Donau-Radweg: Von Spitz nach Krems

Zwischen Spitz und Krems zeigt sich die Wachau von ihrer schönsten Seite. Wir fahren zumeist auf kleinen Nebenstraßen und Radwegen entlang der Bundesstraße durch die von den Weinterrassen geprägte Donaulandschaft. Zum Teil geringe Steigungen, am steilsten ist die zum Ortszentrum von Dürnstein. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
19 km
265 m
1.00 h
Vom Kirchplatz in Spitz L fahren wir die Marktstraße abwärts, biegen links in die Kremser Straße und gelangen
auf ihr links haltend zur beschilderten Donauroute zurück. Wir fahren durch Weingärten und nach Überqueren der Bahnlinie links der Bundesstraße bis zur sehenswerten Kirche St. Michael. Hier wechseln wir wieder auf den Güterweg, der mitten durch die Weinterrassen führt. Nach genussreicher Panoramafahrt erreichen wir den Ort Wösendorf L, halten uns an der Kirche rechts und an der folgenden Querstraße links. Die Nebenstraße leitet uns über Joching direkt nach Weißenkirchen L.
Dieser malerische Ort bildet mit den Winzerorten Joching, Wösendorf und St. Michael die größte Weinbaugemeinde der Wachau. Folgerichtig wurde im Teisenhoferhof – ein schöner, im Renaissance-Stil errichteter Innenhof – das Wachaumuseum gegründet. Hier sind neben Wachauer Trachten im Festsaal und der reich verzierten Weinpresse im teils in den Fels gehauenen Presshaus vor allem Werke von bekannten Wachauer Malern zu bewundern. Um zum Museum und zentralen Dorfplatz zu gelangen, fahren wir am Ortsanfang an der Querstraße links und zweigen nach dem Bahnübergang rechts ab.
Hinter der Kirche verlässt die Route den Ort. Wir passieren einige hübsche Weingüter und fahren nach dem Bahnübergang links in den Radweg entlang der Bundesstraße. Nach einem Kilometer geht es links von der Straße weg durch die so genannten Frauengärten mit weitläufigen Weinterrassen. Hier windet sich die Donau in einer Schleife nach Dürnstein L, das wir nach kurzer kräftiger Steigung erreichen. Bereits von weitem sichtbar sind die auf einem Fels thronende Ruine und der berühmte blaue Kirchturm
des Stiftes Dürnstein. Wir schieben unsere Räder durch die Fußgängerzone und inspizieren die Fassaden der alten Bürgerhäuser. Durch ein Tor verlassen wir den Ort, fahren durch Weinfelder nach Unterloiben L und von dort mit Blick auf das Stift Göttweig entlang der Donau nach Stein.
Im Ort fahren wir durch das Linzer Tor auf der mit Kopfstein gepflasterten Steiner Landstraße geradewegs in Und- und Schillerstraße, dann links haltend auf der Wichner Straße zum Südtiroler Platz mit dem Steiner Tor. Jenseits des Tors beginnt die Fußgängerzone, die uns direkt in das Zentrum von Krems L führt.

