Um Miesbach

Etwas hügelige Rundtour um Miesbach, meist auf kleinen, wenig befahrenen Teerstraßen und Radwegen. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
42 km
300 m
4.00 h
Den Miesbacher Bahnhof im Rücken überqueren wir die Frühlingsstraße in die Rathausstraße und radeln dann in der Haidmühlstraße an der evangelischen Kirche, der Musikschule und dem Gymnasium vorbei stadtauswärts. Wir folgen rechts der Vorfahrtsstraße und überqueren die Eisenbahnschienen. Unmittelbar danach geht es links in den ansteigenden Weg Richtung Hausham. Wir gewinnen rasch an Höhe und erreichen jetzt mehrere, meist nur aus einem großen Bauernhaus und einem Austragshäuschen bestehende Weiler. So passieren wir Stoib und Schönberg und stoßen in Giesberg an eine kleine T-Kreuzung, in die wir links einbiegen. Von der kleinen Kirche am Wegrand haben wir einen herrlichen Blick in die Tegernseer und Schlierseer Berge. Auf dem Hauptweg bleibend biegen wir in Waldhof rechts Richtung »Gmund, Grund, Waldhof« ein, und dann geht es, bitte sehr vorsichtig!, steil nach unten. Immer noch hügelig radeln wir ins Tal der Mangfall dem Schild »Gmund« nach und stoßen im Talgrund auf eine weitere Teerstraße. Hier verläuft auch der M-Wasserweg, ein von den Münchner Stadtwerken ausgearbeiteter Radweg, der dem Weg des Münchner Trinkwassers von Gmund am Tegernsee nach München folgt. Wir folgen dem M-Wasserweg nach rechts und schon geht es parallel zur Mangfall dahin. Kurz vor Thalmühl, am Sägewerk, folgen wir dem Radwegschild links bergauf, überqueren die große Staatsstraße und fahren mit der Beschilderung »Münchner Wasserradweg« über Schmerold und Drahtzieher, danach rechts haltend und bergauf, nach Hummelsberg. Hier biegen wir erneut rechts ab, bleiben dann aber in Wall geradeaus und folgen nicht mehr dem Radwegschild. Über Wall und Loch geht es jetzt bergab, auf der Hauptstraße bleibend, zurück an die Ufer der Mangfall. Zur Weiterfahrt überqueren wir noch auf der Brücke den Fluss und biegen dann links in das ziemlich heruntergekommene Industriegebiet Müller am Baum ein. Das lassen wir zum Glück schnell hinter uns und radeln auf einem herrlich schattigen Radweg Richtung Norden. Die Mangfall fließt in unserer Nähe, auch wenn wir sie zunächst gar nicht sehen. Immer weiter geht es flussabwärts, bis wir ein gutes Stück nach der großen Lichtung mit dem runden Wasserschloss die Mangfall überqueren und wieder auf den Münchner Wasserradweg stoßen. Wir passieren die Wasserwerke, unterqueren die Bahn und dann geht es links zwischen Gleisen und Fluss bis Mühltal. Dort rechts über die Brücke weiter nach Weyarn. Die Klosterkirche wirkt von außen eher unscheinbar. Ihr Inneres ist ganz im Stil des Rokoko mit zartem Laub- und Bandwerkstuck geschmückt. Die meisten Besucher kommen jedoch, um die Skulpturen von Ignaz Günther zu besichtigen. Sie sind wohl seine berühmtesten Meisterwerke, und wer die Pieta genauer studiert, kann aus den feinen, ausdrucksstarken Gesichtszügen jede Menge lesen. In Weyarn biegen wir von der Hauptstraße links in die Wattersdorfer Straße. Wir radeln durch den gleichnamigen Ort, in dem einst ein Renaissanceschloss stand, weiter über Bruck und Kleinseeham an den Seehamer See, den wir im Uhrzeigersinn umrunden. Dabei kommen wir der Autobahn A 8 ganz nahe. Am Südufer radeln wir durch die Orte Brandberg und Pfisterer. Dann kommen wir über Reichersdorf, hier links und kurz darauf im Wald noch mal links nach Großpienzenau. In Großpienzenau biegen wir rechts in den Ort auf die Burgstraße ein und radeln dann gegenüber des Ehgartenwegs links in die kleinere Straße (ohne Namen) zwischen den Bauernhäusern. So überqueren wir die große Staatsstraße und erreichen auf einem Feldweg den Wald. Hier teilt sich der Weg, wir wählen den rechten, abwärts, und nun verlieren wir rasch, wenn auch holprig, einige Höhenmeter. Fast in der Talsohle, stoßen wir auf ein Bahngleis und damit wieder auf einen »zivilisierten« Radweg. Der verläuft nun nach links, entlang der Gleise, und wir erreichen über Wallenburg und eine schöne Allee die ersten Häuser von Miesbach. Wenn wir nun einfach in Gleisnähe bleiben, sind wir rasch wieder am Bahnhof zurück.

Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour42 km
Höhenunterschied300 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMiesbach, Bahnhof
EndpunktMiesbach
TourencharakterMiesbach ist ein typisches bayerisches Städtchen zwischen Tradition und Moderne. Seine günstige Lage in den ersten Hügeln zwischen Seen und Bergen, dem Miesbacher Oberland, sowie die Nähe zur Autobahn machen den Ort zu einem idealen Ausgangspunkt für viele Freizeitaktivitäten.
Hinweise
TRINKWASSER FÜR MILLIONEN. Die Münchner Wasserversorgung bestand bis 1875 aus einfachen Schachtbrunnen innerhalb der Stadt. München hatte damals fast 200 000 Einwohner, Kanalisation oder eine geregelte Müllentsorgung gab es noch nicht. Man kann sich vorstellen, von welch miserabler Qualität das Wasser war, das aus den Brunnen gefördert wurde. Regelmäßig wiederkehrende Typhus- und Cholera-Epidemien waren die unmittelbare Folge. Der Hygieniker Max von Pettenkofer hatte als Erster diese Zusammenhänge erkannt und forderte eine zentrale Versorgung der Stadt mit reinem Quellwasser. Das aber gab es in der Stadt und in der unmittelbaren Umgebung schon lange nicht mehr. So entschloss man sich, das Wasser aus dem immerhin 40 km entfernten Mangfalltal in der Nähe des Taubenbergs zu fassen und nach München zu leiten. Um ganz sicherzugehen, dass es einwandfrei war, musste der Bierbrauer Sedlmayer zuerst von 100 Hektolitern Quellwasser aus dem Mangfalltal Bier brauen. Nachdem die Qualität des Bieres zur Zufriedenheit der Münchner ausfiel, konnte der Bau beginnen; am 1. Mai 1883 war er vollendet.Praktischerweise liegen die Brunnenfassungen ein klein wenig höher als die Stadt München, so brauchte man keine Pumpen zu installieren. Mit einem Gefälle von 40 cm/km fließt das begehrte Nass nun innerhalb von acht Stunden an sein Ziel. Die Anlage war so großzügig ausgelegt, dass sie bis nach dem Zweiten Weltkrieg ausreichte, um die Großstadt München zu versorgen. Erst die rasante Entwicklung nach dem Krieg erforderte weitere Versorgungsanlagen im Umland von München. Das Gebiet im Mangfalltal ist jedoch bis heute eines der meistgenutzten und auch stark geschützten Einzugsgebiete des Münchner Wassers.
KartentippBayerisches Landesvermessungsamt, Blatt Mangfallgebirge, 1:50 000
VerkehrsanbindungVon München auf der A 8, Ausfahrt Miesbach; der Bahnhof liegt im Zentrum. Von München mit der BOB nach Miesbach.
GastronomieIn Miesbach gibt es viele Einkehrmöglichkeiten, Biergärten, bayerische Wirtshäuser, Eisdielen und Cafés. Direkt an der Mangfall liegt der Landgasthof Bruckmühle im Mühltal bei Weyarn.
Tipps
BADEMÖGLICHKEITEN: Seehamer See

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