Rundtour zum Möhnesee

Zunächst an L 745 flach durchs Möhnetal, z. T. auf Seitenstreifen, z. T. auf separatem Radweg; der Randweg am Möhnesee ist geteert und gut ausgebaut; über den Arnsberger Wald auf ungeteerten Forstwegen; der letzte Abschnitt ab Freizeitbad Nass folgt wieder dem RTRW; zur Staumauer und im Wald längere, aber moderate Steigungen. Hinweis: Wer sich die Steigungen im Wald sparen will, kann vom Möhnesee über Hinweg direkt nach Neheim zurückradeln. (Autor: Matthias Eickhoff)
28 km
120 m
2.00 h
Von Neheim zum Möhnesee und zurück: In Neheim von RTRW vor hölzerner Möhnebrücke schräg rechts hoch zur Möhnepforte und links über Mendener Straße zum Neheimer Markt (alternativ ist die Innenstadtroute zum Markt zu empfehlen, s. Etappe 4, S. 65). Links am Sauerländer Dom vorbei (s. Etappe 4, S. 66) und danach links in Möhnestraße. Dieser rund 1,5 km aus Neheim heraus folgen und kurz vor Straßenende rechts auf Radweg nach Moosfelde. Ab Ampelkreuzung zur Siedlung Moosfelde über Seitenstreifen der Landstraße ca. 2,5 km geradeaus bis Abzweig Steetsberg. Hier rechts durch die kleine Siedlung. Am Möhnekraftwerk geradeaus über Radweg unter L 745 hinweg und über Möhne nach Niederense. An Kreuzung geradeaus und am Supermarkt rechts auf Radweg, der recht holprig zur Landstraße nach Günne zurückführt. An Möhnebrücke ist ein Abstecher zur Klosterruine Himmelpforten empfehlenswert. Abstecher zur Klosterruine Himmelpforten: Rechts über Möhnebrücke bis Parkplatz auf linker Seite. Zurück zur Landstraße nach Günne. Ein kleiner Fußpfad führt zu einer Lichtung, auf der die Grundmauern der ehemaligen Zisterzienserinnenabtei Himmelpforten (Porta Coeli) zu erkennen sind. Die Klostergründung geht auf das Jahr 1246 und eine Stiftung von Gräfin Adelheid zurück, der Frau des Arnsberger Grafen Gottfried III. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Anlage in Brand geschossen, im 18. Jh. erneut aufgebaut, um dann 1804 säkularisiert zu werden. Die Kirche fand als Dorfpfarrei für Niederense neue Verwendung, doch 1943 wurde das ehemalige Kloster über Nacht durch die Sprengung der Möhnetalsperre weggeschwemmt. Seither dienen die Ruinen auch als Mahnmal. Die Anlage am Waldesrand wirkt heute geradezu idyllisch und verspricht dem Radfahrer reichlich Ruhe nach den vielen Straßenkilometern. Weitere 3,5 km entlang der Straße nach Günne. Auf halber Strecke beginnt links ein getrennter Radweg. Am Ortseingang fallen links oben am Hang die Hofanlage Schulte-Günne sowie die katholische Pfarrkirche ins Auge. Zu dem Ensemble gehört ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus von 1698. Rechts am Abzweig der Brüningser Straße lädt das LIZ zum Besuch ein. Das LIZ (Landschafts-Informations-Zentrum Wasser und Wald Möhnesee e. V.) wurde 1994 in den Räumen der stillgelegten Günner Maschinenmühle eröffnet und widmet sich den drei Erlebnisräumen Landschaft, Wasser und Wald. Auf interaktive Weise vermittelt das kinderfreundliche Umweltbildungszentrum spannendes Wissen über unsere Umwelt und die Region Möhnesee. Zudem wird ein kleiner Film über die Zerstörung der Möhnetalsperre 1943 gezeigt. Das Gebäude des LIZ hatte übrigens der Flutwelle damals standgehalten. Für 2009 ist eine beträchtliche Erweiterung des LIZ geplant. Über Möhnestraße geht es weiter bergan zur Staumauer der Möhnetalsperre.Die Möhnetalsperre gehört zu den bekanntesten Talsperren des