Donau-Radweg,
weinradeln

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied265 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSpitz, Kirchplatz.
EndpunktKrems, Südtiroler Platz.
TourencharakterVon Spitz, Zentrum der Wachau, geht es durch traditionsreiche Winzerorte mit malerischen Dorfplätzen und romantischen Gassen nach Krems, das als Musterstadt der Denkmalpflege mit dem »Europa-Nostra-Preis« und als eine der berühmtesten Weinstädte Europas mit dem Prädikat »Città del Vino« ausgezeichnet wurde.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt WK 071, Wachau/Dunkelsteiner Wald, 1:50 000; Kompass Radtourenkarte 151, 1 : 125 000.
MarkierungenDie Wegweiser des Donau-Radweges.
VerkehrsanbindungNach Spitz mit dem Auto auf der B 3 oder mit dem Zug. Rückfahrt von Krems wahlweise mit der Bahn oder dem Schiff.
GastronomieIn Wösendorf; in Joching: Weingut Holzapfel; in Weißenkirchen, Dürnstein, Förthof, Stein und Krems.
Tipps
Im alten Salzstadel der Wein-Keramik in Weißenkirchen (Tel. 02715/2227) fertigt die Familie Schneeweiß neben Geschenkartikeln aus duftendem Wachs oder feiner Seife kunstvolle Töpfergefäße mit Weinmotiven. Eine der drei Schwestern gilt als exzellente Marmeladenköchin. Wer sich einen fachkundigen Überblick über die Qualität der Weingüter in der Wachau verschaffen will, wird im »Weinguide Falstaff« fündig. Noch tiefer ins Glas schaut der Führer »Gault Millau«, während »Österreich von A–Z« neben Weinen auch die besten Restaurants und Destillerien auflistet (erhältlich im Buchhandel).
Informationen
Wachauer Weinkultur Als Zeichen von Qualität prangt die grüne Mitgliedstafel der »Vinea Wachau« an der Fassade eines anerkannten Weinguts. Die Wachauer fühlen sich mit ihren Weißweinen der Weltspitze zugehörig und beziehen aus dieser Erkenntnis ihr Lebensgefühl. Nur zu gerne lassen die einheimischen Winzer den Gast an ihrer Begeisterung teilhaben, am besten in Form einer zünftigen »Hauserjause« beim Heurigen. Darüber hinaus kann man die Weine auch bei den Freien Weingärtnern im »Kellerschlössl« in Dürnstein, im Weinkolleg »Kloster Und« und bei »Winzer Krems« in Krems sowie bei der WG Dinstlgut in Loiben kosten. Das Weinkolleg Kloster Und und die NÖ Weinakademie im Teisenhoferhof in Weißenkirchen bieten sogar Weinseminare an. Dem Laien sei vorab schon einmal gesagt, dass sich die Wachauer Weine in die drei Kategorien leichte spritzige Steinfeder, das feine Federspiel in der Kabinett-Klasse und den edlen, hochreifen Smaragd gliedern. Die bekannteste Marke ist der »Rheinriesling«, der ursprünglich aus der Wachau stammt und wegen seines feinen Buketts sehr geschätzt ist; der »Müller Thurgau« schmeckt hingegen fruchtig und süß, während der »Neuburger« ein eher schwerer, würziger Wein ist. Der Ursprung des Wachauer Weinbaus geht bis in die Zeit der Kelten zurück. Das milde Klima des Flusstals und der nahrhafte Lössboden prägen den Wein also seit mehr als 2000 Jahren. Angesichts der steilen Berghänge legte man schon früh eine kunstvolle Terrassenkultur an. Die Trockensteinmauern wurden ohne Bindemittel wie Mörtel aus einfachen Bruchsteinen errichtet, noch heute werden die Steine teils mit dem Schubkarren über Stufen zur Instandsetzung herangeschafft.
Unterkunft
Weißenkirchen: inges. 450 Betten, besonders radfreundlich Gästehaus Heller, Tel. 02715/2221, Urlaub am Weinbauerhof, Fam. Jamek, Joching, Tel. 02715/2596, Martha Lehensteiner, Tel. 02715/2284; Dürnstein: zahlreiche Unterkünfte, darunter Gartenhotel & Weinhof Pfeffel, Dürnstein 122, Tel. 02711/206; Krems: Donauhotel Krems, Edmund-Hofbauer-Str. 19, Tel. 02732/ 875650, Radfahrjugendherberge Krems, Ringstr. 77, Tel. 02732/83452, daneben viele Hotels, Pensionen und Privatzimmer. Camping: ÖAMTC Donaupark-Camping Krems, Donaulände, Tel. 02732/84455.
Tourismusbüro
Weißenkirchen: Gästeinformation, Donaulände 262, Tel. 02715/2600; Dürnstein: Fremdenverkehrsverein, Rathaus, Tel. 02711/200; Krems: Verkehrsbüro Krems, Undstr. 6, Tel. 02732/82676; Tourismusverband Wachau- Nibelungengau, Undstr. 6, 3500 Krems, Tel. 02732/85620, www.wachau.at

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