Stadtteil-Rundfahrt Blankenese

S-Blankenese – Strandweg – Wittenbergen – Falkenstein – S-Blankenese (Autor: Günter Weigt)
11 km
205 m
1.00 h
Von Blankenese nach Wittenbergen und zurück.
S-Blankenese, Blankeneser Bahnhofstraße, Blankeneser Hauptstraße, Landungsbrücke »Bulln«, Strandweg, Falkensteiner Ufer, Wittenbergen, Auf dem Hochufer zum Falkenstein, Kösterbergstraße, S-Blankenese.
Wir verlassen den frisch renovierten Blankeneser Bahnhof – Baujahr 1866! – nach Westen, überqueren die Blankeneser Landstraße und radeln auf der Blankeneser Bahnhofstraße durch die quirlige Ortsmitte. Vorbei an der schlanken Blankeneser Kirche und zahlreichen Geschäften geht es Richtung Elbe – ein Stückchen müssen wir gegen die Einbahnstraße schieben. Oder wir umfahren sie links über die Auguste-Baur-Straße/Elbchaussee. An der Geestkante nehmen wir die schmale Blankeneser Hauptstraße und lassen uns vorsichtig hinabrollen. Sie ist zwar nicht sehr steil, aber es gilt unbedingt den Überblick zu wahren zwischen querenden Fußgängern, ausparkenden Autos und den kleinen Linienbussen, die alle paar Minuten zentimeterdicht an Mauern und Hausecken vorbei zur Elbe hinunterpreschen. Außerdem locken interessante Ein- und Ausblicke zwischen eng stehenden Häusern, die zum Teil nur auf Treppen zu erreichen sind; man wähnt sich eher in einer adriatischen Hafenstadt als im nüchternen Norddeutschland. In einer großen Schleife zieht sich die Blankeneser Hauptstraße den Hang hinunter (übrigens als Einbahnstraße; wenn Sie die Tour andersherum fahren, nehmen Sie den Mühlenberger Weg 800 Meter elbaufwärts, der bringt sie direkt zur Bahnhofstraße). Wir passieren die Traditionsgaststätte Sagebiel mit Kaffeegarten-Terrasse, zwängen uns zwischen Treppen und niedrigen alten Fischerhäusern hindurch und erreichen den Strandweg. Schräg links gegenüber schwimmt der Anlegeponton »Bulln« mit seinem Restaurant . Hier gibt es eine leckere Fischsuppe, wir genießen den Blick auf Elbe und Mühlenberger Loch, und plötzlich schiebt sich der riesige Bug eines Containerfrachters direkt vor den Fenstern vorbei ... Wir radeln den Strandweg elbabwärts, rechts eine Kette hochwassergeschützter Villen, links Sandstrand und Leuchtturm. Den Falkentaler Weg lassen wir rechts liegen – er führt zum steilen Waseberg, dem Härtetest beim jährlichen Cyclassic-Radrennen. Wir fahren geradeaus auf das Falkensteiner Ufer und passieren nacheinander die Hinterlassenschaften einer längst verblichenen Schiffsbergungsfirma, das Wrack eines hölzernen Frachters, das Pumpenhaus des alten Wasserwerks oben an der Kösterbergstraße, die dazugehörigen Absetzbecken – seit 2010 mit der Elbe verbunden und als Flachwasserbiotop eingerichtet – und ein nettes kleines Saison-Café mit selbst gebackenem Kuchen.
Der Strand am Falkensteiner Ufer wird breiter; hinter dem lang gestreckten Campingplatz – im Winter wegen der Sturmfluten abgesiedelt – biegen wir nach links auf das Rissener Ufer ab, direkt gegenüber dem Ende des Elbhöhenwegs. Es geht am Naturschutzgebiet »Wittenbergener Heide und Elbwiesen« und einigen Häusern vorbei zum Parkplatz am ehemaligen Wittenbergener Fährhaus.
Nach einer ausführlichen Pause geht es zurück und auf dem Wittenbergener Weg das Elbufer hinauf, dann rechts auf dem Tinsdaler Kirchenweg/Grotiusweg am Golfplatz vorbei und durch das waldreiche Gebiet um den Falkenstein. An der Einmündung des Falkensteiner Wegs gibt es zwei Möglichkeiten:
Wer seine Grenzen kennenlernen möchte, radelt ihn hinunter, dann nach links und 600 Meter am Falkensteiner Ufer entlang, links in den Falkentaler Weg und 300 harte Meter schnurgerade und steil den Waseberg hinauf. Am Ende des Wasebergs geht es nach links in die Richard-Dehmel-Straße und 100 Meter weiter rechts in die Oesterleystraße. Weiter s. u.
Wer seine Grenzen schon kennt, fährt weiter geradeaus in die Kösterbergstraße und am architektonisch aufwendig gestalteten alten Wasserwerk und dem Krankenhaus Tabea vorbei bis zur Blankeneser Landstraße. Dort geht es nach wenigen Metern rechts in die Richard-Dehmel-Straße. 400 Meter weiter biegen wir links in die Oesterleystraße und radeln durch die gehobene Villengegend mitten hinein ins Blankeneser Zentrum. Hinter dem feudalen Hesse- Park , bis 1926 im Besitz der gleichnamigen Blankeneser Bankiersfamilie, treffen wir wieder auf die Blankeneser Bahnhofstraße und biegen links ein.
Auf dem Elbhöhen-Wanderweg.
