Rundtour in Pfronten

Die 3-Täler-Tour Etwas längere Rundtour mit einem kurzen, steilen Anstieg, an dem das Rad geschoben werden muss. Bis Rehsteig fährt man meist ansteigend auf Forstwegen, im Tannheimer Tal flach auf asphaltierten Radwegen und von Grän bis Pfronten hat man eine Abfahrt auf einer Autostraße vor sich. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
Durch das Vilstal: Im Pfrontener Ortsteil Ried radeln wir auf der Vilstalstraße in westlicher Richtung aus dem Ort. Anfangs begegnen uns noch einige Autos, doch am Ende der Asphaltstraße ist damit Ruhe. Auf dem anschließenden Forstweg fahren wir im schattigen Wald leicht bergauf, begleitet vom Rauschen der Vils. Nach etwa einer halben Stunde Fahrzeit wird der Weg flacher und das Tal weitet sich etwas. Vor uns liegen einige Weiden, auf denen Kühe unterwegs sind. Im Hintergrund ist der Kalbele-Hof zu sehen, der sich beim Annähern als Einkehr entpuppt. Mit Blick auf den Kienberg können wir uns auf der Terrasse zu einem Glas Milch oder einem Speckbrot niederlassen. Neben den Kühen halten die Senner auch Schweine und Gänse, die sich vor dem Haus im Freien aufhalten. Etwa 1 km nach dem Kalbele-Hof geht es rechts zunächst etwas steil auf den Talboden hinab. Dort wird auf einer Brücke die Vils überquert. Anschließend folgt das schwerste Stück dieser Tour, auf einer Länge von ca. 350m muss das Rad einen steilen Pfad hinaufgeschoben werden. Damit ist allerdings auch schon der größte Teil der Höhenmeter geschafft. Oben kommen wir direkt bei den ersten Häusern von Rehbach an, im gleichnamigen Gasthof kann man sich von dem schweißtreibenden Anstieg erholen.Unterwegs im Tannheimer Tal: In Rehbach beginnt der flache Teil der Tour, auf einer asphaltierten Nebenstraße rollen wir durch die Wiesen ins Tannheimer Tal. Rundherum sind zahlreiche 2000er-Gipfel des Voralpenlands zu sehen. Ab Schattwald nehmen wir den geteerten Radweg, der über Zöblen nach Tannheim führt. Hier beginnt der Abstecher durch den Ort hinauf zum Vilsalpsee. Die Fahrt dorthin erfolgt auf einer 5 km langen und für den öffentlichen Verkehr gesperrten Straße. Der Anstieg ist moderat und das herrlich gelegene Gewässer inmitten der Berge, darunter die Leilachspitze (2274 m), die Lachenspitze (2126 m), das Rauhhorn (2241 m) und das Gaishorn (2247 m), ist bald erreicht. Zum Ausspannen gibt es Einkehren, Bootsverleih und die Möglichkeit, im Vilsalpsee zu baden. Wer möchte, kann auch zu Fuß in gut einer Stunde den See umrunden. Da wir hier den höchsten Punkt der Tour erreicht haben, folgt als Nächstes eine rasante Abfahrt auf demselben Weg zurück nach Tannheim. Wieder auf dem Radweg angekommen, halten wir uns rechts und radeln weiter in das ca. 5 km entfernte Grän.Zurück durch das Engetal: Auf der südlichen Seite dieses Orts erreichen wir nach einem kurzen Anstieg am Waldrand entlang die Autostraße zurück nach Pfronten. Die Stärke des Autoverkehrs hängt sehr von der Tageszeit ab, ab dem Spätnachmittag nimmt sie Richtung Pfronten deutlich zu. Auf der anderen Seite rollen wir fast die ganze Strecke bergab, sodass wir mit dem fließenden Verkehr fast mithalten können. Zudem gibt es immer wieder Möglichkeiten, um auf Rad- und Forstwege neben der Straße auszuweichen. Gleich bei den ersten Häusern des Pfrontener Ortsteils Dorf biegen wir links auf die Kienbergstraße, halten uns beim Dorfweiher links und erreichen wenig später unseren Ausgangspunkt an der Vilstalstraße.

