Residenzstadt Würzburg.

Markt – Dom – Residenz – Festung Marienberg – Markt.
Angenehme Tour mit geringen Steigungen, teilweise Schieben des Rades empfohlen. (Autor: Tassilo Wengel)
8 km
20 m
1.00 h
Vom Obermarkt zur Residenz.
Würzburg, das in einer Talweitung des Mains liegt und von der Festung Marienberg überragt wird, ist glanzvoller Auftakt der Radeltour auf der Romantischen Straße. Auf dieser rebenbestandenen Anhöhe 110 Meter über dem Main entstand bereits um1000 v. Chr. eine keltische Fliehburg. Die eigentliche Geschichte der Stadt beginnt im frühen Mittelalter, als der irische Mönch und Wanderprediger Kilian die Christianisierung einleitete und den damaligen Herzog taufte. Weil er dessen Ehe kritisierte, ließ die Herzogin ihn und seine Gefährten Kolonat und Totnan ermorden. Über der Todesstätte der Missionare wurde 788 in Gegenwart Karls des Großen der erste Dom geweiht, der die Gebeine der Märtyrer aufnahm. Heute befinden sich der Sarkophag mit den Gebeinen Kilians sowie der Kilian-Altar mit einigen Reliquien in der Neumünsterkirche neben dem Dom. Um den romanischen Dom liegt auch die Keimzelle der Stadt, die ihren Weltruhm vor allem zwei genialen Künstlern verdankt. Der Bildhauer Tilman Riemenschneider – 1520/21 Bürgermeister von Würzburg – gilt mit seinen großartigen Schnitzwerken als Vollender der deutschen Spätgotik. Etwa 200 Jahre später verlieh Balthasar Neumann der Stadt mit seinen prachtvollen Barockbauten den Glanz, der der fränkischen Metropole heute noch eigen ist. Dieser geniale Baumeister schuf vor allem für die Familie Schönborn – die neben Würzburg noch andere Fürstentümer wie Bamberg, Speyer, Mainz und Trier regierte – zahlreiche Prachtbauten, zu denen die Residenz gehört. Sie ist wohl eines der schönsten Schlösser des Rokoko und wurde 1744 von Neumann vollendet. Vor allem unter der Regierung dreier Fürstbischöfe aus dem Hause Schönborn erhielt Würzburg im 17. und 18. Jahrhundert seine Prägung als prachtvolle Residenzstadt, bis sie ein Luftangriff am 16. März 1945 in Schutt und Asche legte. Inzwischen wieder aufgebaut, hat die Stadt heute zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bieten, die sich per Rad erkunden lassen.
Vom Obermarkt über Marienkapelle zum Marienplatz über Häfnergasse und Karmeliterstraße zum Alten Kranen am Dom vorbei, über Plattnerstraße und Franziskanergasse zur Franziskanerkirche links einbiegen und über Neubaustraße, Schönthalstraße und Domerschulstraße zur Balthasar-Neumann-Promenade mit Residenz.
Wir beginnen unsere Besichtigung am Haus zum Falken am Obermarkt mit seiner reichen Stuckfassade von 1751. Gleich daneben steht die Marienkapelle, eine spätgotische Hallenkirche, die 1377 begonnen wurde und durch reichen plastischen Schmuckauffällt. Die Portalfiguren Adam und Eva von Riemenschneider sind im Museum und wurden durch Kopien ersetzt, die am Marktportal zu sehen sind.
Wir setzen unsere Tour fort, indem wir nach der Marienkapelle nach rechts biegen und über Marienplatz und Häfnergasse zur Bronnbacher Gasse kommen, biegen dort nach links und kommen über die Karmeliterstraße beim Haus des Frankenweins zum Alten Kranen am Main , einem Wahrzeichen der Stadt, das 1772/73 von Franz Ignaz Michael, einem Sohn Balthasar Neumanns, geschaffen wurde. Von dort radeln wir nach links am Oberen Mainkai entlang bis zur Alten Mainbrücke und sehen linkerHand das Haus Grafeneckart mit romanischem Turm und demWenzelsaal aus dem 13. Jahrhundert. Seit 1316 ist es Rathaus und wurde mehrfach erweitert. Davor fällt der barocke Vierröhrenbrunnen von 1765 auf. Wir fahren nun in die Domstraße geradeaus weiter und kommen zum Dom St. Kilian , einem Hauptwerk der deutschen Baukunst aus dem 11./12. Jahrhundert. Um 1040 romanisch begonnen, wurde der Innenraum von 1701 bis 1704 durch Pietro Magno mit Stuck im reichsten Hochbarock geschmückt. Am Querhaus angebaut ist die Schönbornkapelle, die Grablege der Fürstbischöfe aus dem Hause Schönborn. Gleich daneben fällt der mächtige Kuppelbau der romanischen Basilika Neumünster aus dem 11. Jahrhundert mit aufwendiger Barockfassade (zwischen 1710 und 1716) auf. Diese Grabstätte des hl. Kilian und seiner Gefährten ziert eine Madonna von Riemenschneider. Im Lusamgärtlein (Zugang nördlich vom Chor der Basilika) ist das Grab des Minnesängers Walther von der Vogelweide.
