Nach Beuerberg

Radrundtour auf überwiegend unbefahrenen Rad- und Dammwegen und kleinen Nebenstraßen. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
37 km
100 m
3.00 h
Entlang der Isar: Wir starten vom Bahnhof und radeln an der Bahnschranke über die Gleise in die Sauerlacher Straße. Der Fußweg auf der linken Straßenseite ist gleichzeitig Radweg. Wir passieren die Nantweiner Kirche und halten uns kurz vor der Marienbrücke links zum Floßgelände, radeln unter der Brücke hindurch auf die andere Straßenseite und folgen nun dem Radweg nach »Geretsried/Bavarica Tyrolensis«. Bald treffen wir auf die Mündung des Loisachkanals. Wir folgen dem Flusslauf des Kanals und überqueren dann am Wehr das Wasser. Auf der anderen Seite radeln wir geradeaus weiter, nicht mehr am Fluss entlang. Nun sind wir in Waldram und umrunden die Sportplätze an der Schule. Wir bleiben auf dem neu angelegten Radweg Bavarica Tyrolensis durch die Isarauen. Im Geretsrieder Ortsteil Gartenberg treffen wir wieder auf Zivilisation. Jetzt weiter geradeaus auf der Straße Isardamm. Im Dritten Reich stand an der Stelle des heutigen Geretsried eine riesige Munitionsfabrik, wohlgetarnt unter den Bäumen der Isarauen. Ein auffälliger, mit Stacheldraht behangener Zaunpfosten direkt an unserem Weg ist ein Überbleibsel aus dieser Zeit. Ähnliche Relikte, zum Beispiel alte Betonplatten mit eingelassenen Gleisschienen als Straßenbelag oder Mauerreste alter Bunkeranlagen, findet man an vielen Stellen der Stadt. Zur Ausflugsgaststätte: Nach der Isardammschule folgen wir dem Linksknick der Straße und erreichen immer am Waldrand bleibend nach dem Eisstadion die St.-Hubertus-Straße. Sie endet in der großen Adalbert-Stifter-Straße, die wir geradeaus überqueren. Am Ende der Sackgasse beginnt ein Radweg, dem wir etwas nach links folgen, durch eine Unterführung, um gleich danach die Tattenkofener Straße zu überqueren. Wir finden rechts erneut den Radweg und folgen nun der Beschilderung nach Königsdorf/Geretsried-Stein. Noch einmal queren wir eine große Straße und verlassen dann Geretsried zur Königsdorfer Alm. Von Mai bis September wird die Alm von vielen Ausflüglern besucht. Sie ist nur an Wochenenden und Feiertagen geöffnet. Fast immer spielen nachmittags heimische Volksmusikgruppen zur Unterhaltung auf. Wer Lust zu schwimmen hat, radelt nach der Königsdorfer Alm rechts zum Bibisee. Ansonsten geht es geradeaus weiter, der Beschilderung Königsdorf folgend parallel zur Bundesstraße. Durch Königsdorf radeln wir auf dem Kopfsteinpflaster der Hauptstraße bergauf, bis wir vor dem Rathaus rechts dem Schild nach Mooseurach folgen. Loisachfilzen und Moore: Es geht abwärts, nach links, und schon verlassen wir Königsdorf auf einer ruhigen, geteerten Straße. Kurz vor Mooseurach steigt die Straße an, dann sind wir aber schon am großen Gutshof. Der gehörte vor fast 100 Jahren einmal Robert Bosch, dem Gründer der Firma Bosch. Heute ist Mooseurach ein ökologisch betriebener Bauernhof. In den dazugehörigen ehemaligen Gesindehäusern leben viele Künstler. Leicht bergab passieren wir ein paar der ehemaligen Arbeiterhäuser im Moor und radeln geradeaus mitten ins Moor durch die Breitfilze. Nach dem Boschhof und der Brücke endet der Weg in einer großen Teerstraße. Wir sind im Loisachtal angekommen. Nun ein Stück auf der Straße nach rechts, bis wir kurz darauf in Beuerberg sind und direkt auf die zwei Kirchtürme zuhalten. Beuerberg besitzt zwei Kirchen, die ehemalige Klosterkirche St. Peter und Paul, deren farbenprächtige Altäre eine Besichtigung wert sind, und die kleinere ehemalige Pfarrkirche, die heutige Friedhofskirche St. Maria. Zwischen Kanal und Fluss: Durch die Kloster- und Herrnhauser Straße geht es abwärts bis zu den Loisachbrücken. Für den Rückweg nach Wolfratshausen nehmen wir den Weg zwischen Loisach und Loisachkanal. Dieser Kanal wurde 1921/24 erbaut, um das vermehrte Wasser aufzunehmen, das über das neue Walchenseekraftwerk in den Kochelsee und damit in die Loisach floss. Unser Weg ist jetzt nicht mehr zu verfehlen, er führt bis Gelting am Kanal entlang. Wir überqueren die Straße, die von Unterherrenhausen kommt, und erreichen das Loisachmoor, das durch den Kanalbau in zwei Teile getrennt wurde. Hier haben sich die Geltinger bis nach dem Krieg mit Torf zum Heizen versorgt. Die verfallenden Torfhütten und die zugewachsenen Torfstiche kann man noch gut erkennen.In Gelting lohnt sich ein Abstecher über die Kanalbrücken in die Ortsmitte zum Maibaum und der Dorfkirche St. Benedikt. Gelting gehört zu den ältesten Dörfern der weiteren Umgebung. Der Ort unterstand früher dem Kloster Benediktbeuern, daher ist die Kirche außergewöhnlich reich geschmückt. Aber nicht nur kulturell hat der Ort etwas zu bieten. Ausgezeichnet sind die beiden Landgasthäuser, der »Neue« und der »Alte« Wirt von Gelting. Die Wirte gehören trotz der Namensähnlichkeit nicht zusammen, haben aber die feine bayerische Küche gemein.Zurück müssen wir wieder an den Kanal. Am besten von der Hauptstraße (Wolfratshauser Straße) aus in den Bahnweg. Diesmal überqueren wir nicht nur den Kanal, sondern anschließend noch auf der blauen »Schepperbrücke«, die ihren Namen verdient hat, die Loisach. Dahinter geht es rechts an den Schrebergärten vorbei, unter dem Autobahnzubringer hindurch, immer an der Loisach entlang bis Wolfratshausen. Wir stoßen an eine Brücke, auf der wir rechts die Loisach überqueren, nur um gleich links am Maibaum auf der alten Floßlände ohne Autoverkehr weiterzuradeln. An der nächsten Brücke sind wir schon in der Bahnhofstraße, wo wir rechts zum Ausgangspunkt zurückkommen.

Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour37 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWolfratshausen, Bahnhof
EndpunktWolfratshausen
TourencharakterAuf ruhigen Wegen radeln wir durch das Alpenvorland, die Isarauen, die Stadt Geretsried und Königsdorf, durch Moore, über Moränenhügel, durch Wälder und Felder zum Klosterdorf Beuerberg, bewundern dort die beiden Kirchen und kehren am Loisachkanal nach Wolfratshausen zurück.
Hinweise
DIE FLÖSSERSTADT WOLFRATSHAUSEN. Die Stadt Wolfratshausen liegt am Zusammenfluss der Loisach und der Isar und besitzt eine malerische Altstadt, die sich über 400 m am linken Loisachufer entlangzieht. Hoch über dem Steilufer stand früher eine mächtige Burganlage, die den Verkehr auf der Straße und auf den Flüssen kontrollierte. 1743 explodierte die Burg nach einem Blitzeinschlag im Pulverturm und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Nicht nur die Burg, sondern auch die Flößerei prägte den Ort über viele Jahrhunderte. Auf Holzflößen wurden Waren aller Art von den Bergen nach München geschifft. Das war ein einträgliches, aber auch gefährliches Geschäft, das mit dem Aufkommen des Zugverkehrs sein Ende fand. Bis heute besitzen die Wolfratshauser Flößerfamilien noch das verbriefte Recht des Transports auf der Isar. Heute haben sie sich aber umorientiert und bringen Ausflügler nach München. Ein beliebter Spaß, für den man sich lange im Voraus anmelden muss.
KartentippKompass Karte Nr. 180 Starnberger/Ammersee, 1:50 000
VerkehrsanbindungVon München auf der A 95, Ausfahrt Wolfratshausen; zahlreiche Parkplätze rund um den Bahnhof. Mit der S 7 von München nach Wolfratshausen.
GastronomieKönigsdorf: Gasthaus Hofherr, sehr empfehlenswert, gute bayerische Küche. Beuerberg: Gasthof zur Mühle. Gelting: Alter Wirt und Neuer Wirt, beide in der Wolfratshauser Straße.
Tipps
BADEMÖGLICHKEITEN Geretsried: Bibisee

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