Nach Kap Arkona, dem nördlichsten Punkt Deutschlands

Sehr schöne, meist ebene Tour entlang der Küsten der Halbinsel Wittow. (Autor: Michael Graf)
44 km
307 m
4.00 h
In Schaprode fahren wir die Straße Richtung Trent und biegen dann links ab, der Radbeschilderung Wittower Fähre folgend. In Poggendorf radeln wir im Ort um die Linkskurve und anschließend biegen wir nach rechts ab, kurz darauf wieder links, der Beschilderung Rügenrundtour folgend. Nachdem wir die Küste der Rassower Bucht erreicht haben, genießt man einen letzten Blick auf den Leuchtturm und die Erhebungen von Hiddensee. Nun geht es am Ufer sehr schön weiter bis zur Feriensiedlung bei Vaschvitz, um die wir in einem Bogen herumfahren und auf der Teerstraße zur Wittower Fähre gelangen. Mit dieser kleinen Autofähre setzen wir über, orientieren uns dann links nach der Beschilderung »Arkona« und radeln am Ufer des Wieker Boddens entlang gemütlich nach Wiek, das mit seinen reetgedeckten Häusern zu den schönsten Haufendörfern der Insel gezählt wird.
Die mächtige spätgotische Kirche aus dem 14Jh. ist leider geschlossen. An der Fassade kann man jedoch den schön strukturierten Westgiebel und den separaten Glockenturm bewundern. Man radelt schräg gegenüber der Kirche nach halblinks und außerhalb des Ortes nicht auf dem Plattenweg, der in einer Rechtskurve weiterführt, sondern geradeaus einen kleinen Pfad weiter. Auf diesem gelangt man nach Banz, wo am Wasser eine gute Fischräucherei einen großen Imbiss aufgebaut hat. Hier kann man seinen Fisch sogar auf Deck eines kleinen Schiffes verzehren. Nun geht es auf der Autostraße weiter, dann in Gramtitz links bis zu einer Kreuzung. Ab hier verläuft ein Radweg mit der Beschilderung »Kap Arkona über Nonnevitz« nach rechts, am Waldrand halten wir uns nochmals rechts bis zum Campingplatz, in den wir links einbiegen und nach unten rollen. Im Campingplatz fährt man dann die breite Sandstraße nach rechts, hält sich im Wald links und radelt auf einem schmalen Waldweg sehr holprig über Baumwurzeln an der Küste durch den Gespensterwald. Hier ist man über weite Strecken ganz für sich. Danach verläuft der Weg am Waldrand und geht in einen gut zu fahrenden Kiesweg über, der von vielen Radlern frequentiert wird. Schon von weitem sieht man die dicht beieinander stehenden Leuchttürme, den 26m hohen, aus Backstein nach einem Entwurf von Schinkel erbauten Schinkelleuchtturm von 1827, der heute für Ausstellungen genutzt wird, und den höheren Neuen Leuchtturm. Ein Stück rechts davon steht der Peilturm. Jetzt hat man den nördlichsten Punkt Deutschlands, Kap Arkona, erreicht. Von den Türmen hat man einen weiten Blick ins Land. Hier fallen die Kreidefelsen 50m tief ab zum Meer. Auf einer schmalen Treppe kann man an der Steilküste herabsteigen. Südlich des Peilturms sind die Reste der Jaromarsburg zu besichtigen, der größten Burg der hier ansässigen slawischen Ranen. Eine Informationstafel informiert uns über deren Geschichte und die Burg, die die Gottheit Svantevit beherbergte und 1186 durch den Dänenkönig WaldemarI. zerstört wurde. Erst nach diesem Sieg begann die Christianisierung der Insel. Direkt an der Steilküste erbaut, verschwanden Teile der ehemaligen Burg durch Küstenabtrag, so dass die ursprüngliche Größe nur erahnt werden kann.
