Radtour im Steigerwald

Rundtour südlich von Höchstadt an der Aisch

Die Karpfentour - Gemütliche Rundtour auf Forststraßen, landwirtschaftlich genutzten Wegen und einigen wenig befahrenen Autostraßen. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
19 km
120 m
2.00 h
Die Fahrt entlang der Karpfenweiher südlich von Höchstadt an der Aisch ist gemütlich und entspannend zugleich, denn die idyllisch gelegenen Gewässer strahlen eine große Ruhe aus. Die Karpfengerichte der Region um Höchstadt an der Aisch sind weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Obwohl der Karpfen traditionsgemäß eine Fastenspeise ist und nur in den Monaten mit einem »r« verspeist werden sollte, gibt es in dieser Gegend genügend Gaststätten, die den Fisch auch außerhalb der Monate September bis April servieren. Auf den Tisch kommt der Karpfen entweder »blau« oder gebacken, zuvor wird er einschließlich der Schwanzflosse halbiert. Für Radler empfiehlt sich daher, auf dieser Tour unterwegs nicht zu viel zu essen, um hinterher den großen Hunger mit einem Karpfengericht stillen zu können.

Von der Stadt hinaus in den Wald

Vom Parkplatz beim Friedhof in Höchstadt an der Aisch radeln wir parallel zur Aisch in östlicher Richtung. Anfangs geht es durch einen kleinen Park, später passieren wir die historische Stadtmauer. Kurz darauf erreichen wir eine schön gemauerte Steinbrücke, auf der wir rechts die Aisch überqueren. Auf der anderen Seite halten wir uns links, überqueren die Hauptstraße und fahren geradeaus auf einem landwirtschaftlich genutzten Weg weiter in Richtung Osten. Nach etwa 600 Metern biegen wir rechts ab. An der vor uns liegenden Fabrik angekommen, überqueren wir eine Hauptstraße und radeln auf der Bachhofener Straße ansteigend immer geradeaus durch das Wohngebiet. Oben zweigen wir beim Lerchenweg links ab und nehmen dann kurz vor dem Sportplatz wieder links den Forstweg in den Bürgerwald.

Das erste Stück steigt zwischendurch ordentlich an, doch unter den großen Kiefern am Wegesrand bieten sich zahlreiche Gelegenheiten für eine kleine Pause. Im Sommer sorgen Blaubeeren für eine leckere kleine Zwischenmahlzeit. Nach rund zwei Kilometern wird es wieder abschüssig und so erreichen wir den Waldrand im Nu. Kurz hinter den letzten Bäumen zweigen wir links ab Richtung Poppenwind.

Wenig später kommen wir an den ersten Karpfenteichen vorbei.Seltene Vögel beobachten In Poppenwind halten wir uns rechts und verlassen beim Gasthof Walter nochmals rechts wieder den Ort. Eine Tafel am Wegesrand verrät uns, dass wir ein Naturschutzgebiet vor uns haben, in dem seltene Vögel wie Droselrohrsänger, Blesshuhn und Kiebitz beheimatet sind. Nun erreichen wir den schönsten Abschnitt dieser Tour: die sich aneinander reihenden Karpfenweiher.

An zwei Stellen radelt man wie auf einem Damm, denn die Weiher reichen von beiden Seiten an den Weg heran. Karpfen hingegen werden wir nicht zu Gesicht bekommen, denn der Fisch ist immer im Schlamm unterwegs und ernährt sich dort von Larven, Wasserasseln, Wasserspinnen, Schnecken, Muscheln und Schlammröhrenwürmern. Man kann zumindest erkennen, dass Karpfen im Teich sind, wenn das Wasser vom aufgewühlten Schlamm trüb ist.

Die Geschichte der Karpfen

Karpfenteiche in der Region gibt es bereits seit dem Mittelalter. Großgrundbesitzer, darunter viele Klöster, kamen auf die Idee, auf dem kargen Boden Mulden auszuheben und Teiche zu bauen. Weil der Grund sehr wasserundurchlässig ist, füllten sich die Teiche durch den Regen auf ganz natürliche Weise – sie wurden deshalb auch »Himmelsweiher« genannt. Da zur damaligen Zeit durch die vielen Fastentage mehr Fisch auf den Teller kam, war die Karpfenzucht eine gute Einnahmequelle.

