Durch die Ruhrauen nach Schwerte

Entweder eigene Radwege oder verkehrsarme Straßen, die letzten 11 km völlig ohne Straßenverkehr; nur zu Anfang eine kleinere Steigung. (Autor: Matthias Eickhoff)
28 km
190 m
1.00 h
Von Fröndenberg nach Schwerte: RuhrtalRadweg von Bismarckstraße links in Ruhrstraße und am Haus Ruhrbrücke über den Fluss. Zur Linken liegt das 1923 gebaute Wasserkraftwerk Schwitten. Rechts hinunter in Ruhraue und unter Bahnlinie Fröndenberg–Menden zur Heidestraße. Sofort passiert RTRW die Hönne (hier Abzweig des Radwegs nach Menden), dreht hinter der Kläranlage nach links und führt leicht bergan aus der Aue heraus. Am Ortseingang von Bösperde sofort rechts (Osterfeld) und über geschotterten Radweg zur B 515 in Halingen. Dort rechts und nach 500 m auf Radweg Richtung Langschede nach links durch die Felder. Wieder zurück an B 515, links zum Kreisverkehr. Links am Waldrand liegt Schloss Dahlhausen, das leider nicht zugänglich ist. Rechts über Ruhrbrücke Langschede. Hinter Brücke sofort links an Gaststätte Big Daddy. Am Sportplatz schräg links auf geteerten RTRW, der nach Dellwig führt. Dort vor dem Umspannwerk links in Ohlweg bis zum Picknickplatz nach gut 500 m. Bei Hochwasser zweigt hier eine südliche Alternativroute ab.Rechts in Hintere Straße und vor den Bahngleisen links auf Radweg, der ab Ortsausgang ungeteert ist. 2,5 km durch Ruhraue. Am Wegesende links zur Ruhr. An Schoofs Brücke steht die moderne Skulptur »7 Zeichen an der Ruhr« von Veronika Pögel (1986). In dieser offenen Auenlandschaft ist die Ruhr erneut aufgestaut und wirkt deshalb recht breit. Rechts und links erstrecken sich große Trinkwasseranlagen, welche die enorme Bedeutung der Ruhrauen für die Wasserversorgung des Ruhrgebiets unterstreichen. Geradeaus bis Abzweig zur Gutsbrennerei Bimberg (hin und zurück 1,2 km, s. Tipp). RTRW rechts über Privatweg der Stadtwerke Dortmund durch Felder zur Raststation des Biolandhofes Ohler Mühle (s. Kasten »Tour kompakt«). In diesem Bereich fühlen sich auch Skater zu Hause, weil der Weg flach und gut ausgebaut ist. Weiter bis zum nächsten Biolandhof. Dort rechts bis Landstraße und rechts über Geisecker Ruhrbrücke. An diesem Viertel weist ein Schild darauf hin, dass die Hälfte der Strecke von der Ruhrquelle bis zum Rhein zurückgelegt ist. Der gemütliche Biergarten des Landgasthofs Wellenbad zur Rechten gehört zu den schönsten im mittleren Ruhrtal (s. Kasten »Tour kompakt«). RTRW sofort links durch die nächsten Trinkwasseranlagen schnurgerade Richtung Schwerte. Dabei säumt ein Lehrpfad den am Wochenende sehr populären Fuß-Radweg. Gut Ruhrfeld rechts umfahren, dann geradeaus weiter unter B 236 hinweg. An den Kleingärten vorbei und am Hundedressurplatz rechts in die Straße mit dem poetisch klingenden Namen »Im Reiche des Wassers«. RTRW sofort wieder links, doch geradeaus bietet sich ein lohnender Abstecher in die Altstadt von Schwerte an. Abstecher in die Altstadt von Schwerte: Geradeaus über Im Reiche des Wassers. Nach 350 m links in Mühlenstraße und rechts in Kötterbachstraße.In diesem Bereich sind sehr schöne Fachwerkhäuser anzutreffen und nicht zu Unrecht wird vom Malerwinkel Schwertes gesprochen. Auffällig ist das sogenannte Bährens-Haus (A) mit seinem sehr schönen Garten. Es wurde zu Beginn des 19. Jh. im klassizistischen Stil errichtet. Vor uns ragt die St.-Viktor-Kirche empor, deren charakteristische schiefe Turmspitze sehr gut auszumachen ist.Die Kötterbachstraße bergan an Treppe vorbei und rechts zum Marktplatz hinauf. Dort stehen rechts die evangelische St.