Durchs Würmtal

Rundtour meist auf Forst- und Radwegen durchs schattige Würmtal; zahlreiche Einkehrmöglichkeiten. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
22 km
80 m
2.00 h
Nach Norden: Wir radeln in der Leutstettener Straße unter der S-Bahn hindurch, dann rechts in die Himbselstraße und die zweite Straße wieder rechts in den Riedener Weg. Nun geht es leicht aufwärts bis zum Golfplatz. Zwischen dem Clubhaus und der kleinen Riedener Kapelle hindurch radeln wir über den Parkplatz in der Mühltalstraße leicht abwärts. Am Bahnhof Obermühltal bleiben wir geradeaus, die Gleise zu unserer Rechten. Auf Höhe des Bahnhofes biegen wir links in den Wald. Rechter Hand von uns verstecken sich im Wald 60 Hügelgräber aus der Bronze- und Hallstattzeit. Wir erkennen sie an den unregelmäßigen, knapp einen Meter hohen Erhebungen auf dem Waldboden. Kurz danach erreichen wir die Kreuzung mit der kleinen Herrgottsruh-Kapelle. Hier rechts, weiter durch den Wald und dann ein Stück nach rechts auf der Autostraße bis Königswiesen. Im Ort radeln wir unter der Bahn und unmittelbar danach links, jetzt parallel zu den Gleisen. So erreichen wir die ersten Häuser von Gauting und biegen in der Ortsmitte rechts in die Bahnhofstraße ein. An einigen Eisdielen vorbei geht es sanft abwärts bis an die Würm. Würmtour: Wir überqueren den Fluss und biegen 150 m später in die Leutstettener Straße. Auf der anderen Flussseite sehen wir bald die große Reismühle. Der Legende nach ist sie der Geburtsort Karls des Großen. Nun folgen wir dem mäandernden Flusslauf der romantischen Würm. Der Radweg nach Leutstetten ist ausgeschildert. (Eine schöne Variante führt aber geradeaus, weiter am Fluss entlang, über Mühltal, an der Brücke das Ufer wechseln, gleich danach links, an den Quellen vorbei, bis zur nächsten Brücke, wo wir schließlich auch zum Biergarten einbiegen.) Leutstetten ist nicht nur als Pilgerziel eingefleischter Biergartenfans bekannt, sondern auch für sein Wittelsbacher Schloss mit der kunsthistorisch bedeutenden Schlosskapelle. Zur Villa Rustica biegen wir nach dem Biergarten in die Wangener Straße Richtung Süden und folgen nun der Beschilderung Percha durch das Leutstettener Moor. Wir erreichen im Ortsteil Heimathausen die Autobahn, die wir unterqueren und nun am Nordufer des Starnberger Sees in Richtung Zentrum radeln. Ab jetzt begleitet uns leider wieder Straßenverkehr, und wir folgen der Beschilderung Bahnhof Nord zurück bis zum Ausgangspunkt.

Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied80 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktStarnberg, S-Bahnhof Nord
EndpunktStarnberg
TourencharakterBei Starnberg verlässt die Würm den Starnberger See, der früher nach ihr »Würmsee« benannt war. Sogar die letzte der Eiszeiten darf ihren Namen tragen. Denn nördlich von Starnberg hat die Würmseegletscherzunge beachtliche Moränenhügel wie den Karlsberg bei Leutstetten aufgeschoben. Die Würm war und ist der einzige Ablauf des Starnberger Sees, und das seit den Zeiten des Schmelzwasserablaufs der letzten Eiszeit. Heute noch strömt die Würm in vielen Kehren Richtung München, bis sie bei Dachau in die Amper fließt.
Hinweise
EIN RÖMISCHER GUTSHOF. Eine römische Villa Rustica war meist ein großer, prächtiger Bauernhof, fast schon ein Gutshof. Es gab immer ein Haupthaus, in dem der Besitzer oder manchmal auch der Verwalter mit seiner Familie wohnte, daran angeschlossen waren Wirtschafts- und Nebengebäude sowie Stallungen. Für die damalige Zeit waren diese Häuser außerordentlich luxuriös ausgestattet, in unserer Gegend besaßen sie fast immer Bodenheizung und ein eigenes Badehaus, also einen großen Raum, in dem ausgiebig gebadet werden konnte.Eine Villa Rustica wurde oft von einem römischen Soldaten gegründet, der dem römischen Gesetz folgend nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Militärdienst so viel Land zugewiesen bekam, dass er und seine Familie davon leben konnten. Die Arbeit verrichteten entweder Sklaven oder Freie, die hier für Lohn und Brot arbeiteten.Die Villa Rustica bei Leutstetten wurde aller Wahrscheinlichkeit nach um 133 n. Chr. von einem Veteran namens Publius Julius Pintamus gegründet, der aus dem heutigen Brage in Nordportugal stammte. Aus Bodenfunden konnten die Archäologen schließen, dass hier vor allem Viehzucht mit Schweinen und Rindern betrieben wurde. Etwa 50 Jahre später wurde der Hof schon wieder aufgeben, der Grund könnte die mangelnde Ertragskraft des Bodens gewesen sein.
KartentippKompass Karte Nr. 180 Starnberger/Ammersee, 1:50 000
VerkehrsanbindungVon München auf der A 95 nach Starnberg, der S-Bahnhof Nord liegt Richtung Gauting; Parkmöglichkeiten vorhanden. Mit der S 6 bis Haltestelle Starnberg Nord.
GastronomieLeutstetten: traditionsreiche königlich-bayerische Schlossschenke mit beliebtem Biergarten, der auch viele Prominente anlockt. Kaltenberger Bier und kalorienreiche Brotzeiten können an den Kiosken gekauft werden. Es gibt sogar einen Theaterstadl für Aufführungen. Wenn im Sommer kein Platz zu haben ist, weicht man auf den Biergarten in Obermühltal aus. Dort gibt es am Wochenende Jazzmusik.
Tipps
BADEMÖGLICHKEITEN: Am Ende der Tour im Starnberger See

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Wilfried und Lisa Bahnmüller

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