In markgräflich-badischen Landen

Durch das hügelige, markgräflich-badische Land radeln wir durch Weinanbaugebiete in den ehemaligen Einflussbereich des Klosters Salem. (Autor: Michael Graf, Paul Bickelbacher)
36 km
150 m
3.00 h

Von Überlingen zum Schloss Salem

Wir beginnen unsere Tour in Überlingen (Bhf.) am kleinen Hafen und fahren Richtung Meersburg. Wenn der Bodensee-Radweg rechts nach Nußdorf abbiegt, radeln wir geradeaus weiter über die Bahnlinie, dann links steil hoch in die Sankt-Johann-Straße und oben angelangt rechts in die Mühlbachstraße. Anschließend geht es durch ein Wohngebiet, an dessen Ende die Weinberge des Weinguts Kiefer beginnen. Am Weingut nach links, ein kleines Schild Deisendorf/Birnau weist den Weg. Wir stoßen auf eine kleine Querstraße, halten uns rechts und gleich wieder links, unterhalb der Weinberge entlang, und treffen auf eine größere Straße. Unser Weg setzt sich gegen-über auf einem Kiesweg fort. Es geht dann unter der Brücke der B31 hindurch.

Der Kiesweg führt uns sehr abgeschieden durch einen lichten Laubwald, man gelangt an eine Teerstraße, überquert rechts den Riedbach und hält sich danach links in den Kiesweg Richtung Deisendorf. Entlang des kleinen Riedbachtals radelt man beschaulich, bis sich auf der rechten Seite der Talgrund weitet und es rechts über den Riedbach geht. Kurz danach trifft man auf einen quer laufenden Weg, den Seefelder Kirchweg, auf dem wir rechts wieder auf den Wald zuhalten. Kurz nach dem Waldanfang nehmen wir links den Kiesweg, auf dem wir noch ca. 1 km geradeaus weiterfahren, bis wir auf den quer laufenden Prälatenweg stoßen. Dieser Kiesweg führt uns nach rechts mit teilweise steilen An- und Abstiegen zum idyllisch gelegenen Weingut Oberhof, von dem es unter der B31 hindurch nur noch wenige Meter bis Kloster Birnau sind, das allein wegen seiner Lage eine Pause wert ist.

Das Marienwallfahrtsheiligtum Birnau gehörte zu den ehemaligen Besitzungen des Klosters Salem und wurde auch von Salemer Mönchen betreut. Es war und ist ein wichtiges Zentrum der Marienverehrung. 1745 wurde die heutige Kirchenanlage erbaut, nachdem Nachbarschaftsstreitereien den Umzug von Alt-Birnau zum heutigen Standpunkt erzwangen. Die Säkularisierung traf auch Birnau, das Gnadenbild der Maria gelangte nach Salem, kehrte aber 1919 durch Entgegenkommen Max von Badens zurück an seinen angestammten Platz. Er gab gleichzeitig Birnau an die Zisterzienser zurück. Birnau und Salem verbindet der Prälatenweg, den wir entlangradeln.

Von Birnau kehren wir zum Prälatenweg zurück 

Auf diesem Kiesweg geht es geradeaus durch den Wald, der Streckenverlauf ist hier ziemlich hügelig. Vom Waldende rollt man hinab bis nach Mendlishausen , dem beliebten Ausflugsziel beim Affenberg Salem mit großem Parkplatz. Ein beliebtes Ausflugsziel für Familien ist der Affenberg Salem, auf dem sich über 200 Berberaffen in einem 20 ha großen Freigehege tummeln. Auf den Dächern des dazugehörigen Gutes brüten im Frühsommer zahlreiche Weißstörche, die vom Biergarten aus beobachtet werden können. Wir biegen dort links auf den Radweg ein, fahren um Mendlishausen herum und erreichen den Waldrand. An diesem geht es noch wenige Hundert Meter entlang, bis die danebenliegende Autostraße einen Linksknick macht und wir rechts auf die Teerstraße in den Wald einbiegen.

Schloss Salem

Wir bleiben auf dieser Waldstraße, die danach am Waldrand entlangführt; rechts sehen wir auf einem Hügel den Spitznagelhof und die darunterliegenden, malerischen Weiher. Über freies Feld gelangen wir bis zu einer Querstraße, an der wir uns links halten und nach ca. 1 km Schloss Salem vor uns sehen. Das markgräflich-badische Gebiet stand früher unter dem Einfluss des mächtigen Zisterzienserklosters Salem, das 1134 gegründet wurde. Stolz präsentiert sich auch heute noch die ehemalige Klosteranlage, die nach der Säkularisierung an den Markgrafen von Baden fiel und diesem als Wohnsitz diente und dient. Heute ist Salem hauptsächlich als repräsentativer Sitz des Internats Salem bekannt, das hier die Schüler der Mittelstufe untergebracht hat. Die Unterstufe befindet sich in Schloss Hohenfels, die Oberstufe, Salem College, in Spetzgart bei Überlingen. Ein Ort des Lernens und der Besinnung ist Salem nicht mehr, seit Max von Baden hier ein aufwendiges Freizeitzentrum errichtet hat.

