Rundtour bei Rothenburg ob der Tauber

Prächtiges Mittelalter und viel Natur Abwechslungsreiche Rundtour mit mäßigem Anstieg auf Radwegen und Forststraßen bis Schillingsfürst. Von dort geht es auf wenig befahrenen Nebenstraßen zumeist abfallend nach Rothenburg ob der Tauber zurück. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
35 km
450 m
2.00 h
So wie einst die Bahn: Am Ortseingang von Gebsattel beginnt rechts der Radweg mit der Bezeichnung »Alte Bahnlinie«. Wir folgen dieser Beschilderung und können auf einer alten Bahntrasse, auf der früher einmal die Eisenbahn unterwegs war, gemütlich durch die Wiesen und Felder radeln. Gemütlich deshalb, weil eine Bahntrasse weder größere Anstiege noch Abfahrten hat.In Unteroestheim geht es beim Gasthof Schwarzer Adler rechts auf einen schmalen Plattenweg nach Oberoestheim, wo wir zunächst mit einer von Autos wenig befahrenen Nebenstraße in Richtung Walkersdorf Vorlieb nehmen müssen. Nach etwa 1,5 km zweigen wir beim Erreichen des Waldes links auf einen Forstweg ab, der weiterhin ansteigend durch das Gehölz führt.Rast in Schillingsfürst: Am Ende des Waldes wird ein Fabrikgelände passiert und gleich darauf eine größere Autostraße erreicht. Hier zweigt die »Alte Bahnlinie« rechts ab, wir hingegen nehmen links den »Kneippweg« und kommen über einen Radweg nach Schillingsfürst. Nachdem wir uns in einer der zahlreichen Einkehrmöglichkeiten ausreichend gestärkt haben, geht es hinauf zum weithin sichtbaren Barockschloss.Das imposante Bauwerk wurde Mitte des 18. Jahrhunderts im spanischen Barockstil fertig gestellt. Die Salons und Treppenhäusern sind mit besonders feinen und reichhaltigen Stuckarbeiten versehen. Das Schloss wurde jahrhundertelang von den Fürsten des Hauses Hohenlohe-Schillingsfürst bewohnt, deren bekanntester Vertreter Ende des 19. Jahrhunderts zunächst als bayerischer Ministerpräsident und später als deutscher Reichskanzler die Politik mitbestimmte. Sein Arbeitszimmer, das nach seinem Tod unverändert gelassen wurde, kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Auch die prächtige Ausstattung der weiteren Räume – Möbel, Gemälde, Porzellan, Gobelins – zeugt von der Bedeutung des Fürstenhauses. Die Könige der Luft: In unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss führt der Bayerische Jagdfalkenhof seine Greifvögel vor, darunter Adler, Falken, Milane und Geier. Bei den regelmäßigen Flugvorführungen sind die majestätischen Vögel völlig frei in der Luft unterwegs.Einigermaßen ausgeruht machen wir uns auf die Rückfahrt nach Rothenburg ob der Tauber. Auf wenig befahrenen Nebenstraßen geht es überwiegend bergab über Wohnbach und Neuweiler nach Faulenberg und dort am Ortsende rechts zurück nach Gebsattel. Für den restlichen Weg nehmen wir die Route, auf der wir auch gekommen sind. Diesmal fahren wir durch das Spitaltor in den historischen Stadtkern von Rothenburg ob der Tauber und erreichen über die Spitalgasse sowie die Untere und Obere Schmiedgasse den Marktplatz. Hier bietet sich ein Aufstieg über 220 Stufen zur Plattform auf dem Rathausturm an. Die Aussicht über die Stadt und die Hohenloher Ebene ist beeindruckend. Viel Sehenswertes in Rothenburg:In den schmalen Gassen mit den gut erhaltenen mittelalterlichen Gebäuden finden wir mehrere Museen wie das Reichsstadtmuseum, das Mittelalterliche Kriminalmuseum, das Puppen- und Spielzeugmuseum, das Alt-Rothenburger Handwerkerhaus sowie das Historiengewölbe, in denen wir viel über das Leben in der damaligen Zeit erfahren. Aber auch die zahlreichen sakralen Gebäude wie St.-Jakobs-Kirche, St. Wolfgangskirche, Franziskanerkirche und St.-Peter-und-Paul-Kirche sind einen Besuch wert.

