Durch die Pupplinger Au zum Deininger Weiher

Zwei Flüsse und ein Moorsee Nach der Abfahrt von Schäftlarn in das Isartal folgt eine Flachetappe durch die Pupplinger Au. Bei den Querungen zum Deininger Weiher und zurück nach Schäftlarn müssen zwei längere Anstiege in Kauf genommen werden. Das Gros der Strecke ist asphaltiert, Kieswege nur bei der Auffahrt nach Ergertshausen und am Deininger Weiher. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
28 km
150 m
2.00 h
Zwischenstopp am Deininger Weiher: Das braune Moorwasser des Deininger Weihers heizt sich bei Sonneneinstrahlung rasch auf, die Liegeflächen an den Ufern sind jedoch begrenzt. Viel Betrieb herrscht mitunter in der Gaststätte Waldhaus, deren Terrasse das Südufer in Beschlag nimmt. Von hier hat man den besten Blick auf den etwa 400 Meter langen See mit dem Bergpanorama im Hintergrund.Nach der wohltuenden Badepause muss eine Steigung von zwölf Prozent in Angriff genommen werden. An der Straßenkreuzung steuert man links nach Kleindingharting und weiter auf der Schäftlarner Straße in Richtung Westen. Die B 11 wird überquert, hinter dem Ort Beigarten folgt die schnelle Abfahrt zum Gasthof Mühlthal und die Strecke am Isarkanal entlang zum Bruckenfischer.Einkehr im Bruckenfischer:Der Bruckenfischer ist für seine schmackhaften Fischgerichte wohlbekannt. In aller Munde ist zum Beispiel die mit Dill, Petersilie, Kerbel, Estragon und Schnittlauch gefüllte Kräuterforelle, die kurz vor dem Servieren noch mit Knoblauchkräuterbutter und Zitrone beträufelt wird. Über Fische und vor allem über Wild kann man sich mit dem Inhaber Josef Wagner lange unterhalten. Denn der Gastronom ist begeisterter Hobbyjäger und somit während der Saison gerne auf der Pirsch. Seit 1987 hat er sein »grünes Abitur«, die Jägerprüfung, in der Tasche, sein bevorzugtes Jagdrevier ist Niederbayern. Im Herbst erlegt er mit seinen Jagdfreunden neben Hasen, Füll- und Wildenten bis zu zehn Fasane pro Treibjagd. Dabei schießt er vor allem die Gockel, um ein intaktes Brutverhalten zu garantieren. Es versteht sich von selbst, dass das Wild auf der Speisekarte aus der eigenen Jagd stammt. Zu seinem Jagdeifer passt übrigens das Gemälde »Graureiter im Isartal« in der Stube, die bemerkenswerte Kaffeemühlensammlung hingegen entspringt seiner großen Sammlerleidenschaft. Nach der Einkehr fehlt nur noch ein letzter Anstieg jenseits des Isartals, und das Etappenziel Hohenschäftlarn ist erreicht.

