Durch das waldige Hochsauerland

Wenige kurze, aber steile Anstiege; überwiegend auf ungeteerten Waldwegen oder kleinen Feldwegen. Vorsicht bei Querung der B 480. (Autor: Matthias Eickhoff)
25 km
355 m
2.00 h
Von Winterberg nach Olsberg: Der RuhrtalRadweg (RTRW) beginnt am Bahnhof Winterberg. Vor dem eigentlichen Start lohnt zum Auftakt ein Abstecher ins Stadtzentrum des beliebten Ferienortes und weiter zum Erlebnisberg Kappe (s. Etappe 13, S. 165). Für konditionsstarke Radwanderer lockt danach der anspruchsvolle Anstieg zum 841 m hohen Kahlen Asten mit seinem grandiosen Höhenpanorama (s. Etappe 13, S. 165 f.). Am Bahnhof nach links in Bahnhofstraße. Nach rund 400 m über Kreuzung geradeaus in Jakobusstraße. In Neubaugebiet zunächst steiler Anstieg. Schließlich zweigt Radweg schräg rechts auf geteerten Feldweg ab, der wunderbare Ausblicke nach Osten und Süden gewährt. Hinter einer Schutzhütte an Gabelung schräg links auf Waldweg. Am 696 m hohen Ruhrkopf die Bergkuppe passieren (höchster Punkt des RTRW!) und im Wald einmal rechts und zweimal links abbiegen, bis die Ruhrquelle zur Linken erreicht ist. Nach der ersten Ruhrquerung erreicht RTRW nach 100 m das Infozentrum »Wald als Wirtschaftsraum«. In sechs Hütten, die mit Bohlenbrücken verbunden sind, wird über verschiedene Aspekte des Holzgewerbes informiert. Das nett aufgemachte Terrain des Infozentrums »Wald als Wirtschaftsraum« lädt ebenfalls zum Picknick ein und ist für Besucher jederzeit frei zugänglich. RTRW führt weiter talabwärts, zweigt nach 600 m schräg links ab und bald nach rechts zur Gaststätte Ruhrquellenhütte (s. Kasten »Tour kompakt«). Dort vorsichtig die viel befahrene B 480 überqueren und RTRW über Waldweg nach rechts folgen. Die reizvolle Strecke wechselt zwischen Wald und Waldrand. Nach 2,5 km eine kleine Straße überqueren. Kurz danach gelangt RTRW wieder auf geteerte Straße. An einer ausgedienten MIG 21 und der Kartbahn vorbei bergab nach Niedersfeld bis Abzweig Am Studenbusch.Abstecher zum Hillebachsee: Geradeaus zur B 480 hinunter, dort rechts und sofort wieder links (Am Kreuzberg). Am Straßenende nach 300 m rechts bergan und nach 200 m an der Gabelung den mittleren Weg (Markierung W 1) zum Staudamm hinauf. Im Uhrzeigersinn um Hillebachsee. Rückweg zum RTRW über Hinweg.Der kleine, nur 8,5 ha große Hillebachsee wurde 1975–82 angelegt. Im Schatten des 578 m hohen Kreuzbergs liegt der See oberhalb von Niedersfeld sehr idyllisch im Tal. Der Freibadbereich, der Tretbootverleih, das Café und die Liegewiesen garantieren einen großen Freizeitwert. Der Luftkurort selbst hat im Ortskern u. a. einige nette Fachwerkhäuser zu bieten. Nordöstlich erhebt sich unmittelbar an der Grenze zu Hessen der 843 m hohe Langenberg. Der höchste Berg Nordrhein-Westfalens ist gleichzeitig die höchste Erhebung des Rothaargebirges. RTRW nach links durch Wohnstraße Am Studenbusch, später Am Ellenberg. Am Ende der Straße scharf rechts und sofort wieder scharf links (In der Stammecke) aus dem Ort hinaus. Am Sägewerk vor der Ruhrbrücke nach links am Schützenplatz und an der Kläranlage vorbei wieder auf einen Waldweg. Bei Haus Wildenstein die B 480 nach rechts überqueren und hinter dem nach einem Brand wieder aufgebauten Haus links auf einen geteerten Feldweg, der am Hang nach Wiemeringhausen führt. Am Ortseingang scharf rechts (nicht in den Ort hinunterfahren!). Bis zu einer Weggabelung mit Kastanie und Sitzbank, die auch ein schöner Aussichtspunkt ist. Vor Bauernhof schräg links und über eine sehr malerische Hochfläche mit großartigem Ausblick. Abfahrt