Dauer:

4 Pfronten – Rehbach 1,5 Std. – Tannheim 0,75 Std. – Vilsalpsee 0,5 Std. – Pfronten

1,25 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour45 km
Höhenunterschied450 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPfronten Ortsteil Ried.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDie Aufteilung der Strecke ist ideal: Zuerst kommt der Anstieg durch das schattige Vilstal, dann folgt die flache Passage durch das sonnige Tannheimer Tal mit Bademöglichkeit im Vilsalpsee und zum Abschluss geht es in einer bequemen Abfahrt durch das Engetal wieder nach Pfronten zurück. Das Vilstal – zwischen Pfronten und Rehbach liegend – ist vom Kienberg (1534 m) im Süden und vom Edelsberg (1629 m) im Norden eingeschlossen. Die Vils, ein munter plätschernder Bach, entwässert den Vilsalpsee, den höchsten Punkt auf dieser Tour. Über das Vilstal gibt es die Sage vom Scheidbachmann, benannt nach einem kleinen Bach, der vom Edelsberg kommend in die Vils mündet. Besagter Scheidbachmann jauchzte immer von der Ferne und wenn man zurückjauchzte, war er umgehend zur Stelle, verfolgte die Vorlauten und brachte sie vom Weg ab. In der Dunkelheit sprang er manchem auf den Rücken und ließ sich durch die Gegend tragen, bis dieser erschöpft zusammenbrach. Dies ist eine Vorwarnung an alle Radler, die sich in der Dämmerung noch auf dem Weg befinden. Manch einer meint auch tagsüber, der Scheidbachmann würde beim Anstieg nach Rehbach tatsächlich hinten auf dem Gepäckträger sitzen, so steil führt der Weg an einer Stelle nach oben. Abschrecken sollte das allerdings keinen von dieser herrlichen Tour.
Hinweise
Dauer: 4 Pfronten – Rehbach 1,5 Std. – Tannheim 0,75 Std. – Vilsalpsee 0,5 Std. – Pfronten 1,25 Std.
KartentippADFC-Regionalkarte Allgäu, 1:75000.
VerkehrsanbindungStündliche Bahnverbindung auf der Strecke Kempten–Reuthe in Tirol mit Halt in Pfronten-Ried. Mit dem Auto auf der Autobahn A7 Ulm–Kempten bis zur Ausfahrt Oy-Mittelberg oder aus Richtung München auf der Autobahn A96 bis Landsberg und weiter auf der Bundesstraße über Füssen nach Pfronten. Im Ortsteil Ried parkt man am besten entlang der Vilstalstraße oder beim Tennisplatz.
GastronomieUnterwegs gibt es Einkehrmöglichkeiten im Vilstal (Kalbele-Hof), in Rehbach, in allen durchfahrenen Orten im Tannheimer Tal sowie am Vilsalpsee.
Tipps
Die Kräuterstangen: Nach einem uralten Brauch sammeln die Pfrontener Kräuter- und Trachtenfrauen jedes Jahr zu Mariä Himmelfahrt Pflanzen und Kräuter und binden diese zu hohen, säulenförmigen Kräuterstangen zusammen. Die auch »Kräuterboschen« genannten Gebinde bestehen hauptsächlich aus Baldrian, Arnika, Kamille, Johanniskraut, Schafgarbe, Wermut, Margarite, Pfefferminze, Raute und Wegwarte. In der Mitte steckt meistens eine Königskerze und ganz oben eine Rose. Die geweihten Kräuterstangen sollen gegen Gewitter, Krankheiten und für gute Ernte sowie Eheglück helfen.Das FuirspringenMit dem Satz »Griaß Gott, brauch'ba koi gweichts Fuir?« sind am Samstag nach Karfreitag Pfrontener Buben nach alter Tradition von Haustür zu Haustür unterwegs. In der Hand halten sie ein zuvor in der Kirche geweihtes brennendes Buchenholz, mit dem sie im Haus eine Kerze anzünden. Dafür erhalten sie dann eine Geldspende.
Informationen
Wegen des Grenzübertritts nach Österreich Ausweis mitführen.
Tourismusbüro
Pfronten Tourismus, Vilstalstraße 2, 87459 Pfronten Tel. 08363/69888, Fax 69866, www.pfronten.de; Tourismusverband Tannheimer Tal, Oberhöfen 110, A-6675 Tannheim, Tel. 0043/5675/62200, www.tannheimertal.com
Tags: 
Mehr zum Thema