Um den Tegernsee

Kurze und leichte, fast ausschließlich flache Tour zum Großteil auf Radwegen rund um den Tegernsee. In den Orten ist vor allem an Wochenenden mit stärkerem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Viele Einkehr- und Besichtigungsmöglichkeiten während der Tour. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
19 km
160 m
2.00 h
Gegen den Uhrzeigersinn: Wir starten vom Gmunder Bahnhof und radeln Richtung Bad Wiessee. Nach dem Bahnübergang beginnt auf der rechten Seite ein Radweg. So erreichen wir über Gut Kaltenbrunn und das moderne Casino Bad Wiessee. In Bad Wiessee bleiben wir zunächst auf der Hauptstraße, biegen dann beim Schild »Schwefelquelle/Badepark« links ein und radeln am Ende rechts in die Adrian-Stoop-Straße zum Ortskern von Bad Wiessee. Nach dem großen modernen Mönchsboot-Brunnen am Lindenplatz biegen wir links ab und folgen den Schildern »Seestraße«. An den schönen alten Bauernhöfen vorbei geht es links in den Altwiesseer Weg. Wir passieren den Medical Park. Unmittelbar dahinter lohnt sich ein Abstecher in den Überfahrtweg zu dem ganz aus Glas und Holz konstruierten Aquadome. Innen ist es sehr dunkel und sphärische Klänge erfüllen den Raum. Dann hat sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt, und wir sind beeindruckt vom größten Süßwasser-Aquarium Bayerns. Hinter dicken Glaswänden sehen wir Karpfen, Saiblinge, Forellen, Rotfedern und Hechte. Anschließend umrunden wir die kleine Bucht Ringsee und folgen am Ufer dem Schild »Rottach-Egern«. Ein schmaler Weg führt über die Weißach und den Badestrand in den Ort. Rottach-Egern liegt malerisch am Fuß des Wallbergs, und die Kirche St. Laurentius spiegelt sich im Wasser. Viele Künstler ließen sich hier nieder. Entsprechend finden wir auf dem Friedhof jede Menge bekannte Namen. Den großen bayerischen Dichtern Ludwig Ganghofer und Ludwig Thoma sowie dem Kammersänger Leo Slezak hat man an der Uferpromenade ein Denkmal gesetzt. In der Ortsmitte biegen wir links in die Vorfahrtsstraße ein und radeln vorsichtig auf den für Radfahrer freigegebenen Gehsteig. Einen Abstecher unternehmen wir noch zur Halbinsel Point, wo wir eine der schönsten Aussichten über den See genießen oder am Sandstrand baden können. Danach erreichen wir relativ verkehrsberuhigt das Kloster Tegernsee mit seinem bekannten Bräustüberl.Jetzt folgt der letzte und etwas stressige Tourenabschnitt: Wir müssen uns ein Stück die Straße mit den Autos teilen. In Tegernsee können wir noch die kleine Kirche St. Quirin besichtigen. Um die Kirche rankt sich eine Legende: Um im Frühmittelalter ein Kloster berühmt und damit reich zu machen, bedurfte es »wundertätiger« Reliquien eines Heiligen. So eine fehlte den Tegernseer Mönchen aber, und sie baten in Rom um Unterstützung. 804 wurden dann die Gebeine des heiligen Quirinus aus Italien hierher gebracht. An der letzten Rast vor dem Kloster entsprang unter dem Wagen mit dem Sarg eine heilkräftige Quelle, über der man später die Kirche errichtete. Kurz nach der Kirche sind wir wieder in Gmund und haben den See einmal umrundet.

Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied160 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGmund am Tegernsee, Bahnhof
EndpunktGmund am Tegernsee
TourencharakterDiese Tour zählt zu den kürzesten Seeumrundungen in diesem Buch, denn aufgrund der vielen Ausflügler, die alle mit dem Auto an den Tegernsee wollen, macht eine erweiterte Radtour über die Zufahrtsstraßen wenig Sinn. Dagegen erreichen wir mit dem Fahrrad am Tegernsee Uferbereiche, die den Autofahrern verborgen bleiben. Deshalb lieber eine kurze und dafür umso intensivere Tegernseetour als weite Strecken mit Straßenverkehr.
Hinweise
EVENTS RUND UM DEN SEE. Rund um das Jahr gibt es am Tegernsee viele Veranstaltungen: Zu den schönsten zählen die Montgolfiade in Bad Wiessee, die Seefeste im Sommer mit Feuerwerk, Filmfestivals und der berühmte Rosstag von Rottach-Egern.DER SEE ZWISCHEN DEN BERGENKunsthistorisch am bedeutendsten ist die ehemalige Klosterkirche St. Quirin im Ort Tegernsee. Die Klostergründung reicht bis ins 8. Jh. zurück. Davon haben sich nur wenige Relikte erhalten, sie sind in der Sakristei zu finden. Die heutige Form und Ausstattung der Kirche entstand im Wesentlichen ab 1678 nach Plänen von Zuccalli. Die Ausmalung übernahm Hans Georg Asam. Auf den Deckenbildern wird neben Szenen aus dem Leben Christi die Gründungslegende erzählt. 1803 wurde das durch die Säkularisation aufgelöste Kloster vom bayerischen Staat an den Grafen Drechsel-Veufstetten für nur 5000 Gulden verkauft. 14 Jahre später verkaufte es der Graf gewinnbringend an König Max Joseph I. für die stolze Summe von 180 000 Gulden weiter. Max Joseph baute das Kloster zu seiner Sommerresidenz aus. Durch seine zahlreichen Besuche und die illustren Gäste entwickelte sich damals schon ein beachtlicher Fremdenverkehr. Ein beliebtes Ausflugsziel ist das angeschlossene Bräustüberl. Der Stammtisch ist jeden Abend von Einheimischen in wunderbaren Tegernseer Trachten besetzt.
KartentippKompass Karte Nr. 8 Tegernsee, 1:50 000
VerkehrsanbindungVon München auf der A 8, Ausfahrt Holz- kirchen, und weiter auf der B 318 Richtung Tegernsee und Gmund; der Bahnhof mit Parkplätzen liegt am Nordende des Sees. Mit der Bahn von München über Holzkirchen Richtung Tegernsee, Haltestelle Gmund.
GastronomieViele Restaurants, Gaststätten und Cafés rund um den See. Klassisch und immer wieder gut ist das Klosterbräustüberl in Tegernsee.
Tipps
BADEMÖGLICHKEITEN: An allen ausgewiesenen Stellen und in den Freibädern des Tegernsees. Eine schöne Saunalandschaft gibt es seit 2008 in Tegernsee: Monte& Mare mit Saunaschiff und Bootshaus mit Ruheräumen, www.seesauna.de

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Wilfried und Lisa Bahnmüller

Radeln am Wasser im Allgäu

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