Dauer:

2,5 Rothenburg ob der Tauber – Gebsattel 0,25 Std. – Diebach 0,5 Std. – Schillingsfürst 0,75 Std. – Rothenburg ob der Tauber 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour35 km
Höhenunterschied450 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof Rothenburg ob der Tauber.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDas Barockschloss von Schillingsfürst und der mittelalterliche Stadtkern von Rothenburg ob der Tauber sind viel besuchte Sehenswürdigkeiten. Zwischen beiden Orten bietet sich eine gemütliche Radtour durch die Hohenloher Ebene an. Vom Bahnhof in Rothenburg ob der Tauber radeln wir zunächst über die Ansbacher Straße auf die historische Altstadt zu, halten uns beim Stadttor links und fahren außerhalb der Stadtmauer entlang bis kurz vor das Spitaltor. Den Besuch des sehr gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkerns heben wir uns für den Schluss der Tour auf. Etwa 50 Meter vor dem Spitaltor geht es rechts auf einem Radweg leicht abschüssig an einer griechischen Taverne vorbei in Richtung Hallenbad. Dort queren wir auf einer Fußgängerbrücke die Autostraße. Etwa 300 Meter weiter endet der Radweg, wir rollen auf der St.-Leonhard-Straße weiter bergab. Beim Friedhof, der nach ca. einem halben Kilometer auf der rechten Seite liegt, biegen wir rechts ab und fahren auf einem schmalen Weg hinunter zur Hauptstraße und bleiben dann links auf dem Radweg, der bis nach Gebsattel leicht ansteigt.
Hinweise
Dauer: 2,5 Rothenburg ob der Tauber – Gebsattel 0,25 Std. – Diebach 0,5 Std. – Schillingsfürst 0,75 Std. – Rothenburg ob der Tauber 1 Std.
KartentippRadwanderkarte »Romantisches Franken«, 1:70000.
MarkierungenBis kurz vor Schillingsfürst »Alte Bahnlinie«.
VerkehrsanbindungStündliche Bahnverbindung auf der Strecke Würzburg–Marktbreit–Ansbach–Treuchtlingen mit Umsteigen in Steinach bei Rothenburg. Mit dem Auto auf der Autobahn A7 Würzburg–Ulm bis zur Ausfahrt Rothenburg. Außerhalb der alten Stadtmauer sind mehrere große Parkplätze ausgeschildert.
GastronomieIn Rothenburg ob der Tauber sowie Schillingsfürst gibt es zahlreiche Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten. In allen anderen durchfahrenen Orten sind die Gaststätten während der Woche tagsüber meist geschlossen.
Tipps
Das Weihnachtsmuseum: In Rothenburg ob der Tauber, wo jeden Tag hauptsächlich viele deutsche, amerikanische und japanische Touristen unterwegs sind, darf die gute traditionelle europäische Weihnacht nicht fehlen. Das Weihnachtsmuseum in der Herrngasse 1 zeigt Christbaumschmuck aus verschiedenen Epochen sowie eine Sammlung historischer Nussknacker, sodass mitten im Sommer die Erinnerung an das Weihnachtsfest auftaucht. Gleich beim Museum bestehen zudem Einkaufsmöglichkeiten für alle Arten von Weihnachtsschmuck.Die OchsentretanlageEtwa 1,5 km vom fürstlichen Schloss in Schillingsfürst entfernt steht im Brunnenhausmuseum die in Deutschland einzigartige Ochsentretanlage. Das noch komplett erhaltene hölzerne Bauwerk aus dem Jahre 1702 diente der Wasserversorgung des Schlosses. Zu diesem Zweck mussten die Ochsen auf einer schrägen Tretscheibe gehen, um das Wasser hinaufzupumpen. Darüber hinaus sind in dem Heimatmuseum historische Kulturtechniken wie Zimmerei, Imkerei oder Wagnerei aus der Region zu sehen.
Tourismusbüro
Rothenburg Tourismus Service, Marktplatz, 91541 Rothenburg ob der Tauber, Tel. 09861/404800, Fax 404529, www.rothenburg.de; Info-Center, Rothenburger Straße 2, 91583 Schillingsfürst, Tel. 09868/222, Fax 253, www.schillingsfuerst.de
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