Rundtour bei Bayerisch Eisenstein

Zu Besuch bei den tschechischen Nachbarn Abwechslungsreiche Rundtour, zumeist auf Forststraßen, mit einigen leichten bis mittleren Anstiegen und Abfahrten. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
Gemütlicher Einstieg: Vom Bahnhof in Bayerisch Eisenstein rollen wir links auf der langen Bahnhofstraße talwärts. Genießen Sie an der schönen Lindenallee den fantastischen Ausblick auf den Großen Arber, den höchsten Gipfel im Bayerischen Wald. Am Ende der Bahnhofstraße queren wir die Hauptstraße. Rechts von der Tankstelle beginnt auf einem gut befestigten Waldweg die mit »Regental-Radweg« ausgeschilderte Tour. Die nächsten fünf Kilometer radeln wir gemütlich durch den Fichtenwald am Regen entlang talwärts.Kurz vor Regenhütte geht es für ca. 500 Meter auf einer Autostraße in rasanter Abfahrt in den Ort. Regenhütte hält gleich zwei Attraktionen bereit. Das Glashüttenmuseum (Eintritt frei) stellt alle Werkzeuge und Materialien aus, die zur Glasherstellung notwendig sind. An manchen Tagen kann man hier einem Glasbläser bei der Arbeit zuschauen. Im angrenzenden Tiermuseum sind rund 5000 präparierte Tiere aus aller Welt ausgestellt.Das Informationszentrum Nationalpark Bayerischer Wald:In Regenhütte biegen wir vor der Regenbrücke rechts ab und radeln weiter leicht abschüssig durch den Wald. Nach etwa 1,5 Kilometern queren wir den Fluss. Anschließend folgt rechts ein kurzes Stück auf dem Radweg entlang der Bundesstraße bis nach Ludwigsthal. Dort steht auf der rechten Straßenseite ein interessantes Informationszentrum zum Nationalpark Bayerischer Wald. Wer sich intensiver mit dem Thema Glas beschäftigen möchte, kann von Ludwigsthal auf dem Radweg entlang der Bundesstraße bis nach Theresienthal radeln und dort die Kristallglasmanufaktur sowie das Glasmuseum besichtigen. Hin und zurück bedeutet das zusätzlich zehn Kilometer, 50 Höhenmeter und eine Stunde Fahrzeit.In jedem Fall geht es im weiteren Verlauf der Radtour von Ludwigsthal unter der Bahnlinie hindurch und nach weiteren 300 Metern links auf einem Forstweg in Richtung Zwieseler Waldhaus. Hier steigt es wieder an, doch im schattigen Wald bieten sich laufend Zwischenstopps an dem kleinen Bach Deffernik an. Der Forstweg endet nach einigen Kilometern an einer Asphaltstraße, die kurz und steil zum Zwiesler Waldhaus hinaufführt. Oben gibt es dann die Möglichkeit zur Einkehr.Einsamer Grenzübergang:Vom Zwiesler Waldhaus folgen wir dem Wegweiser »Ferdinandsthal« auf der asphaltierten Nebenstraße. Nach etwa 1,5 Kilometern zweigt rechts eine Forststraße ab, die hinunter zum Grenzübergang nach Tschechien führt. Auf einer Brücke überqueren wir ganz unspektakulär ohne jegliche Kontrolle die Grenze. Auf der anderen Seite führt ein etwas holpriger gepflasterter Weg zunächst ansteigend und dann eben bis nach Zelezná Ruda.Nach einer kleinen Runde durch den Ort radeln wir dann teils neben, teils auf der Autostraße vorbei an den zahlreichen Billigmärkten das kurze Stück wieder nach Bayerisch Eisenstein. Dort kommen wir über die Hohenzollernstraße an den Bahnhof zurück.