Vom Peilturm radelt man abwärts und schiebt dann am besten an der achteckigen Kirche vorbei bis hinab in das Örtchen Vitt. Diese ungewöhnliche Kirche wurde 1806 erbaut, um den Fischern bei den berühmten Uferpredigten Kosegartens Schutz vor dem Wetter zu bieten. Gleichzeitig hatten sie von der Erhebung einen guten Blick auf die See und konnten so das Eintreffen der Heringsschwärme verfolgen. Die Kirchentür öffnet sich folglich zum Meer hin. Vom kleinen Hafen des unten gelegenen Fischerdorfes hat man einen schönen Blick auf die hoch aufragende Steilküste des Arkonariffs. Am Maritimshop fahren wir vorbei (keine Wegbeschilderung) und dann auf einem Betonstreifenweg aufwärts. Man hält sich immer zur Küste hin, radelt an den wenigen Häusern von Goor entlang, danach wendet man sich nach links. Sehenswert ist das Großsteingrab, an dem es weiter geht. Beim Campingplatz von Altenkirchen biegt man nach rechts und nach einem Bauernhof links in einen Weg
und gelangt so in das Dorf Altenkirchen, dem drittältesten Ort der Insel.
Hier steht, durch einen Torbogen erreichbar, die sehenswerte Dorfkirche mit dem frei stehenden Glockenturm. Bereits um 1200 als dreischiffige romanische Hallenkirche errichtet, wurde sie spätgotisch umgebaut, an den Apsiden sieht man noch romanische Bögen. In der Südkapelle wurde das steinerne Abbild eines slawischen Gottes querliegend eingemauert. Bemerkenswert ist auch das romanische Taufbecken von 1240 aus gotländischem Kalkstein. An der Südseite der Kirche befindet sich das Grab des berühmten evangelischen Predigers Ludwig Theobul Kosegarten (1758-1818), der auch mit den Geistesgrößen seiner Zeit, z.B. Goethe, Schiller, Herder und von Humboldt korrespondierte. Ernst Moritz Arndt war Hauslehrer bei Kosegarten und wurde stark von diesem beeinflusst. Rückfahrt: Nur mit dem Fahrrad möglich.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour44 km
Höhenunterschied307 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSchaprode.
EndpunktAltenkirchen.
TourencharakterMit der Wittower Fähre setzt man auf Wittow über und radelt entlang des Wieker Boddens und dann durch den Kiefernwald an der Nordküste bis Kap Arkona. Die Ostküste am Tromper Wiek zeigt uns das malerische Fischerdörfchen Vitt und das Städtchen Altenkirchen.
Hinweise
Fahren Sie hinter Wiek geradeaus auf den Pfad, nicht nach rechts auf den Plattenweg.
KartentippKompass Wander- und Radtourenkarte Insel Rügen 1:50000.
MarkierungenRügenrundtour; lokal, manchmal fehlend.
VerkehrsanbindungSchaprode ist nur mit dem Schiff von Hiddensee oder mit dem Fahrrad erreichbar.
GastronomieGutes Fischrestaurant/Räucherei in Banz. Biergarten in Kap Arkona.
Tipps
Die Wittower Autofähre verkehrt alle 30Minuten. Im Sommer ist die letzte Überfahrt 20.50 bzw. 21Uhr. Bei gutem Wetter lohnt sich auf jeden Fall der Aufstieg auf den 26m hohen Neuen Leuchtturm. Von diesem blickt man auf die Halbinsel Wittow, auf die Tromper Wiek und kann deutlich das Plateau der südlich gelegenen Jaromarsburg erkennen. Auch der Königssteig hinab zu den imposanten Kreidefelsen ist empfehlenswert.
Unterkunft
Campingplätze in Möwenort; Putgarten und Altenkirchen.
Tourismusbüro
Informationsamt, Wittower Neustr. 5, 18556 Breege, Tel. 038391/311; Fax 038391/399; www.kap-arkona.de. Museumsverwaltung, Tel. 038391/121115

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