An der Beliebtheit des Karpfens als Speisefisch hat sich auch heute nichts geändert. Der Fisch, der normalerweise mehrere Jahrzehnte alt und über einen Meter lang werden kann, hat einen relativ kurzen Körper mit einem hohen Rücken und ein ziemlich kleines Maul. Da Karpfen schwer zu angeln sind, werden die Fischteiche einmal im Jahr abgelassen und die Fische mit einem Netz aus dem Schlamm geholt und zum Fischhändler gebracht. Danach füllt man den Teich durch ein ausgeklügeltes Netz an Bachläufen wieder auf und setzt zweijährige Karpfen ein, die im Jahr darauf dann mit einem Gewicht von etwas über einem Kilogramm wieder abgefischt werden.

Übers Land zurück

Etwa 150 Meter vor dem Gehöft Mohrenhof biegen wir links auf einen Plattenweg in das rund zwei Kilometer entfernte Hesselberg. Hier geht es links in Richtung Neuhaus, doch schon 200 Meter nach dem Ort nehmen wir den landwirtschaftlich genutzten Weg zurück nach Poppelwind. Dort fahren wir jetzt jedoch nicht den gleichen Weg zurück, den wir gekommen sind, sondern radeln auf der Autostraße rechts über Krausenbechhofen nach Gremsdorf.

An der Hauptstraße fahren wir rechts und biegen nach 150 Metern links in eine Nebenstraße. Bereits an der nächsten Straße geht es rechts und dann gleich wieder links. Daraufhin erreichen wir eine Brücke über die Aisch. Etwa 300 Meter weiter halten wir uns links und gelangen auf einem landwirtschaftlich genutzten Weg zurück nach Höchstadt an der Aisch.

Dauer: Höchstadt an der Aisch – Poppenwind 0,75 Std. – Hasselberg 0,25 Std. – Poppenwind 0,25 Std. – Höchstadt an der Aisch 0,75 Std.
 

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied120 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktFriedhof in Höchstadt an der Aisch.
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippADFC-Regionalkarte Nürnberg/Mittelfranken, 1:75000.
VerkehrsanbindungHöchstadt an der Aisch ist leider nur mit dem Bus von Erlangen zu erreichen. Mit dem Auto auf der Autobahn A3 bis zur Ausfahrt Höchstadt. Beim Friedhof am südlichen Ortsrand findet man genügend Parkplätze.
GastronomieUnterwegs gibt es leider keine Einkehrmöglichkeiten.
Tipps
Karpfen zu Hause Zubereiten: Es empfiehlt sich, den Karpfen beim Kauf bereits ausnehmen und halbieren zu lassen. Die mitgebrachten Karpfenhälften mit einem Küchentuch gut trocknen, anschließend auf beiden Seiten salzen und pfeffern. Nachdem man sie in Mehl gewendet hat, werden sie in einer tiefen Pfanne in reichlich heißem Butterschmalz gebraten. Sobald die Außenschicht eine goldbraune Farbe annimmt, kann man sie herausnehmen und das Fett gut abtropfen lassen. Zum Garnieren nimmt man Petersilie und Zitronenscheiben. Als Beilage eignet sich am besten Kartoffelsalat und gemischter Salat. Wer möchte, kann auch ein Glas weißen Frankenwein dazu trinken.Baden wie im MeerDas Wellenbad am Kieferndorfer Weg in Höchstadt an der Aisch ist von Mai bis September täglich geöffnet. Hier kann man nach der Radtour sehr preisgünstig ein schönes Bad nehmen. Weitere Infos unter Tel. 09193/2895.
Informationen
Wer auf der Rückfahrt die Autostraße ab Poppelwind vermeiden möchte, kann auch dieselbe Route wie auf der Hinfahrt durch den Bürgerwald nehmen.
Tourismusbüro
Stadtverwaltung Höchstadt, Abteilung Fremdenverkehr, Marktplatz 5, 91315 Höchstadt an der Aisch, Tel. 09193/626129, Fax 626153, www.hoechstadt.de
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