RUNDTOUR AM FUSS DES KAISERSTUHLS

Eine bequeme, weitgehend schattenlose Rundtour am Fuß der Weinberge des Kaiserstuhls und zwischen Obstwiesen; asphaltierte Rad- und Wirtschaftswege, einzelne Abschnitte auf befestigten Wegen und Straßen; mehrere Anstiege von nur wenigen Metern Höhe. (Autor: Ute und Peter Freier)
55 km
60 m
4.00 h
Breisach und Auwälder - Vom Parkplatz beim Festplatz am rheinseitigen Fuß des Breisacher Münsterbergs in der Nähe des Rheintors folgen wir in nördlicher Richtung dem am Stadtrand verlaufenden Radweg und einem breiten, asphaltierten Wirtschaftsweg, der in der Rheinebene zwischen einem ausgedehnten Auwald am Ostufer des Rheins und dem Kaiserstuhl verläuft. Kurz vor Burkheim erreichen wir eine Kreuzung: Für einen Abstecher in die hübsche, erhöht liegende Altstadt von Burkheim mit einer Burgruine halten wir uns geradeaus, die Tour aber setzen wir nach links fort und biegen nach 300 Metern an einer weiteren Kreuzung rechts ab; wer eine Pause einlegen möchte, fährt geradeaus in fünf Minuten zu einem Badeplatz an einem Baggersee.Ein Sträßchen führt durch den Auwald zu einer Sportanlage und ein befestigter Weg entlang des Rheindamms etwa sechs Kilometer weit zu einer Gaststätte bei der Anlegestelle eines Personenschiffs unterhalb des Limbergs, des nordwestlichen Zipfels des Kaiserstuhls; mit dem Schiff kann man eine Fahrt um eine zwischen dem Rhein und dem Grand Canal d’Alsace gelegene Insel unternehmen.Am Nordrand des Kaiserstuhls nach Riegel: Bei der Schiffsanlege folgen wir nach rechts der Straße in den Weinort Sasbach, radeln durch den Ort und zwischen Obstwiesen zum Straßendorf Königschaffhausen, einem Zentrum des Kirschenanbaus. Weiterhin zwischen Obstwiesen und -plantagen stoßen wir auf die Straße Wyhl–Endingen und erreichen durch das Königschaffhausener Tor den malerischen Marktplatz in der Altstadt des Kleinstädtchens Endingen.Vom östlichen Stadtrand gelangen wir auf einem parallel zur Straße verlaufenden Wirtschaftsweg nach Riegel. Durch die Unterführung einer Umgehungsstraße und vorbei an den mitten in einem Wohngebiet gelegenen Fundamenten eines kleinen, etwa 1800 Jahre alten Mithras-Heiligtums – Mithras war der von vielen römischen Legionären verehrte persische Sonnengott –, leiten uns die Radmarkierungen durch die leicht erhöhte Ortsmitte von Riegel zur Bahnlinie Riegel–Freiburg.Winzerdörfer und Badische Weinkellerei: Unterhalb der Michaelskirche, die auf dem steilwandigen Nordostausläufer des Kaiserstuhls sitzt, führt der Radweg entlang der kanalisierten Dreisam nach Bahlingen, unmittelbar am Fuß der Weinberge nach Eichstetten und entlang des Mühlbachs nach Bötzingen und das mit Bötzingen zusammengewachsene Oberschaffhausen. Parallel zur Straße, immer mit Blick auf die Weinberge, erreichen wir den kleinen Ort Wasenweiler und schließlich das kleinstädtisch wirkende Ihringen mit der größten Winzergenossenschaft des Kaiserstuhls.Wenige Minuten später lassen wir den Kaiserstuhl hinter uns und passieren kurz vor Breisach die Badische Weinkellerei, kreuzen die Gleise der Kaiserstuhlbahn und halten uns in Breisach geradeaus zum Fuß des Münsterbergs. Nach links führt die Kupfertorstraße zur quer verlaufenden Rheinstraße, auf der wir nach rechts an unseren Ausgangspunkt zurückkehren.Variante über den Münsterberg: Von der Kupfertorstraße rechts abbiegen, durch das Gutgesellentor, ein mittelalterliches Stadttor, und auf der mit Kopfstein gepflasterten Münsterbergstraße recht steil ansteigen zum Münster. Von hier oben genießt man einen Blick auf den Rhein und das Elsass mit den Vogesen sowie auf den Kaiserstuhl und den Schwarzwald. Die Siedlung auf dem Plateau, heute ein ruhiger Wohnbezirk, wurde im Mittelalter befestigt und in der Neuzeit zu einer Festung ausgebaut, die der Sicherung eines Rheinübergangs diente; mehrere Stadttore und Teile der Mauern mit Bastionen sind noch erhalten.Das Münster St.Stephan birgt Fresken von Martin Schongauer (15. Jahrhundert), einen steinernen Lettner zwischen Kirchenschiff und Chor sowie einen spätgotischen geschnitzten Hochaltar. Wer sich für die Geschichte der Stadt interessiert, sollte das im Rheintor untergebrachte Museum für Stadtgeschichte besuchen.Über den Münsterplatz, auf der Radbrunnenallee zum Radbrunnenturm und geradeaus weiter zur Goldengasse; nach links bergab, gleich darauf nach rechts durch das Kapftor und anschließend, schon am Fuß des Münsterbergs, durch das Rheintor (Stadtmuseum) und auf einem Fußgängersteg über den Schwanenweiher zum Parkplatz an der Festwiese.

