Durchs Appenzellerland nach St. Gallen und zum Bodensee

Über die grünen Hügel der Kantone Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden gelangen wir zum Weltkulturerbe Kloster St. Gallen. Von dort rollen wir über Goldach hinab nach Rorschach am Bodensee. (Autor: Michael Graf, Paul Bickelbacher)
33 km
300 m
3.00 h
Von Appenzell nach Teufen: Wer in Appenzell (Bhf.) mit der Bahn ankommt, radelt senkrecht zum Empfangsgebäude in den Dorfkern zur Hauptgasse, folgt ihr nach rechts und hält sich hinter der Pfarrkirche links, um auf der Brücke die Sitter zu queren. Ab der Sitterbrücke orientieren wir uns an der Wegweisung der Route 4 von Veloland Schweiz. Es geht flussabwärts an der Sitter entlang, links in die Hauptstraße und beim Kreisverkehr rechts in Richtung »Teufen«. Etwa 1 km geht es etwas bergan, bis wir mit Blick auf die Gebirgskulisse sanft zur Sitter hinabrollen. Abstecher zum Appenzeller Volkskundemuseum: Ca. 1 ½ km vor Haslen zweigt nach links ein Abstecher zum Appenzeller Volkskunde-Museum in Stein ab. Es zeigt Bauernmalerei und Kunsthandwerk. Die angeschlossene Schaukäserei versetzt den Besucher in die Arbeitsbedingungen des 19. Jh. Öffnungszeiten Museum: Di–So 10–17 Uhr; Schaukäserei: Mi, So, Fei 13.00–15.45 Uhr, jeden 1. So im Monat 14.00 Uhr Gratisführung. In Haslen radeln wir geradeaus durch den Ort und dann bergan nach Teufen (Bhf.). Dort zunächst rechts, beim ersten Kreisverkehr geradeaus und beim zweiten Kreisverkehr links. Hinter dem Bahnhof, wenn die Veloroute 4 rechts nach Speicher abzweigt, empfiehlt sich ein kurzer Abstecher ins Ortszentrum (hin und zurück wenige 100 m). Die Appenzeller Bahnen fahren in Teufen einer Straßenbahn gleich an den sehenswerten Bürgerhäusern vorbei. Besondere Beachtung verdienen die Werke von Johann Ulrich Grubenmann, die reformierte Kirche und das Pfarrhaus. Von Teufen nach Rorschach: Die Strecke nach Speicher führt zunächst bergan. Nach 600 m zweigen wir rechts ab in die »alte Speicherstraße«, rollen steil zum Talgrund hinab und fahren auf einer schmalen Straße am Bach entlang. Nach knapp 3½ km gelangen wir wieder zurück zur Hauptstraße, in die wir rechts einbiegen. Wir erreichen Speicher (Bhf.) mit seiner weithin sichtbaren reformierten Kirche. Nach der Querung der Straßenbahn biegen wir links in die Straße nach St. Gallen ein, während die Veloroute 4 nach rechts abzweigt. Bis St. Gallen verläuft unsere Strecke nun parallel zur Straßenbahn Trogen–St. Gallen. Zum Aussichtspunkt Vögelinsegg geht es 1 km bergauf. Entschädigt werden wir vom Blick auf Speicher und den 500 m tiefer gelegenen Bodensee. Die mehrere Kilometer lange Abfahrt ist selten so steil, dass wir etwas von unserem Schwung abbremsen müssen (aber Vorsicht bei der signalisierten Querung der Straßenbahn). Gegen Ende bewegen wir uns geradewegs auf die spätbarocke Stiftskirche von St. Gallen zu. Bevor wir dann nach »Rorschach« scharf rechts in die Lämmlisbrunnenstraße abbiegen, sollten wir einen Abstecher zum Kloster und zur Altstadt nicht versäumen. Der Legende nach störte ein Bär den irischen Wandermönch Gallus in seiner ersten Nachtruhe im Steinachtal. Gelassen befahl er dem Bären, Holz zu sammeln und das Feuer nachzulegen. Er gehorchte und zog sich schließlich