Eine oberschenkelstrapazierende Parallelstrecke zum Falkensteiner Ufer – nur 5,5 Kilometer lang, äußerst abwechslungsreich, anstrengend auch wegen mehrerer Treppenpassagen, aber fahrtechnisch und landschaftlich ein Hochgenuss. Planen Sie ruhig eine knappe Stunde dafür ein! Der Wanderweg am steilen Elbhang schlängelt sich durch lichten Hochwald zwischen Krankenhausgelände, riesigen Villengrundstücken und Parks hindurch nach Wittenbergen. Vorsicht: Es muss immer mit rutschigem Laub, Baumwurzeln und sandigen Stellen gerechnet werden!
Unser Spezialweg beginnt an der Blankeneser Landstraße zwischen Richard-Dehmel-Straße und Kösterbergstraße am Straßenschild Falkentaler Weg: Es geht am Beginn der Kreeken-Bahn (siehe Kasten S. 36) steil und zunächst gepflastert nach rechts unten, nach 150 Metern rechts steil hinauf und quer über einen befestigten Fußweg hinweg auf den breiten Wanderweg unterhalb des Krankenhauses Tabea. (Sie können von der Ecke Björnsonweg/Kösterbergstraße auch direkt auf diesen Weg gelangen.)
Wir folgen dem Weg und halten uns an der Gabelung rechts. Auf das folgende Holzbrückchen führen vier Treppenstufen hinauf – und 53 auf der anderen Seite wieder hinunter in den Römischen Garten, einen verspielten kleinen Park. Dahinter folgen rechts eine Treppenpassage mit Schiebemöglichkeit, die steile und sandige Querung eines kleinen Tals und eine Pseudo-Weggabelung: Beide Wege treffen sich nach wenigen Metern an einem asphaltierten Weg. Den radeln wir rechts hoch und überqueren nach 300 Metern den Falkensteiner Weg; unmittelbar dahinter führt uns der asphaltierte Siebenweg weiter am Hang entlang. Hinter seinem Ende biegen wir nach rechts und schieben das Rad auf eine lange Treppe mit vielen Absätzen; in halber Höhe führt links der Elbhöhenweg weiter.
An der nächsten Weggabelung gibt es eine Alternative: Wer sich noch eine Treppe zutraut, fährt rechts hoch zum Sven-Simon-Park, von Axel Springer im Gedenken an seinen früh verstorbenen Sohn gestiftet. Im Park halten wir uns tendenziell links und gelangen auf einem breiten Asphaltweg, von Kugellampen gesäumt, zum Puppenmuseum im Landhaus Michaelsen. Hinter dieser Villa im Bauhaus- beeinflussten 20er-Jahre-Stil radeln wir rechts in einen schmalen Weg mit Aussicht auf die Elbe – und treffen auf eine weitere lange Treppe. An deren Fuß geht’s nach links und in mehreren steilen Serpentinen hinunter zur Ecke Falkensteiner Ufer/Rissener Ufer, wo wir auf die Hauptroute treffen.
Wer sich die letzte Treppe sparen möchte, hält sich an der o. g. Gabelung links und kurvt unterhalb des Sven-Simon-Parks am Hang entlang bis zum Ende der Variante.
Seiteneinstieg in den Elbhöhenweg: Vom Strandweg aus in den Falkentaler Weg und nach 300 Metern links (Hinweisschild »Elbhöhenweg «). Oder den Falkensteiner Weg hinauf und kurz vor der Einmündung in die Kösterbergstraße links sehr spitzwinkelig in den Siebenweg.
Eine Bitte zum Schluss: Auf dem oft schmalen und unübersichtlichen Elbhöhenweg ist eine gute Portion Rücksichtnahme, Freundlichkeit und Gelassenheit gegenüber Fußgängern immer angebracht – Konflikte belasten die Stimmung auf beiden Seiten und bergen auf Dauer die Gefahr, dass der Wanderweg für Radfahrer konsequent gesperrt wird.

Tour auf einen Blick.
km 0 S-Blankenese, durch die Ortsmitte hinunter zur Elbe, km 2 Landungsbrücke am Strandweg, am Elbufer entlang nach Wittenbergen, km 6 Wittenbergen, vom Strand hinauf auf das Hochufer, km 8 Falkenstein, durch Villenviertel zurück in die Ortsmitte, km 12 S-Blankenese, Endpunkt der Tour.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied205 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
StartortBlankenese
AusgangspunktS-Blankenese
EndpunktS-Blankenese
TourencharakterAn den Elbhang geklebte weiße Villen, dezent präsentiertes Großbürgertum, alteingesessener Blankeneser Vorort-Adel: Man kennt sich, und wenn nicht, dann verbindet zumindest die Älteren das sorgsam gepflegte spitze »S« – hier wohnt man nicht profan am »Schtrandweg«, sondern selbstverständlich am »Strandweg«! Feinste Adressen und Blick auf die Elbe – so stellt man sich Blankenese vor. Natürlich hat Blankenese auch noch andere Seiten, und einige davon sehen wir uns auf unserer Rundtour genauer an. Anstrengend, aber ein landschaftlicher Leckerbissen: die Variante »Elbhöhen-Wanderweg«.
Hinweise
Baden. Wittenbergener Elbstrand; Freibad Marienhöhe (nördlich der Rissener Landstraße).
KartentippStadtplan Hamburg.
MarkierungenVariante: gelbe Elbhöhen-Wanderwegmarkierungen.
VerkehrsanbindungS-Bahn S 1.
GastronomieGaststätten, Restaurants und Cafés im Zentrum, am Strandweg, am Falkensteiner Ufer und in Wittenbergen.
Tipps
Kreeken. »Kreeken« sind schwere, flache Holzschlitten im Heringskisten-Design; im Winter »rüschen« (rodeln) Blankeneser Jungs zwischen 15 und 75 Jahren damit den steilen Schinckels Park hinunter.
Informationen
Kombinationen mit anderen Touren möglich.
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