Durch Moore und Geest

Fahrradwege, Nebenstraßen, Asphalt- und Wirtschaftswege in nahezu steigungsfreiem, offenem Grünland, durch das der Wind frei blasen kann, weshalb die Tour am angenehmsten bei Wind aus südlichen Richtungen zu fahren ist. (Autor: Bernhard Pollmann)
61 km
210 m
5.00 h
Wasserstraßenkreuz Minden Nördlich der Mindener Altstadt kreuzt der Mittellandkanal die Weser, sodass von der Weser aus Anschluss an das westdeutsche Kanalnetz, an Elbe und Oder und die Berliner Wasserstraßen besteht. Für technisch Interessierte wurde am Wasserstraßenkreuz Minden ein 4 km langer Lehrpfad angelegt, an dem Informationstafeln die Funktion der Pumpwerke und weiterer Einrichtungen erläutern. Petershagen Vom Mindener Wasserstraßenkreuz folgt der Weser-Radweg dem Strom abwärts zu einer der zahlreichen Windmühlen, die charakteristisch sind für den »Windmühlenkreis« Minden-Lübbecke, und in die Burgstadt Petershagen. Die Stadt Petershagen an der Weser hat eine sehenswerte Altstadt mit Fachwerkhäusern des 17. Jh., darunter das Heimat- und Heringsfängermuseum. Die ehemalige Burg wurde im 16. Jh. im Stil der Weserrenaissance umgebaut und ist heute Hotel.Stolzenau Von Petershagen führt der Weser-Radweg durch das Grünland längs der Mäander des Flusses nach Stolzenau mit seinem berühmten Kirchturm: einem extrem schlanken, gedrehten Achteckhelm. Wer in Stolzenau auf der Bundesstraße die Weser überquert, findet in LeeseStolzenau den einzigen DB-Bahnhof zwischen Minden und Nienburg. Landesbergen Wenige Kilometer nach Verlassen von Stolzenau wechselt der Weser-Radweg ans rechte Ufer des Flusses und erreicht das ländlich geprägte Kirch- und Mühlendorf Landesbergen. Die Landesberger Hochzeitsmühle wurde 1872 als Galerieholländer erbaut und hat zwei Weltkriege und eine Feuersbrunst überstanden. Seit 1987 geben sich in der Mühle Paare das Jawort. Jeweils am ersten Sonntagnachmittag eines Monats öffnet das Heimatmuseum in der Hochzeitsmühle seine Pforten und präsentiert alte Handwerkstechniken und der Landesberger Heimatverein lädt zur Kaffeetafel ein. Estorf Ebenfalls zur Samtgemeinde Landesbergen gehört das wenig später erreichte Kirchdorf Estorf mit seinem historischen Scheunenviertel Schünebusch, in dem auch übernachtet werden kann. Es besteht aus sieben Scheunen, von denen die ältesten aus dem 17. Jh. stammen und die landwirtschaftliche, hauswirtschaftliche und handwerkliche Arbeitsgeräte und Gegenstände beherbergen. Nienburg Die Kreisstadt Nienburg mit ihren Altstadthäusern im Stil der Weserrenaissance war jahrhundertelang die Residenz der Grafen
von Hoya. Hauptkirche der Stadt ist die im Kern gotische Martinskirche, deren neugotischer, 72 m hoher Turm die Altstadtsilhouette prägt. Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist der weserseitige Stockturm am Schlossplatz, der einzige erhaltene Turm des nach dem Dreißigjährigen Krieg abgebrochenen Schlosses der Hoyaer Grafen. Er diente in der Folgezeit u.a. als Gefängnis, in dem die Gefangenen »im Stock« lagen, daher der Name; heute wohnen hier Studenten. Die ehemaligen Wall- und
Befestigungsanlagen umgeben als Grüngürtel die historische Altstadt.
Zu den Wallanlagen gehören der Weser-, der Aue- und der Stahnwall.
Ein Streifzug durch die Anlagen führt an den ehemaligen Festungsanlagen vorbei – Bastion Christian Ludwig, Stockturm –, am Haus des Weserfischers, am heutigen Theater, am Standbild Wiehernder Hengst, am Rauchhaus und an der ehemaligen Bastion Kuhschanze. Symbol und
Werbefigur der Stadt ist die »Kleine Nienburgerin«, eine Bronze-Skulptur, die anlässlich der 950-Jahr-Feier der Stadt in einem Wettbewerb um
das Lied »Ich bin die kleine Nienburgerin« von der Bildhauerin Marianne Bleeke geschaffen wurde. Die Melodie des Wechselgesangs der »Kleinen Nienburgerin« mit dem »Calenberger Buern« erklingt täglich mehrmals
als Glockenspiel am Posthof, wenige Meter vom Standort der Skulptur entfernt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour61 km
Höhenunterschied210 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWeserpromenade am Rand der Altstadt von Minden am linken Weserufer; der DB-Bahnhof liegt wenige Minuten entfernt auf der rechten Seite des Flusses (Brücke Kaiserstraße).
EndpunktDB-Bahnhof Nienburg (Weser). Zwischen Minden und Nienburg gibt es keinen DB-Bahnhof direkt am Weser-Radweg, zum Bahnhof LeeseStolzenau sind es 5 km.
TourencharakterDurch die landwirtschaftlich geprägte Sand- und Moorgeest Niedersachsens, in der die Weser zahlreiche zum Teil als Naturschutzgebiete ausgewiesene Altarme bildet, geht es in die sehenswerte Weserrenaissance-Stadt Nienburg.
Beste Jahreszeit
KartentippRadwanderkarte Niedersachsen 1: 75000 Blatt 22 Schaumburg und Blatt 17 Mittelweser (Landesvermessung + Geobasisinformation Niedersachsen).
VerkehrsanbindungDB-Linie Minden (Westf.)– Leese-Stolzenau–Nienburg (Weser).
GastronomieNienburg, Oyle, Bühren, Binnen, Liebenau, Stolzenau.
Tourismusbüro
Tourist-Information Minden, Domstraße 2, 32423 Minden, Tel. 05 71/8 290659, Internet www.minden.de; Petershagen Marketing, Altes Amtsgericht, Mindener Straße 16, 32469 Petershagen, Tel. 0 57 07/9001-0, Internet www.petershagen.de; Gemeindeverwaltung Stolzenau, Rathaus, Am Markt 4, 31592 Stolzenau, Tel. 0 57 61/7 0513, Internet www.stolzenau.de; Samtgemeinde Landesbergen, Tourist-Info im Rathaus, Hinter den Höfen 13, 31628 Landesbergen, Tel. 0 50 25/980827, Internet www.landesbergen.de; Mittelweser-Touristik, Lange Straße 18, 31582 Nienburg (Weser), Tel. 0 50 21/917630, Internet www.nienburg.de.
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