Rundtour südlich von Mindelheim

Leichtes Auf und Ab um die Mindel Abwechslungsreiche Rundtour überwiegend auf wenig befahrenen Nebenstraßen mit mehreren leichten Abfahrten und Anstiegen sowie einer Waldpassage. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
29 km
270 m
3.00 h
Wenig Verkehr und schöne Aussicht: Bevor die Straße steil nach Eggenthal hinunterführt, bleiben wir auf der Höhe und biegen rechts auf die Nebenstraße Richtung Willofs ab. Es folgt nur noch ein kurzer Anstieg, danach bewegen wir uns für die nächsten knapp 10 km auf einer relativ flachen Anhöhe. Die Straße ist kaum befahren, zudem bietet sich jetzt eine schöne Aussicht auf die Unterallgäuer Landschaft mit ihren leichten Hügeln. Über die Felder und Wiesen hinweg sind hin und wieder Bauernhöfe zu sehen; es ist sehr ruhig in dieser abgelegenen Gegend.Für einen kleinen Zwischenstopp bietet sich die Kulturrastätte Webams in dem gleichnamigen Weiler auf der rechten Straßenseite an. Hier werden in unregelmäßigen Abständen Kunstausstellungen, Theater und Konzerte geboten. Im Nebengebäude ist das Atelier der Künstlerin Menni Bachauer untergebracht, die mit ihren Skulpturen über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist.Hügelige Landschaft: Die Nebenstraße führt im weiteren Verlauf an mehreren kleinen Weilern wie Beschaunen, Rufen, Heißen und Wielands vorbei. Doch außer einigen Landwirten mit ihren Traktoren sind kaum andere Leute mit dem Auto unterwegs. So können wir uns gemütlich auf das leichte Auf und Ab in der hügeligen Landschaft einlassen.In Willofs, dem nächsten größeren Ort, biegen wir rechts nach Eglofs ab. Dort steht links neben der Straße eine Töpferei, in der viele kunstvoll hergestellte Waren ausgestellt sind. An der nächsten Abzweigung geht es rechts in den Weiler Wolfs (Wegweiser Neuenried). Knapp 1 km nach den letzten Häusern nehmen wir beim Waldrand links einen geschotterten Weg (Wegweiser R1-R2), der in den Holzer Wald hineinführt. An der Abzweigung im Forst können wir sowohl links als auch rechts fahren, beide Wege kommen bald wieder zusammen.Pause auf der Waldlichtung: Mitten auf einer sonnigen Waldlichtung steht die Elderschacher-Hütte. An dem Tisch davor können wir bei einer Pause unsere mitgebrachte Brotzeit verzehren. Sollte der Rastplatz belegt sein, bietet sich wenig später an der Allgeierschlag-Hütte nochmals die gleiche Möglichkeit. Hier plätschert sogar ein kleiner Brunnen im Hintergrund. Auf jeden Fall sollte man sich am Barometer an der Hüttenaußenwand die Wetterprognose für den Tag einholen ... Am anderen Ende des Waldes durchfahren wir zunächst das Dorf Wineden und kommen anschließend nach Buchenbrunn. Dort nehmen wir die Serpentine nach Hinterbuchenbrunn und zweigen im Ort links auf eine Nebenstraße, auf der wir am Waldrand entlang in Richtung Köngetried radeln. Etwa nach 2 km biegen wir an einer beschilderten Abzweigung rechts ab und fahren einen steilen Weg hinunter zur Katzbrui-Mühle, an der wir es uns an einem der Tische im Freien gemütlich machen können. Täglich ab 11 Uhr werden hier kalte Getränke, warme Gerichte und hausgemachtes Brot serviert. Die Wirtin klärt uns über den eigenwilligen Namen Katzbrui und dessen vermutliche Bedeutung auf: Demnach könnte er sich auf den Begriff »Katzengold« beziehen, der etwas Wertloses meint. So gesehen wäre der Ort durch die abgelegene Tallage etwas Unbrauchbares. »Katz« nennt man aber auch gerollten Flachs. Zudem fällt bei der Flachsherstellung eine übel riechende »Brühe« an. »Katzbrui« könnte daher auch ein Ort gewesen sein, an dem Flachs produziert wurde. Ganz sicher ist nicht, was wirklich gemeint war. Einzige Mühle dieser Art in Süddeutschland: Seit dem 17. Jahrhundert wird in der Katzbrui-Mühle Getreide gemahlen. Technisch handelt es sich um eine selten anzutreffende Ständerbohlen-Mühle. Weil zudem das Dach mit Holzschindeln bedeckt ist, gibt es im ganzen Alpenvorland nur eine einzige Mühle dieser Art. In dem eingerichteten Museum zeugen sehr viele Exponate von der früheren Arbeit der Müllerfamilie. Hinter dem Haus dreht sich noch heute das riesige Mühlrad im Wasser. Von der Katzbrui-Mühle nehmen wir auf der gegenüberliegenden Seite den Weg zur Quelle und radeln rechts davon auf einem Forstweg schräg den Hang hinauf. Durch den etwas lichten Wald kommen wir in den Weiler Bittenau. Hier geht es rechts auf der Autostraße zunächst in Richtung Süden. Kurz vor dem Ende der Geraden biegen wir rechts ab und kommen über die Felder zurück nach Oberegg, das wir schon von weitem sehen können.

