Rundtour durch die Rostocker Heide

Ebene Rundtour durch die bewaldete Rostocker Heide mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. (Autor: Michael Graf)
42 km
292 m
5.00 h
In Graal-Müritz radeln wir zum am östlichen Ende liegenden Bahnhof und dort geradeaus weiter. Anschließend gelangt man in einen Wald und hält sich weiter geradeaus. An einem ehemaligen Militärgelände vorbei, von dem noch ein alter Wachturm und die Begrenzungen stehen, erreicht man bei der folgenden Autostraße einen gekiesten Radweg, dem man nach rechts folgt. Am ersten Haus in Klein Müritz biegen wir rechts in einen Sandweg ein, der wieder in den Wald führt. Nun geht es durch die Rostocker Heide im Nordosten der Hansestadt Rostock. Die Stadt erwarb das 400km2 große Gebiet 1252 von Fürst BorwinIII. und seit dieser Zeit ist es städtischer Besitz und trägt den Namen der Stadt. Die Heide darf man sich nicht als baumlose, mit Heidekraut bewachsenes Gelände vorstellen, es ist vielmehr eines der letzten großen Waldgebiete an der deutschen Ostseeküste. Nadelwald, Mischwald, Moor- und Heidelandschaften wechseln sich in diesem Landschaftsschutzgebiet ab. An einer Waldwegkreuzung mit Schranke, die nur Wanderbeschilderungen aufweist, fahren wir links und gelangen so nach Neu Hirschburg. Hier biegen wir im Ort rechts ab, wenn die Asphaltstraße sich in einem Betonplattenweg fortsetzt. Durch Weiden geht es Richtung Altheide, links sieht man schon die hölzerne Windmühle des Freilichtmuseums von Klockenhagen. Wir überqueren die Straße und fahren in einem Linksbogen bis zur Kreuzung von Klockenhagen, auf der es dann links zum Museum geht. Einige Gebäude des Dorfes Klockenhagen begründeten die Anlage, die immer noch erweitert wird. Zu sehen sind niederdeutsche rohrgedeckte Bauernhäuser, Scheunen, ein Ziehbrunnen, ein Backhaus, Landarbeiter-Katen aus dem 17. bis 19 Jh. sowie eine hölzerne Bockwindmühle. Das älteste Haus ist von 1671, wie die Inschrift über dem Tor mitteilt, und besitzt einen der schönsten Schaugiebel Mecklenburg-Vorpommerns. Es handelt sich um ein niederdeutsches Hallenhaus, einen Haustyp, der Mensch und Tier unter einem Dach vereint. Ein zweireihiges, hölzernes Ständerwerk trägt das Dach, wie im Museumsrestaurant gut zu erkennen ist, und so ergeben sich drei Schiffe mit der klassischen Diele in der Mitte, die Ställe für das Vieh, Scheune für die Ernte und schließlich Unterkunft für die bäuerliche Familie mit dem Gesinde boten. Eine Ausstellung vermittelt einen guten Eindruck über bäuerliches Leben in den vergangenen Jahrhunderten: Dies verschlechterte sich erheblich mit der Verordnung der Junker im 17.Jh. (1654), durch die die Bauern leibeigen wurden und umfangreiche Fron- und Spandienste leisten mussten (1797 z.B. 731/2 Tage Span- und 1431/2Tage Handdienste). Diese Verordnung hatte fast zweihundert Jahre lang Bestand! Von Klockenhagen bietet sich auch ein Abstecher nach Ribnitz-Dammgarten an, das schon zur Hälfte in Vorpommern liegt. Neben dem Rostocker Tor der spätgotischen Stadtbefestigung und der dreischiffigen Backsteinkirche St.Marien lohnt vor allem das Klarissinnenkloster um 1400 mit dem angegliederten Bernsteinmuseum einen Besuch. Auf dem gleichen Weg radeln wir zurück bis nach Neu Hirschburg, halten uns im Dorf links und am Dorfende nochmals links auf einem Betonstreifenweg nach Gelbensande. Die letzten Meter bis Gelbensande werden durch das Pflaster aus Findlingskieseln zusätzlich erschwert. Im Ort biegen wir links in den Lindenweg ein und erreichen so das Jagdschloss Gelbensande. Gebaut wurde es 1885/86 für den lungenkranken