Rundfahrt im Dachauer Hinterland

Zum Ursprung der Wallfahrt Entspannende Rundtour im Dachauer Hinterland. Im ersten Abschnitt geht es durch Wälder und den Mittacher Graben sowie über Felder und Dörfer genussvoll in das Ampertal. Hier verläuft fast die gesamte Strecke bis Ampermoching auf entlegenen Kieswegen. Mit der Wallfahrtskirche Mariabrunn wird schließlich der Gipfel der Tour erreicht. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
43 km
100 m
3.00 h
Von Hohenbercha durch das Ampertal: Der Ammer-Amper-Radweg, der uns bis Ampermoching als Wegweiser dient, liegt uns in Hohenbercha quasi zu Füßen: Nach Verlassen der Ortschaft an der Straßengabelung links und hinab in Richtung Autobahn. Im Ampertal steuert man meist auf Kieswegen kreuz und quer über die Felder. Im letzten Drittel erreicht man einen Weiher, auf dem prächtige Seerosen gedeihen. Auch Baden ist hier möglich. Am Ortsrand von Ampermoching verlässt man die Ammer-Amper-Route und steuert geradeaus auf die Indersdorfer Straße zu, die uns rechts auf Radwegen zur finalen Steigung nach Mariabrunn führt. Nur ein wenig Muskelkraft trennt uns jetzt noch von der bekannten Schlosswirtschaft.Mariabrunn – ein begehrter Wallfahrtsort: Einer Legende nach ist Mariabrunn durch die wundersame Heilung des Georg Schlairböck entstanden. Demnach trank der Landmann im Jahre 1662 hastig aus einer Wasserquelle, die er beim Holzhacken entdeckt hatte. Das Wasser linderte neben dem Durst auch seine Schmerzen, unter denen er seit einem Knochenbruch litt. Nach seiner eidesstattlichen Erklärung ließ man die Quelle in Holz fassen und erkannte nach gründlicher Analyse die Heilwirkung des Wassers. Doch erst im 19. Jahrhundert gelangte der Kurort unter der Leitung von Amalie Hohenester zu großem Ruhm. Die Wunderdoktorin wurde von ihren Patienten ebenso verehrt wie von der Ärzteschaft angefeindet; mit Kaltwasserduschen und strenger Diätkost brachte sie selbst prominente Köpfe wie die Kaiserin Sissi wieder auf Hochtouren. Der Kurort wurde immer mehr zum Treffpunkt für Pilger.Heute sitzen Pilger ganz anderer Art ausgelassen im Biergarten und genießen die Abgeschiedenheit. Obwohl hier statt Heilwasser meist Gerstensaft verabreicht wird, bleibt die Kapelle Mariä Verkündigung mit ihrem auffälligen Dach selbst hinter dem Blätterdach der Kastanien stets präsent. Bis Röhrmoos fehlen nur noch vier Kilometer, Zeit genug also, um noch einen Blick in die ehemalige Wallfahrtskirche zu werfen.

Dauer: 3 Röhrmoos – Hohenbercha 1,25 Std. – Ampermoching 1,25 Std. – Rohrmoos 0,5 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour43 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahnhof Röhrmoos.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer bekannte Wallfahrtsort Mariabrunn liegt nur vier Kilometer vom Ausgangsort Röhrmoos entfernt. Doch wir starten unsere Runde entgegengesetzt in Richtung Norden und heben uns die beliebte Pilgerstätte für den Schluss auf. Unterwegs durchfahren wir das hügelige Dachauer Hinterland und lassen uns im schönen Biergarten der Tafernwirtschaft Hohenbercha von der schmackhaften Küche verwöhnen. Am Bahnhof von Röhrmoos zweigt von der Schönbrunner Straße links eine Straße nach Vierkirchen ab. Die sehenswerte Vierkirchener Pfarrkirche St. Jakob stammt aus dem Jahr 1763. Nachdem die alte gotische Kirche eingestürzt war, konnten beim Neubau nur wenige Mauerreste des Turms verwendet werden. Eine Besonderheit sind die Dreipassöffnungen über den Rundbogenfenstern, wodurch viel Helligkeit in das Kircheninnere strömt; in der christlichen Kunst steht Dreipass für Dreifaltigkeit. Das Hauptkunstwerk im Kircheninneren sind die Deckengemälde von Georg Dieffenbrunner, die Szenen aus dem Leben des heiligen Jakobus zeigen. An der Kirche hält man sich links und steuert auf der Asbacher Straße leicht abwärts nach Asbach im Glonner Tal. Von hier geht es mit Blick auf Petershausen über die Orte Kollbach und Weißling angenehm durch den Mittacher Graben in Richtung Ampertal. Am Weiler Grandlmiltach zweigt eine kleine Straße nach Hohenbercha ab, wo der Biergarten der Tafernwirtschaft eine Einkehr lohnt (siehe Kasten).
Hinweise
Dauer: 3 Röhrmoos – Hohenbercha 1,25 Std. – Ampermoching 1,25 Std. – Rohrmoos 0,5 Std.
KartentippADFC-Regionalkarte München/Mittlere Isar, 1:75000.
MarkierungenZwischen Zinklmiltach und Ampermoching fährt man auf dem Ammer-Amper-Radweg, dann folgt man den Schildern in Richtung Röhrmoos.
VerkehrsanbindungMit der S 2 zum Bahnhof Röhrmoos, mit dem Auto auf der A 92 und B 471 bis Ausfahrt Dachau und über Prittlbach nach Röhrmoos.
GastronomieLandgasthof Ostermair, Kollbach, Tel. 08137/5233, Mo. Ruhetag; Gast- und Tafernwirtschaft Hohenbercha, Tel. 08166/9778; Schlosswirtschaft Mariabrunn, Tel. 08139/8661.
Tipps
Tradition verpflichtet: Bereits seit 125 Jahren ist die Tafernwirtschaft Hohenbercha in Besitz der Familie Hörger. Die sehr gute Küche wurde 2004 Landkreissieger im Wettbewerb »Bayerische Küche«. Die frischen und hochwertigen Erzeugnisse stammen aus der näheren Umgebung und werden ohne Zusätze verarbeitet. Geflügel und Salate beziehen die Wirtsleute sogar vom Biobauern, mittelfristig will man komplett auf Bio umstellen. Das Obst wird zum Teil im eigenen Garten geerntet. Zu Beginn der Fußball-WM soll ein neues Hotel unter dem Motto »Wohnen im Apfelgarten« eröffnen, die 21 Zimmer sind mit Bio-Holz verkleidet. Mehr Info unter www.andreashoerger.de
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