Entlang der Isar durch München

Wir radeln mitten durch München, und doch ist von Verkehr und Hektik so gut wie nichts zu spüren. (Autor: Armin Scheider)
31 km
60 m
3.00 h
Vom Marienplatz nach Großhesselohe: Vom Marienplatz über den Viktualienmarkt hinunter zur Isar, dem Uferweg nach Süden folgen und den Flaucherpark durchqueren. Jetzt entlang des Isar-Werkkanals nach Hinterbrühl und auf schönem Uferweg zur Großhesseloher Eisenbahnbrücke. Ob Sie nun vor oder nach der Tour die hochrangigen Sehenswürdigkeiten rund um den Marienplatz besichtigen, los geht es jedenfalls am Alten Rathaus und als Erstes hinüber zum Viktualienmarkt. Er wird schiebend nach Süden überquert, um dann über Reichenbach- und Fraunhoferstraße die Auen-/Wittelsbacher Straße anzusteuern. Dort nehmen wir den Radweg nach rechts entlang der Isar und radeln am Ende auf der Fahrradstraße in den Flaucherpark ein, eine verkehrsfreie Parklandschaft mit Blick auf die Isar. Etwas später folgen wir der Hefner-Alteneck-Straße, unterqueren den Mittleren Ring und gelangen zum »Flaucher«, einen reizvoll gelegenen und beliebten Biergarten. Schon von Weitem riecht man die gegrillten Hendl und Steckerlfische. Weiter geht es auf der Schinderbrücke über den Werkkanal und danach auf der Hans-Preißinger-Straße links vor zur Thalkirchener Brücke. Nach Unterquerung radeln wir auf angenehmer Strecke am Werkkanal entlang, überqueren nach 300 m links einen Holzsteg und kommen zur Zentralländstraße. Ihr Radweg führt nach rechts zur nächsten Kanalbrücke, vor der wir aber links auf die Floßlände einschwenken. Sie ist bekannt als Anlegestelle der im Sommer aus Wolfratshausen kommenden Flöße. Am Ende der Uferstrecke fährt man geradlinig in die Isarauen dem Radschild Wolfratshausen nach, passiert Park und See in Hinterbrühl, beides landschaftlich reizvolle Anlagen, und trifft dann auf die Durchgangsstraße am Gasthof Hinterbrühl. Hier wenden wir uns nach links, biegen nach 600 m noch einmal links auf den schönen Uferweg ab (Radschild M-Wasserweg) und stehen bald darauf unter der Eisenbahnbrücke in Großhesselohe (Bhf.). Wir schieben hoch und überqueren sie. Zwei Abstecher bieten sich dort an: einmal zur Großhesseloher Waldwirtschaft, nur ca. 800 m entfernt am Hochufer der Isar. Sie gilt als einer der schönsten Biergärten Münchens. Ihre besonderen Merkmale: reichhaltige Gastronomie à la Bavaria, dazu New-Orleans-Jazz und viel Prominenz. Ungefähr genauso weit weg liegt auf dem Ostufer die Filmstadt Geiselgasteig. Dort können Sie an der eineinhalbstündigen Bavaria-Film-Tour teilnehmen und in die Welt der Filme eintauchen. Von Großhesselohe bis zum Aumeister: Nach Überqueren der Eisenbahnbrücke erfolgt ein Schwenk nach Norden, auf Uferwegen geht es an der Menterschwaige und am Tierpark vorbei, weiter entlang der Isar zum Deutschen Museum und zum Herzogpark, schließlich über den Hölzernen Steg in die Hirschau und zum Aumeister. Die Eisenbahnbrücke ist der Wendepunkt der Tour. Ab jetzt gilt strikter Nordkurs, und zwar in einem parkartigen Grünstreifen am Isar-Hochufer, der genussvolles Radeln garantiert. Man führt an dem renommierten Gasthof Menterschwaige vorbei, in dem einst Lola Montez wohnte und von König Ludwig I. zum Schäferstündchen aufgesucht wurde. Nach knapp 1,5 km geht es hinunter ans Ufer und vorbei am Tierpark Hellabrunn. Er ist weltweit der einzige nach Kontinenten gegliederte Zoo und beherbergt über 7500 Wirbeltiere. Nach erneuter Unterquerung der Thalkirchener Brücke nutzen wir das schöne Ufersträßchen Richtung Stadt, unterqueren weitere fünf Brücken und gelangen in gerader Linie zum Deutschen Museum, dem größten technisch-naturwissenschaftlichen Museum der Welt. Historische Originale sowie ungezählte Exponate und Modelle gewähren Einblick in fast alle Gebiete der Technik. Wir bleiben weiter in den reizvollen Isarauen am Ostufer und passieren in der Folge das Maximilianeum, Sitz des Bayerischen Landtags und des Senats sowie Internat für Einser-Abiturienten. Dann folgt der Friedensengel, ursprünglich als Denkmal des Sieges über Frankreich 1871 gedacht, später als Friedensdenkmal errichtet. Zwischen Deutschem Museum und Oberföhringer Stauwehr werden auf schnurgerader Uferstrecke weitere fünf Brücken unterquert. Nach der vierten, der Max-Joseph-Brücke, fährt man in den Herzogpark ein, der durch gepflegte Uferzonen und repräsentative Villenanlagen besticht. Auch dort lässt es sich sehr angenehm radeln. Das Stauwehr in Oberföhring umfahren wir in einem Rechtsbogen (Ausschilderung beachten!), überqueren zuerst den Mittleren Isarkanal und später die Emmeramsbrücke über die Isar (Hölzerner Steg) und treffen schließlich – den Schildern folgend – im Biergarten Aumeister ein. Er war einst königliches Aumeisterhaus (1810) und zählt heute zu den bekanntesten Münchner Traditionsbiergärten.Von der Hirschau zum Marienplatz: Ab Aumeister in der Hirschau am Schwabinger Bach entlang nach Süden radeln, den Mittleren Ring überqueren und beim Seehaus in den Englischen Garten einfahren, am Chinesischen Turm und Monopteros vorbei zurück zum Marienplatz. Wenn Sie im Biergarten neue Kräfte gesammelt haben, geht es 100 m zurück und nach der Brücke rechts ab. Die nächsten 3 km verlaufen am Schwabinger Bach entlang durch die Hirschau, einem schönen Landschaftsgarten in nördlicher Verlängerung des Englischen Gartens. Bald darauf wird der Mittlere Ring überquert, dann gelangt man zum Seehaus mit seinem schönen Biergarten, malerisch am Kleinhesseloher See gelegen. Bayerische Schmankerl mit Blick auf Park und See – das gibt es in München nicht allzu oft. Am See beginnt auch der 1789 angelegte Englische Garten, heute nicht nur die größte in sich geschlossene Grünanlage einer deutschen Großstadt, sondern auch einer der attraktivsten Stadtparks Europas.Wir radeln an der Ostseite des Kleinhesseloher Sees weiter nach Süden, überqueren später die Tivolistraße und gelangen zum Chinesischen Turm . Im 18. Jh. erbaut, 1944 zerstört und 1952 rekonstruiert, üben er und der Biergarten zu seinen Füßen eine magische Anziehungskraft aus. Das Publikum ist bunt gemischt wie nirgendwo in München und die Blasmusik am Wochenende ebenfalls eine Rarität. Jetzt beginnt der Endspurt. Radeln Sie durch den Südteil des Englischen Gartens so, dass Sie auf der Westseite des Monopteros vorbeikommen, einem kleinen Rundtempel, der 1838 auf einem Hügel mit Blick auf die Altstadt entstanden und den Wittelsbachern als Förderern des Englischen Gartens gewidmet ist. Steuern Sie dann die Unterführung am Prinz-Carl-Palais an, durch die man in den Hofgarten gelangt. Vergessen Sie nicht, noch einen Blick auf das Prinz-Carl-Palais zu werfen – es war einmal »schönster Aristokratensitz Münchens seit Cuvilliés’ Bauten« – sowie auf die Bayerische Staatskanzlei, Sitz der Bayerischen Staatsregierung, und auf den Hofgarten. Dann kehren Sie vom Odeonsplatz durch Residenz- und Dienerstraße zum Marienplatz zurück. Eine Traumtour ist zu Ende!