Friedrich Franz III. von Mecklenburg im Cottage-Stil. Dies zeigt sich deutlich in seiner Fachwerkkonstruktion, die mit gedrechselten und geschnitzten Holzteilen die Backsteinfassade durch Türmchen, Erker und Loggien romantisch auflockert. Der russische Doppeladler weist auf die Verbindung der Mecklenburger mit dem russischen Zarenhaus hin. Im Inneren ist die Originalausstattung zum großen Teil noch erhalten, u.a. die Warmluftheizung. Im Wald und abseits vom Ort gelegen macht es jedoch einen einsamen, etwas traurigen Eindruck (Führungen zur Geschichte des Schlosses gibt es Sa und So 14.15, 15.15 und 16.15Uhr). Wir radeln wieder zurück nach Gelbensande, fahren linksherum weiter zur Straße, dort rechts und biegen kurz darauf rechts in den Meyers Hausstellenweg 1km ein. Dort, bei den verfallenen Häusern der Hausstelle geht es Richtung Wiethagen 3,5km weiter auf einem sandigen Forstweg durch den Wald. Nach der Schranke hält man sich links zum Forst- und Köhlerhof von Wiethagen, einem technischen Denkmal von 1837, in dem noch ein kleiner aktiver Teerschwelofen die früher weit verbreitete Tätigkeit eines Köhlers deutlich macht. Eine Teerausstellung, ein Forstmuseum und ein Naturlehrpfad runden den Besuch der Teerschwelerei ab. Von hier aus muss man wieder ein Stück zurück bis zur Schranke radeln und dort hält man sich rechts in die Wiethäger Schneise. Der Waldweg führt uns bis nach Hinrichshagen, wo man in der Gaststätte »Zum Schinkenkrug« bei typisch mecklenburgischen Spezialitäten gemütlich einkehren kann. An der Rückseite der Gaststätte biegt man nach rechts Richtung Marktgrafenheide/Warnemünde, radelt auf dem gut ausgebauten Radweg ca. 1,5km, bis es nach rechts in den schönen Waldweg geht, der gut beschildert und wunderbar zu fahren ist und uns direkt bis nach Graal-Müritz zurückbringt. Graal-Müritz ist ein modernes Seebad, das wegen seines 5km langen, feinen Sandstrands sehr beliebt ist.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour42 km
Höhenunterschied292 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGraal-Müritz.
EndpunktGraal-Müritz.
TourencharakterAuf schattigen Waldwegen führt diese Rundtour durch die abwechslungsreiche Rostocker Heide, die neben ihren Naturschönheiten auch kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeiten zu bieten hat.
Hinweise
Planen Sie ausreichend Zeit für die Besichtigung des Freilichtmuseums und des Köhlerhofs ein.
KartentippDeutsche Radtourenkarte Blatt 3, Fehmarn - Holsteinische Schweiz - Mecklenburgische Ostseeküste, 1:100000 und Deutsche Radtourenkarte Blatt 4, Rügen - Usedom - Vorpommern, 1:100000.
MarkierungenTeils Radbeschilderung, teilweise nur Wanderbeschilderungen.
VerkehrsanbindungGraal-Müritz ist mit dem Auto oder mit der DB über Rostock problemlos zu erreichen.
GastronomieKlockenhagen: im Freilichtmuseum; Grillmöglichkeit im Forst- und Köhlerhof von Wiethagen; Hinrichshagen: Zum Schinkenkrug; mehrere Gaststätten in Graal-Müritz.
Tipps
Das Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten informiert über das »Gold des Meeres«, den Bernstein. Bereits in der Jungsteinzeit wurde Bernstein gehandelt. Mit viel Glück kann man an den Steilküsten ein Stück dieses fossilen Baumharzes finden.
Verleih
Graal-Müritz u.a. Hans-Ulrich Thon, im Rhododendronpark und Birkenallee 34. Tel. 038206/79805.
Unterkunft
Campingplatz in Graal-Müritz sowie diverse Hotels und Pensionen.
Tourismusbüro
Haus des Gastes, Rostocker Straße 3, 19181 Graal-Müritz, Tel. 038206/7030, Fax 038206/70320, www.graal-mueritz.de.

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