IM KOCHERTAL NACH KÜNZELSAU

Im engen Kochertal bequem talaufwärts nach Künzelsau, zurück auf dem gleichen Weg; asphaltierte Rad- und Wirtschaftswege, kurze Strecken auf Straßen. (Autor: Ute und Peter Freier)
41 km
70 m
3.00 h
Sindringen - Auffälliges Merkmal ist die teilweise gut erhaltene Stadtmauer, die auch als Hochwasserschutz diente. Interessant am Schloss mit seinem massigen Turm ist die Umfassungsmauer, in die ein Backhaus, eine Arrestzelle und Ställe an- und eingebaut wurden. Nach Forchtenberg: Vom Parkplatz an der Kocherbrücke fahren wir durch Sindringen, radeln am Fuß des Talhangs bequem nach Ernsbach und entlang des von Steinriegeln durchzogenen und mit Weinstöcken bepflanzten Hangs nach Neu-Wülfingen, einen Ortsteil der Gemeinde Forchtenberg. Hier überqueren wir den Kocher und gelangen an das Würzburger Tor, den Zugang zur Altstadt des Weinorts Forchtenberg.Innerhalb der weitgehend erhaltenen, teilweise überbauten Stadtbefestigung verlaufen zwischen den Fachwerkhäusern enge Straßen, und Treppenstufen führen hinauf zur Kirche mit einer Kanzel, die von einem Mitglied der berühmtesten Familie des Orts, der Künstlerfamilie Kern, geschaffen wurde. Auch das Würzburger Tor wurde von einem Baumeister der Familie Kern errichtet. Ebenfalls bekannt sind zwei weitere Forchtenberger, die Geschwister Sophie und Hans Scholl, die sich 1942–45 in der Widerstandsorganisation »Weiße Rose« gegen das nationalsozialistische Regime engagierten und hingerichtet wurden.Von der wohl im 5. Jahrhundert angelegten Alamannensiedlung Wülfingen ist nur noch eine später erbaute Kirche übrig, die heutige Friedhofskirche, mit Fresken aus dem 14. Jahrhundert.Salzstadt Niedernhall: Wir fahren an Weißbach vorbei zum ummauerten Städtchen Niedernhall, wo eine Solequelle zur Salzgewinnung genutzt wurde. Mittlerweile wird nur noch ein Solebad betrieben, verweist auf den früheren Salzhandel nur noch das mittelalterliche Salztor. Die Gassen sind eng, die Fachwerkhäuser großteils erhalten; bemerkenswert sind das Rathaus und das an der Kocherbrücke stehende Götzenhaus, in dem Götz von Berlichingen zeitweilig zur Schule ging. Die Laurentiuskirche war ursprünglich romanisch (um 1200); erhalten aus jener Zeit ist ein Tympanonrelief mit einer Darstellung des heiligen Laurentius. In der Alten Kelter wird Wein verkauft, u.a. der »Distelfink«, der Niedernhaller Spitzenwein, und alljährlich findet ein Weinfest statt.Über das Weinstädtchen Ingelfingen nach Künzelsau: Auf unserer Weiterfahrt passieren wir wenig später Criesbach und gelangen nach Ingelfingen, wo wir den Kocher überqueren und uns sofort wieder nach rechts wenden. Geradeaus führt ein Abstecher in die Altstadt, die sich am Fuß des Talhangs entlang zieht und vom Weinanbau geprägt wird: Weinstuben, Weinverkauf, alte Kelter. Das Schloss derer von Hohenlohe-Ingelfingen ist heute Rathaus. Gegenüber dem Schloss befindet sich ein Muschelkalkmuseum; geöffnet April-Okt. So. 10–12 Uhr. Ein ungewöhnliches Gebäude ist der Schwarze Hof (1597) mit seinem hübschen Innenhof.Zwischen dem Fluss und einem Kanal passieren wir den am Hang gelegenen Ort Nagelsberg, fahren an Industriebetrieben vorbei und überqueren, nun schon in Künzelsau, kurz nach einer Straßenunterführung den Kocher. Ein Fuß- und Radweg entlang des Flusses führt zur »alten« Kocherbrücke, an der wir uns in die Altstadt wenden.Künzelsau: In der Kreisstadt des Hohenlohekreises fallen im kleinen Altstadtkern mehrere Fachwerkhäuser auf, insbesondere das Rathaus mit Wappen der »Ganerben«, d.h. der adligen Herren und kirchlichen Institutionen, die sich einst die Herrschaft über Künzelsau teilten. Zu ihnen gehörte auch das Haus Hohenlohe, von dem ein Familienzweig in dem im 17. Jahrhundert erbauten Schloss residierte. In der Hirschwirtscheuer am Schlossplatz wurde ein Museum eingerichtet für die im 17./18. Jahrhundert in Künzelsau lebende Künstlerfamilie Sommer, deren Mitglieder als Bildhauer, Kunstschreiner und Baumeister tätig waren. Eines ihrer Werke ist ein geschnitzter Triumphbogen in der Johanneskirche.Auf dem gleichen Weg kehren wir nach Sindringen zurück.

BADEMÖGLICHKEITEN - in Niedernhall ein Solebad; Freibäder in Ingelfingen und Künzelsau.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour41 km
Höhenunterschied70 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSindringen.
EndpunktSindringen.
TourencharakterDa sich am Kocher kaum Industrie ansiedelte, die Menschen angezogen hätte, blieben die Städtchen mit Stadtmauern oder Resten der Mauern im Zustand des 19. Jahrhunderts erhalten. Eine Ausnahme ist Künzelsau, das sich als einstige Residenzstadt einer Linie des Hauses Hohenlohe zu einem geschäftigen Mittelzentrum entwickelte.
Hinweise
BADEMÖGLICHKEITEN - In Niedernhall ein Solebad; Freibäder in Ingelfingen und Künzelsau.
KartentippRadwanderkarte des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg, Blatt 57 (Tauber-Hohenlohe), 1 - 100000.
MarkierungenKocher-Jagst-Radweg.
VerkehrsanbindungPKW - A81 Kreuz Weinsberg–Kreuz Feuchtwangen/Crailsheim, Ausfahrt 40 (Öhringen); Landstraße nach Ohrnberg und entlang des Kochers talaufwärts nach Sindringen; kleiner Parkplatz an der Brücke über den Kocher.
GastronomieIn Sindringen; in Ernsbach; in Forchten-berg Café, Weinstube und Gaststätten; in Niedernhall Cafés und Gaststätten; in Ingelfingen Weinstuben und Gaststätten; in Künzelsau Gaststätten und Cafés.
Tipps
BILDHAUER UND BAUMEISTER IN FORCHTENBERG - Die Familie Kern lebte im 16./17. Jahrhundert in einem mittlerweile in ein Museum verwandelten Fachwerkhaus in der Hafenmarktgasse; Besuch nach Vereinbarung; Tel. 07947/402. Über vier Generationen arbeiteten die männlichen Familienmitglieder als Bildhauer und Baumeister im Auftrag der Grafen von Hohenlohe, des Fürstbischofs von Würzburg und anderer Herren in so gut wie allen fränkischen Residenzen und Städten.
Tourismusbüro
Rathaus, Hauptstr. 14, 74670 Forchtenberg, Tel. 07947/9111-0, Fax 9111-35, www.forchtenberg.de; Rathaus, Stuttgarter Str. 7, 74653 Künzelsau, Tel. 07940/129-0, www.kuenzelsau.de

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