Rundtour südlich von Pfünz

Abwechslungsreiche Rundtour mit einem längeren Anstieg auf Forstwegen bis Hofstetten, weiter auf landwirtschaftlich genutzten Wegen nach Böhmfeld und nach einem kurzen Anstieg eine längere Abfahrt auf einer wenig befahrenen Nebenstraße nach Arnsberg. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
Auf einer Anhöhe oberhalb von Pfünz bauten die Römer im Jahre 90 n.Chr. zunächst aus Holz ein Kastell, um den strategisch wichtigen Übergang über die Altmühl zu sichern. Obwohl das KastellVetoniana 60 Jahre später mit Steinen gemauert wurde, konnte man nicht verhindern, dass es 166 n.Chr. von den Markomannen überfallen und großteils zerstört wurde. Nach erneutem Aufbau im Jahr 183 n.Chr. erfolgte beim zweiten Alemanneneinfall im Jahre 233 n.Chr. die endgültige Zerstörung der etwa 145 x 189 Meter großen Befestigung. Nachdem ein Großteil der Grundmauern der Tortürme und Ecktürme noch vorhanden war, konnte das Kastell mit original Baumaterialien wieder nachgebaut werden. Türme und Wehrgänge sind heute den Besuchern zugänglich und vermitteln einen Eindruck der damaligen Situation. Am Nordtor beginnt ein Lehrpfad, der auch zu den Restendes Lagerdorfs und eines Tempels führt. Auf Schautafelnist viel über die Fundstücke zu erfahren, die heutegrößtenteils im Museum für Ur- und Frühgeschichteauf der Willibaldsburg in Eichstätt ausgestellt sind(siehe Tour 13).Wir radeln in Pfünz auf der Alten Dorfstraße in südwestlicherRichtung von der Altmühl weg in ein Seitental,das damals schon von den Römer benutzt wurde.Etwa 500 Meter nach den letzten Häusern zweigt halblinksein geschotterter Waldweg ab, dem wir folgen. Ingleichmäßigem Anstieg arbeiten wir uns den Hofstettner Forst hinauf.Im Bereich der Hochspannungsleitung geht es zunächsthalbrechts und dannimmer geradeausweiter, bis wir aufder Kruthstraße inHofstetten weiterzur Pfünzer Straßefahren. In Verlängerung der Pfünzer Straße folgt die Schlossstraße, in derrechter Hand im Kipferlerhof das Jura-Bauernhof-Museum untergebrachtist (Haus Nr. 19, Ostern–Mitte Oktober Di–Fr 14–16 Uhr,Sa u. So 14–17 Uhr geöffnet, www.jura-bauernhof-museum.de).Das Museum zeigt auf drei Stockwerken, in Nebengebäuden undim angrenzenden Garten wie eine Bauernfamilie vor 400 Jahren gelebt und gearbeitet hat. Überall sind die original Gerätschaftenausgestellt, sodass der Eindruck entsteht, die Bauern hätten geradeerst das Haus verlassen. Der Hof des Museums ist das richtigeAmbientefür Feste,Musikvorführungen undMärkte, die hierhäufig stattfinden.Von der Schlossstraße in Hofstetten biegen wir bei der Linderechts ab und radeln über die Felder in einer rasanten Abfahrt mitanschließendem steilen Anstieg nach Böhmfeld. Über die Hofstetterund Schambacher Straße sind wir gleich wieder aus demOrt heraus und kommen nach mehreren leichten Anstiegen undAbfahrten in das idyllisch gelegene Schambachtal. Bunt blühendeWiesen und schöne Waldpassagen wechseln einander ab. Ziemlichgenau 5 Kilometer hinter Böhmfeld gibt es linker Hand nacheiner Kurve eine Biberplattform zu erkunden. Die scheuen Tieresind zwar tagsüber nicht zu sehen, doch mit etwas Geduld undGlück kann man sie in den frühen Abendstunden entdecken. Zumindestist ihr Revier mit der bachabwärts liegenden Biberburggut einsehbar. Durch den kleinen Ort Schambach radeln wir amBach entlang bisnach Arnsberg, wo wir wieder auf die Altmühl treffen. Wer demSchloss Arnsberg einen Besuch abstatten möchte, muss etwa 500Meter vorher rechts abbiegen und der Straße folgen. Vom der im12. Jahrhundert erbauten Anlage bietet sich ein schöner Blick aufden Altmühlbogen bei Arnsberg.An der Altmühl angekommen, müssen wir zunächst ein kurzesStück flussabwärts radeln, um beim Sportplatz auf die andereUferseite zu gelangen. Danach geht es in gemütlicher Fahrt an derGungoldinger Wacholderheide vorbei auf dem ausgeschildertenAltmühlweg über Pfalzpaint und Walting zurück nach Pfünz.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour32 km
Höhenunterschied480 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortPfünz
AusgangspunktPfünz
Endpunkt Pfünz
Tourencharakter Viel Natur und Geschichte
Beste Jahreszeit
KartentippADFC-Regionalkarte Altmühltal/Ingolstadt,1:75 000
VerkehrsanbindungDer Freizeitbus verkehrt Mo– Fr in den frühen Abendstunden sowie am Wochenende mehrmals von Eichstätt nach Pfünz und nimmt dabei die Fahrräder mit (Info- Tel. 08421/972 10). Mit dem Auto A 9 München– Nürnberg bis zur Ausfahrt Ingolstadt-Nord bzw. Ausfahrt Altmühltal und weiter über Land nach Eichstätt.
GastronomieUnterwegs gibt es in fast allendurchfahrenen Ortenausgeschilderte Einkehrmöglichkeiten.
Informationen
Naturschutzgebiet: Gungoldinger WacholderheideIn der Nähe von Gungoldingkommen wir direkt an der Altmühl an einem Gebietvorbei, in dem zahlreiche Exemplare des Gemeinen Wacholders stehen. Diedunkelgrünen, einzelstehenden, strauchähnlichwachsenden Bäume hebensich deutlich vom hellen Grün der Wiesenhänge ab. Aus der Nähe kann man gut die 1–2 cm langen spitzen Nadeln erkennen. ZwischenApril und Juni entwickelt der Wacholder gelbe Blüten.Im Herbst sind darausdie Wacholderbeeren entstanden,die von den Vögelngerne gefressen unddadurch weiter verbreitetwerden. Seine große Verbreitungverdankt der Wacholderder intensiven Beweidungdurch Schafe, dieihn nicht abfressen, so dasser optimale Bedingungenzum Wachsen vorfindet. DerWacholder besitzt einelange Tradition: Im Mittelalternahm man im Vorbeigehenden Hut ab und währendder Weihnachtszeit hatman Wacholderzweige überder Türe zum Stall angebracht,um böse Geisterfernzuhalten.
Tourismusbüro
Tourismusverein Walting e.V., Pfünzer Straße 5, 85137 Walting, Tel. 08426/ 221, www.altmuehl-tourist.de
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