Dauer: 2,75 Bayerisch Eisenstein – Ludwigsthal 0,75 Std. – Zwiesler Waldhaus 0,75 Std. – Zelezná Ruda 1 Std. – Bayerisch Eisenstein 0,25 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour32 km
Höhenunterschied300 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof Bayerisch Eisenstein.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterHerrliche weite Wälder und der rauschende Fluss Regen sind die landschaftlichen Höhepunkte dieser Tour. Daneben trifft man in mehreren Glashütten auf die alte Tradition der Glasherstellung in dieser Region. Seit der Grenzöffnung führt die Schlussetappe über tschechisches Gebiet wieder an den Ausgangsort zurück. Der Startpunkt dieser Tour ist ein ganz besonderer Bahnhof: Die Staatsgrenze zwischen Tschechien und Deutschland verläuft mitten durch das Gebäude. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das kein Problem, die Schnellzüge zwischen München und Prag legten einfach in Bayerisch Eisenstein einen Zwischenstopp ein. Seit der Wende sind wieder beide Seiten des Bahnhofs zugänglich. Eine Ausstellung erinnert an die bewegte Zeit des Bauwerks. Sehenswert ist auch das noch original eingerichtete alte Bahnhofsrestaurant. Für die Freunde nostalgischer Eisenbahnen zeigt das nahe gelegene Localbahnmuseum zahlreiche alte Lokomotiven sowie historische Wagons aus unterschiedlichen Epochen. Seltenheitswert hat auch der alte Ringlokschuppen aus dem Jahr 1877 mit davor liegender Drehscheibe.
Hinweise
Dauer: 2,75 Bayerisch Eisenstein – Ludwigsthal 0,75 Std. – Zwiesler Waldhaus 0,75 Std. – Zelezná Ruda 1 Std. – Bayerisch Eisenstein 0,25 Std.
KartentippWanderkarte Bayerisch Eisenstein 1:40000, herausgegeben von der Tourist-Information Bayerisch Eisenstein.
MarkierungenBis Ludwigsthal Regental-Radweg, dann Zwiesler Waldhaus und bis Zelezná Ruda Nationalpark Radweg bzw. Ferdinandsthal.
VerkehrsanbindungGute Bahnverbindung aus Richtung Nürnberg und Regensburg nach Plattling. Dort startet stündlich die Waldbahn nach Bayerisch Eisenstein. Mit dem Auto von Regensburg auf der Autobahn A3 oder von München auf der Autobahn A92 nach Deggendorf. Von dort fährt man auf der Bundesstraße über Rusel, Regen und Zwiesel nach Bayerisch Eisenstein; beim Bahnhof gibt es genügend Parkplätze.
GastronomieIn Bayerisch Eisenstein, am Zwiesler Waldhaus und in Zelezná Ruda gibt es Einkehrmöglichkeiten.
Tipps
Die Glasarche: Seit 2003 ist eine fünf Meter lange gläserne Arche in den beiden Nationalparks Böhmerwald und Bayerischer Wald unterwegs. Mal liegt sie auf einem Berggipfel, mal auf einer Waldlichtung und mal in einem Dorf. Die Glasarche, die von Veranstaltungen und Projekten begleitet wird, trägt zur Verständigung zwischen Tschechen und Deutschen bei. Das wandernde Kunstobjekt ist aus 480 einzelnen Glasscheiben zusammengesetzt. Von tschechischen Bildhauern wurde 2005 eine riesige Hand aus Holz gefertigt, die seitdem die Glasarche hält.Die ArberkirchweihDie älteste Bergfeier des Bayerischen Walds findet seit 1806 auf dem Gipfel des 1456 Meter hohen Großen Arber statt. Die damals eigens dafür errichtete Holzkapelle ist von Wind und Wetter schon lange zerstört worden, doch seit 1957 steht an der alten Stelle eine neue Kapelle. Immer am vorletzten Sonntag im August ziehen unzählige Menschen, viele davon mit farbenfrohen Trachten bekleidet, auf den Gipfel und packen nach dem Gottesdienst ihre mitgebrachte Brotzeit aus. Später findet beim Arberschutzhaus ein Fest mit Musik, Gesang und Tanz statt.
Informationen
Wegen des Grenzübertritts müssen deutsche Staatsbürger einen gültigen Personalausweis mitführen; Reisende aus anderen EU-Staaten benötigen einen Reisepass.
Tourismusbüro
Tourist-Information, Schulbergstraße 1, 94252 Bayerisch Eisenstein, Tel. 09925/940316, Fax 478, www.bayerisch-eisenstein.de
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