Fast um den Starnberger See

Nicht ganz vollständige Rundtour, meist auf Radwegen ohne Steigungen. Ab Tutzing am Westufer des Sees gibt es in Ufernähe keinen passablen Radweg. Deshalb nehmen wir für die letzte Etappe die S-Bahn oder das Schiff. An einem Sommerwochenende ist viel los, bitte mit Rücksicht auf Fußgänger radeln! (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
48 km
160 m
4.00 h
Im Uhrzeigersinn: Wir starten am Bahnhof in Starnberg, radeln über den Bahnhofsplatz, unterqueren die Bahngleise nach rechts und kommen durch den Schiffhüttenweg bis zur großen Münchner Straße. Auf dem dort verlaufenden Radweg folgen wir der Beschilderung Percha/Kempfenhausen. Am Ortsende von Kempfenhausen radeln wir links in die Seestraße. Nun können wir den Weg nicht mehr verfehlen. Bald erreichen wir den Schlosspark in Berg, einen der ganz großen Schauplätze bayerischer Geschichte. Das Schloss von Berg war der letzte Aufenthaltsort König Ludwigs II., nachdem dieser entmündigt seine Regierungsgeschäfte niederlegen musste. Legenden ranken sich um seinen mysteriösen, nie ganz aufgeklärten Tod am 13. Juni 1886. Zu seiner Erinnerung wurden ein Gedenkkreuz und eine Votivkapelle errichtet. In Letzterer findet jedes Jahr an seinem Todestag ein großer Gedenkgottesdienst statt.Bis Ammerland säumen herrschaftliche Villen und Schlösser unseren Weg. Viele davon wurden um 1900 erbaut und stehen heute unter Denkmalschutz. So sticht vor allem das feudale Schloss Seeburg ins Auge. Es wurde 1889 vom Bauunternehmer H. Hoech gebaut. Heute gehört es dem Freistaat Bayern, der es langfristig an eine Christengemeinde verpachtet hat. Das Ufer hier ist ein beliebter Spot für Taucher. Eine Steilplatte fällt fast senkrecht bis auf 120 m ins Wasser ab. Deshalb sind die Tauchgänge hier besonders spannend. In Ammerland passieren wir das Schloss, das König Ludwig I. seinem Hofzeremonienmeister Franz Graf von Pocci, dem berühmten »Kasperl-Larifari-Grafen«, schenkte. In Ambach passieren wir ein auffallend geschnitztes hölzernes Tor. Es stammt aus Ungarn und gehörte zum Anwesen des Autors und Biene-Maja-Erfinders Waldemar Bonsels. Im Anschluss folgt das große Erholungsgebiet. Der Buchscharner Seewirt lockt, den Kalorienverlust wieder auszugleichen, und der flache Strand ist ideal für eine Badepause.Am Südufer erreichen wir über St. Heinrich Seeshaupt. Hier bietet sich die erste gute Rückfahrmöglichkeit mit dem Dampfer. Durch Seeseiten und den Bernrieder Park sind wir kurz danach in Bernried. Die ehemalige Klosterkirche St. Martin und die kleine Bernrieder Hofmarkskirche sind eine Besichtigung wert. Beachtenswert ist der kleine Flügelaltar von 1510, auf dem die Hl. Sippe dargestellt ist. Kurz darauf sind wir am Buchheim-Museum. Der vom Stararchitekten Günther Benisch geplante Bau ist einem Schiff nachempfunden (Museumscafé auf dem Gelände). Nun radeln wir an der Klinik Höhenried (Schlosscafé) vorbei durch eine Allee auf Unterzeismering zu. Durch die Lindenallee erreichen wir kurze Zeit später Tutzing. Hier haben wir zwei Drittel der Seeumrundung geschafft. Wir empfehlen, nun die letzte Etappe zurück nach Starnberg mit dem Schiff oder der S-Bahn zurückzulegen.

Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour48 km
Höhenunterschied160 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktStarnberg, Bahnhof
EndpunktStarnberg
TourencharakterDer Starnberger See: Ausflugsziel vieler Münchner, Wohnort der »Reichen und Schönen« und geschichtsträchtiger Boden. So finden sich um den See starke Kontraste. Denkmalgeschütze Villen, bombastische Häuser und immer wieder ländliche Anwesen, alte Fischerhäuser und kleine Dörfer mit Maibaum, Gasthäusern, Brauchtum und obligatorischem Misthaufen.
Hinweise
DER STARNBERGER SEE. Der Starnberger See hat eine Fläche von 57 km2, ist 21 km lang, am Karpfenwinkel bei Unterzeismering fast 5 km breit und bis zu 123 m tief. Das macht ihn nach dem Chiemsee zum zweitgrößten See Bayerns. Wie die Osterseen entstand auch der Starnberger See durch das Abschmelzen der Eismassen während des Spätglazials. Dort wo die Gletscher bei ihrem Rückzug ein großes Tal hinterließen, das nach Norden hin wenig Abfluss hatte, konnten sich Seen wie der Starnberger oder Ammersee aufstauen. Weil kein Fluss sie mit Geröll auffüllen konnte, blieben sie uns bis heute erhalten.Das Museum der Phantasie in Bernried des Kunstsammlers Lothar-Günther Buchheim ist einen ausgiebigeren Besuch wert. Der Maler und Schriftsteller (Autor des verfilmten Buches »Das Boot«) war für seine Sammlung von expressionistischen Gemälden berühmt. Seine Sammelleidenschaft ging jedoch weit über die Malerei hinaus. Den Begriff »Phantasie« darf man gerne wörtlich nehmen. Die tanzenden Figuren des Zirkus Baffi, Tiere aus Blätterkollagen, hölzerne Skulpturen von Mensch und Tier, verrostete Autos mit Riesenkraken, Marionetten, bunte Briefbeschwerer aus Glassteinen und vieles mehr gibt es zu sehen.MIT DEM RAD ZURÜCK NACH STARNBERGAb Tutzing gibt es nur noch stellenweise Radwege, die direkt am See entlangführen. Zum Großteil muss man sich hier die Straße mit vielen Autofahrern teilen. Wer jedoch noch genügend Power hat, kann über Traubing, den Maisinger See und die Maisinger Schlucht über Söcking nach Starnberg radeln.
KartentippKompass Karte Nr. 180 Starnberger/Ammersee, 1:50 000
VerkehrsanbindungVon München auf der A 95 Ausfahrt Starnberg; kostenpflichtige Parkplätze am Bahnhof. Im Sommer ist es schwer, eine Parkmöglichkeit zu finden. Deshalb besser am S-Bahnhof Nord parken oder gleich mit der S 6 anreisen.
GastronomieLegendär ist der Bierbichler in Ambach, mit schönem Biergarten und leckerer, abwechslungsreicher Küche (es wird nur Bio-Fleisch verwendet) zu relativ guten Preisen. Buchscharner Seewirt im Ambacher Erholungsgelände. Schöner abgetragener und wiederaufgebauter Südtiroler Hof. Traumhaftes Café im Schloss Höhenried bei Bernried. Siehe auch Tour 14.
Tipps
BADEMÖGLICHKEITEN: An allen ausgewiesenen Stellen des Starnberger Sees

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