Radtour bei Ruhpolding

Herrliche Rundtour entlang der Traun, die ein wenig Kondition voraussetzt. Die Steigungen sind gleich zu Beginn der Tour, dann geht es gemütlich auf dem Traun-Alz-Radweg durch den Chiemgau. (Autor: Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller)
31 km
300 m
3.00 h
Ruhpolding ist ein beliebter Ausgangsort zu einigen der schönsten Rad- und Bergtouren im gesamten Chiemgau. Von Ruhpolding aus lassen sich beispielsweise der Zinnkopf oder der Rauschberg einfach besteigen, letzterer auch mit Hilfe der Rauschbergbahn. Alle Bergtouren und Wanderungen aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Buchs sprengen. Deshalb gehen wir hier nur auf ein paar Radtouren ein, denn auf dem Drahtesel lässt sich die Gegend besonders gut entdecken.
In Ruhpolding (wahlweise in Inzell) beginnt der fast 100 Kilometer lange Traun-Alz-Radweg, der von den Chiemgauer Alpen entlang der Traun bis fast nach Niederbayern verläuft. Über Siegsdorf und Traunstein geht es nach Altenmarkt an der Alz und nach Trostberg. Dann endet der Radweg hinter Garching und Burgkirchen in Marktl am Inn. Für die Rückfahrt sollte man am besten den Zug nehmen; in den Nahverkehrszügen ist die Mitnahme der Fahrräder meist problemlos.
Wer zu einer kleinen Mountainbike-Tour aufgelegt ist, dem sei die Fahrt entlang der Traun über das Holzknechtmuseum zu den Staubachfällen empfohlen, eine nette, gut ausgeschilderte Bike&Hike-Tour von etwa 10 Kilometern Länge.
Unsere Lieblingstour zieht sich um den Zinnkopf ins Inzeller Becken und entlang der Roten und der Weißen Traun; ein Streckenabschnitt verläuft dabei entlang der ehemaligen Soleleitung. Eine an einem Tag gut zu schaffende Rundtour, die uns auch noch Zeit für die Ortsbesichtigung und für das ein oder andere Museum lässt: Am südlichen Ende des Bahnhofs von Ruhpolding starten wir am neuen Kreisverkehr unsere Tour und fahren in die Waldbahnstraße. Nach einem kurzen Stück halten wir uns vor der starken Linkskurve rechts über die kleine Brücke und fahren flussaufwärts an den Tennisanlagen vorbei auf einem Radweg weiter. Zunächst geht es immer geradeaus, dann überqueren wir am Bädersteg die Traun, passieren eine Kneippanlage und stoßen gleich darauf auf die Autostraße. Wenige Meter nach links abbiegen und gleich wieder rechts auf der Straße am Zeller Kirchlein vorbei bis kurz vor den Windbach radeln. Vor der Brücke biegen wir links in den Infangweg ein und fahren für ein Stück auf dem Mozartradweg weiter.
Nun folgt der anstrengende Teil der Tour. Anfang noch sacht, dann aber immer steiler geht es am Bach entlang bergauf. Wir lassen alle Abzweigungen unberücksichtigt und erreichen schließlich den Scheitelpunkt, wo wir mit einer herrlichen Aussicht auf den Rauschberg für alle Mühen belohnt werden; hier lichtet sich der Wald, und für die Rast steht eine Ruhebank bereit. Anschließend gleiten wir dann eher gemütlich und mit weiten Ausblicken an mächtigen Bauernhöfen, dem Froschsee und der Kesselalm vorbei ins Inzeller Becken.
An der großen Autostraße im Tal angelangt, können wir für die Ortsbesichtigung von Inzell geradeaus in den schmalen Feldweg radeln. Ansonsten biegen wir hier links ab und passieren die Liebfrauenkirche in Niederachen, einem Ortsteil von Inzell. Wir folgen nach links bald der Beschilderung Kalorienpromenade in den Salinenweg, der uns mal mehr, mal weniger nah an der Roten Traun entlang nach Hammer leitet (Einkehrmöglichkeit). Wir bleiben auf der rechten Seite des Flusses und radeln entlang der ehemaligen Soleleitung – immer noch ohne Autoverkehr – gegen Norden. Beim Sägewerk in Frauenstätt wechseln wir die Uferseite und folgen stets den Schildern »Siegsdorfer Runde« durch einige Weiler. Wir treffen auf eine große Autostraße, überqueren sie geradeaus und fahren dem Schild Richtung Vitzhum nach unter der Autobahn hindurch. Nun sind wir schon fast in Siegsdorf. Achtung, am Edeka und Getränkemarkt geht es links weg, man übersieht das Radwegschild leicht!
Jetzt wird es an den Brücken und Unterführungen eng, und schon überqueren wir an einem Parkplatz die Traun, einem Zusammenfluss aus Roter undWeißer Traun. Am Freibad geht es links weiter und mitten durch Siegsdorf an der Weißen Traun entlang. Am Mammutmuseum müssen wir erneut aufpassen: Am Kreisverkehr auf der gegenüberliegenden Uferseite halten wir uns ganz links am Fluss (fast als ob wir Gäste des Fitnessstudios wären) und passieren den engen Durchgang zwischen Haus und Fluss. Schon sind wir wieder auf einem schmalen Uferweg, der uns an Schleusen vorbei nach Süden bringt.
In Eisenärzt wechseln wir gleich zweimal die Uferseiten. Dann verlassen wir den Fluss und fahren auf dem Radweg ansteigend parallel zur Autostraße weiter. Bald ist der letzte Anstieg geschafft, und vor uns liegt wieder Ruhpolding, das wir sanft abwärts rollend erreichen.