Dort biegen wir nach rechts, kommen über die Plattnerstraße und Sterngasse am Riemenschneiderhaus vorbei über die Franziskanergasse zur Franziskanerkirche, die 1221 gegründet wurde und als älteste deutscheNiederlassung der Franziskaner in Deutschland gilt. 1945 zu großen Teilen zerstört, wurde sie weitgehend im ursprünglichen Charakter wiederaufgebaut. Sehenswert sind zahlreiche Grabdenkmäler aus der Renaissance, eine Pieta von Riemenschneider und der stimmungsvolle Kreuzgang. Wir fahren weiter nach links und wenige Meter die Neubaustraße entlang, biegen nach links in die Schönthalstraße ein und kommen über die Domerschulstraße und Hofstraße zur Balthasar-Neumann-Promenade. Dort stehen wir der prachtvollen Fassade der Residenz , einem Hauptwerk des süddeutschen Barock, gegenüber. Es entstand 1720–1744 nach Plänen von Balthasar Neumann unter Mitwirkung Johann Lukas von Hildebrandts aus Wien und Maximilian von Welschs aus Mainz. Ein Rundgang durch die prachtvollen Räume lohnt sich, von denen vor allem der Weiße Saal mit reichen Stuckarbeiten von Antonio Bossi, der Kaisersaal mit prächtiger Ausstattung und Fresken von Giovanni Battista Tiepolo, der Gartensaal mit einem Deckengemälde von Johann Zick sowie das Paradezimmer, im reichsten Rokoko ausgestattet, zu bewundern sind. Sehenswert auch die Hofkirche mit Fresken von Byß und einem Altargemälde von Tiepolo. Ein Erlebnis besonderer Art ist der Hofgarten, der von Terrassen umgeben ist, die mit Treppen verbunden und mit Skulpturen und Balustraden geschmückt sind. Das Parterre zieren Blumenrabatten, Wasserbecken mit Fontänen und 200-jährige Eiben, die zu Pyramiden geschnitten sind.
Von der Residenz zum Markt.
Nach links in die Theaterstraße fahren und über Semmelstraße und Textorstraße zum Stift Haug, dort über Haugerpfarrgasse zum Juliusspital, auf Juliuspromenade und Kranenkai zur Friedensbrücke, nach Überqueren Luipoldstraße, Wörtstraße und Höchberger Straße zur Festung folgen, im Festungsbereich Fahrrad schieben, über Leistenstraße und Saalgasse zur Alten Mainbrücke fahren und über Domstraße/Schönbornstraße zum Markt zurück.
Wir setzen unsere Fahrt fort, indem wir nach links in die Theaterstraße einbiegen und am Bürgerspital mit malerischem Innenhof vorbei nach rechts in die Semmelstraße fahren, um gleich wieder links der Textorstraße zu folgen. Am Stift Haug, dem ersten großen Kirchenbau der Barockzeit in Franken mit Doppelturmfassade und mächtiger Vierungskuppel – 1670–1691 von Antonio Petrini erbaut – schwenken wir nach links in die Haugerpfarrgasse und kommen zum Juliusspital , einer imposanten Barockanlage, die 1576 von Fürstbischof Julius Echter gegründet wurde. Über Juliuspromenade und Kranenkai steuern wir zur Friedensbrücke. Nach Überquerung des Mains radeln wir über Luitpoldstraße, Wörthstraße, Höchberger Straße zur Festung Marienberg. Hier können wir dem Festungsrundgang folgen und das Rad schieben. Der mittelalterliche Burgkern mit Bergfried wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert und schließlich zu einer barocken Festung ausgebaut, die bis 1719 Residenz der Fürstbischöfe war. Der Rückweg zum Zentrum von Würzburg erfolgt über die Leistenstraße bis zur Saalgasse, in die wir nach links biegen und bis zur Alten Mainbrücke radeln. Dort geht es nach rechts. Über Domstraße/Schönbornstraße kommen wir zum Markt.

Tour auf einen Blick.
km 0. Obermarkt, über Marienplatz, Mainkai, Domstraße und Hofstraße zur Residenz.
km 3. Residenz, über Theaterstraße, Juliuspromenade und Friedensbrücke zur Festung.
km 8. Festung, über Saalgasse, Alte Mainbrücke und Domstraße/Schönbornstraße zum Markt.
km 11. Markt, Ende der Tour.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied20 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
StartortWürzburg.