mit 15% Gefälle hinab zur Küsterlandkapelle am Ortseingang von Assinghausen. Über Straße Am Küsterland zur Bruchhauser Straße. Kurz zuvor führt an einem Brunnen links der Brunnenweg zur Kirche hinauf. Assinghausen ist mit seinen schmucken Fachwerkhäusern schon 1989 als Bundesgolddorf ausgezeichnet worden. Ältestes Haus ist der Zehntspeicher von 1556 unterhalb der Kirche. Die schlichte Küsterlandkapelle stammt ursprünglich ebenfalls aus dem 16. Jh. und wurde 1758 erneuert. Sie wurde gerne von den Fuhrleuten auf der Handelsstraße nach Winterberg aufgesucht.2007 erhielt Assinghausen den Titel »Rosendorf«, den nur sechs Dörfer in Deutschland tragen (s. Tipp). Berühmtester Sohn des Ortes ist der Dichter Friedrich Wilhelm Grimme (1827–87), dessen Geburtshaus zusammen mit dem Pastoratshaus von 1775 zu den schönsten im Ort zählt (Zugang über Brunnenweg). Grimme hat unter anderem das Sauerländer Platt in die Literatur eingeführt. Auch an der Bruchhauser Straße stehen einige sehr schöne Fachwerkhäuser mit prächtigen Eingangstoren. Seit 1975 gehört Assinghausen zu Olsberg.Links in Bruchhauser Straße und dann rechts vor B 480 in Grimmestraße. Am Ortsausgang nochmals rechts, bevor die Straße in einen Radweg entlang der B 480 übergeht. Nach kurzer Zeit überquert RTRW die B 480 und die inzwischen deutlich erkennbare Ruhr. Vor dem riesigen Areal der Holzfirma rechts talabwärts. Nach gut 2 km scharfe Linkskehre ins Negertal. Bahnlinie Winterberg–Bestwig bei Steinhelle überqueren, links auf Landstraße und sofort wieder rechts über Forstweg steil bergan.Rechts unten liegt auf der anderen Bahn- und Ruhrseite das I.D.E.E. (Informations- und Demonstrationszentrum Erneuerbare Energien) . Im bundesweit größten Infozentrum für Biowärme stehen vor allem unterschiedliche Holzheizanlagen (z. B. mit Pellets und Hackgut) im Vordergrund. Eine Dauerausstellung gibt dazu Hintergrundinformationen. 2008 soll ein offizieller Abstecher vom RTRW ausgeschildert werden (Carls-Aue-Str. 91 a, Tel. 02962/80 28 40, www.idee-nrw.de, Mo–Do 9–12, 14–18 Uhr, Fr 9–15 Uhr).Im Wald angenehm bergab. Unten erneut über die Bahngleise. Links am Ausgleichsweiher vorbei und dann schräg rechts (Zum Stausee) nach Olsberg hinunter. An der belebten Ruhrstraße kurz rechts und vor Ruhr sofort wieder links auf einen Fuß-Radweg zum Gebäude der Olsberg-Touristik im Kurpark.Olsberg ist der älteste Kneippkurort im Sauerland. 2008 soll ein topmodernes Kneipp- und Solebad im Kurpark eröffnet werden. Beliebt ist auch der Kneipp-Wanderweg rund um das »Tor zum Hochsauerland«. Im entspannenden Kurpark fließen Ruhr und Gierskopp zusammen. Die Ruhr hat inzwischen deutlich an Kraft gewonnen.Der Ortskern wird von der 1903 erbauten St.-Nikolaus-Kirche überragt. Zudem sind einige schöne Fachwerkhäuser erhalten. Das älteste Haus war der 400 Jahre alte Gasthof zur Post (s. Kasten »Tour kompakt«), der nach einem Brand 1979 völlig neu erbaut wurde. Entlastung vom Autoverkehr soll der Bau der Umgehungsstraße bringen. Die Baustelle haben wir am Ortseingang passiert. Als ökologische Ausgleichsmaßname wurden übrigens auf dem Kahlen Asten neue Heideflächen angelegt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour25 km
Höhenunterschied355 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWinterberg
TourencharakterAuf 674 m Höhe entspringt die Ruhr im Rothaargebirge. Die Hochsauerland-Etappe ist durch waldige Forstwege, idyllische Dörfer und schöne Aussichtspunkte geprägt. Vor allem das Rosendorf Assinghausen und der Hillebachsee in Niedersfeld laden zu einer Rast ein.
