Herrliche Seenrunde bei Dinkelsbühl

Abwechslungsreiche Tour überwiegend auf wenig befahrenen Nebenstraßen mit mehreren mittleren Anstiegen und Abfahrten. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
28 km
290 m
2.00 h
Der sehr gut erhaltene mittelalterliche Stadtkern von Dinkelsbühl ist von einer durchgängigen Mauer umgeben und daher nur durch eines der stattlichen Tore zu erreichen. Vom Münster Sankt Georg geht die größte Anziehungskraft aus, früher oder später führt jeder Stadtrundgang an der spätgotischen Hallenkirche vorbei. Das Turmportal stammt noch aus der Romantik (1220). Sehenswert sind der Hochaltar mit der Kreuzigungsszene (um1490) sowie mehrere Seitenaltäre. Beim Bummel durch die Gassen der Altstadt kommen wir auch anzahlreichen interessanten Fachwerkhäusern vorbei. Der Nachtwächter kann während des abendlichenRundgangs fast zu jedem eineGeschichte erzählen.Unsere Radtour, die mit einemblauen Karpfen markiert ist, beginntam Nördlinger Tor. Hier fällt die festungsartig erbaute Stadtmühle auf, in der bereits im Mittelalter der Dinkel von den Feldern aus der ganzen Umgebung gemahlen wurde. Erstes Ziel ist das Naturschutzgebiet Walk-/Ganzweiher«, knapp zehn Radminuten von der Stadt entfernt. Das Besondere sind die ausgedehnten Schilfzonen, in denen im Sommer unzählige einheimische Vögel brüten. Andere Vogelarten wie Fischadler oder Graugänse nutzen die beiden Gewässer zum Ausruhen während des Vogelzugs. Über die Ortschaft Segringen geht es hinauf nach Unterwinstetten,wo sich ein schöner Blick auf das hügelige Umland bietet. Die nächsten Etappenorte sind Langensteinbach, Hasselbach und Mönchsroth. Nach Verlassen des Orts empfiehlt sich ein Abstecher zum 1986 rekonstruierten Limesturm. Er wurde bewusst nicht an der originalen Stelle aufgebaut, um die archäologischen Spurenfunde nicht zu zerstören. Der Turm war Teil des Limes, der im 1. Jahrhundert die Nordgrenze des Römischen Reiches markierte. Die einzelnen Türme waren stets in Sichtkontakt positioniert, sodass sich die Wachtposten durch Lichtsignale verständigen konnten. Hinter Wilburgstetten erreichen wir das Aufzuchtgebiet der Dinkelsbühler Karpfen. Ein Karpfengericht zählt zu den Spezialitäten der Region. Es wird zwischen September und April – den Monaten mit einem »r« – serviert. Der Karpfen ist je nach Wahl entweder blau oder gebacken angerichtet. Auf unseren Touren im Altmühltal kommen wir öfter an Karpfenteichen vorbei, in denen die Fische gezüchtet werden. Zu sehen ist der Karpfen im Wasser nur sehr selten, da er sich die meiste Zeit am Grund aufhält und dort im Schlamm seine Nahrung sucht. Er ist deshalb auch schwer zu angeln. So lässt man das Wasser der Fischteiche im Herbst ab und holt die Karpfen mit einem Netz aus dem Schlamm. Danach füllt der Fischerden Teich wieder und setzt Jungtiere ein, die er dann im Jahr darauf abfischt. Die fränkischen Karpfenteiche gibt es schon seit dem Mittelalter. Karpfenzucht war damals bereits eine gute Einnahmequelle für Großgrundbesitzer, darunter viele Klöster. Das lag hauptsächlich daran, dass der Fisch als Fastenspeise galt und früher die Fastentage strenger eingehalten wurden als heute. Die Karpfenteiche hießen deshalb damals auch Himmelsweiher. Nachdem wir nun so viel über Karpfen erfahren haben und die Tour etwas hungrig gemacht hat, bietet sich bei der Rückkehr in Dinkelsbühl ein Karpfenessen an…

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour28 km
Höhenunterschied290 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortDinkelsbühl
AusgangspunktDinkelsbühl
Endpunkt Dinkelsbühl
Tourencharakter Die Fischzüchter-Route
Beste Jahreszeit
KartentippRadwanderkarte »RomantischesFranken«, 1:70 000
VerkehrsanbindungDie nächsten Bahnhöfe sind in Crailsheim und Ansbach. Von den ICE-Bahnhöfen Frankfurt und Würzburg sowie München und Augsburg gibt es Verbindung zum Europabus »Romantische Straße«. Mit dem Auto auf der Autobahn A 7 Ulm/Würzburg über die Ausfahrt »Dinkelsbühl «.
GastronomieDinkelsbühl bietet zahlreiche Restaurants, unterwegs kann man in Mönchsroth beim Limesfreibad einkehren.
Informationen
In Dinkelsbühl exklusiv übernachten: Das Hotel Hetzelhof im historischen Stadtkern von Dinkelsbühl ist idealer Ausgangspunkt für diese und weitere Radtouren in der Umgebung. Das liebevoll restaurierte Patrizierhausaus dem 16. Jahrhundert bietet zahlreiche Appartements,jedes davon ist in seiner Größe den ursprünglichen örtlichen Gegebenheiten angepasst. Auch die Einrichtung ist in jedemRaum individuell integriert,der Stil durchgängig modern,die Elemente Holz und Stein dominieren. Die puristisch anmutenden Möbelvermitteln ein großzügiges Raumgefühl und der Innenhofist eine Oase der Ruhe inmitten der umgebenden blumengeschmückten Fachwerkfassaden. Da der Hetzelhof in unmittelbarer Nähe des Münsters liegt, lässt sich die historische Innenstadt bequem zu Fuß erkunden.
Tourismusbüro
Touristik Service Dinkelsbühl, Altrathausplatz 14, 91550 Dinkelsbühl, Tel. 09851/902440, www.dinkelsbuehl.de
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