s. Berühmtheiten-Tour, S. 25) –, bis wir wieder zurück auf die Montgelasstraße kommen. Hier queren wir gleich rechts die Isar über die Max-Joseph-Brücke und fahren geradeaus in den Englischen Garten (s. NaTour, S. 52). Wir folgen der asphaltierten Straße durch den Park und kommen nach Schwabing. Von Alt-Bogenhausen nach Alt-Schwabing Gleich an der ersten Ampel nach dem Englischen Garten biegen wir rechts in die Königinstraße und nach ein paar Metern in die Mandlstraße, wo wir an dem aus Film und Fernsehen bekannten Standesamt in der Hausnummer 14 vorbeikommen. Bei der nächsten Gabelung biegen wir links ab in die Gunezrainerstraße und gelangen so auf direktem Wege in den Stadtkern von Alt-Schwabing, dessen Entstehung bis auf das 9. Jh. zurückreicht. Auf der linken Seite erblicken wir den Viereckhof, ein bereits Ende des 13. Jh. erwähntes Anwesen, dessen heutige Form auf einen Neubau von 1787 zurückgeht. Der Maibaum mit Wappenschildern der sieben bayerischen Diözesen weist darauf hin, dass der Hof heute in katholischem Besitz ist. Daneben sind aber auch typische Handwerkswappen zu bewundern. Es heißt, dass die im 19. Jh. hier ansässigen Künstler das Vieh des Hofs als lebendige Modelle für ihre Studien nahmen. Als Schwabing im 19. Jh. ein Zentrum der Bohème und der Avantgarde wurde und zahlreiche Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Lebenskünstler und Schauspieler anzog, lebten hier Persönlichkeiten wie Paul Klee, Thomas Mann oder Frank Wedekind, um nur einige zu nennen (s. Berühmtheiten-Tour, S. 25). Hier wurde das Kabarett geboren, hier war der revolutionäre Gedanke zu Hause, der sich besonders mit Hilfe des Satireblatts »Simplicissimus« ausleben konnte, und hier wurden dank Gräfin Franziska von Reventlow noch echte Skandale produziert, die als allein erziehende Mutter für damalige Verhältnisse ein äußerst unbürgerliches Leben führte. An der Kreuzung fahren wir rechts in die Feilitzsch-, wieder rechts in die Ursula- und gleich wieder rechts in die Haimhauserstraße. Linker Hand sehen wir die Haimhauser Grundschule, die um die Wende zum 20. Jahrhundert gebaut wurde, als durch den Bevölkerungszuwachs auch die Schulhäuser nicht mehr genug Platz boten. Im Eingangsbereich können wir zwei Bilder sehen, welche den Schulkindern bis heute die damals üblichen Lehrmethoden von Zuckerbrot und Peitsche eindrücklich vor Augen führen. Gleich gegenüber erblicken wir die alte Dorfkirche des Viertels, St. Sylvester, ein Kirchlein, dessen romanische Anfänge zurück in das 12. Jh. gehen und das im Laufe der Jahrhunderte immer wieder den jeweils aktuellen Baustilen angeglichen wurde. Im ruhigen Park der Kirche endet unsere Tour. Von hier sehen wir dem regen Treiben des bunten Viertels noch ein Weilchen zu und suchen uns aus dem reichen Angebot an Kneipen, Gasthäusern und Biergärten das Richtige für eine abschließende Einkehr aus.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied138 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGärtnerplatz, über Marienplatz (U/S-Bahnhof), Viktualienmarkt und Reichenbachstraße oder über Haltestelle Fraunhoferstraße ( U1/U2) und Reichenbachstraße
EndpunktMünchner Freiheit (U3/U6)
TourencharakterDiese Tour stellt uns einige der beliebtesten Viertel der Stadt vor, die teilweise auf eine Geschichte als Vororte für Industriebetriebe und Manufakturen zurückblicken, als sie hauptsächlich von Fabrikanten, Arbeitern oder Tagelöhnern frequentiert wurden. Erst in den letzten Jahrzehnten erlebten sie einen Imagewandel und wurden zu bunten und schillernden Szenevierteln mit reichem kulturellen und gastronomischen Angebot.
Beste Jahreszeit
Informationen
Die Dulten Ebenso wie die Geschichte der Au beginnt die der Dult bereits 1310, denn in diesem Jahr fand sie zum ersten Mal statt, aber erst seit 1905 gibt es sie regelmäßig auf dem Mariahilfplatz. Die Dult hatte damals die Bedeutung einer heutigen Handwerksmesse. Nach wie vor bieten um die 300 Kaufleute und Schausteller ihre Waren und Vergnügungen feil – Kleider und Bücher, Plunder und Antiquitäten, Geschirr und Töpfe sowie allerlei Köstlichkeiten locken immer wieder bis zu 100000 Menschen aus nah und fern an. Haidhausen Der Stadtteil Haidhausen war früher ein Herbergsviertel der Handwerker und Tagelöhner draußen vor den Toren der Stadt. Aufgrund des hohen Lehmaufkommens siedelten sich hier Maschinenfabriken an, aber auch Ziegelbrennereien, die z.B. am Bau der Frauenkirche beteiligt waren – der Gasteig knüpft mit seiner Gestaltung noch an diese Tradition an – sowie Brauereien, die im feuchten Lehm ideale Bedingungen für ihre Bierkeller fanden. Kurz vor Ende der Preysingstraße, in der Hausnummer 71, finden wir ein letztes Zeugnis dieser Zeit, den Kriechbaumhof, eine Herberge aus dem 16. Jh. Als erste Form des Eigenheims konnten Arbeiter und Handwerker hier Wohnungen und Zimmer für sich und ihre Familien kaufen. Heute befindet sich die Jugendorganisation des Deutschen Alpenvereins in dem Gebäude.

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