Sauerlands und ist vor allem an Wochenenden ein beliebtes Ausflugsziel. Spaziergänger, Radfahrer und Skater erfreuen sich gemeinsam des gut ausgebauten Randwegs und genießen den herrlichen Panoramablick von der Staumauer. Die Geschichte der Talsperre beginnt 1899 mit der Gründung des Ruhrtalsperrenvereins. Der Wasserbedarf im explosionsartig wachsenden Ruhrgebiet war enorm gestiegen und so wurde der Bau von Talsperren ins Auge gefasst. Auf der Suche nach geeigneten Standorten geriet schließlich das Möhnetal in die engere Auswahl. Bereits 1906 fiel der Baubeschluss und rund 700 Menschen wurden aus dem Tal umgesiedelt. Nach fünf Jahren Bauzeit unter Federführung von Ernst Link wurde die Talsperre 1913 feierlich eingeweiht. Allein die technischen Daten sind imposant: Hinter der Sperrmauer mit einer Kronenlänge von 650 m können bis zu 134,5 Mio. Kubikmeter Wasser gestaut werden. Das ergibt eine Wasseroberfläche von 1037 ha. Bezogen auf die Staumenge ist im Bereich des Ruhrverbands nur die Biggetalsperre größer. Das Stauziel liegt bei 213,74 m Höhe, das Unterbecken liegt bei 183 m Höhe. Die größte Mauerhöhe beträgt jedoch 40,3 m. Durch die Wasserkraft werden zwei Kraftwerke betrieben, die zusammen 3,8 Megawatt Strom erzeugen und so rund 3000 Haushalte mit Elektrizität versorgen.Darüber hinaus hat der Möhnesee einen sehr hohen Freizeitwert. Segelfreunde und Surfer kommen genauso gerne wie Radfahrer und Wanderer, für die es zahlreiche markierte Wege gibt. Zugvögel machen vor allem im Heve-Seitenarm Rast, der unter Naturschutz gestellt wurde. Ein ohrenbetäubendes Spektakel bietet sich, wenn der seltene Fall eintritt, dass wegen Überfüllung die Überlaufventile an der Staumauer geöffnet werden. Dann zischen mächtige Wasserschwaden über die gesamte Mauerbreite donnernd in die Tiefe.Über Staumauer hinweg (Radfahrer bitte absteigen). Dann rund 3,5 km über geteerten Möhne-Randweg. Dabei geht es mehrfach auf und ab um diverse Seitenarme herum. Am Abzweig des R 43 rechts auf dem ausgeschilderten R 43 mäßig, aber stetig bergan Richtung Bruchhausen. In diesem Bereich hat der Orkan Kyrill im Januar 2007 schwer gewütet und große Schäden angerichtet. Schon im selben Sommer begann die Wiederaufforstung. Wir befinden uns nun mitten im 1961 eingerichteten Naturpark Arnsberger Wald, der sich auf 482 km² zwischen Möhne und Ruhr von Neheim im Westen bis Altenbüren im Osten erstreckt. Der rote Radpfeil weist nach rund 400 m halb rechts. Bis zur höchsten Stelle des geschotterten Wirtschaftsweges. Nach einer kleinen Zwischensenke an der nächsten Waldkreuzung geradeaus (R 41). Vorsicht bei der Abfahrt: Hölzerne Abflussrinnen liegen quer zur Fahrbahn. Schließlich biegt der R 41 im Wald links ab, unterquert die A 46 und erreicht am Waldrand den RuhrtalRadweg. Über die kleine Holzbrücke rechts zum Hüstener Freizeitbad Nass . Von dort die letzten 6 km über RTRW (s. Etappe 4, S. 63 ff) zurück zum Ausgangspunkt an der hölzernen Möhnebrücke in Neheim.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour28 km
Höhenunterschied120 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktNeheim
TourencharakterMächtig erhebt sich die Staumauer des Möhnesees über dem Tal. Dahinter erstreckt sich die wohl bekannteste Talsperre des Sauerlandes. Von der Staumauer bietet sich ein großartiger Ausblick auf den Haarstrang und die bewaldeten Höhen des Naturparks Arnsberger Wald.