weinradeln

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour55 km
Höhenunterschied60 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBreisach am Rhein.
EndpunktBreisach am Rhein.
TourencharakterAn den in einer umfangreichen Flurbereinigung terrassierten Hängen des Kaiserstuhls, einer vulkanischen, aus der Rheinebene herausragenden Erhebung – höchster Punkt ist der bewaldete Totenkopf (557 m) – wachsen Spitzenweine, ist der Kaiserstuhl doch die wärmste Region Deutschlands mit den meisten Sonnenscheinstunden.
Hinweise
BADEMÖGLICHKEITEN - Freibäder bei Breisach, Sasbach, südlich von Endingen, bei Bötzingen und südlich von Ihringen; Badeseen kurz vor Burkheim und bei Bahlingen.
KartentippRadwanderkarte des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg, Blatt 51 (Schwarzwald Süd), 1 - 100000.
MarkierungenKaiserstuhl-Radwanderweg.
VerkehrsanbindungPkw - A5, Karlsruhe–Basel, Ausfahrt 64a (Bad Krozingen); auf ausgebauter Landstraße, anschließend auf der B31 nach Breisach am Rhein; durch die Unterstadt und am rheinseitigen Fuß des Münsterbergs zu Parkplatz beim Rheintor/Festplatz. Bahn: Rheintalstrecke Karlsruhe–Basel; in Freiburg umsteigen auf die Linie nach Breisach.
GastronomieIn allen Orten an der Strecke; außerdem eine Gaststätte in einem Aussiedlerhof drei Kilometer vor Burkheim und eine Gaststätte mit Gartenterrasse an der Anlegestelle eines Rhein-Rundfahrtschiffs unterhalb des Limbergs bei Sasbach.
Tipps
DER KAISERSTUHL - Diese durch enge Täler stark gegliederte Erhebung in der Oberrheinebene mit einer Fläche von etwa zehn auf zehn Kilometern ist eine äußerst fruchtbare Region, denn eine bis zu 30 Meter starke Schicht aus angewehtem Löss erlaubt den Anbau aller mitteleuropäischen Kulturpflanzen. Im Lauf der Jahrhunderte ersetzten viele Landwirte den Gemüseanbau durch den Obstbau und die lukrative Weinerzeugung, sodass heute zwischen einem Viertel und einem Drittel der landwirtschaftlichen Fläche mit Rebstöcken bepflanzt ist. Um die maschinelle Bearbeitung der steilen Hänge zu ermöglichen, erfolgte vor einigen Jahrzehnten eine Flurbereinigung mit einer aufwendigen Terrassierung der Hänge, sodass viele Weinberge an überdimensionale Treppen erinnern.Das milde Klima begünstigt eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, sodass man neben Orchideen und Küchenschellen u.a. Smaragdeidechsen, Gottesanbeterinnen und zahlreiche Arten von Tagfaltern beobachten kann – allerdings eher während einer Wanderung als auf einer Radtour.EINKAUFEN BEIM WINZER Weinliebhaber werden sicherlich fündig bei den selbstständigen Winzern in den Weinorten an der Strecke, bei den örtlichen Winzergenossenschaften, denen sich die meisten der etwa 5000 Winzer des Kaiserstuhls angeschlossen haben – die größte ist die Winzergenossenschaft Ihringen –, und in der Badischen Weinkellerei bei Breisach, der größten Weinkellerei Europas. Führungen durch die Kellerei mit Weinprobe finden täglich statt außer So; Anmeldung unter Tel. 07667/9000; www.badischer-winzerkeller.de
Tourismusbüro
Breisach-Touristik, Marktplatz 16, 79206 Breisach am Rhein, Tel. 07667/940155, www.breisach.de

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