Dauer:

3 Oberegg – Eggenthal 0,5 Std. – Willofs 0,75 Std. – Wineden 0,75 Std. – Katzbrui

0,5 Std. – Oberegg 0,5 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour29 km
Höhenunterschied270 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOberegg.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDas Unterallgäu ist geprägt durch sanfte Hügel und breite Flusstäler. Durch bunt blühende Wiesen, fruchtbare Felder und dichte Wälder finden sich herrliche Radstrecken abseits der großen Verkehrsströme. In Oberegg kommen wir auf der Landstraße nach Bayersried gleich in den Genuss einer schönen Abfahrt, doch leider müssen wir diese Höhenmeter im weiteren Verlauf Richtung Eggenthal wieder mühsam zurückerobern. An einer etwas steileren Stelle kann man das Rad notfalls auch schieben.
Hinweise
Dauer: 3 Oberegg – Eggenthal 0,5 Std. – Willofs 0,75 Std. – Wineden 0,75 Std. – Katzbrui 0,5 Std. – Oberegg 0,5 Std.
KartentippADFC-Regionalkarte Allgäu, 1:75000.
VerkehrsanbindungAuf der Autobahn A96 München–Lindau bis zur Ausfahrt Mindelheim und dann über die B16 nach Dirlewang. Von dort auf der Landstraße über Unteregg nach Oberegg; im Ort am Straßenrand parken.
GastronomieUnterwegs findet man nur wenige Gaststätten, die zudem unter der Woche tagsüber häufig geschlossen sind. Einzige Ausnahme ist die Alte Mühle in Katzbrui, in der tgl. ab 11 Uhr kalte und warme Gerichte serviert werden.
Tipps
Zwischen Rosen und Heilkräutern: Der Kreislehrgarten am Hohen Schloss in Bad Grönenbach ist mit insgesamt 150 Bäumen und Sträuchern, 1100 Buxen, 390 Rosen, 50 Obstbäumen, 1800 Blütenstauden sowie 2300 Kräutern und Wildstauden bepflanzt. Darunter befinden sich die großfruchtige Kornelkirsche oder blaue Tomaten oder der Kuchenbaum, dessen Blätter Lebkuchendüfte verbreiten. Insbesondere der Kräutergarten, in dem regelmäßig Führungen stattfinden, wird von den Besuchern stark frequentiert.Originalton AllgäuDer Allgäuer Dialekt mag für fremde Ohren etwas unverständlich klingen, deshalb hier einige einheimische Begriffe und ihre »Übersetzung« ins Hochdeutsche. »Bodabira« sind Kartoffeln, »lugen« heißt schauen, »it« bedeutet nicht und »blos« nur. Wenn die Einheimischen »hudeln«, dann haben sie es eilig, und beim »Jucken« springen sie hoch.
Tourismusbüro
Touristinformation, Maximilianstraße 26, 87719 Mindelheim, Tel. 08261/991520, www.tourismus-mindelheim.de bzw. www.unterallgaeu.de
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