-Viktor-Kirche (B) und das Ruhrtalmuseum mit der Touristeninformation (C). Schwerte wird schon 962 erstmals in Urkunden der Abtei Werden erwähnt, doch erst 1397 erhält der märkische Ort die Stadtrechte. Das führt zu einem deutlichen Aufschwung und Schwerte tritt in seiner »goldenen Zeit« sogar der Hanse bei. Bereits 1609 geht die Stadt mit der Grafschaft Mark in den Besitz der Kurfürsten von Brandenburg über und wird somit preußisch. Einen Eisenbahnanschluss erhält Schwerte 1867 erst verhältnismäßig spät, liegt aber seitdem am Schnittpunkt wichtiger Bahnverbindungen im Ruhrtal. Aus der mittelalterlichen Blütezeit stammen die beiden wichtigsten Gebäude am Marktplatz: Das historische gotische Rathaus wurde 1547 errichtet und beherbergt heute die Touristeninformation sowie das sehenswerte Ruhrtalmuseum mit einer interessanten regionalgeschichtlichen Ausstellung. Von hier wird auch der Einsatz der »Ruhrtal-Ranger« gesteuert, die während der Saison als »Gelbe Engel« für Radfahrer zwischen Geisecke und Westhofen auf dem RTRW wertvolle Pannen- und Orientierungshilfe leisten (Brückstr. 14, Tel. 02304/21 99 50, www.ruhrtalmuseum.de, Di–So 11–17 Uhr). Die Vorläufer der St.-Viktor-Kirche gehen bereits auf die Mitte des 11. Jh. zurück. Zu Beginn des 15. Jh. erfolgt der Ausbau zu einer gotischen Hallenkirche und ab 1508 wird der gotische Chor errichtet. 40 Jahre später erreicht die Reformation auch Schwerte. Kulturhistorisch wichtige Sehenswürdigkeiten sind die gotischen Wandmalereien aus dem frühen 14. Jh. sowie vor allem der prächtige Antwerpener Schnitzaltar von 1523. Hier spiegelt sich eindrucksvoll der damalige Reichtum der Stadt. Beachtenswert ist zudem die Kanzel von 1666 mit den vier Evangelisten. Die Kirche ist an den belebten Markttagen Mittwoch und Samstag von 10–13 Uhr geöffnet (www.stviktor.de). Über Kötterbachstraße zurück zur Mühlenstraße und rechts zur Alten Mühle.Neben einem schönen Fachwerkensemble in der Mühlenstraße dominiert die Alte Mühle das Bild. Sie wurde 1934 in ihrer jetzigen Form umgestaltet. An der rechten Hauswand zeugen die Hochwassermarken vor allem von der Höhe der Flutwelle 1943 nach der Zerstörung der Möhnetalsperre (s. Etappe 15, S. 180). Ein Radweg führt rechts an der Mühle vorbei zur Rohrmeisterei und zur benachbarten Schwerter Senfmühle. Das markante rote Gebäude der Rohrmeisterei (D) wurde 1896 als Pumpstation für die Dortmunder Wasserwerke erbaut. Seit 1999 betreibt allerdings eine Bürgerstiftung das Industriedenkmal als Kulturzentrum mit hervorragender Gastronomie (s. Kasten »Tour kompakt«).In einem Nachbargebäude ist die Schwerter Senfmühle (E) untergebracht. Familie Peisert produziert rund ein Dutzend leckere und zum Teil ausgefallene Senfsorten, die ein kulinarisches Erlebnis darstellen und vor Ort probiert werden können (Tel. 02304/77 61 11, www.schwerter-senfmuehle.de, Mi/Sa 10–13 Uhr). Entweder an der Alten Mühle zurück zur Mühlenstraße und Im Reiche des Wassers oder an Rohrmeisterei geradeaus über den Fuß-Radweg zum Ruhrufer und zum RTRW.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour28 km
Höhenunterschied190 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktFröndenberg
TourencharakterZwischen Sauerland und Ruhrgebiet können Radler die idyllischen Ruhrauen so richtig genießen. Dieses Teilstück führt unterhalb des Haarstranges über verkehrsarme, flache Wege in die Altstadt von Schwerte. Malerische Fachwerkhäuser und der Marktplatz laden zum Verweilen ein.