Gute Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen-Personen-Nahverkehr (Bus/Bahn)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour31 km
Höhenunterschied300 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortRuhpolding
AusgangspunktRuhpolding, großer kostenfreier Parkplatz am Bahnhof
EndpunktRuhpolding, großer kostenfreier Parkplatz am Bahnhof
TourencharakterRuhpolding, am Fuß des Rauschbergs gelegen, gilt als Inbegriff für bayerische Idylle, barocke Kirchen, intakte Bergwelt und Biathlon, und das schon seit Beginn der 1930er-Jahre.
Damals fielen erste touristische Reisegruppen gleich Heerscharen in den Ort ein, und sicherlich hat der Tourismus seitdem viel verändert. Früher lebten die Menschen hier vor allem von Landwirtschaft und Bergbau und später vom Holzreichtum der Gegend, denn das Holz wurde für die im nahen Traunstein erbaute Saline benötigt. Bis heute hat aber der Tourismus allen anderen Wirtschaftzweigen den Rang abgelaufen. Dabei schaffte Ruhpolding die oft wackelige Gratwanderung zwischen ursprünglich gewachsenem oberbayerischem Dorf und Fremdenverkehrsrummel meisterhaft. In der Ortsmitte hat sich der alte Dorfcharme erhalten, auch wenn dort die Dichte an Souvenirläden mit Lederhosen-Stoffbären, kitschigen Bierkrügen und jodelnden Wetterstationen besonders groß ist. Auch am Saisonende gleicht Ruhpolding nicht einer ausgestorbenen Geisterstadt, denn gerade im Winter kommen viele Sportler hierher - Ruhpolding ist zum Mekka für Langläufer geworden, und an die 160 Kilometer Loipen werden gespurt. Das lockt neben Freizeitsportlern auch jede Menge Profis nach Ruhpolding, nicht zuletzt wegen des weltweit bekannten Biathlon-Weltcups im Januar. Aber auch die kleinen Gäste kommen in Ruhpolding nicht zu kurz, und die Eltern werden ihre liebe Mühe haben, die Kinder zu einer Rad- oder Bergtour zu überreden, wenn der nahe Ruhpoldinger Freizeitpark lockt. So ist Ruhpolding immer einen Ausflug wert. Und selbst wenn das Wetter einmal nicht zu einer Rad- oder Bergtour ruft, gibt es im Ort einiges zu besichtigen. Die mit gut 40Metern Länge relativ große barocke Pfarrkirche St.Georg besitzt ein wertvolles Kleinod: Die »Ruhpoldinger Madonna« stammt aus der Zeit um 1230 und stand jahrelang unbeachtet in einer kleinen Kapelle im nahen Zell. Erst 1955 erkannte man ihren besonderen kunsthistorischen Wert. Die Figur aus der Übergangszeit von der Romanik zur Gotik strahlt eine ungeheure Intensität aus. Ihre schlichte Form unterstreicht dies noch und könnte fast schon wieder als modern gelten. Kunstinteressierte werden auch im Ruhpoldinger Heimat- und Jagdmuseum fündig; die Exponate umfassen bäuerliche Geräte, Votivbilder, Hinterglasmalereien, Truhen und figürlich bemalte Schränke sowie Klosterarbeiten (Schloßstr. 2, Tel. 08663/ 412 30). Interessant ist auch die historische Glockenschmiede, ein Kulturdenkmal, das man besichtigen kann; die mit Wasserkraft betriebene Hammerschmiede wurde bis 1958 bewirtschaftet. Das weitaus größte und bekannteste Museum in Ruhpolding ist aber das Holzknechtmuseum, das sich ganz dem Beruf des Waldarbeiters widmet. Auf dem großzügigen Freigelände und in einem Museumsbau erfährt man alles Wissenswerte rund um die Arbeit im Wald: Vom Leben eines einfachen Holzknechts längst vergangener Zeiten bis zum heutigen modernen Berufsbild des Forstarbeiters – alles wird hier anschaulich und informativ erklärt (Laubau 12, Tel. 08663/639, www.holzknechtmuseum.com).
Hinweise
Gute Erreichbarkeit mit Bussen/Bahnen
KartentippKompass 1 - 50 000, Blatt 16 Traunstein–Waginger See
Markierungen
VerkehrsanbindungAuto. Von München auf der A 8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Traunstein/Siegsdorf, dann Richtung Süden und über Siegsdorf bis Ruhpolding. Der Parkplatz liegt mitten im Ortszentrum und ist ausgeschildert. Bahn. München Salzburg, Umsteigen in Traunstein, Richtung Ruhpolding,
GastronomieDie urige Kesselalm bei Inzell (Sonnenterasse, gemütlichen Stube, frischer Kaiserschmarrn); der Hammerwirt bei Hammer mit schönem Biergarten; in Ruhpolding zahlreiche Eisdielen und Lokale
Tipps
Verleih
Informationen
Wer nach dem Besuch von Ruhpolding noch baden möchte, besucht das Erlebnis- und Wellnessbad »Vita Alpina«, Brandnerstr. 1, www.vita-alpina.de
Höchster Punkt
Unterkunft
Tourismusbüro
Touristinformation Ruhpolding, Tel. 08663/880 60, www.ruhpolding.de; Tourist-Info Siegsdorf, Tel. 08662/49 87 45, www.siegsdorf.de
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