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour31 km
Höhenunterschied60 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMarienplatz München, dort auch Endpunkt der Tour.
TourencharakterWir radeln mitten durch München, und doch ist von Verkehr und Hektik so gut wie nichts zu spüren. Dafür umso mehr vom Reiz gepflegter Parkanlagen, von der Faszination Münchner Baudenkmäler und der Verlockung durch Biergärten.
Beste Jahreszeit
KartentippStadtplan von München; zusätzlich topografische Karte 1:100.000 »München und Umgebung« des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation Bayern.
MarkierungenKeine einheitliche und durchgehende Markierung. Schilder an der Strecke werden ggf. im Text angesprochen.
VerkehrsanbindungMit Auto nicht empfehlenswert. Der Marienplatz kann mit allen S-Bahnen sowie der U3/U6 erreicht werden. Von dort auch Rückfahrt.
GastronomieDiverse Restaurants und Cafés rund um den Marienplatz. Unterwegs schöne Biergärten wie Flaucher, Großhesseloher Waldwirtschaft, Menterschwaige, Aumeister oder Chinesischer Turm.
Tipps
Baden im Freibad Maria Einsiedel (Thalkirchen); Schyrenbad (Freibad nahe Wittelsbacher Brücke); inoffizielle Badeplätze an der Isar. Vergnüglicher Abschluss der Radltour könnte ein Besuch im Valentin-Musäum im Isartorturm sein (tgl. außer Mi/Do ca. 11 – 18 Uhr). Es gibt Einblick in das Leben und Werk der Münchner Komiker Karl Valentin und Liesl Karlstadt. Zu sehen sind auch Zeugnisse von über 400 Münchner Komikern und Volkssängern sowie eine Münchner »Curiositätenschau«.
Tourismusbüro
Touristikamt München, Sendlinger Str, 1, Tel.: 089/23 39 65 00, E-Mail: tourismus@muenchen.de, www.muenchen-tourist.de

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