Durchs Murnauer Moos

Rundtour meist auf autofreien Wegen durch das fast schattenlose Murnauer Moor. Ein hervorragend ausgebautes Netz an Rad- und Wanderwegen erschließt uns die Schönheiten, ohne der Natur Schaden zuzufügen. Die Blütezeit der geschützten Sibirischen Iris ist Ende Mai/Anfang Juni. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
27 km
240 m
2.00 h
Durch das Moor: Vom Parkplatz radeln wir direkt über die kleine Brücke nach rechts ins Moor und folgen zunächst dem Moosrundweg Nr. 5. Das Murnauer Moos ist das größte zusammenhängende Moorgebiet Mitteleuropas. Besonders im Frühsommer schimmern die Moorwiesen blau und lila. Iris, Knabenkrautgewächse und das schöne Läusekraut, das zu Unrecht seinen Namen trägt, zaubern diese Farbenpracht, umwoben von weißem flauschigem Wollgras und akzentuiert durch die dicken gelben Tupfer der Sumpfdotterblumen. Die Strecke führt entlang der kleinen Flüsse Ramsach und Lindenbach. Wir folgen zunächst dem Radschild Bad Kohlgrub. Nach 8 km halten wir uns links auf dem Rad- und Fußweg parallel zur Autostraße, die geradewegs auf Grafenaschau zuführt. Es geht mitten durch den Ort und an dessen Ende links Richtung Eschenlohe.Die steinernen Köchel Zuerst rollen wir mit Blick auf das Moor bergab, nach 13 km biegen wir links ab, passieren eine Schranke, bleiben aber weiter auf dem großen Weg Richtung Flugplatz. Auf der kleinen geteerten Straße kommen wir am Langen Köchel mit dem aufgelassenen Hartsteinwerk und seinen Abraumhalden vorbei. Diese aus dem Moor herausragenden steinernen Köchel sind eine Besonderheit. Sie entstanden in der Kreidezeit und bestehen aus dem extrem harten Gestein Glaukoquarzit. Abgebaut wurden die Köchel im Werdenfelser Hartsteinwerk. Das führte viele Jahre lang zu starken Kontroversen zwischen Naturschützern und der Industrie, bis im Jahr 2000 der Abbau eingestellt wurde.Nach dem Segelflugplatz überqueren wir die Autobahn. Beim Gutshof Weghaus teilt sich die Straße. Wir halten uns rechts und stoßen gleich danach auf die stark befahrene Bundesstraße. Nur wenn das Wiesengras nicht zu hoch steht, überqueren wir einfach geradeaus die Wiese auf den Radweg. Im Hochsommer wird das den Bauern aber nicht erfreuen, und deshalb müssen wir, zum Glück nur für 200 m, rechts auf die Bundesstraße radeln. Gleich am Gewerbegebiet Eschenlohe biegen wir links ein und erneut links auf den Loisachradweg geht es dann parallel zur Autostraße zurück und anschließend weiter entlang der Loisach nach Ohlstadt. Bei Ohlstadt folgen wir in einem Links-rechts-Knick den Radwegschildern Richtung Murnau unter der Autobahn hindurch weiter nach Norden. Kurz vor Hechendorf halten wir uns links, weiter den Schildern Richtung Murnau nach, und biegen dann am Ortsanfang links in die Ramsachstraße ein. Jetzt sind wir gleich wieder am Ramsachkirchlein, unserem Ausgangspunkt.

Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour27 km
Höhenunterschied240 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMurnau, Parkplatz am Ramsachkirchlein
EndpunktMurnau
TourencharakterBereits seit 1980 steht das Murnauer Moor unter Naturschutz. Es ist Heimat zahlreicher vom Aussterben bedrohter Pflanzen- und Tierarten. Von den mehr als 800 hier gezählten Pflanzenarten stehen über 150 auf der Roten Liste. Seltene Vögel wie Wachtelkönig, Karmingimpel und Großer Brachvogel haben auf den Moorwiesen einen Überlebensraum gefunden. Mit etwas Glück sehen wir ein paar der gefiederten Freunde.
Hinweise
STADT DER KÜNSTLER. Außer den kunsthistorisch bedeutenden Kirchen und dem Schloss aus dem 15.–16. Jh. besitzt Murnau eine überaus hübsche, in eine Fußgängerzone umgewandelte Marktstraße. Der Architekt Emanuel von Seidl gestaltete um 1910 die nach mehreren Bränden völlig zerstörte Innenstadt neu. Dekorative Bürgerhäuser, stattliche Gasthöfe und das neugotische Rathaus mit dem Porträt des Kaisers Ludwig der Bayer säumen die Hauptstraße. Hier lässt sich gemütlich an einem der Brunnen ein Eis essen. Im Schloss gibt es Ausstellungen z. B. zur Hinterglasmalerie, zu Gabriele Münter sowie Exponate zur Heimatgeschichte. Das Münterhaus (Kottmüllerallee 6), auch »Russenhaus« genannt, ist öffentlich zugänglich und kann täglich außer Montag besichtigt werden. Es ist eine Stätte der Erinnerung an eine der herausragenden Kunstepochen des letzten Jahrhunderts und gleichzeitig ein sehr persönliches Zeugnis über das Leben des Künstlerpaares Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, die hier fünf Jahre gemeinsam verbracht haben. Zusammen gründeten sie mit anderen Malern die Künstlergruppe »Blauer Reiter«, der erst viel später Weltruhm zuteil wurde. Die Maler ließen sich von der prächtigen Kulisse des Murnauer Mooses inspirieren. Gabriele Münter selbst lebte hier bis zu ihrem Tod 1962
KartentippBayerisches Landesvermessungsamt, Blatt Pfaffenwinkel, 1:50 000
VerkehrsanbindungVon München auf der A 95, Ausfahrt Murnau; der Wanderparkplatz der Ramsachkirche liegt am Südende des Orts nach dem Hotel Alpenhof und ist ausgeschildert. Murnau liegt an der Bahnstrecke München–Garmisch; zum Ausganspunkt mit dem Rad durch die Altstadt.
GastronomieDirekt am Ausgangsort liegt die Ausflugsgaststätte Zum Ähndl mit einem schönen Biergarten. Grafenaschau: Café Habersetzter. Murnau: viele Möglichkeiten
Tipps
BADEMÖGLICHKEITEN: Am Ende der Tour empfiehlt sich der nahe Staffelsee.

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