Beste Jahreszeit
MarkierungenBis Möhnetalsperre keine eigene Markierung; dann rote Möhneseeufer-Tour; ab Möhnesee sind Arnsberg-Bruchhausen und R 43/41 ausgeschildert bis zum RTRW in Hüsten, danach RTRW-Beschilderung.
VerkehrsanbindungBahn: Von Dortmund/Hagen und Kassel/Winterberg regelmäßige Verbindungen mit RE 17/57 zum Bhf. Hüsten. Von dort ca. 3 km bis Startpunkt (größtenteils über RTRW). Auto: Über A 445/46 bis Abfahrt Neheim.
GastronomieArnsberg-Neheim: s. Etappe 4, S. 60. Möhnesee: Seehof Möhnesee, Möhne-str. 10, Tel. 02924/376, www.der-seehof-moehnesee.de (exzellentes und sehr beliebtes Restaurant direkt an der Staumauer, bekannt für hervorragende Fischgerichte; großes Panoramafenster und Terrasse).
Tipps
SchiffsrundfahrtDie »MS Möhnesee« startet vom Anleger an der Staumauer zu einer einstündigen Rundfahrt über den Möhnesee. Von Ostern bis Oktober steuert das Schiff das gegenüberliegende Ufer am Zugang zum Heve-Seitenarm an. Ein kleines Shuttle-Boot fährt sogar noch weiter bis nach Delecke und Körbecke, dem Hauptort am Möhnesee (Info: Personenschifffahrt Möhnesee, Tel. 0170/807 77 93, www.moehneschifffahrt.de, Saison: Ostern–Okt.).
Verleih
Arnsberg-Neheim: Zweirad Wierleuker, Werler Str. 4, Tel. 02932/830 84.
Informationen
Die Zerstörung der Möhnetalsperre 1943: In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 greift die britische Royal Air Force mit eigens entwickelten Spezialbomben mehrere deutsche Talsperren an, darunter die Möhnetalsperre. Ziel ist die nachhaltige Schwächung der Kriegsindustrie im Ruhrgebiet. Der Angriff hat Erfolg und in der Mitte der Staumauer entsteht ein riesiges Loch. Eine 10–12 m hohe Flutwelle wälzt sich das Tal hinab und richtet im mittleren Ruhrtal schwere Schäden an. Über 1200 Menschen sterben in der gewaltigen Flutwelle, viele Hundert von ihnen waren Gefangene in einem Zwangsarbeiterlager in Neheim. Noch in Schwerte ist die Flutwelle 3 m hoch, in Herdecke wird ein Pfeiler des Eisenbahnviadukts zerstört und selbst bei der Schleuse Blankenstein steht das Schleusenwärterhäuschen bis zum Dach im Wasser. Auch wenn die Talsperre schon im Sommer 1943 wieder repariert und im Oktober erneut in Betrieb gehen konnte, blieb der Angriff den Menschen im Ruhrtal bis heute im Gedächtnis und die Nazis erlitten damals einen großen Propagandaverlust.
Unterkunft
Möhnesee-Günne: Pension Thiele, Soester Str. 20, Tel. 02924/409, www.hof-thiele.de (schönes Fachwerk-Bauernhaus und ansprechende Ferienwohnung in Günne). Möhnesee-Theiningsen: Gasthof Schulte, Thingstr. 6, Tel. 02924/349, www.gasthof-schulte-moehnesee.de (vom ADFC empfohlener Bett&Bike-Betrieb auf den Höhen des Haarstrangs, ca. 1,5 km von Günne entfernt; eigene Hausschlachtung).
Tourismusbüro
Ense: Am Spring 4, 59469 Ense, Tel. 02938/980 0, post@gemeinde-ense.de, www.gemeinde-ense.de. Möhnesee: Küerbiker Str. 1, 59519 Möhnesee-Körbecke, Tel. 02924/497, info@moehnesee.de, www.moehnesee.de. Arnsberg: s. Etappe 4, S. 60.

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