Beste Jahreszeit
MarkierungenRuhrtalRadweg.
VerkehrsanbindungBahn: Mehrmals täglich direkte Verbindungen aus Dortmund und Olsberg-Bigge (RE 57), mit Umstieg in Bestwig auch Verbindungen von Hagen und Kassel (RE 17). DB-Fahrradbus: 2007 setzte die DB ab Dortmund Hbf. an Wochenenden zusätzliche Fahrradbusse ein, die direkt bis Winterberg verkehren. Auto: Über A 46 bis Bestwig, dann über B 7/B 480 bis Winterberg. Über B 236 von Olpe und Marburg nach Winterberg. Parkplätze in Bahnhofsnähe vorhanden. Rückfahrt Mit dem RE 57 ab Bhf. Olsberg-Bigge.
GastronomieWinterberg: s. Etappe 13, S. 161; Ruhrquellenhütte, am Skilift Ruhrquelle, Tel. 02981/32 41 (erste Raststation im Ruhrtal). Olsberg: Gasthof zur Post, Markt 1, Tel. 02962/974 00, www.a-hgasthofzurpost.de (sehr gute Küche in gemütlichem Fachwerkambiente, auch FeWos); Stadtgespräch, Bahnhofstr. 11 b/c, Tel. 02962/80 27 55 (Bistro-Kneipe mit ansprechender Küche).
Tipps
Rosenweg Assinghausen: Überall im Ort blühen Rosen am Wegesrand. Die Standorte sind durch einen eigenen Rosenweg miteinander verbunden. Unter den harscheren klimatischen Bedingungen des Hochsauerlands ist die Rosenzucht gar nicht so einfach, wurde in Assinghausen aber sehr erfolgreich gemeistert. Gegenüber vom Gasthof Kettler steht in der Bruchhauser Straße eine Info-Tafel zum Rosenweg (Infobroschüre bei Olsberg-Touristik, s. Kasten »Tour kompakt«).
Verleih
Winterberg: s. Etappe 13, S. 161. Winterberg-Niedersfeld: Bike-Praxis, Ruhrstr. 10, Tel. 0160/611 71 38. Olsberg: Fahrrad Kesting, Hauptstr. 68, Tel. 02962/26 53.
Informationen
Die Ruhrquelle: Auf einer Höhe von 674 m entspringt die Ruhr unterhalb des Ruhrkopfs. Der Gedenkstein von 1849 steht allerdings etwas niedriger bei 666 m, wo sich der eingefasste Quellbereich befindet. Nach dem Orkan Kyrill wurde das Gelände 2007 völlig neu gestaltet. Sehr bequem sind die hölzernen Liegesessel im Rothaarsteig-Design. 0,7Liter Wasser/Sek. strömen aus der Ruhrquelle, ein Grund dafür, dass die erste Fluss-überquerung auf dem RuhrtalRadweg noch unspektakulär ausfällt. Wesentlich brisanter könnte da schon eine andere Begegnung werden: Einer Sage zufolge hechelt nachts gelegentlich ein großer schwarzer Hund zwischen Winterberg und Küstelberg durch den Wald, dessen funkelnde Augen stark an den Hund der Baskervilles erinnern. Im Falle eines Falles ist leider kein Sherlock Holmes als Retter zur Stelle.
Unterkunft
Winterberg-Niedersfeld: Waldhaus Hochsauerland, Unterm Kreuz 22, Tel. 02985/289 (günstige Nichtraucherpension für Radler und Wanderer). Olsberg-Assinghausen: Gasthof Kettler, Bruchhauser Str. 1, Tel. 02962/25 43 (schieferverzierte Pension mit Gaststätte und nettem Biergarten). Olsberg: Pension Coerdt, Carlsauestr. 3, Tel. 02962/25 33 (zentral gelegen, freundliche und günstige Pension, mit Radgarage); Hotel am See, Carlsauestr. 36, Tel. 02962/27 76, www.das-hotel-am-see.de (sehr schön an einen kleinen Staubecken am Stadtrand gelegen).
Tourismusbüro
Winterberg: s. Etappe 13, S. 161. Olsberg: Ruhrstr. 32, 59939 Olsberg, Tel. 02962/973 70, touristik@ts-olsberg.de, www.olsberg-touristik.de

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