Ponyreiten, Golf, Abenteuerspielplatz, Phantasiegarten, Kunsthandwerkdorf, Feuerwehrmuseum, Schlosskellerei und nebenbei noch Schloss und Klosterkirche werden jetzt kompakt als Spiel- und Spaßpaket angeboten. Kulturhistorisch Interessierte, die nur die gotische Basilika mit prächtigen Maßwerkfenstern, einer über 100-jährigen Bauphase (1299–1414) und frühklassizistischer Innenausstattung (1771–94) sowie die mächtigen Klostergebäude mit ihren Prachträumen besichtigen wollen, müssen in den sauren Apfel beißen und den teuren Eintritt in die Schlossanlage bezahlen. Vom Schloss Salem nach Immenstaad: Wir fahren vor dem Schloss rechts hinab und erreichen die große Straße. Gleich rechts verläuft ein schnurgerader und ebener Weg im Tal der Aach entlang nach Mimmenhausen. In Mimmenhausen radeln wir der Beschilderung Neufrach nach.

Durch Neufrach, am Ortsende unter der Bahnlinie hindurch. Parallel zur Bahnlinie verläuft ein kleiner Weg bis nach Bermatingen (Bhf.). Am Anfang von Bermatingen radelt man nicht links hoch zur großen Straße, also nicht über die Bahnlinie, sondern folgt der guten Radbeschilderung nach rechts, die uns über einige Ecken ins malerische Zentrum des Weinstädtchens führt. Charakteristisch ist dort der große Weintorkel aus dem 19. Jh. am westlichen Dorfausgang. Auch heute noch wird um Bermatingen Wein angebaut. Der Ort selbst ist durch seine hübschen Fachwerkhäuser geprägt, die nach einem Brand von 1590 errichtet wurden. Am Eingang des Gasthauses gegenüber dem Fachwerkrathaus von 1745 ist noch das Salemer Wappen zu sehen. Es war einst das Amtshaus des einflussreichen Klosters.

Mittelalterliches Markdorf

Von Bermatingen nach Markdorf (Bhf.) verläuft ein Radweg. An der Stadt Markdorf fährt und radelt man leider meistens vorbei. Diese brannte zweimal, im 18. und im 19. Jh., beinahe komplett ab. Trotz dieser Katastrophen präsentiert sich das Städtchen in einem mittelalterlichen Gewande: Erhalten blieb das Alte Schloss, ein mächtiger, turmartiger Bau mit Staffelgiebeln aus dem 14. Jh. Von der einstigen Stadtbefestigung sind noch das Untertor, der Hexenturm und das äußere Obertor erhalten. Diese prägen das Stadtbild bis heute. Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist eine spätgotische Basilika, in deren Inneren eine Mondsichel-Maria zu besichtigen ist, ferner die von Johann und Joseph Schmuzer stuckierte Marienkapelle.

Am Ende des Radwegs kurz nach dem Ortsanfang von Markdorf biegen wir rechts ab in die Grivitenstraße, am Ende nach links, queren die B33 und radeln die Hahnstraße geradeaus. Am Ende treffen wir auf einen Radweg und die Beschilderung des Donau-Bodensee-Radwegs, der wir nach rechts über die Bahngleise folgen. Dort geht es geradeaus in die Heggelinstraße, mit der wir aus dem Ort gelangen. Durch Wiesen und am Segelfluggelände vorbei erreichen wir Stüblehof, wir fahren durch den Weiler und geradeaus weiter nach Burgberg. In Burgberg wenden wir uns nach links, am Waldrand entlang; wir stoßen auf eine Querstraße, orientieren uns rechts und am Waldrandende links. Nun geht es leicht aufwärts in den Wald und dann hinab nach Immenstaad, wo wir direkt im Zentrum ankommen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour36 km
Höhenunterschied150 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktÜberlingen, kleiner Hafen.
EndpunktImmenstaad, Zentrum.
TourencharakterLandschaftlich schöne Tour ins hügelige Hinterland des Bodensees mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten.
Hinweise
Bademöglichkeit: Bei Überlingen (Freibad und Therme) und in Immenstaad.
KartentippADFC-Regionalkarte, Bodensee, 1:50000, BVA.
MarkierungenLokal; von Markdorf bis Immenstaad Donau-Bodensee-Radweg.
VerkehrsanbindungAnreise Mit dem Auto über die B31. Mit der Bodenseegürtelbahn. Rückfahrt Mit Rad, Schiff oder Bahn entlang des Sees. Verkehrsverbindungen Bahn- und Schiffsverbindung von und nach Überlingen. Schiffsverbindungen von und nach Immenstaad, aber keine Bahnanbindung.
GastronomieZahlreiche Gasthäuser. Schöner Biergarten in Mendlishausen.
Verleih
Überlingen: Radflott, Münsterstr. 40, Tel. 07551/949490.
Unterkunft
Immenstaad: zahlreiche Hotels und Pensionen. Campingplatz Schloss Kirchberg, Tel. 07545/6413. Campingplatz Schloss Helmsdorf, Tel. 07545/6252.

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Michael Graf, Paul Bickelbacher

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