AusgangspunktHaus zum Falken am Obermarkt.
EndpunktMarktplatz.
TourencharakterAls Auftakt für eine Radtour entlang der Romantischen Straße bietet sich eine Rundfahrt durch Würzburg an. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges zum größten Teil zerstört, konnten viele historische Gebäude in ihrer alten Schönheit wiederhergestellt werden. Neben Residenz und Festung, seit 1981 Weltkulturerbe der UNESCO, beeindrucken auch zahlreiche andere Bauten.
Hinweise
Baden. Nautiland Würzburg, Luitpoldstraße 7, Tel. 0931/260260.
KartentippStadtplan für gäste, Würzburg.
MarkierungenWegweiser.
VerkehrsanbindungMit dem Auto bis zum Parkplat am Markt; vom Bahnhof über Kaiserstraße, Juliuspromenade und Schönbornstraße zum Haus des Falken.
GastronomieZahlreiche Gaststätten; empfehlenswert: Backöfle, Ursulinergasse; Klosterschänke, Franziskanerplatz 2; Würzburger Ratskeller, Langgasse 1.
Tipps
Variante. Wer von Würzburg ohne Abstecher ins Maingebiet gleich dem Radweg Romantische Straße folgen möchte, beginnt am Bahnhof Würzburg. Die Strecke ist durch gelegentliche Steigungen zwischen Würzburg und dem Taubertal gekennzeichnet. Vom Bahnhofsvorplatz folgt man dem Radwegweiser der Romantischen Straße zur Alten Mainbrücke. Nach Überqueren und einem Rechts-links-Schwenk auf die Burkarder Straße einbiegen und am Ende auf der Leistenstraße rechts nach Höchberg fahren. Dort rechts in die Würzburger Straße biegen, gleich wieder rechts und nach Winterleitenweg bei T-Kreuzung in die Hauptstraße schwenken. Dem Radwegweiser der Romantischen Straße durch Höchberg, über Eisingen und Oberaltertheim nach Wenkheim folgen. Bei den ersten Häusern links schwenken und an der T-Kreuzung nach rechts abbiegen. In Hochhausen links haltend, folgt die Romantische Straße der Markierung des Radweges Liebliches Taubertal »Klassik« (TAU-K)nach Tauberbischofsheim (40 km). (Dort Fortsetzung ab Tour 5 in diesem Radführer.)
Verleih
Fahrradverleih. Eine Auswahl wichtiger Orte: Würzburg: Veloca, Landwehrstraße 13, Tel. 0931/126 27 Wertheim: Rösch, Spessartstraße 18, Tel. 09342/61 23 oder 382 70; Bahnhof, Tel. 09342/13 41 Bad Mergentheim: Fa. Fischer, Obere Mauergasse 61, Tel. 07931/77 63; Bahnhof, Tel. 07931/73 41 Weikersheim: Fahrradgeschäft Velo, Tel. 07934/297 Rothenburg: Fa. Herrmann, Geigerstraße, Tel. 09861/404 92; Rat und Tat, Bensenstraße 17, Tel. 09861/879 84 Dinkelsbühl: Tourist Service, Marktplatz, Tel. 09851/902 40 Nördlingen: Jet-Tankstelle, Auf der Kaiserwiese, Tel. 09081/801092; Zweirad Müller, Gewerbestraße 16, Tel. 09081/56 75; Radsport Böckle, Reimlinger Straße 19, Tel. 09081/801040 Donauwörth: Fa. Motorrad Sellmair, Dillinger Straße 53, Tel. 0906/56 80 Augsburg: Hauptbahnhof, Reisezentrum Schalter 6, täglich 6–20 Uhr, Tel. 0821/32 64 93 Landsberg: Fremdenverkehrsamt der Stadt Landsberg am Lech, Hauptplatz 1, Tel. 08191/128245-246 oder -268 Schongau: Wacht Sport-Service, Oskarvon-Miller-Straße 19, Tel. 08861/34 97 Füssen: Bahnhof, Tel. 08362/63 13; Radsport Zacherl, Rupprechtstraße 8 1/2, Tel. 08362/32 92; Jeti’s Mountainbike-Shop, Kemptener Straße 87, Tel. 08362/39712
Unterkunft
Jugendherberge Würzburg, Fred-Joseph-Platz 2, Tel. 0931/425 90; Hotels und Pensionen bei der Tourist-Information.
Tourismusbüro
Tourist-Information Würzburg, Am Congress Centrum, 97070 Würzburg, 0931/372319; Falkenhaus am Markt, Tel. 0931/372398.
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