Ohne Moos nix los – von Kochel nach Schlehdorf

Flache Rundstrecke v. a. auf Wanderwegen durchs Moor, wenig Schatten. (Autor: Lisa Bahnmüller)
16 km
41 m
0.00 h
Kochel – Schlehdorf – Eichsee – Loisach – Kochel.
Startplatz ist der Bahnhof von Kochel. Wir radeln auf den Maibaum zu in Richtung Ortszentrum. An der großen Kreuzung halten wir uns rechts und folgen den Schildern »Murnau bzw. Schlehdorf«. Bei 1,0km überqueren wir die aus dem Kochelsee abfließende Loisach. Gleich nach der zweiten Brücke beginnt auf der rechten Straßenseite unser Radweg nach Schlehdorf. Schon sehen wir die beiden Klostertürme von Schlehdorf und erreichen nach 4,0km die nächste Loisachbrücke. Hier ist der Fluss erst auf dem Weg in den Kochelsee und fließt deshalb in die »andere« Richtung. Eine Besichtigung Schlehdorfs, des Klosters oder eine Pause am schönen Seeufer ist von hier aus am einfachsten. Die Rundtour führt jedoch vor der Brücke nach rechts. Ohne Steigung rollen wir neben dem Fluss dahin. An der Brücke zum Schlehdorfer Ortsteil Unterau halten wir uns rechts und folgen dem geteerten Sträßchen. Auf den Wiesen stehen viele Heuschober. Zusammen mit der nahen Bergkette des Herzogstandes und Heimgartens und den blühenden Feuchtwiesen ergeben sie ein exquisites Fotomotiv. Kurz vor dem Eichsee teilt sich der Weg, wir bleiben rechts Richtung Eichsee. Sein dunkles Moorwasser erwärmt sich sehr schnell. Im Sommer wird für die Badenden eine Liegefläche gemäht. Weiter geht es in Fahrtrichtung am Eichsee vorbei, an der nächsten Weggabelung bei 6,9km radeln wir links. Der Weg führt in einem großen Bogen auf einen Baumstreifen zu, wo wir bei 8,5km über eine kleine Brücke kommen. Unmittelbar danach biegen wir rechts ab und radeln den Triftkanal entlang. Der Weg wird schmäler und sumpfiger. Nach 11,2km halten wir uns rechts (Schild »Benediktbeuern«) und erreichen mit einem Linksschwenk die Brücke über die Loisach (12,1km). Vor der nächsten Brücke über den Lainbach biegen wir rechts ab und folgen dem Schild nach Kochel. Bei Brunnenbach teilt sich der Weg, hier radeln wir geradeaus und auf einem schmalen Pfad dicht am Wasser der Loisach entlang dem Wanderwegschild folgend nach Kochel. Hier müssen wir verstärkt auf Fußgänger achten, denn das Moor lockt viele Spaziergänger. Bald beginnt ein Trimm-dich-Pfad und nun ist es nicht mehr weit bis zur Brücke in Kochel (16,2km). Diesmal radeln wir links von der Straße und biegen bei der nächsten Möglichkeit erneut links in den Döllerfeldweg, der uns verkehrsberuhigt zum Maibaum und dann zum Startplatz zurückbringt (17,6km).
Wissenswertes.
Kochel: Eine der wichtigsten Verbindungsstraßen von München über Tirol nach Italien führt seit dem Mittelalter über Kochel. Der Ort war die letzte Station, bevor es über die damals gefährliche Kesselbergstraße zum höher gelegenen Walchensee und dann nach Mittenwald ging. Malerisch ist Kochel zwischen Bergen und dem gleichnamigen, 6,5qkm großen See gebettet. Der See ist ein Überbleibsel des Isargletschers. Er reichte ursprünglich bis Benediktbeuern. Nach der Verlandung bildeten sich daraus die Moore. Vor allem die Lage machte Kochel zu einem gut besuchten Fremdenverkehrsort. Beachten sollte man die Pfarrkirche St. Michael, die mit Wessobrunner Stuck ausgestattet ist. Kinder sind meist an einem Besuch des Walchenseekraftwerks interessiert. Die grünen Fallrohre sind schon von Weitem sichtbar. Über den See fährt ein kleines Schiff. Die Rundfahrt dauert keine 1.30 Stunden.
Schlehdorf: Etwas erhöht und damit vor Hochwasser gesichert liegt die doppeltürmige Klosterkirche St. Tertulin aus dem Jahre 1718. Die Dominikanerinnen des Klosters führen eine renommierte Mädchenschule. Der Ort selbst hat untypische Straßenzüge für ein bayerisches Dorf, denn die rechtwinkelig geführten Straßen erinnern eher an französische Vorbilder. Die Ursache war eine verheerende Brandkatastrophe im Jahre 1846, durch die der Ort vollkommen zerstört wurde.

kindgerecht ; Gute Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen-Personen-Nahverkehr(Bus/Bahn)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied41 m
Dauer0.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKochel - Bahnhof.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterSchauplatz der Tour ist das Kochelseemoor, das sich vom Kochelsee nach Benediktbeuern erstreckt. Kaum vorstellbar, dass bis vor zwei Jahrhunderten die Gegend so unwirtlich war, dass sich kaum einer in den Sumpf wagte. Heute lebt vor allem der Fremdenverkehr von der Landschaftsvielfalt zwischen den nahen Bergen, dem Moos und der Loisach.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 6, Walchensee/Wallgau 1 - 50000.
VerkehrsanbindungMit dem Auto - auf der Garmischer Autobahn A 95, Ausfahrt Murnau/Kochel, Richtung Kochel. Mit der Bahn: von München Richtung Kochel, Endstation Kochel.
GastronomieKochel - viele Möglichkeiten. Schlehdorf: Fischerstüberl.
Tipps
Kunstfreunde werden am Franz-Marc-Museum Gefallen finden. Marc (1880–1916) verbrachte seine letzten Jahre im Ortsteil Ried. Im Museum sind neben Marcs Werken auch die seiner expressionistischen Künstlerfreunde, der »Blaue Reiter« zu sehen. Im nahen Großweil liegt das bekannteste Freilichtmuseum Bayerns, die Glentleiten. In liebevoll original aufgebauten Bauernhöfen kann man das Leben und die Arbeit der Bauern aus vergangenen Tagen nachvollziehen. An Wochenenden wird meist Besonderes, wie Handwerkerkunst, Ostermarkt, Volksmusik, Apfeltage oder Kirchweih, geboten. Die vielen verstreuten Heuschober waren vor allem früher wichtig. Im Sommer, wenn man die Wiesen mähen konnte, war der Boden so nass, dass die schmalen Wagenräder eingesunken wären. So lagerte man das Heu, bis der gefrorene Boden im Winter den Transport erlaubte.
Informationen
Im Moor - Eichsee mit traumhafter Alpenkulisse, Kochel: ausgewiesene Badestellen im meist kühlen Kochelsee, Trimini Freizeit- und Erlebnisbad.
Tourismusbüro
Tourist Information Kochel Tel.: 08851/338.
Tags: 
Mehr zum Thema