Beste Jahreszeit
MarkierungenRuhrtalRadweg.
VerkehrsanbindungBahn: Von Dortmund/Hagen sowie von Kassel/Winterberg zweimal pro Stunde Verbindungen mit RE 17/57; von Unna und Menden regelmäßige Verbindungen mit RB 54 nach Fröndenberg. Auto: Anfahrt über A 44/443 nach Langschede, weiter nach Fröndenberg. Rückfahrt Stündliche Verbindungen mit RE 17 nach Fröndenberg.
GastronomieIserlohn-Hennen: Ohler Mühle, Ohler Weg 45, Tel. 02378/23 33, www.ferienkurse-landwirtschaft.de (netter Biolandhof mit »Raststation« für Radler, auch günstige Zimmer). Schwerte-Geisecke: Landgasthof Wellenbad, Zum Wellenbad 7, Tel. 02304/48 79, www.landgasthof-wellenbad.de (gehobene Küche und schön gelegener Biergarten an Ruhr, auch stilvoll renoviertes Gutshof-Hotel). Schwerte: Rohrmeisterei, Ruhrstr. 20, Tel. 02304/201 30 01, www.rohrmeisterei-schwerte.de (exzellente und prämierte Küche im schicken Kulturzentrum).
Tipps
Gutsbrennerei Bimberg: Auf der Höhe direkt vor uns erhebt sich Gut Lenninghausen , das sich seit 1811 im Besitz der Familie Bimberg befindet. Seit 1858 werden in »Westfalens kleiner Privatbrennerei« vor allem hochwertige Liköre hergestellt. Im Hofladen (Mo–Fr 9–12, 14–18 Uhr, Sa 9–13 Uhr) sowie im gemütlichen Gartencafé Einkehr (Mai–Sept. So 13–18 Uhr) können die leckeren Liköre probiert und erworben werden (Tel. 02378/22 10, www.gut-lenninghausen.de).Welttheater der Straße: Ende August verwandelt sich die Altstadt von Schwerte in eine große Theaterbühne für Ensembles aus der ganzen Welt. »Walking Acts« spielen entweder direkt auf der Straße mitten in der Menschenmenge oder mobile Bühnen dienen als Kulisse. Beim Programm sind Kreativität und gute Unterhaltung Trumpf. Das ungewöhnliche Festival ist sehr stimmungsvoll. (Detailierte Infos bei Touristik-Information Schwerte, s. Kasten »Tour kompakt«).
Verleih
Schwerte: Fahrrad Fachmarkt, Hagener Str. 59, Tel. 02304/157 48.
Informationen
Ruhrschifffahrt, Teil 1: Bis nach Langschede ließ der preußische König Friedrich II. 1780 die Ruhr schiffbar machen. Doch die Hoffnungen, einen regelmäßigen Schiffsverkehr einzurichten, zerschlugen sich angesichts stark schwankender Wasserspiegel schnell. Schon 1801 wurde deshalb die Schifffahrt oberhalb von Witten wieder eingestellt. Andernfalls wäre die ländliche Idylle im Laufe der Jahre sicher schnell einer umfassenden Industrialisierung gewichen (weitere Infos zur Ruhrschifffahrt s. Etappe 8, S. 108).
Unterkunft
Iserlohn: Campingplatz Ruhrtalblick, Dellwiger Weg 8, Tel. 02378/2768, www.ruhrtalblick.de (idyllisch gelegen am Ruhrufer unterhalb des Drüpplingser Bergs, nebenan Campingplatz Kampmeier); Ohler Mühle (s. o.). Schwerte-Geisecke: Landgasthof Wellenbad (s. o.). Schwerte: Hotel Reichshof, Bahnhofstr. 32, Tel. 02304/160 04, www.hotel-reichshof.de (fahrradfreundliches Gründerzeithotel in Bahnhofsnähe mit mehreren Nichtraucherzimmern).
Tourismusbüro
Menden: Neumarkt 5, 58706 Menden, Tel. 02373/90 32 99, stadtinfo@menden.de, www.menden.de. Iserlohn: Bahnhofsplatz 2, 58644 Iserlohn, Tel. 02371/217 18 20, stadtinfo@gfw-is.de, www.iserlohn.de. Schwerte: Brückstr. 14, 58239 Schwerte, Tel. 02304/10 47 77, i-schwerte@ruhrtalmuseum.de, www.schwerte.de

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