Dauer: 2,5 Schäftlarn – Puppling 1 Std. – Deininger Weiher 0,75 Std. – Kleindingharting 0,25 Std. – Schäftlarn 0,5 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour28 km
Höhenunterschied150 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahnhof Hohenschäftlarn.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterAm Schäftlarner Bahnhof kann man sich gleich für die erste Abfahrt rüsten: Nach Überqueren der Wolfratshauser Straße rollt man genüsslich in weiten Serpentinen zum Kloster Schäftlarn im Isartal hinab. Wer jetzt nicht rechtzeitig bremst, an dem wird der beeindruckende Baukomplex schier vorüberfliegen. Dabei lohnt sich der Blick beispielsweise auf die elegante Kirchenfassade, das Werk berühmter Münchner Hofkünstler zwischen 1710 und 1754: Die Architekten de Cuvilliés und Gunetsrhainer zogen die Klosterkirche in zwei Etappen hoch, für die Innenausstattung waren der Maler und Stuckateur Zimmermann sowie der Bildhauer Straub im Einsatz. Etwas oberhalb des Bruckenfischers wird nach der Isar auch der Isarwerkkanal auf der Autobrücke überquert. Dann geht es rechts unterhalb des Damms in Richtung Süden. Beim Gasthaus Aumühle halten wir uns rechts und fahren weiter am Damm entlang. Hinter dem Ickinger Stauwehr erstreckt sich das Naturschutzgebiet Pupplinger Au auf gut 50 Quadratkilometern. In diesem Bereich mündet die Loisach in die Isar. Die beiden Flüsse bringen neben reichlich Schutt auch die alpine Flora mit in das Alpenvorland, die auf den einladenden Kiesbänken prächtig gedeiht. Das Mündungsdelta ist ein Eldorado für Erholungssuchende. Auf dem schnurgeraden Teerweg durch den lichten Kiefernwald erspäht der Radler einen Stichweg zum Isarufer, wo man die einzigartige Landschaft in Ruhe auf sich wirken lassen kann. Die scheue Kreuzotter wird sich an dieser frequentierten Stelle jedoch kaum blicken lassen. In Puppling biegt man hinter dem Gasthaus Aujäger in den Radweg, der steil entlang der Bundesstraße hochzieht. Dann folgt die Abzweigung nach Ergertshausen: Nicht auf dem Teerweg in den Riedhof steuern (Sackgasse), sondern auf dem breiten Kiesweg durch die gepflegte Golfanlage in den Ort. Dort fährt man auf der Landstraße nach Deining, in dessen Ortskern noch alte Bauernhäuser im Blockbaustil aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu bewundern sind. Am Ortsende folgt man der rechts abzweigenden Talstraße, bevor es in der Talsenke wiederum rechts auf der Weiherstraße zum Deininger Weiher mit dem einladenden Waldhaus geht.
Hinweise
Dauer: 2,5 Schäftlarn – Puppling 1 Std. – Deininger Weiher 0,75 Std. – Kleindingharting 0,25 Std. – Schäftlarn 0,5 Std.
KartentippADFC-Regionalkarte München/Mittlere Isar, 1:75000.
MarkierungenKloster Schäftlarn, die Pupplinger Au (Richtung Wolfratshausen) und Deining sind beschildert.
VerkehrsanbindungMit der S-Bahn (S7). Autofahrer kommen auf der A95 oder Wolfratshauser Straße nach Schäftlarn (Parkplatz am S-Bahnhof).
GastronomieKlosterbräu Stüberl, Tel. 08178/3694; Gasthaus Zum Bruckenfischer, Dürnstein 1 (bei Kloster Schäftlarn), Tel. 08178/3635; Gasthaus Aumühle, Aumühle 10, Tel. 08178/4351, Mo. und Di. Ruhetag; Gasthaus Aujäger, Austraße 4, Tel. 08171/78556; Waldhaus, Deininger Weiher, Tel. 08170/92450; Gasthof Mühlthal, Tel. 08178/3630, Mo. Ruhetag.
Tipps
Natur-Rundweg im Isartal: Zwischen Parkplatz Bruckenfischer und Ickinger Stauwehr wurde der gut markierte, knapp zehn Kilometer lange Rundweg »Natur« angelegt. Auf Schautafeln erfährt der Betrachter viel Wissenswertes über die Flora und Fauna im Isartal. Glücklicherweise hat sich der Fischbestand in der Isar in den letzten Jahren wieder erholt, auch weil durch die Treppeninstallation am Ickinger Stauwehr die Fischwanderung nicht mehr behindert wird. Der Königsfisch unter den Isarfischen – der Huchen oder auch so genannte Donaulachs, der bis zu 140 Zentimeter lang und 25 Kilogramm schwer werden kann – wird jedoch selten aus dem Wasser gezogen. Natürlich darf man sich das Anglerglück nicht so romantisch vorstellen – die meisten Fische wandern von der Fischzucht Aumühle auf die Teller der umliegenden Gastronomie.
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