Rund um den Staffelsee

Rundtour auf sonnigen, meist ungeteerten Radwegen, die streckenweise mitten durch das schattenlose Moor führen. Wenig Straßenverkehr in den Ortschaften und Bahndämme runden den fast autolosen Ausflug ab. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
18 km
160 m
1.00 h
Noch schöner ist der Herbst, denn an milden Tagen kann man immer noch in den für seine angenehmen Temperaturen bekannten Staffelsee springen. Dann leuchtet bei Föhn der See in einem magischen Blau und die nahen Berge spiegeln sich darin auf beeindruckende Weise. Kein Wunder, das Künstler aus der ganzen Welt von dieser geheimnisvollen Landschaft angezogen werden. Hier holen sie sich heute noch Inspirationen und sind kreativ wie schon vor 100 Jahren Gabriele Münter mit ihrem Lebensgefährten Wassily Kandinsky. Sie gründeten und prägten die Künstlervereinigung »Blauer Reiter«. In dieser Epoche schufen sie einmalige Meisterwerke wie die Bilder »Murnau mit Regenbogen« oder »Am Staffelsee« und setzten so der Schönheit des Murnauer Landes für immer ein Denkmal. Die Radtour - Vom Parkplatz vor dem Bahnhof in Murnau radeln wir in südlicher Richtung an der Bahnstation vorbei und folgen dem Schild »Staffelsee«, zuerst parallel zu den Gleisen und dann rechts, durch die Bahnunterführung bergab. Unten angekommen, wenden wir uns nach links, passieren die Schiffsanlegestelle und einen Kiosk und radeln in der Seewaldstraße immer in Ufernähe am See entlang. Unsere Straße wird rasch ein ungeteerter, autofreier Weg, der uns herrlich ruhig das Seeufer entlangführt. Wir passieren die Insel Wörth und die zwei kleinen Inseln Große und Kleine Birke. Insgesamt gibt es sieben Inseln im Staffelsee. Dabei ist die Insel Wörth die größte und geschichtsträchtigste. Bei Ausgrabungen fand man Funde aus der Bronzezeit ebenso wie von den Kelten. Selbst den Römern gefiel der See, vielleicht weniger wegen der lieblichen Landschaft als vielmehr aus strategischen Gründen, denn sie errichteten eine Befestigungsanlage. Um 740 entstand darauf ein Kloster, das sich zwar 400 Jahre später wieder auflöste, dessen Kirche jedoch bis ins 18. Jh. hinein Bestand hatte. Wir radeln das ganze Südufer entlang, bis wir im Feuchtbiotop des Obernacher Mooses das Ufer verlassen. Im Frühjahr blühen die Moorwiesen üppig mit lila Knabenkraut, Sumpfdotterblumen, blauer Iris und Schlangen-Knöterich. Dazwischen steht immer wieder das weiße, duftige Wollgras. Im Spätsommer wuchern Blutweiderich und Mädesüß hüfthoch. An wolkenlosen Tagen kann es hier schnell warm werden, der dunkle Moorboden speichert die Wärme und das eher spärlich wachsende Moorgebüsch spendet keinen Schatten. Wir überqueren den kleinen Kühbach mit seinen dunklen Mooraugen und kommen schließlich an eine Weggabelung, an der wir uns links halten. (Der Weg näher am Ufer ist von April bis September zum Schutze der vielen Wiesenbrüter gesperrt.) Unser Radweg wird wieder zu einer geteerten Straße, auf der wir den Schildern »Seerundweg« folgen. Nach 10 km erreichen wir an einer Hinweistafel über das Moor eine Weggabelung. Hier müssen wir uns entscheiden: An dieser Stelle bietet sich für Moorenthusiasten und Badefreaks ein lohnender Umweg von 4,5??km Länge an. Variante Achtung, teilweise handelt es sich um eine Schiebestrecke, denn ca. 800??m ist es ein reiner Fußgängerweg, zumindest dem Verkehrsschild nach. Für diese Variante biegen wir scharf nach rechts ab und erreichen über die Teerstraße zurück Richtung Süden das Staffelseeufer. Hier geht es links weiter über wunderschöne, federnde Moorwiesen und klapprige Holzstege zu einem idyllisch gelegenen Badeplatz. Am Campingplatz, dem Segelclub und dem Uffinger Gemeindebad vorbei erreichen wir in Uffing die Hauptstraße. Hier trifft man wieder auf die Hauptroute.Die Hauptroute Dieser kürzere Weg führt uns an der Weggabelung geradeaus weiter, nach 800??m erreichen wir das Ortsschild von Uffing. Wir radeln in den Ort hinein, halten uns in der Sonnensteinstraße rechts und fahren an der T-Kreuzung links der Vorfahrtsstraße nach. An der nächsten Hauptstraße überqueren wir nach rechts den kleinen Fluss Ach und strampeln etwas bergauf. Hier stößt die Variante mit Badeabstecher wieder auf den Hauptweg. Nach insgesamt 13,0 km biegen wir von der Hauptstraße links in die Galveigenstraße und folgen den Radwegschildern nach Murnau. Auf dem Bahndamm geht es flott dahin, rechts laufen die Schienen. Wir überqueren mehrere Straßen und erreichen weiter geradeaus die Neubausiedlung von Seehausen. Immer in Bahnnähe fahren wir durch die Römerstraße. An deren Ende überqueren wir nur noch die große Hauptstraße und stehen nach 18,5 km wieder auf dem Bahnhofsvorplatz von Murnau.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied160 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof von Murnau.
EndpunktBahnhof von Murnau.
TourencharakterBesonders im Frühjahr, wenn das ganze Moor blüht und noch nicht zu viele Badegäste unterwegs sind, ist dies eine bestechend schöne Radtour. Im Sommer kann es im Moor schnell heiß werden, es fehlen kühlende Wälder.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr.??179, Pfaffenwinkel – Schongauer Land, 1 - 50??000
VerkehrsanbindungAuto - A??95, Ausfahrt Murnau. Parkplätze direkt am Bahnhof von Murnau. Bahn: Von München Richtung Garmisch bis Haltestelle Murnau.
GastronomieUffing - Strandcafé Alpenblick, liegt direkt an der Strecke und hat einen sonnigen Biergarten mit Aussichtsterrasse. Murnau: In der Marktstraße gibt es jede Menge Einkehrmöglichkeiten: italienische Eisdiele, kultige Lounge, traditionelles Wirtshaus oder klassisches Kaffeehaus.
Tipps
Im Sommer verkehrt viermal täglich ein Schiff auf dem See und legt an drei Stellen an. Aus dieser Seeperspektive wird schnell klar, warum viele die Gegend um den Staffelsee als das Skandinavien Bayerns bezeichnen.

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