weiter in die Berge zurück. Seitdem ziert ein Bär das Wappen von St. Gallen. Von Historikern wird diese Legende auch als Metapher zur Urbarmachung des Landes gesehen. Das im Jahr 612 gegründete Kloster St. Gallen ist eine Wiege von Kultur und Wissenschaft von europäischem Rang. St. Gallener Mönche verfassten hier das älteste bekannte Schriftwerk in deutscher Sprache: den deutschen Abrogans bzw. das Keronische Glossar, ein lateinisch-althochdeutsches Wörterbuch. In der Stiftsbibliothek werden heute ca. 100 000 Buchbände aufbewahrt. In Schaukästen können einige der kostbaren Handschriften bewundert werden. Die Stiftskirche ist nicht weniger interessant. Der gesamte Klosterbezirk (A) wurde zum Weltkulturerbe erklärt. In der lebendigen Altstadt mit ihren zahlreichen Cafés fallen insbesondere die charakteristischen Erker auf. Einen schönen Blick über die Innenstadt hat man vom Kirchturm der St.-Laurenzen-Kirche (B) aus (zugänglich Mo–Sa 9.30–11.30 Uhr u. 14–16 Uhr). In St. Gallen gibt es zahlreiche Museen, z.B. das Kunstmuseum mit wechselnden Ausstellungen und das Naturmuseum (C), das Historische und Völkerkundemuseum (D) und das Textilmuseum (E) (geöffnet tägl. 10–17 Uhr). Die »Stadtlounge« (F) im ehemaligen Bleicheli-Quartier wird als das größte öffentliche Wohnzimmer der Schweiz bezeichnet. Ein roter Teppich breitet sich zwischen den Gebäuden aus und lädt zum Verweilen ein. Über zahlreiche Museen und vieles Weitere informiert ein interaktiver Stadtplan unter www.st.gallen-bodensee.chDie Lämmlisbrunnenstraße führt uns zur Rorschacher Straße, in die wir halb rechts einbiegen. Nach 4 km auf der viel befahrenen Hauptverkehrsstraße durch St. Gallen rechts in Richtung »Rorschach«. Es geht zur Autobahn hin, unter ihr hindurch und parallel zu ihr am Flüsschen Goldach weiter zu einem Bauernhof. Im Ortszentrum von Goldach (Bhf.) ist es nicht einfach, die richtige Strecke zu finden . Wir müssen rechts, aber nicht in die Straße, sondern direkt auf den Weg am Empfangsgebäude des Bahnhofs vorbei. Die weitere Strecke nach Rorschach (Bhf.) ist eindeutig beschildert. Bei km 35,2 haben wir die Gelegenheit, in Richtung »Rorschach-Ost« weiterzuradeln und so einen Abstecher zum ehemaligen Kloster Mariaberg zu unternehmen. Die Strecke zum See quert bald die Eisenbahn und führt über die »Signalstraße« durch die Fußgängerzone hinab zum Hafen und zum »Seebahnhof« von Rorschach.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour33 km
Höhenunterschied300 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAppenzell, Sitterbrücke.
EndpunktRorschach, Hafen.
TourencharakterDie Strecke verläuft vorwiegend auf Nebenstraßen mit wenig Kfz-Verkehr. Es sind einige Anstiege zu bewältigen. Die Strecke ist durchgängig asphaltiert.
Hinweise
Bademöglichkeit: Im Anschluss an die Tour in Rorschach.
KartentippVelokarte Blatt 7, St. Gallen/Appenzell, 1:60000, VCS/Kümmerly+Frey.
MarkierungenVeloland Schweiz und lokale Radwegweisung.
VerkehrsanbindungAnreise Appenzell ist stündlich mit der Bahn zu erreichen. Rückfahrt Rückfahrt mit der Bahn ab Rorschach mit Umsteigen möglich.
GastronomieZahlreiche Gasthäuser am Weg.
Unterkunft
Appenzell: s. Tour: 22. Rorschach: s. Tour 9.

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