Um Kempten

Reizvolle Rundtour entlang der Iller und dem Niedersonthofner See. Überwiegend auf unasphaltierten Radwegen und schmalen Nebenstraßen. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
32 km
200 m
3.00 h
Auf dem Illersteg queren wir gleich zu Beginn den Fluss und radeln auf der Kemptner Altstadtseite Richtung Süden. Um den richtigen Einstieg in den Illerradweg zu finden, folgen wir der Beschilderung mit dem kleinen weißen Quadrat. Sie führt uns zunächst durch die Illerstraße und geradeaus in die Brennergasse, die in die Seuterstraße übergeht. Dem Straßenverlauf folgen, über den Alten Holzplatz in die Kesselstraße. An deren Ende, wenn die Straße ansteigt, halten wir uns links auf dem schmäleren Radweg, der uns unter den Brücken hindurchführt. Auf dem Illerradweg Wir passieren einige Wehre, die einst vor allem für die in Kempten ansässige Textilindustrie erbaut wurden, aber noch heute zuverlässig Strom produzieren. Die Textilindustrie hat ihren Ursprung im großflächigen Flachsanbau des Allgäus. Der Begriff »Blaues Allgäu« (Flachs blüht blau) stammt aus dieser Zeit. Zuerst gab es überall Hauswebereien, die den Flachs zu Leinen verarbeiteten. Der kleine Nebenerwerb brach durch die Mechanisierung und den Import billiger Baumwolle zusammen. Diese wurde dann im 19. Jh. in den größeren Textilindustriebetrieben der Stadt Kempten weiterverarbeitet. Außer einigen zum Teil stark verfallenen historischen Industriegebäuden ist jedoch auch davon nicht mehr viel übrig geblieben.Flott geht es an der Iller entlang. Für die nächsten Kilometer begleiten uns der Fluss und seine Auenwälder. Wir passieren die kleine, fast einsam liegende Kirche St. Cosmas und Damian von Rauns. Ein Blick in ihr hübsches Inneres zeigt schöne gotische Figuren, darunter die Kirchenpatrone. Die Altäre stammen zwar aus späterer Zeit, harmonieren aber hervorragend mit den wertvollen Skulpturen.Nach einer weiteren Flussbiegung sehen wir am gegenüberliegenden Ufer den Kirchturm von Ried. Nun ist es nicht mehr weit, und wir verlassen bei Flusskilometer 116,8 die Iller nach rechts auf den Feldweg. Das nächste Ziel, den Kirchturm von Martinszell, haben wir direkt vor Augen. So erreichen wir die Illerstraße, die wir zum Gasthof Adler aufwärtsfahren. Direkt am Gasthof biegen wir links ein, die Serpentinen hinauf und können die breite B 19 sicher durch eine Unterführung nach Oberdorf queren. Den Ort durchradeln wir zunächst auf der Vorfahrtsstraße, biegen dann aber gleich nach den Gleisen rechts in die Seestraße ein. So erreichen wir den Niedersonthofner See am großen Badegelände. Nach einer kurzen Badepause radeln wir auf dem ab hier geschotterten Weg geradeaus weiter. An der nächsten Wegabzweigung biegen wir links zum See hinunter ab. Ein kleiner Steg verbindet den Mittleren und den Oberen See. Rückfahrt durch Allgäuer Siedlungen: Wir kommen zum Weiler Insel, wo wir nach rechts abbiegen. Danach steuern wir auf die Kirche von Memhölz zu. Vor dem Gasthaus zum Ochsen nach links und gleich wieder rechts sind wir kurz darauf in Wachters. Nun weiter über Wies, immer der Teerstraße nach, bis unser Weg bei Rohr in eine weitere Teerstraße mündet. Hier links, durch Rohr und der Beschilderung nach Walkerts folgen. Gleich nach der Unterquerung der B 12 biegen wir rechts ab und radeln nun stur für 3,2 km geradeaus über alle Kreuzungen. Nach dem kleinen Anstieg biegen wir an der Kreuzung rechts ab und radeln durch die Siedlung »Am Gersbühl« abwärts, bis wir an der großen Molkerei Edelweiß wieder auf eine große Kemptner Ausfallstraße treffen. Nun folgen wir nur noch links der Radwegbeschilderung ins Zentrum Kemptens zurück. Die Altstadt liegt direkt an der Iller, und so finden wir leicht zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Motto: Wandern am Wasser; Thermentour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour32 km
Höhenunterschied200 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKempten, Parkplatz am Illerstadion/Illerdamm, östliches Illerufer
EndpunktKempten
TourencharakterEine Traumtour mitten durchs Allgäuer Herzstück. Umgeben von Hügeln und trotzdem schön flach, mit Möglichkeit zum Baden im Niedersonthofner See und zum krönenden Abschluss viel Zeit für die Besichtigung Kemptens, der Metropole des Allgäus.
Hinweise
KEMPTEN – HAUPTSTADT DES ALLGÄUS. Kempten zählt zu den ältesten Städten Deutschlands. Die Gründung Kemptens geht auf die Eroberung des Alpenvorlandes durch die Römer um 15. v. Chr. zurück. Die Ausgrabungen der einstigen römischen Stadt Cambodunum sind heute im Archäologischen Park am östlichen Illerufer zu besichtigen. Wem nicht so sehr nach Geschichte ist, der bummelt nur durch die historischen Altstadtgassen rund um den Rathausplatz und den St.-Mang-Platz und besichtigt die Residenz mit dem Hofgarten und die St.-Lorenz-Basilika. Das dortige Chorgestühl besitzt einen ausgesprochen alpenländischen Charme: Wer genau hinsieht, entdeckt eine hölzerne schuhplattelnde Putte.
KartentippBayerisches Landesvermessungsamt, Blatt UK L17 Kempten und Umgebung, 1:50 000
VerkehrsanbindungVon München auf der A 96 bis Memmingen und weiter auf der A 7 nach Kempten oder ab Buchloe über die B 12. Zugverbindungen von München/Augsburg nach Kempten.
GastronomieAm Ende der Tour in Kempten gibt es jede Menge Möglichkeiten.Unterwegs ist der Landgasthof Adler in Martinszell sehr zu empfehlen. Hier gibt es einen schönen schattigen Biergarten und leckere Gerichte, vor allem gut bestückte Brotzeitbrettl.
Tipps
BADEMÖGLICHKEITEN: Am Badeplatz des Niedersonthofner Sees

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Wilfried und Lisa Bahnmüller

Radeln am Wasser im Allgäu

Forggensee, Alpsee, Hopfen- oder Grüntensee sind immer einen Badestopp wert. Doch lohnt es sich, vor dem erfrischenden Sprung ins kühle Nass die welligen Hügel des Allgäus mit den Kuhweiden und Almen zu erkunden. Lisa Bahnmüller hat die schönsten Touren entlang von Flüssen und Bächen, durch Berge und Täler recherchiert – reich bebildert und kundig beschrieben. Mit allen wichtigen Infos für unterwegs.

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